Leider hat die Süddeutsche Zeitung den kurzen Artikel von Christof Kneer über Hermann Gerland nicht ins Netz gestellt. Bleibt mir also nichts anderes übrig als aus der Print-Ausgabe abzutippen. Vor allem geht es mir um jene am Ende des Artikels erzählte wunderbare Anekdote über Hermann Gerland, die mich schon heute Morgen zum Lachen brachte. So geraten die für einen MSV-Fan genauso wichtigen, einleitenden Worte über die Begegnung zwischen Bernard Dietz und Hermann Gerland unlängst in München hier auch nur zur Randbemerkung. Christof Kneer nutzt diese Begegnung, um an alte Zeiten von Vereinstreue zu erinnern und illustriert diese Zeit einmal mehr mit dem “MSV Dietzburg”.
Auch wenn Hermann Gerland zitiert wird, der Enatz sei einer wie er, Unterschiede muss es geben, denn Gerland arbeitet weiter als Trainer, während Enatz irgendwann gemerkt hat, die Einstellung von Millionen verdienenden Jungprofis passt mit seinem Verständnis von Fußball nicht mehr zusammen. Jene Anekdote über Hermann Gerland lässt nun nicht nur alte Zeiten aufscheinen, sie lässt auch ahnen, wie es Hermann Gerland gelungen ist, eine gesunde Distanz zu jedem Verhalten der ihm anvertrauten Spieler zu entwickeln:
Gerland ist Kult in der Kurve, die Kurve feiert ihn, wenn er mit einem Laufstil über den Rasen rennt, dem man die 204 Bundesligaspiele nicht mehr direkt ansieht. Und sie liebt ihn für legendäre Geschichten wie jene mit dem einstigen Bayern-Amateur Borut Semler, der nach einem Länderspiel für Slowenien so stolz war, dass er im Training weniger lief. “Hör mal zu, du Osterhase”, soll Gerland herzlich geknurrt haben, “als ich noch gespielt habe, da gab´s dein Land noch gar nicht.”
Süddeutsche Zeitung Nr. 126, 4. Juni 2009
Das hat Klasse. Allerdings auch deshalb, weil ich die andere Seite von Hermann Gerland aus Interviews mit ihm ebenfalls kenne. Denn ohne das Zugewandte bleiben solche Sätze natürlich schwarze Pädagogik. So weit ich Hermann Gerlands öffentlich geäußerten Sätze zu seiner Arbeit kenne, besteht diese Gefahr bei ihm nicht.






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