Mit 'Borussia Mönchengladbach' verschlagwortete Einträge

Etwas Futter für anhaltende Glückseligkeit

Kurz der Hinweis auf zwei Dokumente fürs Medienarchiv der wunderbaren Fan-Momente.  Zum einen ist da der Podcast bei Radio DU mit Marco Röhlings extatischen anderthalb Minuten nach dem Tor. Leider ohne das Tor selbst. Das will ich aber auch und vor allem hören! Hat da jemand in der weiten Welt zufällig was mitgeschnitten?

Und dann ist da versteckt im ersten  Kommentar zu diesem Blogeintrag von Tina ein You-Tube-Clip von Caly. Vom Fanblock aus aufgenommen zeigt er die Einwechselung von Ivo Grlic, das  Tor und alle Begeisterung in der maximalen Jubelwackligkeit, die alles sehr lebendig werden lässt. Vor allem wenn man selbst herumgewackelt hat. Danke Caly! Hier gibt es die abgespeckte Version, bei YouTube gibt´s das Ganze in HD.

Solche Siege tragen weit

Stand das Spielergebnis wenigstens einen Moment lang auf der Anzeigetafel im Borussia-Park? Bin ich als Trophäensammler in Zeiten der Digitalfotografie wegen zu ausdauerndem Jubel ungeeignet oder zog es die Stadionregie vor, dem Heimpublikum den Anblick des Unabweisbaren zu ersparen? Viel Spielzeit hatte es nicht mehr gegeben, damit die Borussia das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal abwenden konnte. Etwa 20 Sekunden? Zu wenig Zeit, um das Ergebnis anzuzeigen?

Was war das für eine Explosion des Jubels in der Gästekurve, und was war das vorher für ein Rufen und Anfeuern. Noch irgendwelche Beschwerden, was die Stimmung angeht? Zehn Minuten vor dem Spielende war so deutlich zu spüren, wie groß die Angst in Mönchengladbach war vor diesem Tor des MSV Duisburg. Auf den anderen Rängen im Stadion wurde es immer stiller, und auf dem Spielfeld wurde die Borussia immer verzagter. Zehn Minuten vor dem Spielende war es in der Gästekurve so deutlich zu spüren, diese Mannschaft des MSV Duisburg dort unten hat jetzt, noch in der regulären Spielzeit, die Möglichkeit das Siegtor zu machen. Immer mehr MSV-Fans wollten den Ball ins Tor schreien. Kaum jemand saß noch.

Zwei (?) Angriffe werden in dieser Zeit ohne große Gefahr auszustrahlen vergeben. Dann folgt in der 90. Minute der Wechsel Ivo Grlic für Änis Ben-Hatira. Kurz der Gedanke ein sinnvoller Wechsel, ein Mann mit Erfahrung für die Verlängerung und das Elfmeterschießen. Das Tempo wird er nach den 90 Minuten der anderen mithalten können. Aber der Angriff läuft schon über den rechten Flügel. Grlic auf Andersen, der zieht in die Mitte, spielt sofort ab zu Larsen und erhält den Ball im schnellen Doppelpass auf Höhe der Strafraummitte zurück, um nun direkt auf das Tor zugehen zu können. Es ist vom Oberrang so klar erkennbar, dass der Weg frei sein könnte zum Tor, wenn dieser Andersen genügend Kraft hätte, um sich von den heraneilenden Verteidigern nicht irritieren zu lassen. Und wirklich, er behält die Laufrichtung. Wann wird er schießen? Jetzt. Jetzt! Doch er läuft weitere zwei Schritte. Das Tor wird immer möglicher. Und dann der Schuss in den rechten Winkel. Der Torwart fliegt vergeblich. Schockstarre der Mönchengladbacher, dann der Abpfiff und eine MSV-Mannschaft, die auf dem Spielfeld erst jubelnd kurz übereinander fällt und dann sofort in die Gästeecke zu den Fans kommt, um einzutauchen in diesen Jubel, der runter aufs Spielfeld schwappt.

Nach so einem Spiel braucht es ein wenig Zeit, bis die Spielbetrachtung etwas sachlicher werden kann. Den ersten Zweck hatte das Spiel für mich schon in der ersten Halbzeit erfüllt. Es war zu erkennen, diese Mannschaft lebte und trat wieder so auf, wie wir es in den ersten Spielen der Saison gesehen hatten. Es waren keine falschen Versprechungen, die Peter Neururer vor dem Spiel verkündet hatte. Seine Mannschaft hatte keine Angst vor diesem Gegner. Allerdings waren auch alte Schwierigkeiten dieser Mannschaft deutlich erkennbar. Das ist zwar zugespitzt formuliert, aber mir kam es nach und nach so vor, jeder Versuch, das Spiel langsam aufzubauen und die gegnerische Abwehr zu locken, wurde zur Gefahr für das Tor des MSV. Jedes schnelle Spiel führt aber auch fast immer zumindest so weit, dass die gegnerische Balleroberung dem defensiven Mittelfeld und der Verteidigung genügend Zeit ließ, sich zu organisieren.

