Mit 'FC Schalke 04' getaggte Einträge

Freitag, 31. Mai 2013, vor dem Stadion im Bewegtbild – Eine Sammlung

Weniger um Informationen geht es bei diesen Bildern und Interviewschnipseln als um das Einfangen der Stimmung vor dem Stadion, wo sich gestern nicht nur die Fans vom MSV Duisburg wieder getroffen haben. Auch Anhänger anderer Ruhrpott-Vereine waren dem Facebook-Aufruf gefolgt: “Getrennt in den Farben, vereint in der Sache – Ruhrpott hält zusammen“. So etwas mündet dann im Fangesang: “Ruhrpott ist der geilste Club der Welt”. Die Clips gehen zum Teil schon im Netz herum. Wer andere Bilder kennt, so sind sie gerne hier gesehen.

Momentaufnahmen und viel Atmosphäre von VideoDu.de

Ein Beitrag von ReviersportTV – mit vielen Kommentaren von Fans

Bei Duisburg365.de ein Interview mit Ratsherr Bruno Sagurna

Bei Duisburg365.de ein Interview mit Laurina, Fan von Fortuna Düsseldorf

Die Liveschalte vom WDR ist mit einem Klick weiter nur eine Woche im Netz zu sehen.

Beşiktaş Müzesi, Olcay Sahan und vermutete Wünsche

In Istanbul heißt die jüngste Vergangenheit des MSV Duisburg Olcay Sahan. Für seinen Verein Beşiktaş Istanbul verläuft die Saison bislang durchwachsen. Für Olcay Sahan alleine fiele das Urteil besser aus. Zwei Tore erzielte er schon.

Das Siegtor beim 1:0 gegen Gaziantespor:

Und den Ausgleich zum 1:1-Endstan gegen Kayserispor:

Die Länderspielpause nutzte Beşiktaş für ein viertägiges Trainingslager in Antalya, so dass mir aus alter Verbundenheit zu Olcay Sahan in Istanbul nichts anderes übrig blieb, als einen Blick aufs Stadion und ins Museum des Vereins zu werfen.

Für das Museum hätte ich mich vorher ein wenig mehr mit der Geschichte des Vereins beschäftigten müssen, um die einzelnen Trophäen besser wertschätzen zu können. Denn dieses Museum ist ganz alte Schule. Vornehmlich ist es in einem halb geschwungenem Raum unterhalb der Stadionkurve eine Pokalsammlung nebst ganz wenigen Dokumenten der Vereinsgeschichte, die ich, des Türkischen nicht mächtig, nicht habe einordnen können. Dazu gibt es einen Flur mit Trikots und anderen Reliquien verdienter Spieler des Vereins. Das ein oder andere fiel dem deutschen Besucher natürlich besonders auf.

Ab heute bereitet sich Beşiktaş auf das Meisterschaftsspiel am Sonntag gegen Trabzonspor vor. Bis dahin werde auch ich keine Möglichkeit mehr finden, von Olcay Sahan ein paar Wünsche für das Spiel seines alten Vereins gegen Ingolstadt einzuholen. Den Boulevardjournalisten würde so was nicht groß stören. Er nähme irgendein altes Foto von dem Ex-Zebra und zitierte ihn ohne Bedenken. Ich tue das nicht, auch wenn ich vermute, Olcay Sahan hätte das ein oder andere Glück bringende Wort für die Zebras gefunden.

Das Fangedächtnis des MSV Duisburg – Zu meiner Zeit. Teil 4: MSV-Fan sein, gestern und heute

Nach der Veröffentlichung von “111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss” nahm Manfred “Manni” Wiegandt, ein alter Meidericher, heute in den USA lebend, Kontakt mit mir auf. Wir besuchten dieselbe Schule. Auch wenn er ein paar Klassen über mir war, kamen wir in dem Mail-hin-und-her ins Erinnern. So fragte ich ihn, ob ich diese Erinnerungen zusammenfassen könnte. Tatsächlich waren die Mails dann nur der Anfang eines neuen, sehr umfangreichen Beitrags für das “Fan-Gedächtnis des MSV Duisburg”, den Manfred Wiegandt schrieb. Er ist so lang gewordne, dass ich ihn in mehreren Teilen veröffentliche.

Im heutigen letzten Teil der Erinnerungen von Manfred Wiegandt geht es um sein Erweckungserlebnis im Stadion und deren Folgen bis heute – trotz der inzwischen gewachsenen räumlichen Distanz zu Spielorten des Verein seiner und unserer  Zuneigung. Wir erinnern uns, im Folgenden ist zunächst die Bundesliga-Saison 1970/71 gemeint.

