Archiv der Kategorie 'Duisburg'

Halbzeitpausengespräch: Begeisterndes Kom’ma-Theater für das erwachsene Publikum

Als ein Ort für Kinder- und Jugendschauspiel ist das Kom’ma-Theater seit Jahren eine feste Größe in Duisburg. Nun wird das Repertoire  erweitert. Nach einer langen Pause wird wieder erwachsenenes Publikum gesucht und hoffentlich in großer Zahl gefunden. Denn “Gerolimenos”, das erste Stück dieses Neuanfangs, zeigt, welch originelles, frisches Theaterspiel im westlichen Pott möglich ist. Noch muss das weitererzählt werden. Noch blieben bei der Vorstellung am letzten Freitag Plätze frei. Wer das Stück gesehen hat, versteht das nicht.

Die Anfangsszene gibt die Tonlage des begeisternden Abends vor. Auf der karg ausgestatteten Bühne sitzt auf einem Sofa der Usbeke  in Pelzmantel und -mütze, eine Sonnenbrille tragend und strickt. Da macht sich Komik und Groteske sofort bemerkbar, zumal Renate Frisch den Usbeken mit brummiger Stimme,  herbem Charme  und slawischem Akzent gibt. Der Usbeke wartet auf das regelmäßige Treffen mit Chili und Gerolimenos. Die drei sind Labyrinth-Baumeister und erzählen über ihre Pläne für Projekte sowie das Leben.

Wenn dann Hilmi Sözer als Gerolimenos die Bühne betritt, wird noch etwas sofort deutlich. Die Schauspieler treten auch als Erzähler ihres Erlebens auf und durchbrechen immer wieder die Bühnenrealität. Der Rahmen der Handlung wird von Hilmi Sözer abgesteckt, indem er sich zum Publikum wendet. Die Hauptfiguren werden vorgestellt. Später begleitet die beschreibende Erzählung von Helle Hensen als Chili das Spiel der beiden anderen. Pantomime ersetzt Requisite. Einige Register modernen Theaters werden gezogen. Doch geht es dabei nicht um reine Effekte der Distanzierung und der Komik, letztlich dient alles Bühnengeschehen dazu, im kleinen Raum auch eine große Welt erfahrbar zu machen.

In diesen Anfangsminuten braucht das Stück ein wenig Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Dann aber kennt die Spielfreude der drei Schauspieler kein Halten mehr. Die Schauspieler nehmen je nach Handlungsort weitere Rollen an, wechseln eindrucksvoll von jetzt auf gleich zwischen ihnen hin und her, und erschaffen auf der Bühne ein imaginäres schottisches Landgut, wo Geromilenos im Auftrag von dessen Besitzerin und auf Anraten Chilis ein einzigartiges Labyrinth erschaffen soll. Das Labyrinth steht aber auch als Sinnbild für  Gefühle. Schließlich ist in Schottland auf einem Landgut voller Frauen unterschiedlichen Alters mit der Liebe zu rechnen. Denn auch wenn Gerolimenos von sich glaubt, er bevorzuge die reiferen Frauen, kann er sich den Avancen von Elena, der ältesten Tochter seiner Auftraggeberin, nicht entziehen. Für sie scheint die Liebe aber ein Spiel zu sein. Und so zeigen sich neben aller Komik auch kleine berührende Momente.

Der belgische Theaterautors Geert Genbrugge hat für Gerolimenos nicht nur originelle Figuren samt verwickelter Handlung geschaffen. Auch seine Sprache ist besonders. Ungewohnt bildhaft lässt er zuweilen seine Figuren reden, und auch diese Sprache ist Quelle von Komik und Witz. Mit der Auswahl des Stückes beweist das Kom’ma-Theater Mut.  Zuschauer müssen für ein Stück gefunden werden, das weder von einem in Deutschland bekannten Namen gestützt wird, noch dass es sich ins im Ruhrpott beliebte Gegenwarts-Boulevardtheater einreiht mit potttypischen Figuren und Themen. Noch einmal: Belohnt diesen Mut. Erzählt weiter, welch wunderbarer Theaterabend am Kom’ma-Theater mit Gerolimenos zu erleben ist. Welch mitreißende schauspielerische Darbietung Renate Frisch, Helle Hensen und Hilmi Sözer auf die Bühne bringen. Welch neue alte Theaterbühne in Duisburg zu entdecken ist.

Mit einem Klick weiter geht es zu der Seite zum Stück samt Informationen zu Terminen und Kartenbestellung.

