Mit 'FSV Frankfurt' getaggte Einträge

Nachtrag des Jubels in der Buchhandlung

Am dritten Tag nach dem Spiel des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt brauche ich nicht mehr viel zum Spiel zu sagen. Es geht auch mehr darum, beim Schreiben zumindest etwas vom Gefühl der Zufriedenheit über das 1:1-Unentschieden zu spüren, für das ich am Wochenende so gut wie keine Zeit gehabt habe. Vom Spiel selbst bekam ich genau vier Schlaglichter mit, eines davon war allerdings von exklusiver Besonderheit. Niemals zuvor habe ich beim Blick auf den Bestellcomputer einer Buchhandlung so gejubelt wie am Samstag. Verwunderte Kundenblicke ignorierte ich souverän. Vielleicht geht Kultur in einer literarischen Buchhandlung ja so? Auch mal bei erfolgreich durchgeführter Bestellung einer Heine-Gesamtausgabe die Fäuste vor Begeisterung ballen und wenigstens warmen Beifall klatschen für einen frühen Krimi von Joy Fielding?

Zum Vorbild für das Eventerlebnis Buchkauf wurde ich durch den Live-Ticker der Sportschau, den Lisa Evertz von der Buchhandlung Scheuermann gerade aufgerufen hatte. In der Duisburger Buchhandlung  war ich während der ersten Halbzeit anlässlich einer Signierstunde. Gerade noch den Namen in ein Exemplar der “111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss” geschrieben, schon führte der MSV Duisburg in Frankfurt, und die Sportschau-Tickerer orakelten irgendetwas vom Aufstieg. Die wollten witzig sein. Ich aber nehme so etwas sofort für winzige Momente ernst.  Ich rief mich zur Ordnung und hoffte auf den Fortbestand der frühen Führung. Das Halbzeitergebnis war deshalb eine leise Enttäuschung.

Insgesamt nun bin ich zufrieden. Was ja auch der Stimmung aller entspricht, die das Spiel gesehen haben. Da gibt es keinerlei Meinungsverschiedenheit über die entscheidenden Szenen und die Leistung der Spieler. Vor allem Julian Koch ist seit Samstag endgültig in den Fokus gerückt. Schon vor seiner Gelbsperre war zu merken, wie seine Formkurve abfiel.  Nun war er zudem mitverantworltlich für den Ausgleichstreffer. Mir fällt das schwer zu schreiben: Mit solchen Leistungen wird er sich in der Bundesliga nicht durchsetzen. Dennoch denke ich, das stimmt. Wahrscheinlich gönnen ihm die meisten aus der Zebraherde den Platz in einer Bundesliga-Startelf. Wollen wir mit und für ihn hoffen, dass er noch in dieser Saison ein paar Mal zumindest die Leistungen der Hinrunde wieder zeigt. Um nach der Sommerpause dann – wo auch immer – an das erste eine Jahr beim MSV Duisburg anzuknüpfen.

Das 1000. Zweitliga-Tor des MSV Duisburg ist nun auch gefallen. Für mich persönlich uninteressant, mehr was für die Saure-Gurken-Zeiten der Zukunft, in der man dann auch mal was über die Torschützen der Jubiläumstore des MSV Duisburg schreiben kann. Daniel Brosinskis Verweis auf das Big-Mac-Menü als fälliges Mannschaftsessen ist schon mal im Archiv abgelegt. Wer sich den Brosinski-Humor ansehen möchte, nebst Pressekonferenz und weiterem O-Ton von Ranisav Jovanović, bitte schön:

Nur nicht ungeduldig werden – Das Tor wird fallen

Wenn alle Welt auf ein bestimmtes Ereignis wartet, kann sich schon mal Druck aufbauen. Auch an diesem Wochenende war für manche Geschichte rund um das Spiel des MSV Duisburg beim FSV Frankfurt die Zahl 1000 von besonderer Bedeutung. Ich möchte das gar nicht weiter vertiefen, sondern zur Entspannung beitragen. Damit sich die Zebraherde auf den Frankfurter Rängen keine falschen Vorbilder nimmt.

Jagdszenen in Frankfurt? FSV verstößt mit Stolz gegen Straßenverkehrsordnung

Vorsicht! So möchte man Fußgängern im Frankfurter Raum zurufen. Der FSV Frankfurt hat es auf euch abgesehen. Noch ist es nur im halböffentlichen Raum von Facebook zu lesen. Auf der vereinseigenen Seite im Netz gibt es nur die üblichen Meldungen, Nach- oder Vorberichte zu Spielen wie eben dem am kommenden Samstag gegen den MSV Duisburg. Doch bei Facebook lautet die stolze Botschaft im Titelbild der Seite: “Zebrastreifen halten uns nicht auf!”.

Das Verhalten von Verkehrsteilnehmern an denen im Volksmund Zebrastreifen genannten Fußgängerüberwegen regelt § 26 der Straßenverkehrsordnung. Weil wahrscheinlich nicht jeder noch sein Wissen aus der Führerscheinprüfung parat hat, will ich den ersten Absatz  dieses Paragrafen zitieren: “An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen den Fußgängern sowie Fahrern von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Dann dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren; wenn nötig, müssen sie warten.” Das ist unmissverständlich, lieber FSV Frankfurt. Wer gegen diese Vorschrift verstößt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Kommen bei dem Vergehen sogar Menschen zu Schaden, hat das strafrechtliche Folgen.