Zu meiner Zeit – Teil 4 –

von Manfred Wiegandt

Am letzten Spieltag der Saison dann beim Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München waren die Bayern im brechend vollen Wedau-Stadion zu Gast. Da waren weit mehr als 40.000 Zuschauer drin. Manche hingen in den Bäumen, um etwas sehen zu können. Dies war mein zweites MSV-Spiel, das ich im Stadion sah. Ich hatte ein Schülerticket zum Preis von 1 DM beim Kassierer in der Vereinsgaststätte Worm ergattert. Der MSV gewann 2:0 (zweimal Budde in der zweiten Halbzeit). Obwohl es für den MSV um nichts mehr ging, wurde der Platz damals zweimal von den Fans gestürmt, ohne dass die Bayern-Spieler sich in die Hose machten wie – angeblich – letztens die Herthaner. Borussia Mönchengladbach wurde Meister – verdientermaßen. Dieses Spiel begeisterte mich so, dass ich in der nächsten Saison alle Heimspiele des MSV sah und nur fünf Auswärtsspiele verpasste, darunter das im relativ nahe gelegenen Schalke. Zu den weiten Auswärtsspielen in Bremen, Frankfurt, Stuttgart und Braunschweig schwänzte ich damals sogar mit Wissen meiner Eltern gleich viermal in einem Schuljahr den samstäglichen Unterricht. Ich hatte mir das Würmli-Ticket bei der Bahn (Kinder aus kinderreichen Familien fuhren damals zum halben Preis), die Eintrittskarte und die obligatorische Bratwurst dadurch erspart, dass ich meiner Mutter im Haushalt half, wobei ich mir fürs Abwaschen zehn und fürs Einkaufen zwanzig Pfennig anschreiben konnte. Meine Mutter brauchte in dieser Zeit nie lange um Hilfe zu betteln. Beim ersten Heimspiel des MSV in der Saison 1971/72 gegen den BVB hoffte ich auf ein Unentschieden, weil mein Herz noch etwas an Dortmund hing. Beim Rückspiel in der Kampfbahn Rote Erde war ich dann ganz Meidericher und freute mich über den für lange Zeit einzigen Auswärtssieg der Zebras in Dortmund.

Obwohl ich mit Leib und Seele MSV-Fan war, besaß ich damals aber weder Schal noch Trikot und eigentlich überhaupt keine Fan-Utensilien. Von den bekloppten und betrunkenen Fans hielt ich mich, soweit es ging, fern. In Dortmund mussten wir uns gegenüber den berüchtigten Borussen-Fans auf dem Weg zum Stadion als BVB’ler verstellen, weil wir Angst hatten, verhauen zu werden. Gegen Schalke musste mein kleiner Bruder sogar einmal im eigenen Stadion die Fahne einrollen, weil die Schalker Hooligans über die Zäune in den Duisburger Fanbereich kamen, als deren Niederlage fest stand. Im Wedau-Stadion hatte ich meinen Stammplatz auf halber Höhe auf der Geraden neben dem Marathontor auf der Nordkurvenseite, der Fan-Kurve. Es kamen immer die gleichen Leute; man kannte sich. Meist kam man eine Stunde vor Spielbeginn. Wenn Bayern, Schalke oder Gladbach gastierten, auch mal bis zu zwei Stunden vor Anpfiff. Die Jugendkarten (2 Mark) gab es nicht im Vorverkauf und man musste oft früh genug an der Stadionkasse sein, um sie rechtzeitig zu bekommen. In der Saison 1971/72 gab es bei jedem Heimspiel ein Preisausschreiben in der Stadionzeitung, bei dem Haupttribünenkarten zu gewinnen waren. Ich habe in der Saison gleich dreimal gewonnen und dann auch meinen kleinen Bruder mit auf die Tribüne nehmen können, die bei den meisten Spielen nicht komplett gefüllt war. Ich habe ihn auch mit zu den West-Auswärtsspielen genommen, z. B. nach Oberhausen oder Bochum, wo das Spiel fast wegen Dunkelheit abgebrochen werden musste, was wir erhofften, nachdem Klaus “Caesar” Wunder vom Platz gestellt worden war. Auf der Zugrückreise von Mönchengladbach (0:3) blieb mein Bruder nicht immer an meiner Seite. Als er zu mir zurück kam, berichtete er, dass die Fans Sitze aus dem Fenster würfen. Danach bekamen MSV-Fans für längere Zeit keine vergünstigten Bahnkarten mehr.

Ich hatte eine Cousine in meinem Alter, die in Hattingen wohnte und sich immer freute, wenn ihre drei Cousins zu Besuch kamen. Dann hatte sie endlich geeignete Partner zum Bolzen. Sie hatte nur einen Fehler; sie war Bayern-Fan. Einmal luden wir sie nach Duisburg ein, als Bayern bei uns gastierte. Es war eines der ersten großen Bundesligaspiele des damals erst 17-jährigen Ronnie Worm. Die Zebras wuchsen mal wieder, wie so oft gegen Bayern, über sich hinaus und gewannen 3:0. Alle Treffer fielen in den letzten zwanzig Minuten. Worm erzielte zwei Tore; beim zweiten nahm er den Ball am Strafraum mit der Hacke, hob ihn über einen gewissen Weltklassespieler namens Beckenbauer hinweg und schoss volley gegen den machtlosen Weltklassetorwart Maier zum 3:0-Endstand ein. Mein Lieblingsspieler beim MSV und mein großes Vorbild war indes Bernard Dietz, zumal ich selbst meist Außenverteidiger spielte. Das größte Spiel war natürlich der 6:3-Sieg unter Flutlicht gegen die Bayern, bei dem Dietz vier Tore – sein Gegenspieler ein gewisser Rummenigge – schoss (kicker-Schlagzeile: „MSV Dietzburg gegen Bayern München 6:3“). Auf Ennatz war stets Verlass. Nur einmal habe ich miterlebt, wie er trotz aller Anstrengungen regelrecht an die Wand gespielt wurde. In der Saison 1977/78 kam der hoch gelobte englische Star Kevin Keegan zum HSV und musste sich im ersten Saisonspiel beim MSV von Ennatz den Schneid abkaufen lassen. Beim Rückspiel im Januar – ich war zu der Zeit beim Bund in Schleswig-Holstein und konnte so das Spiel im Volkspark-Stadion besuchen – war es dann aber genau umgekehrt und Keegan spielte Bernhard Dietz regelrecht schwindelig. Irgendwie beeindruckt war ich auch von Eisenfuß Detlef Pirsig, der immer mit herunter gekrempelten Stutzen spielte, aber beinhart zur Sache ging. Ich habe die herunter gekrempelten Stutzen und sein Reingrätschen dann beim Bolzen kopiert; anders als Detlef war ich aber immer fair. Meist foulte Pirsig nämlich seinen Gegenspieler, den Mittelstürmer, in einem der ersten Duelle des Spiels so hart, dass dieser nachher vor Angst nichts mehr auf die Reihe brachte. Er kassierte fast in jedem Spiel eine gelbe Karte. Da es aber noch keine Sperre nach fünf Gelben gab, konnte er sein Unwesen von Spiel zu Spiel weiter treiben. In einem Spiel – so erinnere ich mich – foulte er gleich zwei durchgebrochene Spieler auf einmal, einen mit den Füßen, den anderen mit den Händen, sozusagen Doppel-Notbremse. Rote Karte für Notbremsen sollten jedoch erst viele, viele Jahre später eingeführt werden. Überhaupt trieb es Detlef nie so weit, dass er Rot bekam. Einmal erwischte es ihn dann aber doch – in Mönchengladbach. Er hatte schon Gelb gesehen und flog dann vom Platz, als er den Ball mit der Hand spielte. Was für eine Ironie! Da holzt jemand jahrelang die gesamte Bundesliga weg und erhält seinen ersten Platzverweis für ein Handspiel! Er bekam auch nur zwei Spiele Sperre, weil er vorher immer so fair gewesen war, sprich: noch nie vom Platz gestellt worden war.