M – U – T – Anke Johannsen, Jens Otto und andere Duisburger

Schön zu sehen, wenn in Duisburg Menschen voller Energie Kulturprojekte vorantreiben. Auch das beeinflusst die Stimmung in einer Stadt. Anke Johannsen und Jens Otto waren die treibende Kräfte bei einem künstlerisch inspirierten Projekt, das kurz und bündig M – U – T heißt, besagte Haltung zum Leben thematisiert und dessen Essenz der unten eingebundene Video-Clip ist. Beide sind zwei von drei Musikern der Anke Johannsen Band, die laut ihrer Selbstbeschreibung sich im “soulig angehauchten Jazz-Pop” zu Hause fühlt.

Auch wenn ich diesem Projekt Beifall klatsche, reibe ich mich an den Anfangsminuten des entstandenen Clips. Zu Beginn geraten die Macher nach meinem Geschmack zu sehr in das Fahrwasser einer öfter mal gesehenen Werbeästhetik. Ich komme jetzt nicht drauf, für welche Produkte genau auf diese Weise schon geworben wurde. An Autos erinnere ich mich sicher. Diese filmische Ästhetik wird von dem Problem bestimmt, eine innere Haltung als Behauptungen und Selbstaussagen von Menschen erzählen zu müssen. Es gibt eben kein Bild, das für sich spricht und den besagten Mut zeigt.

Damit möchte ich das Projekt keineswegs in Frage stellen. Vielleicht entspricht der Clip gerade deshalb besonders den Sehgewohnheiten und kommt so den Menschen nahe? Vielleicht macht den Clip gerade sein plakativer Anfang populär, nach dem Motto, was die restliche Welt kann, kann Duisburg auch? Wenn ich von meinem Geschmack rede, dann steht dahinter vor allem mein Eindruck, Anke Johannsens eigenständige künstlerische Kraft wird erst ab etwa der Hälfte des Clips erkennbar.  Und natürlich ist mir bewusst, die Musikerin Anke Johannsen stellt sich in diesem Clip in den Dienst einer gewünschten Aussage.

Doch für Menschen mit ähnlichem Geschmack wie meinem gibt es bald Abhilfe. Neulich bin ich Anke Johannsen zufällig auf dem Weg von Ruhrort nach Hause begegnet. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte, es werde demnächst eine kürzere Fassung des Clips geschnitten. In der werde nur der schnellere zweite Teil  zu sehen und zu hören sein. Das klingt nach einer Beschränkung, die mir gut gefällt. Wenn es diesen Zusammenschnitt gibt, sage ich Bescheid.

In eigener Sache: Signierstunde in der Buchhandlung Scheuermann

Die Terminplanung ging schon vonstatten, als die DFL die endgültigen Spielansetzungen des nächsten Spieltages noch nicht festgelegt hatte. Die Folge:  Ganz glücklich bin ich mit einer Signierstunde am Tag des Auswärtsspiels vom MSV Duisburg gegen den  FSV Frankfurt nicht. So lässt sich aber für die Daheimbleibenden die Wartezeit auf den Anpfiff vertreiben mit einem Besuch in der  Buchhandlung Scheuermann, Sonnenwall 30. Ab 11 Uhr kann man sich dort von Frank Baade und mir unser Buch “111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss” signieren lassen. Man kann natürlich auch vorbei kommen, um über die nächste Saison zu plaudern, das großartige Fußballereignis in Dortmund gestern Abend in aller Pott-Verbundenheit noch einmal Revue passieren zu lassen oder andere interessante Gespräche zu führen. Bis 14 Uhr sind wir dort, ab 13 Uhr sind also Radio-DU-Kommentar aus Frankfurt und Liveticker mit dabei.

Halbzeitpausengespräch: Der Duisburger Pianist Kai Schumacher

Wenn ein Duisburger Pianist morgen um 20 Uhr auf Zeche Zollverein in Essen, Schacht XII, Halle 12 das Release-Konzert seiner CD spielt, klingt das für mich nach gelingendem Kulturleben in der Ruhrstadt, und so fällt mein Blick auch aus diesem Grund auf den Pianisten Kai Schumacher. Tatsächlich ist im sehenswerten Interview-Clip mit Labkultur neben der Vorstellung seiner Musik auch der Ruhrstadt-Gedanke Thema. Kai Schumacher präsentiert auf seiner CD “Transcription” Rock, Grunge und Metall der 1990er als Klaviermusik, Stücke, die das Lebensgefühl dieser Jahre für viele ausgemacht haben und die er nun eben – CD-Nomen est omen – für das Klavier transkipierte. Im Konzert werden auch einige klassische  Klavierstücke zu hören sein. Sein Repertoire ist vielfältig. Als Pianist der Duisburger Band Mobilée nahm er an der diesjährigen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. 2007 wurde er mit dem Folkwang Klavier-Sonderpreis ausgezeichnet.

