Wer sich schon immer gefragt hat, wieso gerade Zirkuspferde so musikalisch sind und sich im Rhythmus der Musik durch die Manege kreiseln können, dem sei verraten, die Kapelle orientiert sich in ihrem Spieltempo an den Bewegungen der Pferde, und es ist nicht umgekehrt. Zu diesem Wissen verhalf mir Enid Blyton in Kindertagen, und falls dieses Wissen inzwischen überholt ist, bitte ich um Aufklärung. Sie hatte neben ihren Fünf-Freunde-Büchern und sonstigen Kinderdetektivgeschichten auch einige wenige Kinderromane um einen Zirkus geschrieben, „Schneider-Bücher“, deren Titel ich jetzt gerade nicht weiß und an die ich durch einen herrlichen Videoclip mit Louis van Gaal erinnert wurde, den „5 Freunde im Abseits“ gefunden haben. In ihm verblüfft Louis van Gaal während einer Pressekonferenz als Sänger in einem fulminanten Stück mit Klavierbegleitung. Die analytische Betrachtung dieses Liedvortrags ist ebenso lesenswert.
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Veröffentlicht 6. November 2009 Fundstücke , Halbzeitpausengespräch Hinterlasse einen KommentarTags: Louis van Gaal, Kurioses
Sehnsucht nach Erfolg
Veröffentlicht 5. November 2009 Fundstücke , Halbzeitpausengespräch , MSV Duisburg , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: MSV Duisburg, Stilblüte
In der Rheinischen Post konnte man es seit einiger Zeit lesen. Bernd Bemmann war mit der Arbeit von Peter Neururer sehr unzufrieden. Der neue Trainer mit seinem Versprechen von zufriedenen Fans kitzelt deshalb vielleicht auch seine Hoffnung:
Das [Fans gehen künftig zufrieden nach Hause] kann schon am Sonntag der Fall sein, wenn es gegen den Tabellenletzten aus Ahlen gilt, eine in Koblenz gestartete Erfolgsserie fortzusetzen.
Vor dem Trainerwechsel hätte ich das Ende des Satzes als bewussten Sarkasmus verstanden oder als resignative Genügsamkeit. Bei einem Sieg von einer Serie sprechen? Doch nach dem ersten Training der Mannschaft unter Milan Sasic, weiß ich, in diesem Satz schimmert eine Sehnsucht durch, die auch meine ist. Den ganzen Artikel gibt es hier.
Fehlende Krankheitseinsicht oder starke Psyche?
Veröffentlicht 16. September 2009 Das Spiel - Außerhalb der Stadien , Fundstücke , Halbzeitpausengespräch , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: Borussia Dortmund, Jürgen Klopp, Krankheitseinsicht, Psychatrie, Psychische Erkrankung
„Bei wem die Psyche nach einem 5:1 in Ordnung ist, der hat ja nicht alle Tassen im Schrank.“ So zitiert die Süddeutsche Zeitung gestern „BVB-Trainer Klopp über den Sinn der Mannschaftsbesprechung am Mittelkreis unmittelbar nach dem Abpfiff“. Wir wissen, Jürgen Klopp gelingt es oft Wahrheiten prägnant auszusprechen. So bringt er mit diesem wunderbaren Satz doch ein Grundproblem von psychischen Erkrankungen auf den Punkt. Allerdings, und das ist eine nicht zu vernachlässigende Schwierigkeit, entpuppt sich manchmal die fehlende Krankheitseinsicht auch als Symptom besonderer psychischer Qualitäten. Solcher psychischer Qualiäten, für die es gerade in der Gesellschaft keinen Platz gibt. Hängt eben alles mit allem zusammen. Wer die Macht hat, erklärt, was normal ist. In Dortmund steht es zurzeit außer Frage, wer die Macht hat. Und dass Jürgen Klopp trotz seiner pointierten Wahrheit zur Normalität von Gefühlslagen bei Nachfrage die psychische Stabilität seiner Spieler etwas differenzierter beurteilen würde, steht für mich außer Frage.
Eine moderne Angst? Der Minderwertigkeitsverlust
Veröffentlicht 25. April 2009 Fundstücke Hinterlasse einen KommentarTags: Peter Neururer, Sprache, Stilblüte
Man kennt Peter Neururer als einen Mann, der sich jeder einzelnen seiner Fähigkeiten und Eigenschaften sehr sicher ist. Eine dieser Eigenschaften war ihm allerdings in seiner ganzen Karriere keine Rede wert. Es blieb Bernd Bemann vorbehalten, in diesem Artikel über den MSV in der Rheinischen Post auf jenen lange verschwiegenen Persönlichkeitszug hinzuweisen:
An Minderwertigkeitsverlust leidet der Fußball-Lehrer nun wirklich nicht.
