Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: Michel Godard – Monteverdi

Neulich erhielt ich den Anruf von einem Mann, der das schwierige Geschäft der PR in eigener Sache betrieb. Jonas Niederstadt gehört das CD-Label Carpe Diem, und er fragte an, ob ich den Namen Michel Godard kenne. Ich kannte ihn nicht. Dieser Michel Godard ist ein französischer Jazz-Musiker, der die treibende Kraft bei einem sehr speziellen Musikprojekt gewesen ist.  Ein Jazz-Trio begegnete einem Trio für Alte Musik in der Abbaye de Noirlac. Nun schreibe ich zwar immer wieder über Kultur auch musikalischer Art, begegne diesem Teil der Kultur aber auf eine mehr impressionistische Weise als einer kritischen. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich mit Alter Musik gar nicht auskenne. So eine in Kulturwelten beliebte “Begegnung” birgt zudem immer auch die Gefahr des zu viel Neuen. Am CD-Player bin ich aber viel fluchtfreudiger als in einem Konzertsaal. Deshalb war ich skeptisch, ob ich etwas über das Projekt würde schreiben können.

Darauf hinweisen wollte ich gerne. Ich will das jetzt gar nicht überhöhen, aber wenn jemand sich für einen so randständigen und etwas abseitigen Teil unserer Kultur einsetzt, ist das in meinen Augen schon ein Wert für sich. Ein wenig Geld soll der Mensch für sein Leben ja auch verdienen. Zu der Musik selbst hätte ich dann nichts gesagt. Dann schlug Jonas Niederstaedt vor, auf der Seite des Labels die Hörproben der CD anzuhören, um zu entscheiden, ob ich mit der Musik etwas anfangen könnte.  Gesagt, getan, und nun seht ihr mich begeistert. Ich höre eine in Teilen meditative Musik, in der sich die klassischen Töne mit modernen Klängen mischen. Obwohl ich in dieser Musik nicht wirklich zu Hause bin, wirkt sie ganz selten nur fremd. In dieser Fremdheit aber bietet meist ein dahin treibender Rhythmus Orientierung. Durch die Musik ist die innere Energie der Musiker spürbar, sie macht leicht und beglückt. Ich beschreibe diese Musik als einzelnes Erleben. Ich kann sie nicht einordnen. Ich kann über Qualitäten der Musiker nichts schreiben. Ich bin nur froh, dass Jonas Niederstädt bei seiner PR-Aktion in eigener Sache auch meine Telefonnummer gewählt hat.

Kurz noch aus den Infos zur CD zitiert: “Neben Michel Godard (Serpent) spielen die Basslegende Steve Swallow (E-Bass), die berühmte Mezzosopranistin Guillemette Laurens, der Saxophonist und Sänger Gavino Murgia, die Violinistin Fanny Paccoud und der Lautenist Bruno Helstroffer. … Die sechs Musiker spielen Kompositionen von Claudio Monteverdi, Steve Swallow und Michel Godard.”

Nochmals hier der Link zu den Hörproben. Außerdem seht Ihr hier einen kurzen Clip von den Aufnahmen für die CD.

Monteverdi – a trace of grace. A project of Michel Godard. Carpe Diem CD-16286; um € 17.90.

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