Wenn ich daran denke, kann ich ohne Umschweife sagen, dass Alles um den Fußball für mich zu den schönsten Kindheits- und Jugenderinnerungen gehört. Es gibt so viel, über das man noch heute Schmunzeln kann. Inzwischen lebe ich schon seit langem in den USA, aber wenn ich zu Hause in Duisburg anrufe, ist eines der Themen immer noch der MSV. In meine Zeit am MPG fiel auch das Pokalendspiel in Hannover gegen Frankfurt 1975 (0:1, Tor im Platzregen durch Körbel). Ich war natürlich da; im Zug habe ich Mathe für die Schule gepaukt. Das Finale 1998 gegen Bayern in Berlin habe ich verpasst. Mein Schwager schickte mir ein Video, da es damals noch keine Möglichkeit gab, die deutschen Fußballpiele in den USA zu sehen. Den entscheidenden Nicht-Platzverweis für Tarnat halte ich immer noch für eine der übelsten Schiedsrichter-Fehlentscheidungen. Als die Zebras 2011 erneut das Finale erreichten, kam ich von Neuengland eingeflogen. Die erste Viertelstunde des Spiels war ja auch sportlich noch ganz okay, die Atmosphäre in der Stadt insgesamt phänomenal. Ich teilte die Tickets, die ich bekommen hatte, u. a. mit meinem „kleinen“ Bruder und mit meiner Cousine und meinem Cousin aus Hattingen, obwohl sie Schalke-Fans waren, für meine Cousine als ehemaliger Bayern-Fan ja schon ein kleiner Fortschritt. Radio Duisburg hatte sogar ein Live-Interview mit mir aus dem Fan-Quartier, weil ich von so weit her gekommen war. Danach sprach mich ein Fan an, der mir sagte, er komme von noch weiter her, nämlich aus Australien. Er war in Beeck aufgewachsen und hatte im gleichen Jahr wie ich Abi gemacht, allerdings an einem anderen Gymnasium, ich glaube Mannesmann. Wahrscheinlich haben wir in der Schulmannschaft gegeneinander gespielt. Als ich ihn beim Abschied fragte, wie er heiße, sagte er: Manfred. – Toller Name! So heiße ich auch.

Und den nun auch ins Fan-Gedächtnis!

Teil 1 findet sich hier.

Teil 2 findet sich hier.

Teil 3 findet sich hier.

Problemlotse klingt erstmal nicht nach Pop

Der Verein unserer Zuneigung bereitet uns allen im Moment nicht allzu viel Freude.  Da hilft der Blick über den Tellerrand des Unterhaltungsbetriebs Fußball hin zum Breitensport Fußball, wo sich manchmal Gelegenheiten bieten, den Sport auch als Mittel anzusehen, etwas Gutes zu tun. So wird meine Stimmung sofort heller, wenn ich auf die Sportfreunde Stuckenbusch schaue. Über fußballerische Ziele und Möglichkeiten des Vereins weiß ich nichts. Das müsste ich nachschlagen. Schon etwas mehr kann ich aber über das  kreative Potential einer der Jugendmannschaften des Vereins erzählen.

Stuckenbusch ist ein Ortsteil von Recklinghausen und Einzugsgebiet vom FC Schalke 04. Wenn dort als Preis für einen Wettbewerb ein Training mit Schalker Profis ausgelobt wird, sind Jugendliche besonders  motiviert, ihre kreativen Energien freizusetzen. “Gib Gas gegen Gewalt” hieß der im Jahr 2007 vom Schalke-Sponsor Gazprom ausgelobte Wettbewerb. Zwei Jahre später waren bei einer zweiten Runde Politik und Sport mit ihm Boot.  Dr. Theo Zwanziger, Präsident des DFB, und Dr. Ingo Wolf, damaliger Innen- und Sportminister von NRW waren die Schirmherren für “Deine Aktion gegen Gewalt”. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen sowie die Fußballverbände Niederrhein und Mittelrhein unterstützten den Jugendwettbewerb.