Kai Schumacher ist zugezogen. In Erlangen wurde er geboren. Ins Ruhrgebiet kam er, um an der Folkwangschule Klavier zu studieren. Nun lebt er in Duisburg und bereichert hoffentlich noch länger das Kulturleben Duisburgs – sowie der größer gedachten Ruhrstadt. Zu Kai Schumachers Seite im Netz geht es hier entlang. Auf seinem youtube-Kanal gibt er Kostproben seiner Kunst von Klassik bis zu den “Transcriptions”. Als Appetithappen nehme ich mal eine dieser Transkriptionen rüber. Kai Schumacher spielt “Killing in the name” von Rage against the machine.

In dem folgenden Clip stellt sich Kai Schumacher mit seiner Musik und seinen Gedanken dazu vor.

Auch das ist Kultur: Wenn Jugendliche schreiben

Mir kam das Wochenende ohne Fußballspiele mit Einfluss auf die Zweitligatabelle gerade recht. So verpasste ich nur das Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, als ich Freitag am frühen Abend  im Duisburger Lokalfernsehen Studio47  fünf kurze Minuten über das Literaturnetzwerk für Kinder und Jugendliche “DU schreib(s)t erzählen konnte. Anlass war die Eröffnung vom jugenstil-club nrw  im Obermarxloher Jugendzentrum Zitrone als Anerkennung dafür, wie Kindern und Jugendlichen vom Jugendzentrum ausgehend Lesen und literarisches Schreiben nahe gebracht und ermöglicht wird. In WAZ/NRZ war – ebenfalls am Freitag – ein Artikel über die Veranstaltung vom Mittwoch zu lesen.

Nun habe  ich in dem Gespräch am Freitag etwas nicht unterbringen können, was mir ebenso wichtig erscheint, wie die Arbeit mit den Jugendlichen selbst. Einerseits gehört dieses Engagement für Literatur von und für Heranwachsende im Duisburger Norden gewiss auch zur Jugendsozial- und zur Bildungsarbeit. In Duisburg, so habe ich habe den Eindruck,  wird es aber zu oft ausschließlich so wahrgenommen. Dabei gehört so ein Projekt zum kulturellen Leben in Duisburg. Du schreib(s)t macht literarisches Schreiben und damit einen Teil der Kultur zum selbstverständlichen Teil des Duisburger Alltags.

Vielleicht gerät dieses Schreiben als eine Form Duisburger Kulturlebens immer wieder aus dem Blick, weil die Welt der Jugendlichen im Duisburger Norden zunächst oft als defizitär wahrgenommen wird. Schnell wird deshalb Lesen und Schreiben darauf reduziert, ein geeignetes Mittel zu sein, Lebenschancen der Kinder in sozial schwierigen Lagen zu verbessern. Für das städtische Kulturleben ist es aber wichtig, das Engagement für Literatur im Duisburger Norden als Zweck an sich zu begreifen. Dort im Duisburger Norden sind nämlich auch Jugendliche zu Hause, die stolz auf ihre Stadt sind und die das Talent haben, diesen Stolz in Worte zu fassen. Sie idealisieren ihre Heimatstadt nicht und sehen in ihr dennoch einen Ort, an dem sie gerne leben.

Diese Jugendlichen brauchen im Alltag der Stadt einen geistigen Ort für ihre Beschäftigung mit der städtischen Wirklichkeit. Sie brauchen Menschen, die ihnen Anerkennung bieten und die sie wahrnehmen. Dann wird die Chance größer, dass diese Jugendlichen auch in Zukunft ihr Talent in Duisburg zeigen. Es geht also um den Lebenswert dieser Stadt, wenn die Beschäftigung mit Literatur auf jeder Ebene erst einmal als Beschäftigung mit Literatur angesehen wird und alles andere eine manchmal wünschenswerte Folge davon ist. Niemand stellt in Frage, dass ein U16-Fußballspiel eines Duisburger Amateurvereins ein Fußballspiel ist. In der Kultur sieht das mit deren Erzeugnissen oft anders aus. DU schreib(s)t möchte daran etwas ändern.

Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: Jugendzentrum Zitrone wird Sitz von „jugendstil-club nrw“

Treff für Lesen und Schreiben von Kindern und Jugendlichen eröffnet mit Lesung

DU schreib(s)t“, so lautet das Motto im Dichterviertel schon seit sechs Jahren. Seitdem gibt es vom Jugendzentrum Zitrone in Obermarxloh ausgehend in Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich in Schreibwerkstätten an unterschiedlichen Textformen auszuprobieren. So entstanden Texte in journalistischer Perspektive bis hin zu solchen mit poetisch gefärbten Worten. Mit „DU liest!“ ist zudem eine regelmäßige Lesebühne für die Wortwerke von Kindern und Jugendlichen eingerichtet. Sie findet halbjährlich im Juni und Dezember in der Bezirksbibliothek Hamborn statt.

Überregionale Anerkennung findet dieses kontinuierliche Engagement für Lesen und Schreiben von Kindern und Jugendlichen nun beim Kinder- und Jugendliteraturzentrum Nordrhein-Westfalen jugendstil. Das Jugendzentrum Zitrone wurde zum Sitz eines sogenannten „jugendstil-clubs nrw“ bestimmt. Die Eröffnung dieses Clubs wird mit einer Lesung der Kinder- und Jugendbuchautorin Inge Meyer-Dietrich gefeiert. Sie liest am 20. März um 17 Uhr im Jugendzentrum Zitrone (Obermarxloh, Kalthoffstraße 73) aus ihrem Fantasy-Roman „Die Hüter des schwarzen Goldes“, der in der Bergwerkswelt des Ruhrgebiets spielt. An dem folgenden Freitag um 15 Uhr schließt sich daran eine Schreibwerkstatt für Jugendliche von 10-13 Jahren an, die von dem Autor Ralf Koss geleitet wird. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird um eine Anmeldung beim Jugendzentrum gebeten.

Mit der Einrichtung von „jugendstil-clubs nrw“ unterstützt „jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw“ in den Städten und Gemeinden des Landes das Bemühen Kindern und Jugendlichen das Lesen und literarisches Schreiben nahe zu bringen. Hierdurch werden die Verantwortlichen landesweit miteinander vernetzt, Öffentlichkeit wird hergestellt und der Informationsaustausch kann besser gestaltet werden.

Anmeldung über die Mail-Adresse hier.

oder

Jugendzentrum Zitrone, Kalthoffstr. 73, 47166 Duisburg,  Telefon: 0203. 479 48 88

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 3

Fürs erste wird meine kleine Serie zum “Heimatlied – Sektion Duisburg” mit dieser 3. Folge heute schon ein vorläufiges Ende nehmen. Soll es weiter gehen, ist Duisburg gefragt. Das heißt, Hinweise geben oder Duisburg-Lieder produzieren. Wie ihr schon bemerkt habt, ganz kann ich mir Kommentare nicht verkneifen. Deshalb werde ich entgegen meines ersten Vorhabens auch nicht alles, was vorbeikommt, in die Sammlung aufnehmen.

Nun aber zum Punk, der Anfang der 1990er Jahre ja auch schon seine Tradition hatte, in die man sein Duisburg-Lied hineinstellen konnte.  Außer “Duisburg Kidz” verstehe ich nichts von dem Text, der da ins Mikro gegrölt wird. “Affront” hieß die Band, die ich nicht kenne und vielleicht hat ja jemand aus der damaligen Szene noch die ein oder andere Info zusätzlich.

Hingegen hat Eisenpimmel, die Band mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen, einen Wikipedia-Eintrag, in dem das Wort Satire fällt und der die Musik in den Zusammenhang eines größeren Kunstprojekts stellt. Ich habe den Eindruck, dazu braucht man eigentlich das gesamte Setting eines Konzerts. Im Lied als Einzelstück lässt sich der satirische Moment auch leicht überhören, zumal wenn man den Punk nacheinander hört und dem Gesprächsintermezzo des Stücks nicht viel Aufmerksamkeit entgegen bringt. Rausgeschrieenes “Duisburch” übertüncht erstmal alles andere, ob mit “Kids” danach oder ohne.