Ich mag solche schiefen Sätze. Sie sind komisch, überraschend und bringen das Denken in Gang. Denn wenn man sich nur diesen laut Google im deutschsprachigen Raum einzigartigen „Minderwertigkeitsverlust“ ansieht, sollte man ja geradezu hoffen, dass er möglichst bald eintreten wird. Aber wenn das dann Leiden nach sich zieht, wird das wohl nie was mit Peter Neururer und dem dauerhaften Erfolg. Manchmal enthüllen solch schiefe Sätze eine zweite Wahrheit des Gemeinten, eine Wahrheit, die vom Unbewußten gespeist wird. Danke, Bernd Bemann! Ganz ernst gemeint. Und ich hoffe natürlich auf den ganz schnellen Minderwertigkeitsverlust. Keine Frage.
Wer wie Fredi Bobic Arbeit sucht, braucht ein dickes Fell
Veröffentlicht 26. März 2009 Fundstücke , Fußball und Kultur , Spieler damals und heute Hinterlasse einen KommentarTags: Arbeitgeber, Arbeitslosigkeit, Fredi Bobic, Martin Kind, Moral, Stellenmarkt
Als Fredi Bobic erfolgreich war, hatte ich mich als aktiver Sportler schon seit Jahren dem Basketball zugewendet und Fußball hieß für mich, die Gegengerade im Wedau-Stadion aufzusuchen. Deshalb lag es mir nicht nur als MSV-Fan völlig fern, davon zu träumen, wie Fredi Bobic vor dem gegnerischen Torwart aufzutauchen und als ein Eckpunkt des Stuttgarter „Magischen Dreiecks“ den Ball ins Tor zu zaubern. Heute nun aber denke ich: mal wie Fredi Bobic sein, und dann nämlich auf den Tisch hauen, das ist bestimmt nicht schlecht. Wann sonst wird einem Arbeitssuchenden schon mal so zugehört, wenn er beginnt, von seinen schlechten Erfahrungen mit all den ignoranten Arbeitgebern zu erzählen. Schließlich gibt es nicht wenige, die wie der Chef bei Hannover 96, Martin Kind, auf eine Bewerbung nicht mal mit einem kurzen Standardbrief reagieren. Viele Arbeitgeber sitzen eben nun doch schon seit einiger Zeit am längeren Hebel. Doch wenn man als Fredi Bobic einmal ein berühmter Fußballer war, gibt es zumindest immer einen Journalisten beim Sportinformationsdienst, der seine Meldungen schreiben muss und ein offenes Ohr für den Ärger über solches Verhalten von Arbeitgebern hat. Doch! Das sorgt für eine ausgeglichene Psyche, so ein Dampfablassen, und man weiß es nicht, ob diese öffentliche Stellungnahme nicht doch auch ein ganz kleines Bisschen dazu beiträgt, an grundlegende Regeln der Höflichkeit zu erinnern. Auch oder eher gerade auf einem rauhen Arbeitsmarkt bedarf es zivilisierter Umgangsformen. Fredi Bobic hat natürlich einen weiteren Vorteil, zuguterletzt weiß der Mann, wohin er sich wenden muss. Schließlich hat man irgendwann auch einfach die Nase voll von all der Ignoranz in dieser Welt und dann ist es wunderbar, wenn es da den guten Kumpel aus alten Zeiten gibt. So einen kann man unverblümt fragen, ob er nicht was weiß … von einem Job, und wenn er mal was hören sollte, dann … Und manchmal sagt der Kumpel sogar sofort: „Du kommst gerade richtig!“
Club-Fan bei Radio-Zebra – Programmhinweis
Veröffentlicht 8. März 2009 Fundstücke , Saison 2008/2009 2 KommentareTags: 1. FC Nürnberg, Fans, Radio Zebra
Über die Bande gespielt kommt hier der Programmhinweis auf eine Sendung von Radio Zebra. Lese ich doch bei meiner persönlichen Vorbereitung für das Spiel am Montag gegen den 1. FC Nürnberg nicht nur diesen Vorbericht im Blog von „Clubfans United“ sondern lzwei Beiträge zuvor auch den Programmhinweis auf dieses Interview mit dem Blogautor Alexander Endl als Fan des kommenden Gegners bei Radio Zebra. Davor gibt es allerdings bis ungefähr zur Hälfte der Sendung natürlich den Rückblick auf das Spiel gegen Aachen inklusive Architekturkritik zum Stadionneubau vor Ort, mit dem Walter Hellmichs Unternehmen beauftragt ist.