An beiden Wettbewerben nahmen jene Jugendliche teil, die 2007 beim SV Hochlar 28 in der C-Jugend spielten und heute bei den Sportfreunden Stuckenbusch in der A-Jugend. Beide Male gingen sie als Sieger ihrer Kategorie aus dem Wettbewerb hervor. Für den zweiten Wettbewerb hatten sich die Jugendlichen die Erlaubnis von den Toten Hosen geholt, deren Stück  “Innen alles neu” mit einem neuen Text zu versehen, der zum Wettbewerbs-Thema Gewalt im Fußball passte. Nach noch einmal zwei Jahren entstand nun aus dem Wettbewerbsbeitrag damals ein Video-Clip mit professioneller Unterstützung, der in der Medienarbeit eingesetzt werden soll.

Gib Gas gegen Gewalt – Musikclip from Düse TV on Vimeo.

Sowohl bei der Medienwirkung als auch beim Thema Gewalt gibt es komplexe Ursache-Wirkungs-Gefüge und wo in diesem Bedingungsfeld so ein Clip welche Erfolge erzielt, lässt sich nicht sagen. Aber egal ob die Botschaft des Clips letztlich von anderen Jugendlichen angenommen wird, eins lässt sich sicher sagen, die Beteiligten an solchen Projekten haben mehr Möglichkeiten, gewaltlos durchs Leben zu gehen.

Video und Wettbewerbsausschreibung haben mich übrigens einmal mehr auf die Mentalitätsunterschiede zwischen Rheinländern und Westfalen aufmerksam gemacht. Schon im Clip stolperte ich über das sperrige Wort “Problemlotse“, der rund um Stuckenbusch und damit bei den Vereinen im Fußball- und Leichathletik-Verband Westfalen ein Retter vor Gewalt sein soll. Ich dachte erst, wie sozialpädagogisch inspiriert und lernte danach, diese “Problemlotsen” gibt es tatsächlich. Die Umschreibung “Problem” als Aufgabengebiet des Lotsen entspricht dem Bild vom direkten Westfalen, wo hingegen im Rheinland jene Worte bevorzugt werden, die den unangenehmen Dingen des Lebens den Stachel etwas ziehen. Was schlimm sein könnte, muss ja nicht unbedingt gleich auch so genannt werden. Deshalb: gleiche Funktion, anderer Name. Der Fußballverband Mittelrhein nennt seine Ansprechpartner bei Problemen “Fußball-Lotsen”, so auch der Fußballverband Niederrhein, wo allerdings der Bindestrich im Namen verschwindet. Das klingt auch nicht weniger sperrig als in Westfalen, und wir wissen nicht sofort, worum es bei so einer Funktion geht, aber darüber kann man ja miteinander ins Gespräch kommen. Auch wenn sich alle gegen Gewalt engagieren. Ein regionaler Unterschied kann dabei drin sein.

Was ist in Dortmund schlimmer als schwul sein?

Im ersten Gedanken: Ein Clip mit witziger Grundidee und starker Betonung auf Laien bei der Schauspielerei. Der zweite Gedanke:  Konkurrenz von Diskriminierungsopfern. Aber so ernst wollte ich das eigentlich gar nicht nehmen.

via Ruhrbarone

Berlin, Berlin – zur Vorstadt von Berlin

In Paderborn war es gestern kalt und regnerisch trotz der guten Kontakte von vielen Paderbornern, zu der von ihnen immer noch als väterlich-fürsorglich empfundenen himmlischen Macht. Wir haben Ende Juli, und es ist die Zeit der Libori-Festwoche. Wegen des Wetters ließen sich nicht ganz so viele Menschen wie sonst üblich durch die Straßen treiben, um Bier zu trinken, Live-Musik zu hören und über die Kirmes am Libori-Berg zu gehen. Ich gehörte zu diesen wenigen Menschen, ließ mich nass regnen, trank Bier und hörte eine groovige Soul- und Funk-Band mit einem Sänger, bei dessen Stimme ich unpassender Weise immer wieder mal an die gute alte Blues-Röhre denken musste.

Ich bin auf dem Weg nach Berlin – mit meinem Sohn – und mache eine Zwischenetappe in der angeheirateten Heimat. Damit arbeite ich am Projekt, gelingende Saison 2011/2012 für den MSV Duisburg. Ich denke schon das Pokalspiel gegen den SV Babelsberg 03 am Samstag wird die Laune von Milan Sasic erheblich verbessern. Das hat alles mit meinem Sohn zu tun, der sich für Fußball eigentlich nicht interessiert. Doch im letzten Jahr konnte ich ihn zum Besuch des Auswärtsspiels beim VfL Osnabrück überreden. Wir waren auf dem Weg nach Berlin, und machten die Zwischenetappe in Osnabrück. Wir erinnern uns, welche Saison für den MSV Duisburg nach dem damaligen Auftaktsieg folgte. Die zwei Niederlagen im Liga-Betrieb haben mich nämlich darin bestärkt, die mir zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Situationsverbesserung zu ergreifen. Einen Aufenthalt in Berlin findet mein jugendlicher Sohn immer attraktiv. Der Besuch des Pokalspiels braucht dieses Mal keine Zwischenetappe, sondern ist im Städtereisen-Paket als Vorstadtsausflug mit dabei. Wichtig scheint mir die Anwesenheit des sonst fußballabstinenten Sohnes in einem Wettbewerbsspiel zu Beginn der Saison.

