Für “Mitten in Meiderich” zeichnet sich der stete Wechsel zwischen schlechter und guter Folge ab. Spielt der MSV zu Hause, folgt ein ansehlicher Clip, nach den Auswärtsspielen die Clips konnte man sich bislang schenken. Über die Gründe spekuliere ich gerne, und vielleicht folge ich bei Gelegenheit dem journalistischen Ethos und überprüfe meine Vermutungen ganz einfach durch eine kurze Nachfrage in der Redaktion. Vorher aber genießen wir noch eine Weile die Macht des journalistischen Verdachts.
Ich glaube nämlich, man ist der Ansicht, die Produktionskosten für das Material im Vorfeld der Auswärtsspiele sind zum einen zu hoch für das vorhandene Budget, zum anderen erfordert der Dreh auswärts trotz des leicht handhabbaren Arbeitens mit der Videoausrüstung einen viel höheren logistischen Aufwand als der Dreh auf heimischen Terrain. Da müsste vielleicht recherchiert werden und vor Ort gibt es immer die Gefahr von Unwägbarkeiten, die ohne das Wissen über lokale Gegebenheiten geklärt werden müssen. All das ist in Duisburg unnötig, da gibt es den direkten Draht zum Verein und schnelle Hilfe, wenn etwas für die Produktion erforderlich ist. Deshalb behilft man sich bislang mit Notlösungen nach den Auswärtsspielen.
Aber da der Spielplan am letzten Wochenende ein Heimspiel vorsah, das zudem souverän bestritten wurde, wird dieses Mal der Vorhang wieder etwas beiseite geschoben. Wir sehen 6 Minuten 47 Sekunden, in denen die Stunden vor dem Spiel gegen TSV 1860 München in den Blick genommen werden. Angefangen vom morgendlichen Training am Spieltag über die Frage, was macht Zeugwart Manfred Piwonski in der Umkleidekabine?, bis hin zur flüchtigen Begegnung der Mannschaft mit dem Karneval im Hotel vor dem Mittagessen. Dazu erleben wir eine wenn auch kurze, aber elegante Kommunikationsoffensive für die Fans durch ein Gespräch zwischen Peter Neururer und Bruno Hübner, das eher Neururer-Monolog ist. Kommunikationsoffensive deshalb, weil sich so ein Gespräch natürlich nicht ergibt, sonder für die Kamera gewollt ist und darum die Inhalte natürlich von besonderer Bedeutung sind, wenn sie sich auf die Situation im MSV beziehen. Deshalb ist diese Art Öffentlichkeitsarbeit auch so elegant, weil hier indirekt die Bedingungen für die Arbeit thematisiert werden und diese in Bezug zu den Erwartungen der Fans gesetzt wird. Ich sagte es schon einmal, in Sachen PR ist Peter Neururer ein Naturtalent. Das meine ich nicht abschätzend. Alles, was er sagt, vermittelt, wir wissen, was wir tun und wir kennen ebenfalls die verständlichen Meinungen und Sehnsüchte der Fans. Was das jetzt für die Arbeit selbst bedeutet, ist schon nicht mehr ganz so verständlich. Wichtig ist aber ohnehin der vermitteltet Eindruck, wir kümmern uns. Da dürfen nach dem 4:1-Sieg auch ein paar abschließende launige Worte von Peter Neururer nicht fehlen.
Nächste Woche geht es nach Aachen. Das ist ja nicht ganz so weit von Duisburg entfernt wie etwa Rostock und vielleicht muss ich meine Vermutungen zur Beziehung zwischen Clip-Qualität und Auswärtsspiel danach dann ändern. Vielleicht, so hoffe ich sogar, gibt es den schlechten Clip ja nur nach Auswärtsspielen ab einer Entfernung von über 150 Kilometern?






0 Antworten zu „Mitten in Meiderich – Folge 5“