Das Gute mal als erstes: mir war es zu kalt, um mich wirklich aufzuregen über nicht mehr gezählte, vergebene Großchancen, ein Mittelfeld mit den bekannten wenigen spielerischen Möglichkeiten und eine Abwehr, die sich immer wieder überraschend für Zuschauer und Mitspieler sowie einladend für den Gegner verhielt. In so einem mit 2:1 verlorenen Spiel wie dem gegen den FSV Frankfurt werden die Grenzen dieser jetzigen Mannschaft des MSV Duisburg besonders bewusst.
Gerät diese Mannschaft in Rückstand, besitzt sie keine variablen Möglichkeiten ein Tor zu erzielen. Dennoch kam sie gestern zu Chancen mit den meist halblang aus dem Mittelfeld gespielten Pässen. Doch wenn diese Chancen nicht genutzt werden, lässt die Abwehr dem Gegner immer Möglichkeiten, selbst ein Tor zu erzielen. Deshalb gibt es im Spiel des MSV Duisburg keine Wahrscheinlichkeiten. Meist ist alles möglich. Das ist der Leistungsstand dieser Mannschaft. Sie strengen sich an, und es geschehen eben die Fehler, die schon immer geschehen sind. Manchmal endet das gegen die gleichwertigen und schlechteren Mannschaften mit einem Sieg. Wenn es blöd läuft, folgt die Niederlage.
Am offensichtlichsten war das am gestrigen Abend im Angriff. Valeri Domovchiyski schafft es einfach nicht, beim Schuss aufs Tor den Ball auch mal in die Nähe der Pfosten zu bringen; Emil Jula tut es ihm inzwischen gleich; und Daniel Brosinski kann bei zweiten Bällen an der Strafraumgrenze Schusstechnik und Kraft nicht in Einklang bringen, Schussentfernung entspricht bei ihm der Höhe, in der der Ball über das Tor fliegt. In so einem Spiel kann dann der Torwart der Gegner zum Held werden, auch wenn er zunächst nichts anderes machen muss, als auf der Stelle stehen zu bleiben. Zugegeben, in der zweiten Halbzeit verhinderte er mit einem großartigen Reflex die Großchance zum 2:2. Vorher aber gaben die Stürmer des MSV Duisburg alles, um ihn gut aussehen zu lassen.
Deshalb ist die Einwechselung von Srdjan Baljak in der 70. Minute eine so gute Nachricht. Natürlich ist er kein Heilsbringer, aber seine ersten Spielaktionen schon ließen ein anderes Niveau des Zusammenspiels aufblitzen. Was er tat, war nicht vorhersehbar. Er kann in einer Spielsituation auch eine zweite Möglichkeit des Ausstiegs erkennen, selbst wenn er zunächst zu etwas anderem entschlossen schien. Vor allem in der zweiten Halbzeit war das Spiel des MSV Duisburg berechenbar, und der Erfolg hing vom Durchsetzungsvermögen des einzelnen angespielten Spielers ab. Srdjan Baljak versuchte den kurzen Pass und band damit mehr Mitspieler in den Angriff ein. Was war sein Auftritt aber auch eine Prüfung meines Mitgefühls. Durch seine hagere Gestalt wirkt er ja ohnehin schon etwas zerbrechlich, dazu dieser glatte Rasen, der die Spieler gerade zum Ende des Spiels in Reihen ausrutschen ließ und noch das Wissen um sein genesenes Knie! Am liebsten hätte ich ihn im Football-Dress gesehen, wenn ein Verteidiger auf ihn zueilte, und genauso gern hätte ich ihm mit all meiner Erfahrung des Blockstellens beim Basketball Begleitschutz geleistet. Meine Schulter zeigte immer schon in Richtung Brust des anrennenden Verteidigers. Darf man im Basketball eigentlich nicht, ist aber eines älteren Spielers letzte Waffe, wenn die Wogen hochkochen und nicklige Fouls des Gegners bestraft werden müssen. Spätestens wenn Baki sein erstes Tor erzielt, werde ich mir um so was keine Gedanken mehr machen. Dann wird hoffentlich auch wieder etwas häufiger der Kurzpass im Mannschaftsspiel zu sehen sein. Bis dahin aber heißt es, manchmal geht es gut aus und manchmal eben anders.






Hach ja… wie schön: Endlich wieder Zebra-Fußball! So dachte ich jedenfalls erwartungsfroh, als ich mich gestern in der filigranen Optik des berühmten Michelin-Männchens (Frauchens) aufmachte, um in den Schauinsland-Reisen-Kühlschrank zu fahren.
Was war?! 18 Minuten lang erfolgreiches Klandt-Anschießen unserer Offensiv-Abteilung! Was waren DAS für Chancen! Eigentlich sogar recht sehenswert herausGESPIELT, KEINE Zufallsprodukte! Noch nachträglich bin ich fassungslos. Nein, Klandt ist KEIN Supertorwart! Wie du schon sagst, Kees: Er brauchte einfach nur stehen bleiben, er konnte sicher sein, dass ein Zebra ihn schon trifft und ihn zum Supermann des Spiels macht. Unglaublich, unfassbar, spracheverschlagend! Bitte, bitte, bitte, rasiert dem Brosinski wieder die Birne! Vielleicht ändert das ja was an seiner Peilung! Bitte, bitte, bitte, zeigt dem Jula alte Videos aus seiner Cottbuser Zeit! Bitte, bitte, bitte, lasst den Domo im Training einfach mal zwei Stunden der Übung halber und für Spaß aufs LEERE Tor schießen … und vielleicht dasselbe auch treffen!
Und was war nach der 18. Minute? Irgendwie Fußball. Ich habe kein Wort dafür. Déja vu, vielleicht? …
Wie sagte Benni Kern nach dem Spiel? “Wenn so ein Spiel normal läuft, dann kriegen die Frankfurter hier fünf Stück.” Klar! Aber was ist bei uns Zebras schon normal? …
Ich freu mich jedenfalls auf Pauli… :-/
Keine Frage, freue mich auch auf eine kleine Karnevalspause; und das mit Brosinkis Haaren geht wahrscheinlich in die richtige Richtung. Die alte Geschichte von innerer Veränderung vorangtetrieben durch äußere Verwandlung.