Ich werde jetzt hier nicht zum Büchmann der geflügelten Fußballerworte, aber die letzten Interviews in der Süddeutschen Zeitung haben mir viel Freude bereitet. Und da sie momentan nicht online zu finden sind, will ich euch die besten Stellen nicht vorenthalten. Heute bekommt Sami Khedira die Chance einmal pro domo zu sprechen, also für all die defensiven Mittelfeldspieler, deren größte Qualität es ist, unauffällig einem Spiel den Stempel aufzudrücken. Er erzählt, die Zeit in Madrid habe ihm geholfen, “dieses Spiel noch besser zu verstehen”. Boris Herrmann, der das Interview geführt hat, nimmt das dankend auf und fragt nach diesem Wissen: “Erklären Sie es uns!”
Khedira: Das ist schwierig. Man muss begreifen, dass man einer Mannschaft enorm weiterhelfen kann, ohne direkten Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen. Es geht hier oft um Dinge, die nicht passieren. Es gibt Situationen, in denen ich früher den Weg in die Spitze gegangen wäre, in denen ich heute erkenne: Es ist cleverer, sich herauszunehmen, auf die Möglichkeit einer eigenen Torchance oder einer Vorlage zu verzichten. Aber dafür stehe ich dann richtig, wenn wir den Ball verlieren. Das sieht bei Weitem nicht so spektakulär aus. Das ist praktisch unsichtbar.
Praktisch Unsichtbares entzieht sich schneller Wertung. Wer die Gelegenheit hat, das ganze Interview zu lesen: macht es. Viel Inhalt auf einer Drittelseite.





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