Wenn es für den FSV Frankfurt am Samstag nicht gegen den MSV Duisburg ginge, interessierte mich ja gar nicht, wie die sich in Frankfurt im Straßenverkehr benehmen. Aber wir hoffen doch auf einen Gegner, der möglichst vollzählig antreten wird und dessen Spieler nicht durch irgendwelche Rechtsstreitigkeiten von ihrer eigentlichen Aufgabe abgelenkt sind. Nicht dass man uns hinterher nachsagt, wir hätten das Spiel nur gewonnen, weil meinetwegen Yannick Stark gerade mal wieder seinen Führerschein abgeben musste. Auch Kosta Runjaic würde ihn nämlich gerne wiedersehen. Yannick Starks Karriereverlauf ist doch sehr typisch für den gegenwärtigen Fußball. Er war ja mal Spieler des MSV Duisburg. Zumindest die  Büroräume des Vereins kennt er von der Vertragsunterzeichnung her. Er war gewissermaßen ein Spekulationsobjekt des MSV, das seinen großen Ertrag erst nach dem Weiterverkauf erzielte. Er wurde ja nach der Verpflichtung sofort wieder ausgeliehen, damit er sich mit Spielpraxis in einer unteren Liga weiter entwickeln konnte. Kurioserweise war der ausleihende Verein Darmstadt 98, und so entwickelte er sich unter Kosta Runjaic weiter, der seine Entwicklung weiter im Auge behält. So ist es der Frankfurter Rundschau zu entnehmen, dass Gratulationen zu Toren per SMS verschickt werden. Mich erfreut so eine SMS aus leicht einsehbaren, wenn auch etwas selbstsüchtigen Gründen. Gute Kontakte zu ehemaligen guten Spielern des Trainers können die Möglichkeiten von Ivica Grlic vergrößern.

Was den MSV am Samstag angeht, so hoffe ich – nach Info durch WAZ/NRZ  – auf Jürgen Gjasula in der Startelf. Ich frage mich übrigens inzwischen, ob ich bei der Schreibweise seines Vornamens der Gewohnheit in Medien und Öffentlichkeit folgen soll, die den Umlaut vorzieht? Oder ob der MSV und auch er selbst nicht die maßgeblicheren Instanzen sind? Jurgen heißt der Mann. Sind zwei Punkte entscheidend für die Fragen der Identität? Drei Punkte auf jeden Fall, so es um den MSV Duisburg geht.  Denn der Fußball der Gegenwart behält bis zum Ende der Spielzeit für jeden Verein auch in der mittleren Tabellenregion ein Ziel bereit. Dabei geht es auch um die Frage, wie sieht die Mannschaft der nächsten Saison aus? Bessere Tabellenplätze bedeuten ja einen höheren Anteil am ausgezahlten TV-Geld. Ich weiß deshalb im Moment nicht, ob ich als Romantiker der Fußballs froh bin, dass dieses für die Spieler eher abstrakte Ziel nicht ganz so viel Wirkkraft hat wie der Kampf gegen den Abstieg oder um Platz 3, also etwas sehr Konkretes. Der Jubel um ein Mehr an 500.000 Euro wird sich in Grenzen halten, auch wenn die Zukunft des Vereins auf diese Weise noch einmal etwas besser aussähe. Da sind sie wieder die Widersprüche dieses Fußballs der Gegenwart, in denen auch wir als Anhänger uns bewegen.

In eigener Sache: Signierstunde in der Buchhandlung Scheuermann

Die Terminplanung ging schon vonstatten, als die DFL die endgültigen Spielansetzungen des nächsten Spieltages noch nicht festgelegt hatte. Die Folge:  Ganz glücklich bin ich mit einer Signierstunde am Tag des Auswärtsspiels vom MSV Duisburg gegen den  FSV Frankfurt nicht. So lässt sich aber für die Daheimbleibenden die Wartezeit auf den Anpfiff vertreiben mit einem Besuch in der  Buchhandlung Scheuermann, Sonnenwall 30. Ab 11 Uhr kann man sich dort von Frank Baade und mir unser Buch “111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss” signieren lassen. Man kann natürlich auch vorbei kommen, um über die nächste Saison zu plaudern, das großartige Fußballereignis in Dortmund gestern Abend in aller Pott-Verbundenheit noch einmal Revue passieren zu lassen oder andere interessante Gespräche zu führen. Bis 14 Uhr sind wir dort, ab 13 Uhr sind also Radio-DU-Kommentar aus Frankfurt und Liveticker mit dabei.