Überlegen spielte Borussia Mönchengladbach allerdings nicht, obwohl die Mannschaft in der ersten Halbzeit die größeren Chancen besaßen. Vor allem im Kommentar der ARD-Zusammenfassung gestern Abend klang da ein deutliches Übergewicht der Borussia an und sorgte auch bei Tina für Empörung. Im Kicker erhält der Spielbericht ebenfalls diese Färbung. Da haben die Journalisten wohl einen Erstligisten-Bonus vergeben.  Dirk Retzlaff auf Der Westen oder Hermann Kewitz bei der Rheinischen Post treffen die Wahrheit des Geschehens da genauer.

Trotz des gelingenden Spiels nach vorne, mangelte es dem MSV in der ersten Halbzeit an Torgefährlichkeit. Mit Änis Ben-Hatira und Caiuby gab es zwar zwei Spieler, die auch auf engem Raum den Ball behaupten konnten. Zudem wurden die Flügel ordentlich besetzt, so dass gleichzeitig auch schnelles Passspiel möglich war. Doch an der Strafraumgrenze war dann Schluss. Da gab es weiterhin, verständlicher Weise, immer wieder Missverständnisse zwischen Sören Larsen und den Mitspielern. Die Flanken erhielt er zudem meist auf einer mittleren Höhe, die auch jeden anderen Stürmer seines Typs vor Schwierigkeiten bei der Annahme gestellt hätte. Änis Ben-Hatira übernahm die ihm aufgebürderte Verantwortung für das Offensivspiel gut, doch behielt er in der ersten Halbzeit noch nicht genügend Überblick. Oft versuchte er den Schuss, wenn er besser hätte abgespielt und umgekehrt. Die Abwehr stand wegen des passablen Offensivspiels dieses Mal nicht so häufig unter Druck. Zumal die Mönchengladbacher keineswegs so passsicher waren wie die Bielefelder im letzten Spiel. Tiago hat sich für mich in die Mannschaft gespielt. Vor allem in der zweiten Halbzeit wirkte er immer sicherer. Die Taktik von Peter Neururer schien also aufzugehen.

In der zweiten Halbzeit kam Borussia Mönchengladbach auf den Platz mit dem Vorhaben, den MSV früher anzugreifen und das Spiel überlegener zu gestalten. Doch das blieb ein kurzer Impuls, weil der MSV sich dreister Weise wehrte, die Rolle der unterlegenen Mannschaft anzunehmen. Um sich tatsächlich ein Übergewicht zu erspielen, hätte die Borussia viel mehr Einsatzbereitschaft zeigen müssen. Ein wenig erinnerte mich diese Mannschaft an den MSV aus dem Spiel gegen Bielefeld. Je länger das Spiel dauerte, wirkte es auf mich so, als müssten die Spieler der Borussia immer aufs Neue innere Widerstände überwinden, um an die Leidenschaft für dieses Spiel heranzukommen. In der zweiten Halbzeit hatte der MSV die größeren Chancen. Einen Kopfball von Änis Ben-Hatira konnte Bailly an den Pfosten lenken und kurze Zeit später konnte Ben-Hatira nach einem Konter sich halblinks durchsetzen und kam frei zum Schuss. Wieder hielt Bailly. Sorgen machte noch einmal ein frei stehender Oliver Neuville, dessen Schuss aber hoch über das Tor ging. Und schließlich näherten sich die letzten zehn Minuten.

Was verschweigt die Stadionregie?

Folgendes war auf der Anzeigetafel im Mönchengladbacher Stadion nach dem DFB-Pokalspiel Borussia Mönchengladbach gegen den MSV Duisburg zu sehen:

2009-09-22 Mönchengladbach A 021

2009-09-22 Mönchengladbach A 022

2009-09-22 Mönchengladbach A 023

2009-09-22 Mönchengladbach A 024

2009-09-22 Mönchengladbach A 026

Die Stadionregie in Mönchengladbach macht durch ihr Verschweigen die Wahrheit nicht ungeschehen:

Borussia Mönchengladbach – MSV Duisburg

0:1

Was für ein Sieg! Ausführlicher geht es auch noch, aber erst morgen früh!

