Sandro Wagners Kopfballspiel – Ich will´s wissen

Weil bei der U-21-Europameistermeisterschaft zurzeit drei Spieler im Kader der deutschen Nationalmannschaft  stehen, die in der letzten Saison beim MSV Duisburg spielten, blicken die Öffentlichkeitsarbeiter beim Verein aller Vereine gerne auch mal nach Schweden. Ein wenig Glanz der Auswahlmannschaft könnte ja vielleicht die Schwierigkeiten im Alltag überstrahlen. So richtig zum Zug kommt von den Duisburger Spielern allerdings niemand, nur Änis Ben-Hatira hat Spielzeit erhalten. Von ihm heißt es in Teilen der überregionalen Sportpresse übrigens auch, er sei ein Spieler des Hamburger Sportvereins. Da sollten sich die Sportjournalisten vielleicht an die hoffentlich vorhandene rudimentäre juristische Bildung erinnern und für ihre Kurzinfo den Unterschied zwischen Eigentümer und Besitzer hervorkramen. Fünf Tage noch ist der MSV Duisburg Besitzer von Änis Ben-Hatira, obgleich der Hamburger Sportverein in einem Eigentumsverhältnis zu dem Spieler steht. Wenn im gegenwärtigen Fußball Spieler von ihrem Stammverein mal hierhin, mal dorthin geschickt werden, „um Erfahrungen zu sammeln“, ist es vielleicht sinnvoll, die Berichterstattung um diese zusätzliche Feinheit des Rechtsverhältnisses bei Spielerverträgen zu erweitern.

Ich komme aber ganz vom Thema ab, denn eigentlich sprang mir ein Satz in diesem gestrigen Kurzbericht ins Auge, der in so deutlichem Widerspruch zu meiner eigenen Wahrnehmung steht, dass ich um Hilfe bitte:

Der 1,94 Meter große Wagner, zu dessen Stärken unter anderem das Kopfballspiel zählt, passt momentan nicht ins Konzept.

Habe ich mich da etwa vor kurzem zu weit aus dem Fenster gelehnt? Fußball ist ja ein komplexes Spiel und wie Roland Loy in seinem Statistikbuch betonte, könne eigentlich kein Zuschauer eines Fußballsspiels die Leistungen der Spieler korrekt bewerten. Niemand habe elf Spieler gleichzeitig im Blick. Zur korrekten Leistungsbeurteilung brauche es Datenerhebungen, wie er sie mit seinen Helfern vollzöge. Ich habe Sandro Wagner in den Spielen des MSV Duisburg trotz seiner Größe bislang nicht als starken Kopfballspieler erlebt. Seht ihr das anders? Vielleicht kann man so eine Leistungsbewertung ja auch mit einer Meinungsumfrage schaffen. Ich bin immer dazu bereit, falsche Meinungen zu korrigieren und hinzuzulernen. Ich will´s wirklich wissen.

2 Antworten zu „Sandro Wagners Kopfballspiel – Ich will´s wissen“


  1. 1 Trainer Baade 25. Juni 2009 um 19:41

    Stichworte „Eigentümer“ und „Besitzer“: Ich dachte, die Sklaverei sei abgeschafft?

    Wahrscheinlich trifft es juristisch das, was Du meinst, heißt aber anders.

    Und: nein, ich empfinde Sandro Wagner auch nicht als kopfballstarken Spieler, kann mich andererseits aber wiederum kaum an brauchbare Flanken erinnern, bei denen er dies hätte beweisen können. Oder sieht man einem kopfballstarken Spieler dies gerade trotz weniger brauchbarer Flanken an? Womöglich.

    • 2 Kees Jaratz 26. Juni 2009 um 05:03

      Ich weiß, war eine Pointe mit hohem Risiko. Wahrscheinlich bewegen wir uns juristisch eher auf dem Gebiet der Arbeitnehmerüberlassung. Auch wenn die Überarbeitung des Artikels angemahnt wird, ein paar Worte dazu hier:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmer%C3%BCberlassung

      Doch das Agieren der Vertragspartner in dem Dreiecksgeschäft legt schon oft die griffigere Begrifflichkeit nahe.

      Und dein Verweis auf die mangelnden Flanken berührt die Komplexität von Leistungsbewertung und demnach auch von Leistungserbringung. Ich finde ja, Wagners Kopfballspiel ist zum Ende der Saison immer besser geworden, doch zu Beginn der Saison, war sein Bewegungsablauf eine Katastrophe. Mir geht es also gar nicht um fehlende Aktionen, sondern ich habe sein tatsächlich vorhandenes Kopfballspiel vor Augen. Da gibt es für mich keine Erinnerung an eine Aktion, bei der er seine Anlaufgeschwindigkeit in Sprungkraft umsetzen konnte. Er war immer schon zu früh an der Stelle, wo der Ball dann landete. Sein Sprung glich eher dem eines Volleyballspielers. Aber auch in solchen Aktionen wirkt ja das Zusammenspiel von Passgeber und Passempfänger. Je genauer man hinsieht, desto schwieriger wird das Urteil.


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