Spielvorbereitung muss auch sein – Eine Zwillingsmannschaft aus Köln

Manchmal überfliege ich Zeitungen einfach zu schnell. Gestern etwa hatte ich den Sportteil vom Kölner Stadt-Anzeiger nicht einmal aufgeklappt, sondern las nur in der unteren Hälfte ein paar Sätze quer. Komisch dachte ich da, wieso berichten die so ausführlich über ein Spiel vom MSV, machen die doch sonst nicht. Ihr hättet das auch gedacht, bestimmt. Online gibt es den Text nicht, deshalb: “Aber sein Team spielte wie fast immer und so dem Gegner fleißig in die Karten: Bedächtiger Aufbau und dann, wenn es schnell gehen soll, hohe Flanke auf eine stehende Abwehr, unpräzise Doppelpass-Versuche oder ein Ein-Kontakt-Spiel, das die technischen Fertigkeiten der Spieler aber, wenn es eng wird, übersteigt.”

Gut,  etwas später fällt der Name Kevin McKenna, der in Spielen regelmäßig kurz vor Schluss eingewechselt werde. Da fiel selbst mir unaufmerksamer Leser als aber aufmerksamer MSV-Anhänger auf, in dem Text geht es doch wie gewohnt um den 1. FC Köln. Anscheinend gibt es im Moment ein paar Mannschaften mehr mit den immerselben Problemen. Einerseits kann eine dicht gestaffelte Abwehrreihe nicht überwunden werden, andererseits geschehen regelmäßig Fehler in der Defensive.

Die Zebras scheinen sich also puncto spielerischer Qualität mit dem 1. FC Köln auf Augenhöhe zu befinden. Wie heißt es ein paar Sätze weiter: die “Statik dieses Spiels tilgt die Faktoren Tempo und Kraft derart vollständig aus dem Arsenal der Mannschaft, dass das Wollen der Spieler reduziert wird auf eine Art des Hoffens.  Hoffen aber hilft selten.” Erinnert euch, es geht immer noch um den 1. FC Köln, aber diesen Prozess im Spiel haben wir am Samstag auch beobachten können. Dieses Schwanken zwischen Wollen und Hoffen. Erst gab es viel Wollen, dann wurde daraus nur noch Hoffen, und nur kurz vor Schluss gab es noch einmal so etwas wie Wollen.

Was heißt das für das Spiel am Freitag? Die Defensive des 1. FC Köln ist sehr anfällig. Abschlussstark ist diese Mannschaft selten. Nun haben wir beim Anschlusstreffer im Spiel gegen den FSV Frankfurt gesehen, der Mannschaft vom MSV Duisburg gelingen tatsächlich auch dynamische Spielzüge, Ansätze zu Konterfußball sind also vorhanden. Bislang war das zu selten in dieser Saison zu sehen.  Es scheint so, als begegneten sich am Freitag zwei Mannschaften auf Augenhöhe, zumal der FC zu Hause immer etwas besser ist als auswärts und beim MSV ist es, so wissen wir, genau umgekehrt. Wir wissen also noch nicht, wie sich das Schwanken zwischen Hoffen und Wollen entscheiden wird. Wir Zuschauer haben es da etwas leichter, unser Hoffen fällt mit unserem Wollen auf den Rängen stets zusammen.

Den Blick auf die Tabelle vermeiden

Als ich gestern aus Duisburg nach Hause kam, konnte ich mir nichts mehr vom  Spiel des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt ansehen. Ich wollte keine Bilder, keine Stimmen nach dem Spiel, und ich wollte schon gar keine Tabelle sehen. Ich wollte nur Ablenkung. Zu groß war die Enttäuschung über die 1:2-Niederlage, zu rat- und hoffnungslos fühlte ich mich, und zu sicher wusste ich ums Wutgeheul von einem Teil des Publikums. Ich wollte das alles nicht.

Da bestimmte die Mannschaft des MSV das Spiel etwas mehr als eine halbe Stunde. Jeder Spieler wirkte engagiert, der Mannschaft war anzumerken, wie sehr sie dieses Spiel gewinnen wollte, bei allen Fehlern, die passierten, bei allen limitierten Möglichkeiten. Erfolg stellte sich nicht ein. Auf das Tor kam nicht ein einziger Ball. An zwei Schüsse erinnere ich mich, die knapp vorbeigingen. Wirklich gefährlich wirkten sie dennoch nicht. Ich habe immer noch keine Fernsehbilder gesehen. Vielleicht sah das also anders aus. Vor dem Strafraum der Frankfurter spielte man sich dagegen öfter fest, verlor den Ball beim eins gegen eins oder bei Missverständnissen im Zusammenspiel. Dennoch wurde die Frankfurter Mannschaft vom eigenen Tor weggehalten. Doch kaum kamen die Frankfurter nach der ersten Ecke in größerer Zahl vor das Duisburger Tor, fiel das 0:1. Ein Schuss aufs Tor, ein Treffer.

Das war für mich der kleine, aber entscheidende Unterschied gestern: Wenn die Frankfurter aufs Tor schossen, nahm der Ball im Gegensatz zu den Schüssen des MSV Duisburg zumindest die richtige Richtung. Die Anlage des Frankfurter Mannschaftsspiels war in der Offensive nämlich genauso schlecht wie die des MSV. Auch dieser Mannschaft gelang aus dem Spiel heraus nach vorne nichts. Dass kurz nach dem ersten auch noch das zweite Tor fiel, war deshalb unfassbar. Gleiche Situation, gleiches Ergebnis.