Die überregionale Presse staunt – Teil 2
Veröffentlicht 8. März 2009 Fundstücke , Medien , Saison 2008/2009 Hinterlasse einen KommentarTags: MSV Duisburg, Peter Neururer, Sportjournalismus
Wertfrei gilt es festzustellen, immer wieder zeichnen sich Muster menschlichen Verhaltens ab. Wir alle sind nicht so einzigartig, wie wir es für unser alltägliches Leben als Glaubensgrundsatz manchmal denken müssen. Den Sieg des MSV Duisburg in Aachen erleben zum Beispiel die meisten Sportjournalisten als Möglichkeit mal wieder etwas über Peter Neururer zu schreiben. Der wird als Trainer einer deutschen Profifußballmannschaft zumindest als einzigartig wahrgenommen, weist die einem solchen Menschen zugeschriebene geheimnisvolle Aura aber im „Elf-Freunde“-Interview souverän zurück. Auch im Kicker liegt der Fokus der Berichterstattung auf dem Trainer. Da hier er selbst nicht um Auskunft gebeten wird, überwiegt die rationale Analyse zur Beförderung gruppendynamischer Prozesse, Taktik und Motivationspsychologie. Alleine die RevierSport sieht nicht die Zwischenetappe als Aufhänger ihrer Geschichte sondern gibt sich in Sachen Vertragsverlängerung investigativ.
MSV und Peter Neururer im Spiegel überregionaler Presse
Veröffentlicht 4. März 2009 Fundstücke , MSV Duisburg , Medien , Saison 2008/2009 Hinterlasse einen KommentarTags: Peter Neururer
Wenn die Kollegen von der überregionalen Presse anfangen, sich Gedanken über den Erfolg des Vereins aller Vereine zu machen, hängt das natürlich auch mit der Person von Peter Neururer zusammen. Phillip Selldorf deutet heute in der Süddeutschen Zeitung meine gestrige Frage nach der mir unerklärlichen Flugbahn des Ben-Hatira-Schusses als telepathischen Eingriff Peter Neururers. Man sieht, dieser Trainer ist kein gewöhnlicher Trainer. Dieser Trainer scheint zur Stellungnahme zu zwingen. Was sich im übrigen seit der Verpflichtung auch dadurch erweist, dass er beim fußballinteressierten Teil meines Freundeskreis zum regelmäßig wiederkehrenden Gesprächsthema wurde.
Der gedeutete Fan
Veröffentlicht 3. März 2009 Der literarische Fußball , Fundstücke , Fußball und Kultur Hinterlasse einen KommentarTags: Fan, Péter Esterházy
Der Fan weiß alles, er ist kein Trottel. In seinem Innersten weiß er um die realen Chancen, er sieht lediglich von ihnen ab. Als Fan zu leben bedeutet, ein poetisches Dasein zu führen.
Péter Esterházy, Deutschlandreise im Strafraum, 2006
Ein diplomatischer Fan: Sparkassenchef Grzesiek
Veröffentlicht 25. Januar 2009 Fundstücke , Fußball und Kultur Hinterlasse einen KommentarTags: Öffentliche Person, Fankultur, Gesellschaft, MSV Duisburg
Welchen Stellenwert der Fußball in unserer Gesellschaft einnimmt, zeigt sich gerne auch dann, wenn öffentlich bedeutsame Führungspositionen einer Stadt mit Stadtfremden neu besetzt werden. Von der Spitze der Duisburger Sparkasse wechselte Artur Grzesiek zum 1. November letzten Jahres rheinaufwärts an die Spitze der Sparkasse KölnBonn. Nun gab es am Wochenende im Kölner Stadt-Anzeiger das große Antrittsinterview. Natürlich spielte zunächst der umstrittene Beratervertrag für Rolf Bietmann die Hauptrolle im Interview – für Nichtkölner: einmal mehr steht die KölnBonner Sparkasse unter Klüngel-Verdacht, doch zum Ausklang menschelte es ein wenig und der Imi Grzesiek wurde auf seine Kölntauglichkeit hin abgeklopft:
Haben Sie schon Mentalitätsunterschiede festgestellt?
GRZESIEK: Nein. Duisburg ist ja nicht so weit weg. Im Revier ist man sehr offen. Das ist hier ähnlich. Deshalb fühlen wir uns hier sehr wohl. Mit dem Menschenschlag werde ich gut klar kommen.
Dann müssen Sie den Fußballverein aber nochmal wechseln. Erst Dortmund, dann Duisburg, jetzt Köln.
GRZESIEK: Das klingt ja so, als sei ich ein Wendehals. Das stört mich sehr. Ich bin seit 1963 Fan von Borussia Dortmund. Man kann sein Fan-Herz nicht einfach wechseln. In Duisburg bin ich sehr schnell in die Gremien des MSV gekommen, weil es dem Verein sehr schlecht ging. Durch diese intensive Tätigkeit ist mir der MSV ans Herz gewachsen. Aber ich weiß natürlich, wie diese Region am FC hängt. Der Verein ist wichtig für die Region und damit auch für uns. Ich freue mich auf die Spiele und auf das Stadion.
Man sieht, der zugezogene Wirtschaftsführer einer Stadt, die einen Teil ihrer Identität auch aus dem Fußball bezieht, tut gut daran, sich diplomatischen Sympathie-Bekenntnissen nicht zu verwehren.


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