Auch wenn ich die Duisburger Musikszene nicht bis ins einzelne kenne, aber die Annahme scheint mir berechtigt, “independent” sind fast alle Musiker der Stadt.  Andererseits gibt es welche, die gewissermaßen Independent-”independent” sind, die wie Tom Liwa und die Flowerpornoes in dieser Schublade der Musikindustrie sogar schon erfolgreich waren, als Einkaufsplattformen für Musik noch Plattenläden hießen.

Ein Duisburg-Lied im engeren Sinn haben die Flowerpornoes oder Tom Liwa – so weit ich weiß – nicht aufgenommen. Dennoch gehören sie und er hierher, weil Tom Liwa der Stadt atmospärischen Raum in seinen Songs gab und das Ich seiner Songs in der lokalen Topographie verortet hat. Auch wenn es nahe liegt, “Den Sternbuschweg entlang” mit dem Straßennamen im Song-Titel als ein Beispiel zu nehmen, für mich ist das Duisburg-Lied der Flowerpornoes “Kiosk”. Und das nicht, weil ich “Den Sternbuschweg entlang” im Netz nicht gefunden habe.

Mit einem Klick weiter findet ihr:

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 1 

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 2

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 2

Heimatlieder über Duisburg gibt es in allen Stilrichtungen, je nachdem in welcher musikalischen Tradition sich die jeweiligen Künstler bewegen.  Wenn jemand dann aus dieser Sicherheit seiner musikalischen Heimat heraus eine spezielle Perspektive für seine Beschäftigung mit Duisburg findet, entstehen Songs wie das vom Soul inspirierte “Duisburg bei Nacht” von Tacheles.  Das Heimatgefühl wird über Bande gespielt und lässt auf diese Weise Duisburg leuchten.

Wenn ich das Duisburg-Lied von Reina Ilona Vildebrand höre, rückt mir sofort Jacques Brel und sein “Amsterdam” auf die Pelle. Ich weiß nicht genau, ob das mehr mit ihrer so deutlichen Nähe zum klassischen Chanson zu tun hat oder doch nur meine unaufgeräumte Schublade dieser Liedtradition ist, in die ich von Jugend an vor allem Brel-Vorrat reingeschmissen habe. Der Hafen ist jedenfalls beider Lieder verbindendes Motiv.

“Meine Stadt” von Marxloh Flowerz & Anja Lerch klingt programmatisch mit der Zeile: “Duisburg, ich bin stolz auf dich”. Richtig rund ist das Stück für mich nicht, aber das ist hier ja nicht der Ort für Detailkritik. Wie ich beim letzten Mal schon sagte, nur eine breite Liedbasis führt zu überdauernden Stücken.

Mit einem Klick weiter findet ihr:

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 1 .

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 1

Neulich plingte es und eine Mail von einem in Hamburg lebenden Exil-Duisburger war im Briefkasten. Er brachte mich auf eine Idee, weil er mir in der Mail den Link zu einem Musik-Clip schickte. Dem Mann liegt seine Heimatstadt am Herzen, der MSV und das Lebensgefühl im Pott. Mit einem noch in Duisburg lebenden Freund zusammen hat er dieses lebendige Duisburg in seinem Kopf in ein Heimatlied der Gegenwart verwandelt. Wenn ich das heute  online stelle, möchte ich damit eine kleine Serie zu Songs und Liedern über Duisburg beginnen. Ich verstehe diese Serie als dokumentierende Sammlung und nicht immer entspricht, was zu hören ist, meinem musikalischem Geschmack. Doch gute Heimatlieder entstehen nur, wenn eine breite Basis regelmäßigen Schaffens vorhanden ist.

Da meldet sich nämlich der Kölner in mir. Es gibt wahrscheinlich keine Stadt in Deutschland, die derart oft besungen wird – nur zu häufig mit den simpelsten Melodien und den entsprechend simpelsten Worten über das Kölsch, den Dom und das lecker Mädche. Wie gesagt, das macht nichts, weil sehr gute, überdauernde Lieder nur auf der breiten Basis einer selbstverständlichen Alltagskultur entstehen.

Ich beginne heute mit einer Mischung aus sehr unterschiedlichen Liedern über Duisburg. Den Auftakt aber macht das Duo, das mir den Anstoß für diese Serie gegeben hat. Sie nennen sich Montan  & Matena, und ihr Hiphop-Stück heißt “Kaltes Beecker”. Das Video zur Musik wurde zum meditativen Bilderfluss aus einer Kameraperspektive. Es zeigt, die Musik war beiden wichtiger. Sie sollte unverzüglich raus in die Welt.

