Neidlose Freude kommt auf, wenn ich vom souveränen Sieg gegen den TSV 1860 München bei denen lese, die dabei waren. Spielschluss und Veedelszugende in Köln fielen zusammen, so dass ich nach dem letzten Alaaf am Straßenrand schleunigst an den PC eilen konnte und feststellen durfte, der Sieg fiel sogar ein Tor höher aus, als ich gehofft hatte. Stark waren sie ja anscheinend nicht, die Münchner Löwen, aber in der Hinrunde ist es uns ja gelungen, wie ich schon öfter erwähnt habe, gegen all diese schwachen Mannschaften dennoch zu verlieren. Deshalb habe ich das Gefühl, der Verein aller Vereine ist auf dem richtigen Weg. Im RevierSport- Spielbericht gibt mir allerdings der letzte Absatz noch ein wenig zu denken.
Peter Neururers magisches Denken scheint immer mehr Lebensbereiche zu erfassen. Nicht nur, dass – zumindest bis zum letzten Spieltag noch – das letzte Essen der Profis vor dem Spiel seit Beginn der Serie ohne Niederlage Bockwurst mit Kartoffelsalat sein muss. Nicht nur, dass er seit dem ersten Spiel unter seiner Regie immer denselben Mantel am Spielfeldrand trägt – zumindest wird es in der Presse so kolportiert. Nein, jetzt kommt auch noch hinzu, dass er solange nicht mehr zum Friseur geht, wie der MSV nicht verliert.
Nun frage ich mich, ob es nicht an der Zeit ist, dass auch ich Opfer bringe für die große Aufholjagd. Die letzten drei Jahre habe ich bei allen Heimspielen die unterschiedlichsten Rituale versucht, das Glück für den Verein aller Vereine zu erzwingen. Ich konzentrierte mich dabei vor allem auf die Form der Halbzeitpausen-Zwischenmahlzeit. Kurze Zeit war ich der festen Überzeugung, das Verspeisen des Salzgebäcks TUC, das Original, habe klar erkennbare Einflüsse auf das Ergebnis. Schnell wurde ich eines anderen belehrt und fand danach weder in übrig gebliebenen Schokoladeneiern noch in fastender Askese wieder eine Verbindung zwischen meinem Verhalten und der Güte des Spiels vom Verein aller Vereine.
Nun, da ich das erste Heimspiel seit Jahren nicht im Stadion war und dieses erste Heimspiel seit Monaten ungefährdet über die Zeit gebracht wurde, frage ich mich, ob das ein Wink des Schicksals ist und ich Peter Neururer bei seinen selbstlosen Bemühungen unterstützen muss. Kein Stadionbesuch mehr sondern jeden Spieltag am Straßenrand stehen und Alaaf rufen? Oder bin ich nicht nah genug an der Mannschaft dran, dass mein magisches Denken seine gewinnbringende Energie für sie verströmen kann? Zumal es wirklich schwierig wird, sowohl den Veedelszug jeden Spieltag zu wiederholen als auch die den Zug begleitende Karnevalsparty der Nachbarn. Vielleicht reicht es aber ja auch, wenn ich alleine das Ritual wiederhole? Sieht wahrscheinlich schon ein bisschen komisch aus, aber für den Wiederaufstieg …? Ich denk weiter drüber nach und freue mich derweil noch ein wenig.






1 Antwort zu „Mein Opfer für den direkten Wiederaufstieg?“