Und damit die Enttäuschung auch noch tiefer ging, fiel etwa zehn Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer. Wider besseren Wissens keimte Hoffnung. Eigentlich hatte ich zu dem Zeitpunkt mit dem Spiel längst abgeschlossen. Zu hilflos schien die Mannschaft in der zweiten Halbzeit zu agieren. Die Spieler bemühten sich zwar weiter, doch nicht einmal gelang vor dem Anschlusstreffer ein Schuss aufs Tor. Ich sorgte mich eigentlich nur noch um den eingewechselten Julian Koch, der mit wilder Entschlossenheit zwei-, dreimal ungestüm in Zweikämpfe ging. Die oft beschriebene Angst beim letzten Einsatz nach einer schweren Verletzung hat er jedenfalls längst überwunden.

Zwei Fehler in der Abwehr entschieden das Spiel, weil es der Mannschaft des MSV Duisburg nicht gelang, dem gegnerischen Tor gefährlich nahe zu kommen. Ich sehe nicht, wie sich das in nächster Zeit ändern soll. Die Spieler versuchen, was sie können, und es reicht nicht, wenn Mannschaften gut verteidigen. In Auswärtsspielen bietet sich ja meist etwas mehr Raum in der Offensive. Trotzdem fällt es mir schwer, mit Zuversicht auf den kommenden Freitag zu sehen. Die Rückschläge zeigen Wirkung. Hinzu kommt, die Geduld vieler Anhänger ist aufgebraucht. Der für kurze Zeit neutralisierte Sog nach unten ist wieder deutlich spürbar. Dazu ein schwelender Konflikt zwischen Roland Kentsch und Andreas Rüttgers? Die Lasten werden schwerer, wozu ich später in einem eigenen Text noch was schreibe.

Von allen Wahrscheinlichkeiten befreites Spielen

Das Gute mal als erstes: mir war es zu kalt, um mich wirklich aufzuregen über nicht mehr gezählte, vergebene Großchancen, ein Mittelfeld mit den bekannten wenigen spielerischen Möglichkeiten und eine Abwehr, die sich immer wieder überraschend für Zuschauer und Mitspieler sowie einladend für den Gegner verhielt. In so einem mit 2:1 verlorenen Spiel wie dem gegen den FSV Frankfurt werden die Grenzen dieser jetzigen Mannschaft des MSV Duisburg besonders  bewusst.

Gerät diese Mannschaft in Rückstand, besitzt sie keine variablen Möglichkeiten ein Tor zu erzielen. Dennoch kam sie gestern zu Chancen mit den meist halblang aus dem Mittelfeld gespielten Pässen. Doch wenn diese Chancen nicht genutzt werden, lässt die Abwehr dem Gegner immer Möglichkeiten, selbst ein Tor zu erzielen. Deshalb gibt es im Spiel des MSV Duisburg keine Wahrscheinlichkeiten. Meist ist alles möglich. Das ist der Leistungsstand dieser Mannschaft. Sie strengen sich an, und es geschehen eben die Fehler, die schon immer geschehen sind. Manchmal endet das gegen die gleichwertigen und schlechteren Mannschaften mit einem Sieg. Wenn es blöd läuft, folgt die Niederlage.

Am offensichtlichsten war das am gestrigen Abend im Angriff.  Valeri Domovchiyski schafft es einfach nicht, beim Schuss aufs Tor den Ball auch mal in die Nähe der Pfosten zu bringen; Emil Jula tut es ihm inzwischen gleich; und Daniel Brosinski kann bei zweiten Bällen an der Strafraumgrenze Schusstechnik und Kraft nicht in Einklang bringen, Schussentfernung entspricht bei ihm der Höhe, in der der Ball über das Tor fliegt. In so einem Spiel kann dann der Torwart der Gegner zum Held werden, auch wenn er zunächst nichts anderes machen muss, als auf der Stelle stehen zu bleiben. Zugegeben, in der zweiten Halbzeit verhinderte er mit einem großartigen Reflex die Großchance zum 2:2. Vorher aber gaben die Stürmer des MSV Duisburg alles, um ihn gut aussehen zu lassen.