Und nicht nur, weil der Kommentator in der ARD-Zusammenfassung gerade anscheinend bei einem anderen Spiel als ich gewesen ist.

Ändert sich denn gar nichts?

Heute wird es hier ganz persönlich. Heute geht es um das Alter, natürlich geht es auch um den MSV Duisburg. Und um Borussia Mönchengladbach. Und um das Alter. Das sagte ich schon. Der ein oder andere wird es wahrscheinlich mitbekommen haben, so jung bin ich nicht mehr. Aber auch noch nicht alt. Eher so mittel- bis endmittelalt. Auf jeden Fall so alt, dass ich beginne, in meinen Texten beim Korrekturgang Nebensätze zu streichen, in denen ich die Argumente für meine Meinung noch einmal mit einer mir immer erst zutiefst überzeugend vorkommenden Anspielung auf eine lang zurück liegende Erfahrung stärken möchte. Damals war nicht alles besser. Aber damals habe ich beim Blick in das Gesicht einer Frau niemals gedacht, irgendwo hast du die schon mal gesehen.

So vieles häuft sich nämlich als Erfahrung an und so vieles geschieht dann als Wiederholung. Selbst in unwahrscheinlichen Momenten. Es war eine  große Zeit des MSV Duisburg. Es war das Ende der 70er Jahre und der MSV Duisburg spielte im UEFA-Pokal. Schon das Erreichen von Platz 6, dem letzten UEFA-Pokalplatz,  am letzten Spieltag der Saison 1977/78 mit einem 1:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 war ein großartiger Erfolg. Das setzte sich im UEFA-Pokal selbst fort. Runde um Runde ging es weiter bis zum Erreichen des Halbfinales. Lech Posen, FC Carl Zeiss Jena, Racing Straßburg, Honved Budapest war die Abfolge der geschlagenen Gegner. Im Halbfinale schließlich traf der MSV Duisburg als Außenseiter auf  Borussia Mönchengladbach. Schon im Heimspiel gab es nur ein 2:2-Unentschieden als Auftakt. Was mich nicht davon abhielt, mir das Rückspiel am Bökelberg ansehen zu wollen. Dumm nur, dass am  Spieltag ebenfalls der Trainingsabend vom Basketball war. Sollte ich das Training bei allem jugendlichen Ehrgeiz ausfallen lassen? Zum Glück stellte sich heraus, auch der Trainer wollte nach Mönchengladbach. Obwohl die Niederlage bald feststand, war es ein gelungener Abend. Von Dribbling, Sprungschuss und Defence-Drills hätte ich heute keine so klare Erinnerung an den Tag.

Bin ich ein wenig weitschweifig geworden? Es sollte doch um dieses Gefühl des Alters gehen, irgendwann wiederholten sich die Dinge. Sogar in unwahrscheinlichen Momenten. Gestern habe ich nämlich die Karten für das Pokalspiel in Mönchengladbach gekauft. Dienstag ist aber inzwischen ein Basketballtag für mich. Noch immer spiele ich dieses Spiel, allerdings ohne jugendlichen Ehrgeiz und Trainer, der mir ein schlechtes Gewissen machen  könnte. Wiederholt sich da nun etwas? Ich lasse Basketball Basketball sein und sehe mir den MSV in Mönchengladbach bei einem Pokalspiel an. Der MSV ist außerdem Außenseiter. Sieht man genauer hin, stimmt das natürlich mit dem Alter und den sich wiederholenden Erfahrungen nicht so ganz. Vielleicht erkennen wir mit dem Alter Grundformen einer Erfahrung eher. Aber im Gesicht der Frau, die dich an eine andere erinnert, ist die Mundpartie bestimmt ganz anders. Und wenn die nicht, dann das Lächeln oder ihre Augen. Und wenn ich nun nach Jahren wieder für ein Pokalspiel in Mönchengladbach einen Basketballabend verpassen werde, wird dieses Spiel dem UEFA-Cup-Spiel vor über 30 Jahren nicht gleichen. Mit Sicherheit werde ich nicht das Gefühl haben, alles wiederhole sich. Dass ich jetzt besonders an das Ergebnis denke, versteht sich von selbst.

Das Netz vergisst keinen Höhner-Auftritt


In den Tagen um das rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach finden immer wieder auch Anhänger beider Vereine über Suchmaschinen auf diese Seite, weil ich unlängst auf beider Gemeinsamkeit mit dem MSV Duisburg hingewiesen habe. Es beschäftigt die Fans also weiterhin, was in Köln inzwischen die „Schal“-Affäre genannt wird, nämlich der Auftritt von „De Höhner“ mit Gladbach-Fan-Schal bei der Karnevalssitzung von Borussia Mönchengladbach.