Vor diesem Wettbewerbsspiel interessiert sich die Lokalpresse in Potsdam natürlich für den Pokalgegner. Dass Milan Sasics Laune im Moment nicht die beste ist, merkt man auch in diesem Interview für die Märkische Allgemeine. Er wirkt etwas mürrisch bei seinen Antworten. Ich glaube kaum, dass der gestrige 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 daran etwas geändert hat. Der längere Ausfall von Emil Jula wird sein Nachdenken über die Mannschaftsaufstellung nun auch um die Positionen für den Sturm erweitern. Und die Frage, in welcher Besetzung die Abwehr am besten spielt, scheint ebenso weiterhin offen zu sein. Wieder spielte Sergej Karimow als Linksverteidiger und Benjamin Kern spielte erst einmal nicht. Beides gefiele mir nur, wenn diese Abwehr die nächsten Spiele sehr schnell sich sehr stabil zeigte. Da bin ich opportunistischer Erfolgs-Fan, auch wenn ich Benjamin Kern lieber von Anfang an in der Mannschaft sähe und Sergej Karimow erst einmal nicht. Doch Milan Sasic wirkt in der Öffentlichkeit sehr verärgert über Benjamin Kern, den er für ein Gegentor im Spiel gegen den FC Energie Cottbus verantwortlich macht. So richtig gefällt mir sein mürrisches Grummeln über den Fehler von Benjamin Kern nicht. Den Beweis der Stabilität müsste diese Abwehrformation aus dem Spiel gegen den FC Schalke 04 aber erst einmal wieder in einem Spiel unter Wettbewerbsbedingungen antreten, einem Spiel wie gegen den SV Babelsberg 03.

Das Spiel gegen den FC Schalke 04 verbucht der MSV Duisburg unter der Rubrik “Selbstvertrauen gewonnen”, doch die Bewertung des Spiels geht bei den Beobachtern sehr auseinander. Ich selbst pflegte ja das Brauchtum in Ost-Westfalen und lese heute je nach Perspektive sehr unterschiedliche Meinungen. Auf der Seite vom MSV Duisburg gibt es die Worte “ansehnlicher und temporeicher Testkick”.  Dagegen schlägt Torsten Wieland im Königsblog den Schalker Anhängern vor, das Eintrittsgeld direkt auf das Spendenkonto zu überweisen, so sehr hat er sich über die “lustlose” Spielweise der Schalker Mannschaft geärgert. Mit diesen beiden Informationen lassen sich für mich auch Überschrift des Spielberichts und verärgerte Fan-Kommentare bei Der Westen besser einordnen. “MSV Duisburg schlägt Schalkes B-Elf” erklärt sich vielleicht weniger mit der Klasse der angetretenen Spieler als mit deren anscheinend kaum vorhandener Anstrengungsbereitschaft. Dennoch muss niemand durch so einen Artikel-Titel ein Erfolgserlebnis klein geredet sehen. Ein wenig Einordnung braucht so ein Testspiel-Sieg ja doch, und das gute Gefühl wird nur genommen, wenn Unsicherheit über die eigene Stärke herrscht. Diese Unsicherheit ist im Moment in Duisburg vorhanden. Was hat das Benefizispiel übrigens eigentlich mit dem Pokalfinale sehe zu tun? Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, gegen welchen Verein der MSV Duisburg im Mai in Berlin verloren hat. Wir haben das DFB-Pokalfinale nicht gewonnen, das ist richtig. Aber gab es einen Gegner, der DFB-Pokalsieger wurde in der letzten Saison? Ich war in den letzten Minuten dieses Finales so sehr mit dem MSV Duisburg beschäftgt und rätsel immer noch, warum das Spiel gestern eine geglückte “Revanche” hat sein sollen.

Von einem Zeichen und der Finanzierung von Fußballvereinen

Nur gut, dass ich hier heute keine erfundenen Geschichten um den MSV Duisburg erzähle, sonst würde mir dieser kurze Moment vom Samstagabend um die Ohren gehauen – als zu bedeutungsvoll oder, wie Kritiker gerne schreiben, als überdeterminiert. Doch die Wahrheit bleibt auch in zeichenhafter Form wahr. Denn es kann nur ein gutes Zeichen für die nahe Zukunft des Vereins aller Vereine sein, was mir am frühen Samstagabend passierte.

Ich hatte vergessen, dass die Auslosung des DFB-Pokals in der Sportschau vom Samstag vollzogen wurde. So unterhaltsam finde ich es nämlich nicht, diese unzähligen Vereinsnamen von kleinen Zetteln abgelesen zu bekommen, um danach so wunderbar klare Analysen von Spielpaarungen zu hören wie: Eine lösbare Aufgabe für den Halbfinalisten des letzten Jahres und Das könnte schwierig werden für den Erstligisten  oder Da freut sich der Verein aus der vierten Liga. Aber irgendwann dachte ich kurz an diese Sportschau und einen möglichen Vorbericht zum sechsten Spiel der Dallas Mavericks. So schaltete ich den Fernseher just in dem Moment ein, als wer auch immer da sagte: “MSV Duisburg”. Der Gedanke an den DFB-Pokal und die Auslosung der ersten Runde war da. Nachdem ich mit dem SV Babelsberg 03 auch noch den ersten Gegner des MSV Duisburg mitbekommen hatte, fragte ich mich allerdings sofort, mit welcher Mannschaft der Verein aus Potsdam überhaupt antreten werde.

Das letzte, was ich über den Verein gelesen hatte, war ein Bericht über die drohende Insolvenz. Inzwischen weiß ich, die Gefahren haben sich wohl erledigt. Da unterscheidet sich der Drittligist in Potsdam nicht allzu sehr vom Bundesligist FC Schalke 04 in Gelsenkirchen oder dem damaligem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Wenn ein Verein maßgeblichen Politikern vor Ort wichtig scheint, wird nötiges Geld in Stadt oder Region schon irgendwie zusammengekratzt. Manchmal aber hat danach irgendjemand ein Interesse daran, Informationen über den für solche Finanzierungen ebenfalls notwendigen Klüngel an die Öffentlichkeit zu bringen. So entstehen Zeitungsgeschichten. In Potsdam als einer Landeshauptstadt hängt dann sogleich ein etwas umfassender Gestaltungswille an so einem Klüngel, wie man hier in einem Artikel der Potsdamer Neueste Nachrichten lesen kann. 