Deshalb ist die Einwechselung von Srdjan Baljak in der 70. Minute eine so gute Nachricht. Natürlich ist er kein Heilsbringer, aber seine ersten Spielaktionen schon ließen ein anderes Niveau des Zusammenspiels aufblitzen. Was er tat, war nicht vorhersehbar. Er kann in einer Spielsituation auch eine zweite Möglichkeit des Ausstiegs erkennen, selbst wenn er zunächst zu etwas anderem entschlossen schien.  Vor allem in der zweiten Halbzeit war das Spiel des MSV Duisburg berechenbar, und der Erfolg hing vom Durchsetzungsvermögen des einzelnen angespielten Spielers ab. Srdjan Baljak versuchte den kurzen Pass und band damit mehr Mitspieler in den Angriff ein. Was war sein Auftritt aber auch eine Prüfung meines Mitgefühls. Durch seine hagere Gestalt wirkt er ja ohnehin schon etwas zerbrechlich, dazu dieser glatte Rasen, der die Spieler gerade zum Ende des Spiels in Reihen ausrutschen ließ und noch das Wissen um sein genesenes Knie! Am liebsten hätte ich ihn im Football-Dress gesehen, wenn ein Verteidiger auf ihn zueilte, und genauso gern hätte ich ihm mit all meiner Erfahrung des Blockstellens beim Basketball Begleitschutz geleistet. Meine Schulter zeigte immer schon in Richtung Brust des anrennenden Verteidigers. Darf man im Basketball eigentlich nicht, ist aber eines älteren Spielers letzte Waffe,  wenn die Wogen hochkochen und nicklige Fouls des Gegners bestraft werden müssen. Spätestens wenn Baki sein erstes Tor erzielt, werde ich mir um so was keine Gedanken mehr machen. Dann wird hoffentlich auch wieder etwas häufiger der Kurzpass im Mannschaftsspiel zu sehen sein. Bis dahin aber heißt es, manchmal geht es gut aus und manchmal eben anders.

Spielvorbereitung FC Energie Cottbus samt letzter Schelte für die DFL

Vor dem Spiel gegen den FC Energie Cottbus denke ich noch kaum an den heutigen Abend. Ständig gehen mir Bilder des Halbfinal-Siegs im DFB-Pokal durch den Kopf. Das sei uns Fans aber gestattet. Schuld daran ist ohnehin die DFL mit ihrer verrückten Idee, den Saisonstart der 2. Liga so früh zu terminieren. Ich wiederhole mich, alles geht ineinander über. Die letzte Saison lappt noch ins Heute hinein, und aus der blieben von der DFB-Pokalrunde die lebendigere Erinnerungen als vom durchwachsenen Rückrunden-Ligabetrieb mit der 3:1-Auswärtsniederlage gegen den FC Energie Cottbus.

Ich sage es jetzt zum letzten Mal in diesem Jahr. Der 1. Weihnachtstag wird ja auch nicht drei Wochen vorverlegt, damit das Hochamt dieses Tages mehr Aufmerksamkeit gegenüber der Christmette am Heiligabend erhält. Nur, um das noch einmal klar zu stellen. Die DFL ist keine hoheitliche Verwaltungsinstitution, die vom Himmel gefallen ist. Der frühe Saisonstart wurde von den Vereinsvertretern im Entscheidungsgremium mit nur der Gegenstimme vom FSV Frankfurt beschlossen. Ich verstehe überhaupt nicht, welche wirtschaftlichen Folgen das diffuse Motiv “mehr Aufmerksamkeit für die 2. Liga” haben soll. Denn alleine darum geht es dann ja doch. Irgendwie soll mehr Geld generiert werden durch die alleinige Präsenz des Zweitliga-Spielbetriebs in der Öffentlichkeit. Aber wie? Mehr Zuschauer werden nicht in die Stadien gehen, und die Fernsehgelder gibt es auch nur im Paket. Sponsoren, die für drei Wochen mal eben was Geld locker machen sollen? Es geht doch immer um langfristige Verträge. Ich verstehe den Gedankengang des DFL-Gremiums nicht. Schmiss da einer vielleicht nur das Wort Alleinstellung in den Raum, und das reichte schon aus? Dieses Wort Alleinstellung hat ja seit ein paar Jahren einen überaus guten Klang, wenn Gründe für wirtschaftlichen Erfolg gesucht werden und damit notwendige Voraussetzungen für den zukünftigen.

Aber FC Energie Cottbus! So heißt der Gegner heute Abend, und so richtig wissen wir nicht, woran wir sind. Einerseits sieht die Niederlage gegen den Karlsruher SC nach noch notwendiger Trainingsmehrarbeit aus, andererseits hatte Milan Sasic vor dem Spiel gegen den KSC ein gutes Gefühl. Für dieses Gefühl fanden auch wir Zuschauer mit dem Auftreten der Mannschaft in den Vorbereitungsspielen Argumente. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg, aber dem Realisten in mir reicht nach meinem Eindruck vom Karlsruher Spiel schon eine Mannschaft, in der das Zusammenwirken aller besser funktioniert. Dann wäre ich auch mit einem Unentschieden zufrieden. Die Saison ist lang genug für eine Siegesserie, die erst später beginnt. Meinetwegen ab dem dritten Spieltag.

Zur weiteren Einstimmung für heute Abend sei auf den von youttube-Kanal von luetteyeah verwiesen. Dort findet sich dieser von großem Fan-Pathos getragene Kurzfilm rund um das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus, 13 Minuten 8 Sekunden intensive Atmosphäre und abwechslungsreiche Bilder.

Saisonvorbereitung – Zweitligavereine wünschen heimlich Aufstockung der Bundesliga ab Saison 2012/2013

Erreichbare Ziele setzen. Das ist eine Grundbedingung für Erfolg. Weder überfordern noch unterfordern, heißt nicht nur die beste Richtschnur beim Lernen. Auch außerhalb von Schulen wäre es schön, wenn sich jede anstehende Aufgabe im Niveau ganz leicht über dem bereits vorhandenen Leistungsvermögen befände. Nie wäre etwas langweilig. Niemals geriete man in Bedrängnis, etwas nicht zu schaffen. Das Leben bestünde aus einem Rundum-Sorglos-Paket von gut abgefederter Weiterentwicklung.