Dazu kann ich nun noch erzählen, vor dem Spiel des FC gegen die Borussia gab es einen Friedensgipfel zwischen FC-Fans und dem Höhner-Gründungsmitglied Janus Fröhlich. Wie es sich für eine richtige Paartherapie gehört, haben sich dort unter Anleitung von Mediatoren, den Fanprojekt-Vertretern, die Betroffenen richtig ausgesprochen. Dabei erwies es sich allerdings von leichtem Nachteil für eine schnelle Einigung, dass der enttäuschte Partner mit mehreren Zungen sprach. Plötzlich gab es auf Fan-Seite auch Verständnis für den Berufsmusiker im FC-Fan Janus Fröhlich. Dennoch herrschte im vielzüngigen Gruppenpartner das  romantische Ideal der einmal per Hymne geschworenen lebenslangen Treue vor. Und auch das kennt man aus der Paartherapie, Reue, die gezeigt wird und das Erneuern alter Treueschwüre des fehltretenden Partners. Janus Fröhlich verspricht jedenfalls,  „unter diesen Umständen“ nicht noch einmal auf der Karnevalssitzung der Borussia auftreten zu wollen. Doch so schnell glaubt ein enttäuschter Partner natürlich nichts mehr. Diese neu geschworene Treue wird sich erst noch erweisen müssen. Mancher fürchtet  schon, dass „De Höhner“ nun der so verführerischen Allemania in Aachen erliegen. Der liederlichen Angebote gibt es nämlich für so einen attraktiven Brauchtumspartner mehr als genug.

Was uns zum MSV zurückführt. Als „alter Fahrensmann“ (E. Lienen) in Sachen Medien nutze ich doch die Neugier der Öffentlichkeit auf Geschichten um „De Höhner“ und presse noch die  letzte kleine „News“ (Privat-TV) aus der Affäre. Denn eine richtige Affäre hat immer auch Nebenschauplätze. Schließlich lüftet man die Decke nicht, ohne dass auch andere unangenehme Dinge zu Tage kommen. Ich sage da nur MSV-Hymne und „De Höhner“.  Und siehe da, das Netz vergisst nichts. So etwas nennt man wohl einen Indizienbeweis für meine Vermutung, wie es dazu gekommen ist, dass die Musiker von „De Höhner“ die MSV-Hymne eingespielt haben.

Auf dieser Fan-Seite für „De Höhner“ lassen sich die Zeitungsartikel über deren Auftritte nachlesen. Gibt man dort beim Browser in der Suchfunktion „MSV“ ein, findet man einen Artikel der WAZ, deren entscheidende Stellen ich hier gerne zitiere:

Die Artisten hatten ihren letzten Salto geschlagen, die Instrumente der Höhner waren verklungen – doch die Zuschauer im Zirkuszelt gingen einfach nicht nach Hause. Minutenlang schallte der Gesang aus hunderten von Kehlen am Donnerstagabend durch den Innenhafen: Viva Colonia, mitten in Duisburg.

[...]

Auch das Publikum wurde in das bunte Manegenschauspiel einbezogen. Clown Georg Leiste kletterte durch die Reihen und stiftete Unruhe. Aktiviert wurden auch die anwesenden MSV-Spieler samt dem Vereinspräsidenten Walter Hellmich. Sie durften das Seil für den Tanz des Clowns strammziehen. Und wieder bewies sich: Walter Hellmich kann anpacken.

Westfälische Allgemeine Zeitung, den 7. Mai 2004 (Hervorhebung von mir)

Für verhörende Kriminalbeamte ist solch ein Indizienbeweis ein Schritt auf dem Weg zum Geständnis.

Was verbindet MSV Duisburg, 1.FC Köln und Borussia Mönchengladbach?

Die eine Antwort auf die oben gestellte Frage wird euch sofort einfallen, und ihr werdet genauso schnell vermuten, dass es mir wahrscheinlich darum hier nicht geht. Regelmäßiger Auf- und Abstieg in den letzten Jahren soll nicht das Thema sein. Es geht im weitesten Sinn um Musik und im engeren Sinn um die Aktivitäten einer populären Kölner Karnevalsband in Sachen Fußball.