Ich denke aber erstmal wieder nur an den Fußball und weiß, das Spiel in Potsdam gehört in die Schublade “lösbare Aufgabe”. Will man in der Schublade aber noch mehr Ordnung halten, sollte man das Spiel neben dem Stapel “ganz leicht” auf dem Stapel “etwas schwieriger” ablegen. Für leichte Spannung ist also gesorgt. Damit die guten Zeichen sich noch mehren, sei noch erzählt, ich hatte für Ende August ohnehin geplant, mit unserem Sohn nach Berlin zu fahren. So eine Berlin-Fahrt hatte es im Sommer des letzten Jahres schon einmal gegeben und mein Sohn, der sich zu meinem Leidwesen nur wenig für Fußball interessiert, wurde von mir auf dem Weg nach Berlin beim Zwischenaufenthalt in Osnabrück mit dem Zweitliga-Auftakt des MSV Duisburg gegen den VfL zwangsbeglückt. Wir wissen, welch unerwartet gute Saison danach folgte. In dieser Saison kann Ende August die familieninterne Magie den Verlauf der Zweitliga-Saison nur noch begrenzt bestimmen. Da sind zu viele Spiele schon gespielt worden. Doch im Pokalwettbewerb sollte die Magie wirksam werden können. Wieder wird mein Sohn mich anlässlich eines gemeinsamen Berlin-Aufenthalts zu einem Auswärtsspiel des MSV Duisburg begleiten. Es ist das nächste gute Zeichen.

Fußball gab es im DFB-Pokalfinale auch noch

War da noch was, weswegen wir als Zuschauer in Berlin beim DFB-Pokalfinale gewesen sind? Das Fußballspiel selbst erhält in der Berichterstattung nach dem Samstag nicht nur in Duisburg keine große Aufmerksamkeit. Es lässt sich eben keine originelle Geschichte über dieses Spiel erzählen. Nichts Unvorhersehbares im Spielgeschehen hat den FC Schalke 04 dabei behindert, die vorhandene spielerische Qualität zu entfalten. Diese Mannschaft kam ins Rollen, und diese Mannschaft wollte beweisen, all die schlechten Leistungen der letzten Wochen:  Das waren eigentlich gar nicht wir. Diese Mannschaft wollte sich von ihrem schlechten Wir befreien. Das ist ihr für diesen Tag gelungen.

Ich finde es normal, dass eine Mannschaft wie der FC Schalke 04 einen Zweitligisten wie den MSV Duisburg hoch schlagen kann. Daraus lässt sich kein besonderes Selbstbewusstsein ableiten. Auf der anderen Seite des MSV Duisburg muss das aber auch zu keiner besonders lang anhaltenden Enttäuschung führen. Bleibt mal alle auf dem Boden, in Gelsenkirchen und in Duisburg. Wer sich in Duisburg über die Leistung einzelner Spieler ärgert, hat die Voraussetzungen dieses Spiels völlig aus den Augen verloren. Schweigt stille, und denkt an alle Spieler beim MSV Duisburg, die verletzt gefehlt haben.  Und denkt zudem an den so immens großen Wertunterschied in Euros der beiden Spielerkader als Maßstab für den vom Markt angenommenen  Qualitätsunterschied, den der MSV Duisburg hätte schleifen müssen.

Doch dieser grundsätzliche Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften ließ sich am Samstag nicht aufheben. Er zeigte sich fast durchweg beim Tempo der Ballverarbeitung. Die Mannschaft des MSV Duisburg agierte am Samstag entweder langsamer oder beim Versuch schnell zu sein, unpräziser als der FC Schalke 04. Die Spieler des MSV Duisburg beherrschten den Ball erst nach zwei- oder dreimaliger Berührung, während auf Seiten der Schalker fast immer beim ersten Kontakt dieser Ball genau das machte, was der Spieler beabsichtigte. Auch deshalb kamen die Spieler des MSV Duisburg gar nicht erst in den Kampf hinein, der für die Verwirklichung der Pokalträume notwendig gewesen wäre. Der Ball war bis auf die Zeit zwischen dem zweiten und dritten Tor der Schalker meist  schon woanders, sobald der verteidigende Spieler des MSV Duisburg irgendwo ankam. Bei Angriffen der Duisburger hatten die Schalker in der Defensive deshalb fast durchweg ausreichend Zeit, den Verbund der Abwehr zu organisieren.

Ich habe den Verdacht, es wäre besser gewesen, der FC Schalke 04 hätte vor dem DFB-Pokalfinale eine eindrucksvolle Siegesserie gezeigt. Dann hätte die Mannschaft des MSV Duisburg tatsächlich jene Chance gehabt, die wir doch alle mehr oder weniger insgeheim vor dem Finale gesehen sahen. Frei nach dem Motto, wir haben keine Chance und wollen sie nutzen, wäre die Mannschaft des MSV Duisburg wahrscheinlich sehr viel unbelasteter gewesen, als sie in Berlin aufgetreten ist. All das Reden vor dem Finale über den Druck des FC Schalke 04 gewinnen zu müssen, löste anscheinend eine nachteilige psychische Bewegung in Duisburg aus. Gefühle gehen manche komplizierte Wege, und deshalb schien nicht die Mannschaft des FC Schalke 04 nervös auf den Platz gehen sondern die des MSV Duisburg.