In der ersten Folge möchte ich sofort auch den Klassiker der Moderne, das Duisburg-Lied, präsentieren. Der MSV-Stürmer Peter Közle und der damalige Stadionsprecher Bülent Aksen haben es zusammen 1994 aufgenommen, Musik und Text kommen vom Duisburger Dagmar Albert Horn. Für die Stadiongänger gehört es ja weiterhin zum Standardliedgut. Deshalb kann in dem Fall jeder Interpret auf Duisburger Bühnen große Textsicherheit bei seinem Publikum voraussetzen. Bei youtube ist es mehreren Clips unterlegt. Hier zunächst eine lange Fassung des Liedes, in dem der bayerische Zungenschlag Peter Közles die Integrationskraft des Potts immer wieder schön unterstreicht.

Außerdem der Live-Auftritt des Komponisten bei der Aufstiegsfeier zum Ende der Saison 2004/2005.

Und wie ihr im Folgenden seht, fühlten sich auch in früheren Zeiten Musiker und Komponisten der Stadt verbunden. Dieses Lied erinnert an eine Zeit, in der Märsche die Popmusik jener Gegenwart waren. Matthias Lixenfeld heißt der Komponist und Textdichter. Zu hören ist eine textlose Version, wahrscheinlich ein Mitschnitt jener Aufführung am 14. November 2010 anlässlich der Feier zum „111. Geburtstag“ von Matthias Lixenfeld. Der gesamte Text auf einen Blick findet sich mit einem Klick weiter dank Harald Molder hier.

Fortsetung folgt…

Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: DU schreib(s)t – DU liest – DU slam(s)t

Findet etwas zum zweiten Mal statt, lässt sich mit einigem Selbstbewusstsein schon von einer Tradition sprechen. „DU schreib(s)t!“, das Netzwerk für literarisches Schreiben von Duisburger Jugendlichen, lud am vorletzten Mittwoch noch einmal in diesem Jahr in die Bezirksbibliothek Hamborn zu einer Lesung. Fünf junge Duisburger zwischen 16 und 25 Jahren stellten ihre selbst verfassten literarischen Texte dem Publikum vor. Dieses Mal waren vor allem Gedichte zu hören. Kleinere Erzählungen und persönliche Reflexionen kamen hinzu. Da wurden Medienkonsum, Facebook und die Diskriminierung von Migranten im Gedicht kritisch in den Blick genommen. Vorbilder waren dabei sowohl Günter Eich als auch Robert Gernhardt. Gleichzeitig war auch schon ein sehr eigener und zeitgemäßer Ton zu hören. In anderen Texten ging es natürlich um die Liebe und um Beziehungen. Es ging um die Begeisterung für das Lesen, und es ging um Marxloh als heimatlichen Ort, ohne dass der Blick auf die Probleme dieses Stadtteils verschlossen wurde. Die Jugendlichen sind dabei, ihre eigenen Stillagen zu entwickeln. In den Worten sind manchmal die Vorbilder zu erkennen, die sogar Friedrich Schiller heißen können. Der Applaus war den Jugendlichen sicher.

Im halbjährlichen Rhythmus findet die offene Lesebühne von DU schreib(s)t! in der Bezirksbibliothek Hamborn statt. Sie gibt Kindern und Jugendlichen des Duisburger Nordens die Gelegenheit, für ihre Texte Zuhörer zu finden. Wer auftreten will, meldet sich im Jugendzentrum Zitrone oder nimmt per E-Mail Kontakt mit mir auf.  Im Jugendzentrum Zitrone besitzt das Literaturprojekt seit sechs Jahren seine Basis. Seitdem engagiere ich mich dort in Kooperation mit den umliegenden Schulen für das literarische Schreiben von Kindern und Jugendlichen. In dieser Zeit ist ein Netzwerk entstanden, das weiter wächst. So gelingt kulturelle Bildung an der Basis.

Eine Auswahl der vorgestellten Texte findet sich mit einem Klick weiter auf der Web-Seite von “DU schreib(s)t”.

Besucht Du schreib(s)t  mit einem Klick weiter bei Facebook.

DU schreib(s)t – Eine Initiative von Lemonhaus e.V. und  Jugendzentrum Zitrone in Kooperation mit jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw, Bezirksbibliothek Hamborn, Förderschule Kopernikusstraße, August-Thyssen-Realschule, Gesamtschule Emschertal, Elly-Heuß-Knapp-Gymnasium


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