Doch immer tauchen da andere Menschen auf, die einen beim Weiterkommen stören. Besonders stören sie dann, wenn Ranglisten gebildet werden und Tabellen. Denn dann gibt es für Ziele immer auch ein paar Anwärter mehr als Plätze vorhanden sind, und schon können Ziele noch so sehr punktgenau knapp oberhalb des Leistungsvermögens angesetzt werden, das Scheitern wird unweigerlich auf jemanden zukommen.  Zielbestimmung in Konkurrenzsituationen bleibt also einerseits notwendig, andererseits gefährdet diese Zielbestimmung vielleicht bereits den möglichen Erfolg. Ganz zu schweigen davon, wenn noch andere bei dieser Zielbestimmung mitmischen wollen. Dann heißt es für Verantwortliche in den Vereinen, schnell Meinung machen.

Milan Sasics Stellungnahme etwa war spätestens Ende Juni gefordert, als in den Redaktionsräumen vom Kicker die Sportjournalisten die vom MSV Duisburg eingehenden Pressemitteilungen über Spielerneuverpflichtungen kaum mehr  abarbeiten konnten. Die Arbeitsüberlastung ließ sie zum pauschalen Urteil finden, der MSV Duisburg sei endgültig zu einem Aufstiegskandidaten geworden. Milan Sasic gab sein bestes: „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.” Milan Sasic konnte sich auf alte Vorhaben berufen. Drei-Jahres-Plan hieß das Ganze, als noch der Ex die Interviews gab. Und wenn Milan Sasic die ersten sechs Mannschaften erwähnt, wollen wir nicht vergessen, auf diese ersten sechs Mannschaften warten auch der erste, zweite und dritte Tabellenplatz. Es ist ja nicht so, dass in Duisburg nach Siegen gesagt würde: “Och nö, lasst das mal lieber mit den drei Punkten für uns, nachher bleiben wir noch zweiter und das haut uns unsere Aufstiegspläne kaputt.” Da sind wir in Duisburg doch flexibel genug, mitzunehmen, was sich anbietet.

Andere Vereine können da sehr viel weniger flexibel sein. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig sind es nur drei Vereine, die das große Ziel der kommenden Saison für die 2. Liga auch wirklich aussprechen. Sie waren entweder schon lange genug flexibel oder hinken ihrem Plan schon ein Jahr hinterher oder brauchen keine Pläne, weil sie gar nicht da sind, wo sie meinen, hinzugehören. Da ist es wieder, das Problem mit den anderen Menschen. Mindestens ein Verein von den dreien wird scheitern beim Streben nach dem sicheren Aufstiegsplatz.

SpVgg Greuther Fürth
“Doch mit dem ansonsten weitgehend unveränderten Kader soll es vielleicht schon 2011/12 endlich klappen mit dem großen Ziel Aufstieg. «Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass ich das in meiner Zeit in Fürth mal erleben darf», sagte Manager Rachid Azzouzi. «Jeder in diesem Verein will das mit jeder Faser seines Körpers.»
dpa-Meldung in
Süddeutsche Zeitung – 16.5. 2011

VfL Bochum
“Der neue Sportchef Jens Todt hat den Aufstieg des VfL Bochum in die Fußball-Bundesliga als das erklärte Ziel bezeichnet.

Der Westen, 3.6.2011

Eintracht Frankfurt
“Es wird nicht einfach werden, aber wir haben ein Ziel, wir wollen aufsteigen.”
Armin Veh, Trainer -
  hr-online.de, 31.5.2011

In Frankfurt, Bochum und Fürth werden für die Saison 2011/2012 also klare Ansagen gemacht. Andere Vereine versuchen sich gleich dem MSV Duisburg an dem Balanceakt, die Kräfte für Aufstiegsanstrengungen zu bündeln, ohne dass die eine einzige Erwartung hemmungslos herumzutollen beginnt.

FC St. Pauli
Mit Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft dabei, die ähnlich wie zuletzt Hertha BSC der Top-Favorit ist. Kommt Gladbach runter, werden auch sie dazu gehören. Greuther Fürth sagt jetzt schon, dass sie den Aufstieg unbedingt schaffen wollen. Cottbus und Duisburg sind ebenfalls mit dabei. Das heißt aber nicht, dass wir die nicht packen können. Wir wollen oben mitspielen. Es wird kein Selbstläufer und wir sind realistisch. Aber es ist alles möglich.
André Schubert, Trainer – spox.com, 17.5. 2011

FC Energie Cottbus
“Lautet das langfristige Ziel Aufstieg?