Vielleicht beeindruckte ein wenig auch die Kulisse, aber ich glaube, vor allem schien diese Mannschaft eine Chance auf den Sieg zu sehen und ängstigte sich, diese Chance zu verspielen. Die meisten Spieler der Zebras wirkten nicht so, als befänden sie sich nur im Augenblick des Spiels. In diesen Augenblicken schwang der Ausgang des Spiels  mit. Sie hatten Angst diese für sie wahrscheinlich nicht allzu oft vorkommende Chance ihrer Karriere auf einen großen Erfolg zu verspielen. Für mich zeigen das die Minuten nach dem zweiten Tor der Schalker. Dieses Tor war nicht das endgültige Aus für die Mannschaft des MSV Duisburg. Im Gegenteil. Von dem Moment an spielte der MSV Duisburg befreit auf. Von dem Moment an war die Last des großen Erfolges von den Schultern der Spieler gefallen. Jetzt erst ging es noch darum, den einzelnen Angriff gut vorzutragen und nicht darum, den so nahe scheinenden Pokal-Triumph möglich zu machen.  Erst jetzt ging es darum, den gegnerischen Angriff erst einmal zu stoppen und nicht darum, das Tor zu vermeiden, das den Traum zerstören wird.

In diesen Minuten des Spiels hatte sich die Mannschaft gefangen, spielte guten Fußball, und es mangelte, wie wir es alle wussten und es schon oft erlebt hatten, am Abschluss. Erst das dritte Tor kurz vor der Halbzeitpause entschied das Spiel endgültig. In der zweiten Halbzeit ging es dann nur noch darum, nicht unterzugehen. Wir haben am Samstagnacht auf der Sonntagstraße in Friedrichshain beim Bier den Tag ausklingen lassen. An den Kneipentischen auf der Straße wurde es etwas kühl. Doch das hielten wir aus. Denn das junge partyhungrige Friedrichshain machte uns zu Pokalsiegern der Herzen. “Kopf hoch”, hörten wir immer wieder. Und: “Ich hätte es euch so gegönnt”.  Ein Pärchen, in Zebra-Trikots, mittleres Alter, kam ebenfalls an uns vorbei. Ein kurzer Gruß, getragene Stimmung. Doch dann verlangsamte er den Schritt etwas und meinte: “Stellt euch bloß vor, wir hätten heute ‘ne Klatsche bekommen.” Wir grinsten. Samstagabende in Berlin können wunderbar sein.

Leser fragen – Kees Jaratz antwortet: Das DFB-Pokalfinale

Die beliebte Ratgeber-Rubrik dieser Seite “Leser fragen – Kees Jaratz antwortet” widmet sich bis zum Pokalfinale am Samstag natürlich nur einem: dem Pokalfinale. Im Moment führen über Google täglich Fragen zu diesem Spiel hierher und, wie schon einmal gesagt, wer hier landet, soll nicht vergeblich gekommen sein. Ich weise gerne auch noch einmal darauf hin: Wer seine Fragen lieber genauer stellen möchte, als es die Google-Gepflogenheiten erlauben, kann auch direkt Kontakt mit mir aufnehmen.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt): In welchem Trikot spielt der MSV am 21. Mai 2011?

Lieber anonymer Google-Nutzer, die Mannschaft vom MSV Duisburg wird in den blau-weiß gestreiften Zebra-Trikots auflaufen, das heißt in den Heimspieltrikots. Was sich übrigens keineswegs zwangsläufig daraus ergab, dass der MSV Duisburg schon bald nach den Halbfinalergebnissen vom DFB durch Losentscheid zur Heimmannschaft bestimmt wurde. Dieser erste Losentscheid hatte nur den Zweck, die Spielpaarung des Finales in einheitlicher  Form kommunizieren zu können. Die sich normalerweise aus dem Status der Heimmannschaften ergebenden Rechte wurden mit einem zweiten Losentscheid am 16. März beim “DFB-Pokal-Finalisten-Meeting” in Berlin vergeben. Hierbei gewann der MSV Duisburg den Losentscheid und wählte daraufhin das Trikot sowie die Umkleidekabine. Nach dieser zweifachen Wahl wurde die Entscheidung für die Aufteilung der Fans innerhalb des Stadions dem FC Schalke 04 überlassen. Der MSV Duisburg informierte über die zweite Auslosung hier.

Verschiedene anonyme Google-Nutzer (Alter unbekannt): Welcher Spieler des MSV Duisburg hat schon einmal den DFB-Pokal gewonnen?

Ivica Banović weiß, wie man sich als Pokalsieger fühlt. Als Werder Bremen in der Saison 2003/2004 das Endspiel gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen gewann, gehörte Ivica Banović zum Kader des Vereins. Eingesetzt wurde er allerdings nur in den Pokalspielen der 1. Runde und des Achtelfinales. In der Saison 2006/2007 spielte er beim 1. FC Nürnberg und wurde im DFB-Pokalfinale in der 115. Minute eingewechselt. Der 1. FC Nürnberg siegte gegen den VfB Stuttgart nach Verlängerung mit 3:2.

Filip Trojan gehörte zum Spielerkader vom FC Schalke 04 in der Saison 2001/2002, als der FC Schalke 04 den DFB-Pokal mit einen 4:2-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen gewann. Allerdings wurde er in keinem Spiel der Saison eingesetzt und gehörte nicht zum 18er-Kader des Pokalspiels.

Auch Ivica Grlic kennt die Atmosphäre in Berlin, auch wenn er bislang noch nicht als Pokalsieger vom Platz ging. Für jene Aachener Mannschaft, die in der Saison 2003/2004 das Pokalfinale verlor, stand Ivo auf dem Platz. Wenn mich zudem nicht alles täuscht, ist auch der Pressesprecher des MSV Duisburg Martin Haltermann darin geübt, den Medienandrang nach Pokalsiegen abzuarbeiten. Als der 1. FC Nürnberg Pokalsieger wurde, arbeitete er dort in gleicher Funktion wie nun beim MSV.

Außerdem gibt es im derzeitigen Kader drei Spieler des MSV Duisburg, die bei Pokalsiegern anderer Nationen gespielt haben. Branimir Bajić spielte von 2000 bis 2007 mit einer kurzen Ausleih-Unterbrechung für FK Partizan Belgrad und gewann mit dem Verein den serbischen Pokalwettbewerb in der Saison 2000/2001. Ebenfalls in dem Verein spielte Srdjan Baljak schon ab 1996 als Jugendspieler. Er erlebte somit nicht nur den Pokalerfolg 2001/2001 mit, sondern auch den Pokalerfolg der Vorsaison 1999/2000.

Auch wenn Mihai Tararache für den MSV Duisburg sehr wahrscheinlich nicht mehr spielen wird – wer weiß, wer sich noch verletzt -, zum Kader des Vereins gehört er dennoch, und es soll nicht vergessen werden, dass auch er in der Saison 2004/2005 mit dem FC Zürich Sieger im Schweizer Cup wurde.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt); sehr wahrscheinlich vermutlich ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle vom FC Schalke 04 im Auftrag von Vorstandsmitglied Horst Heldt (41), der neben seinen Aufgaben im sportlichen Bereich mal kurz Aufgaben im Unternehmensfeld Kommunikation abarbeitete: Wie schreibe ich eine vorübergehende Schließung wegen Trauerfall?

Lieber Horst Heldt, ich kenne Sie als Mann wohlfeiler Worte und nehme an, so unglücklich drücken Sie sich nicht aus, wenn Sie sich für den Ernstfall rüsten wollen. Es wird einer Ihrer Mitarbeiter gewesen sein. Die junge Generation braucht manchmal noch ein wenig Übung beim Ausformulieren längerer Sätze. Ich glaube aber Sie richtig zu verstehen. Der Schock in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 wird bei einer Niederlage der Mannschaft des Vereins im Pokalfinale zu groß sein, um die anfallende Tagesarbeit zu bewältigen. Sie werden in sich gehen müssen und Zeit und Ruhe zum Trauern brauchen. Womöglich werden Ihnen erste Gedanken kommen, wo Geld einzusparen ist, da der Verein an keinem europäischen Wettbewerb teilnehmen kann. Ich schlage deshalb vor, sogleich am kommenden Montag mit dem Sparen zu beginnen. Ihre Frage geht doch dahin, wie Sie die Öffentlichkeit darüber informieren sollen, dass die Geschäftsstelle wegen des Trauerfalls “Niederlage im Pokalfinale” geschlossen bleibt? Ich empfehle ein einfaches, handbeschriebenes Pappschild an die Tür zu kleben: “Wegen Trauerfall geschlossen”.  So einfach ist das und so kostengünstig. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Schalker Spieler ja sogar ermuntern, die Worte niederzuschreiben.  So ein selbst verfertigtes Zeugnis mit der Originalschrift eines echten Vizepokalsiegers könnte alle zu Herzen rühren, die vor der verschlossenen Tür der Geschäftsstelle stehen. Der erste Ärger wäre gelindert, und kein Krakeler würde ihre Gedanken stören, wie es weitergehen wird mit Gazprom, Schulden, Rangnick, Raúl, dem Torwart ohne Namen und was Ihnen sonst noch alles auf der Seele lastet.

Gute Stimmung stetig besser

„Wir hatten es uns hier in Köln anders vorgestellt – sowohl was die Leistung, als auch was das Ergebnis betrifft. Die erste Halbzeit war schlecht, wir haben überhaupt nicht aggressiv gespielt. In der zweiten Halbzeit war dann die letzte halbe Stunde in Ordnung, da hat die Mannschaft noch alles versucht. Aber es fehlt ihr auch das Selbstvertrauen. Nur wenn wir so spielen wie in der letzten halben Stunde, haben wir gute Chancen, das Pokalfinale zu gewinnen.“
Ralf Rangnick, Trainer, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen - 14.5.2011

“Entscheidend ist, dass wir mit einer positiven Grundstimmung nach Berlin fahren. Wir müssen den Schwung aus den letzten Minuten hier in Köln natürlich mitnehmen und im Training weiterhin hart arbeiten.”
Benedikt Höwedes, Innenverteidiger, FC Schalke 04

www.schalke04.de – 14.5.2011

„Wir haben mehrmals Latte oder Pfosten getroffen, das war vielleicht ein bisschen unglücklich. Aber wir haben schlecht angefangen, und dann kriegt man auch kein Glück. In der zweiten Halbzeit waren wir besser und haben auch Chancen bekommen. Wir nehmen kein gutes Gefühl aus diesem Spiel mit, aber das Pokalfinale wird ein anderes Spiel. Wir müssen versuchen, den Pokal zu holen. Das ist wichtig. Für uns und für die Fans.“
Klaas-Jan Huntelaar, Stürmer, FC Schalke 04

“Am nächsten Samstag aber müssen wir gewinnen!“
Julian Draxler, Mittelfeldspieler, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen - 14.5.2011

“Ich habe recht wenig gesehen – von beiden Mannschaften.”

„Ich habe das Vertrauen in die Spieler, dass sie den Schalter umlegen können. Ich habe das als Spieler nie so gekonnt. Die Leistungen der vergangenen beiden Spiele werden nicht reichen, um das Pokalfinale zu gewinnen.“

“Wir müssen den Pott holen”.
Horst Heldt, Vorstand Sport/Spielbetrieb/Kommunikation, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen - 14.5.2011



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