Dazu muss ich nun etwas ausholen. Gestern wurde vom Kölner Stadt-Anzeiger ein Resumée der zurück liegenden Karnevalsaison gezogen. Das geschah nun nicht in einem rückblickenden Artikel, sondern ganz im Zeichen einer journalistischen Mode der jüngsten Vergangenheit als Ranking von „Hits und Flops der Session“. Was ich als Platz 5 bei den Minuspunkten las, empfand ich aber als etwas kleingeistig. Man schimpfte nämlich darüber, dass die „eingefleischten FC-Fans“, De Höhner, auf der Karnevalssitzung von Borussia Mönchengladbach mit einem Fanschal der Borussia um den Hals aufgetreten sind. Die moralische Keule wurde herausgeholt und den anscheindend heftig diskutierenden FC-Fans nach dem Mund geredet. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ hieß es da abschätzig und vergessen wurde, dass die Musiker der Karnevalsband in erster Linie als Unterhaltungskünstler einen Beruf ausüben und nicht beim 1.FC Köln angestellt sind. Das ist purer Populismus, wenn dieser Auftritt in eine Reihe mit  Karneval-Hooligans und „Kids“, die „saufen“, gestellt wird. Ich kann das nicht ernst nehmen, hatte aber ein Thema für den Blog.

Ich fragte mich nämlich, was nur werden solche Fans sagen, wenn sie etwas ganz anderes über De Höhner erfahren, etwas, was sich bislang, nun fast schon fünf Jahre, anscheinend unterhalb des Empörungsradars befunden hat. Und vielleicht gibt es MSV-Fans, die demnächst genauso heftig schimpfen, wenn ich an dieser Stelle wieder zur Musik komme, genauer gesagt zur MSV-Hymne. Als diese Hymne 2004 zum ersten Mal gespielt wurde, traute ich meinen Ohren nicht. Ich war kurze Zeit zuvor bei einem Heimspiel des 1. FC Kölns gewesen und erinnerte mich noch gut an das beeindruckende Spektaktel kurz vor dem Spiel mit dem Zusammenschnitt des kölschen Liedguts. Nun hörte ich in Duisburg etwas, was mir vom Sound her durch meine Kölner Stadionbesuche sehr bekannt vorkam.

Gab es da etwa ein Verbindung nach Köln? Woher kam diese Hymne nach Duisburg zum MSV?  Kurze Zeit später erhielt ich die CD mit der Hymne geschenkt und wusste sofort des Rätsels Lösung. Wer in Köln lebt, kennt unweigerlich nach einiger Zeit die Namen Henning Krautmacher und Janus Fröhlich und weiß sie als Mitglieder von den Höhnern einzuordnen. Unter dem zweiten Stück auf der CD nun fand ich beide Namen. Für Komponist und Texter der MSV-Hymne habe ich erst heute dann noch ein wenig gegoogelt. Der neben C. Ledwig für Text und Musik verantwortliche H. Schöner erweist sich als Hannes Schöner und ist Bassist bei den Höhnern.

Jetzt wisst ihr, was den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach verbindet. Und tatsächlich stimmt es wortwörtlich, wes Brot ich ess, des Lied ich sing. De Höhner sind Musiker und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Musik. Damals, als ich die Hymne das erste Mal hörte, hatte das ein G´schmäckle für mich, aber heute ist dieser Kölner Hintergrund der MSV-Hymne für mich verschwunden.  Sie klingt durch das ausdauernde Abspielen vor jedem Spiel so, als sei diese Art Musik immer schon nur in Duisburg gespielt worden.

Wie es genau dazu gekommen ist, dass De Höhner die MSV-Hymne eingespielt haben, kann ich natürlich einmal mehr nur vermuten. Ich weiß nur, dass in jenem Jahr 2004 im Innenhafen die „Höhner Rockin´ Roncalli Show“ gastierte. Für Duisburg war das ein kulturelles Ereignis, das sich bestimmt auch die lokale Prominenz samt Walter Hellmich angesehen hat. Damals wurde der MSV Duisburg ja rundum erneuert. Und wenn man schon mal beim After-Show-Event mit jemanden zusammensteht, der schon einmal sein Fußballhymnen-Können bewiesen hat, warum nicht auf dieses Know-How für die aufgefrischte corporate identity zurückgreifen? So stelle ich mir vor, ist es dazu gekommen, dass es nun zwei Vereinshymnen gibt, für die sich De Höhner-Musiker verantwortlich zeichnen. Dass De Höhner bei der Hymne für den MSV diskreter sein mussten und nicht als ausführende Band auf die CD wollten, kann ich angesichts des G´schmäckles natürlich verstehen. Jetzt aber, wo diese Hymne vom Publikum längst angenommen ist, sollte die Wahrheit auf den Tisch. Da könnten dann auch neue Zeiten anbrechen. Was wäre etwa mit einer Fan-Freundschaft zwischen dem FC und dem MSV, die mit einem Höhner-Medley besiegelt wird. Ich, als Vermittler zwischen beiden Kulturen, hätte da nichts gegen.