Natürlich. Cottbus gehört aber nicht zu den Vereinen, die vor der Saison sagen können, dass sie in die Bundesliga wollen. … Wir können nur aufsteigen, wenn wirklich alles passt. Das kann man aber leider nicht planen
“.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer – Eckball-Magazin, 20.5.2011

Alemannia Aachen
Eine Steigerung strebt auch für Benjamin Auer an. «Als ich im vergangenen Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich gerne mit der Alemannia aufsteigen möchte. Dabei bleibe ich», sagte der Stürmer. «Vielleicht können wir in der neuen Saison die Qualität im Kader noch weiter steigern, damit dann die Plätze 3 bis 6 in der Abschlusstabelle möglich sind. Und dann bleibt ja noch mein drittes Jahr», so Auer: «Spätestens dann geht’s um Platz 1 bis 3.»
Aachener Zeitung, 12.5.2011

Nach der Saison 2011/2012 werden DFL und DFB allerdings nicht mehr daran vorbeikommen, die Bundesliga aufzustocken. Sonst werden deutschlandweit Hoffnungen enttäuscht und tiefe Depressionen werden unzählige Fußballfans arbeitsunfähig machen. Dann sollen ja nicht nur die Pläne oben genannter Vereine Wirklichkeit werden, dann wird auch mit jenen Vereine zu rechnen sein, die im Moment noch auf Wachstum setzen und sich über die deutsche Sprache freuen, in der die wunderbaren Wörter mittelfristig und langfristig die konkrete Zielbeschreibung in die Zukunft verlagern helfen.

TSV 1860 München
In drei Jahren möchen wir in der ersten Liga sein.
Hasan Ismaik, Großinvestor und Anteilseigner TSV 1860 München KgaA   Süddeutsche Zeitung, 8.6.2011

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist eine wahnsinnig attraktive Stadt, die sehr viel bietet. Die hat einfach Erstliga-Fußball verdient. Dafür arbeiten wir. Klar, ich würde mit Fortuna sehr gerne aufsteigen, das ist das mittelfristige Ziel.
Wolf Werner, Manager – Express, 13.6.2011

Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig besitzt im deutschen Fußball einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es unser logisches Ziel ist, in der Bundesliga zu spielen. Allerdings wollen wir uns in den kommenden Jahren erstmal in der 2. Bundesliga etablieren. Denn wichtig ist auch, dass man sich in einem realistischen Zeitplan bewegt. Und ein solcher Zeitplan für die Zukunft existiert selbstverständlich auch bei Eintracht Braunschweig.”
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer  – sportschau.de, 10.4.2011

FC Ingolstadt
Nun, ich habe eine ähnliche Situation beziehungsweise Entwicklung schon beim FC Augsburg erlebt. Als ich damals dorthin gekommen bin, war der Verein noch in der dritten Liga und hatte wenig Zuschauer. Sechs Jahre später sind sie nun in die Bundesliga aufgestiegen. Ich denke schon, dass man beide Klubs etwas miteinander vergleichen kann: Beide haben eine Perspektive nach oben – und auf Ingolstadt bezogen sollte es in nächster Zeit auf alle Fälle machbar sein, dass man in der 2. Bundesliga zumindest eine sehr gute Rolle und künftig nicht mehr gegen den Abstieg spielt. Was darüber hinaus noch möglich ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
Leo Haas, Neuzugang Saison 2011/2012 (offensives Mittelfeld) – Augsburger Allgemeine, 9.6.2011

FC Erzgebirge Aue
„Ich habe den Traum, mit Aue mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen und damit Einzigartiges für den Verein und die Region zu schaffen“.
Marc Hensel, Spieler (defensives Mittelfeld) – zitiert nach dpa-Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 2.6.2011

SG Dynamo Dresden
Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein. Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern da gehört der gesamte Verein dazu. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern.
Hans-Jürgen “Dixie” Dörner, Berater – sid-Interview im RevierSport, 18.5.2011

So richtig zu Hause in der 2. Liga fühlen sich im Moment nur fünf Vereine.

1. FC Union Berlin
Es kann uns auf Dauer nicht genügen, drei oder vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Die Mannschaft muss sich ebenfalls entwickeln“, sagt Zingler. „Dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Das Wort Bundesliga wurde von Unions Präsidenten bewusst vermieden, Union soll auch in Zukunft „langsam wachsen
.
Dirk Zingler, Präsident – Tagesspiegel
, 18.5.2011

FC Hansa Rostock
“Ich bin keiner, der sagt, dass er eine Mannschaft in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln will. Fußball ist ein Ergebnissport, und ich orientiere mich immer an der Realität. Wenn wir es vom ersten Spiel an schaffen, von den Abstiegsrängen entfernt zu bleiben, kommt die Entwicklung automatisch.”
Peter Vollmann, Trainerkicker.de, 25.5.2011

Karlsruher SC
Wir werden wieder ein schweres Jahr haben, was nicht heißt, dass wir nicht ein Stück nach oben rutschen können. Aber die Liga wird brutal schwer. Mit Braunschweig und Rostock kommen sehr gute Aufsteiger. Von oben kommen St. Pauli und Frankfurt. Die Liga wird viel stärker. Da kann niemand ernsthaft erwarten, dass wir mit den oben genannten schwierigen Rahmenbedingungen sofort nach vorne durchstarten. Wir sind unten und wir müssen uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten.
Rainer Scharinger, Trainer – Pforzheimer Zeitung, 18.5.2011

SC Paderborn
… Der SC Paderborn hat Mühe, mit dem Mini-Etat die 2. Liga zu halten …
Roger Schmidt, Trainer – Westfalen-Blatt, 4.6.2011

FSV Frankfurt
“Insgesamt 13 Neuzugänge muss Trainer Hans-Jürgen Boysen in diesem Jahr integrieren. “Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zur Vorsaison einen stärkeren Kader haben” zeigte sich der Coach aber durchaus optimistisch. Am Saisonziel Klassenerhalt habe sich dennoch nichts geändert, wie Geschäftsführer Uwe Stöver betonte: “Die Mannschaft und das Umfeld muss dafür viel Geduld und Herzblut aufbringen, damit wir dieses Ziel zusammen erreichen können.”
hr-online.de, 18.6.2011

Der Unterbau der Bundesliga wird in Zukunft wohl also nur noch aus sieben Vereinen bestehen, von denen fünf irgendwann den Rückzug in die Dritte Liga vorziehen. Dann wären die übrig bleibenden zwei Bundesligaabsteiger für ein Jahr endlich da, wo wir alle hin wollen. Selbstbestimmt könnten sie die Zielsetzung für die Saison gemäß des eigenen Leistungsvermögens ansetzen, ohne den Aufstieg und damit die eigene Weiterentwicklung durch zu viel Druck zu gefährden.

Jeden Spieltag stärker werden für den 21. Mai

Wenn die zwei letzten Spiele der Saison so verlaufen wie die Auswärtsbegegnung gegen den FSV Frankfurt, geht der MSV Duisburg bestens vorbereitet in das DFB-Pokalfinale. Zwar ist diese Meinung  mangels eigener Eindrücke vom Spiel eine aus zweiter Hand, doch durch das Lesen der Spielberichte wohl begründet. Schon als ich am Samstag nur hörte, dass Sefa Yilmaz zweimaliger Torschütze des MSV Duisburg gewesen ist, hellte das meine Stimmung sofort auf. Zum einen vermutete ich, diese zwei Tore waren sehr wahrscheinlich aus dem Spiel heraus gefallen; zum anderen ist anzunehmen, jede besonders gelungene Aktion von Sefa Yilmaz stärkt sein Selbstvertrauen, was wiederum der grundsätzlich vorhandenen Offensivkraft des MSV Duisburg zugute kommt.

Sicher, ich lese und bekomme es vom FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen in der Pressekonferenz nach dem Spiel bestätigt, der FSV Frankfurt hat nicht gut gespielt. Dennoch vermerkt der Spielbericht im Kicker flüssiges Kombinationsspiel der Frankfurter, und es macht mir große Freude von der stabilen Defensive des MSV Duisburg zu lesen, die dieses flüssige Kombinationsspiel am Strafraum beendete. Ich lese auch vom guten Konterspiel des MSV Duisburg, das zu unpräzise im Abschluss war. Das kennen wir aus dem Saisonverlauf. Heute aber vernachlässige ich erst einmal den unpräzisen Abschluss, weil das funktionierende Kontern trotz der bekannten Ausfälle von wichtigen Spielern eine gute Nachricht ist. Die gelungene Rückkehr von Ivica Grlic in die Mannschaft ist die nächste gute Nachricht vom Samstag. Sein Knie ist noch nicht wieder völlig belastbar, aber es deutet sich sein Einsatz in Berlin an, was bei einem wahrscheinlich aggressiven Pressing der Schalker auf jeden Fall eine große Verstärkung der Mannschaft wäre.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel gehen Milan Sasic und der Trainer des FSV Frankfurt Hans-Jürgen Boysen herzlich miteinander um. Entsprechend des Spielverlaufs und des Ergebnisses zeigt sich Milan Sasic – im Clip bis Minute 1.59 -  zufrieden und merkt leichte Kritik nur für den Anfang der zweiten Halbzeit an. Danach ärgert sich Hans-Jürgen Boysen über das Spiel seiner Mannschaft und “freut sich mehr” über einen Pokalsieger MSV Duisburg als über den der anderen Mannschaft, die noch teilnimmt.

Wenn ich nun an die beiden letzten Spiel der Saison denke, kommt mir das Heimspiel gegen den SC Paderborn wie eine erneute Möglichkeit vor, der Mannschaft des MSV Duisburg bei nur wenig Druck zu weiterer Sicherheit zu verhelfen. Das Spiel gegen den VfL Bochum aber wird dann wahrscheinlich eine anspruchsvolle Generalprobe für das Finale des DFB-Pokals. Der VfL Bochum wird wohl gewinnen müssen, wenn er den dritten Platz erreichen möchte. So erhält der MSV Duisburg die Möglichkeit, ein Spiel zu spielen, das von der Anlage her, dem Spiel gegen den FC Schalke 04 eine Woche später ähnlich sein wird. Benötigt wird eine sehr stabile Defensive und ein Konterspiel, bei dem mindestens einmal der Abschluss klappt. Besser hätte die Vorbereitung auf das DFB-Pokalfinale durch den Spielplan nicht unterstützt werden können.


Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Hier geht es zum Fangedächtnis

Bloglisten


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 48 Followern an

%d Bloggern gefällt das: