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Die schönsten Fußballtorten der Welt – IX: MSV Duisburg

Mit freundlicher Unterstützung von “111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich meine Nähe zum MSV Duisburg auswirkt auf meine Wahrnehmung der Fußballkuchenbäcker-Szene Deutschlands. Mir kommt es jedenfalls so vor, als ob Duisburg zu den Hochburgen des deutschen Fußballkuchen-Backwerkens zählt. In dieser heimlichen Hauptstadt der Konditorenkunst werden nämlich sogar einzelnen Mannschaften des MSV Duisburg die Kuchen gewidmet. Die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg spielte am Wochenende gegen die Alten Herren vom FC Rumeln-Kaldenhausen. Stefanie Gerdawischke hat dieses Spiel zum Anlass genommen, den Mannschaften einen Fußballkuchen zu backen und mir erlaubt, ihr Foto von dem Kuchen hier zu veröffentlichen.

Heute besprochen: Peter Neururer – Die Biografie

Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal über die Biografie von Peter Neururer schrieb, wurde das zur Preview über das Kapitel “MSV Duisburg”. Schon damals deutete ich an, von einer Biografie erwarte ich mehr, zumal der Preis von € 19.90 bei 192 schnell zu lesenden Seiten nicht gerade günstig ist.  Heute nun nachgeholt: die begründetere Kritik.

Die Art und Weise, wie das Buch in der Öffentlichkeit im Oktober vorgestellt wurde, gibt einen ersten Hinweis auf den Inhalt.  Zeitungen war es allemal eine Nachricht wert, dass Peter Neururer seine Biografie vorstellte. Wohlgemerkt, Peter Neururer stellte sie vor, der Autor Thomas Lötz verschwand völlig hinter dem Namen des Trainers. Das wird bei der Lektüre der ersten Seiten des Buches sofort verständlich. Denn dieses Buch ist keine Biografie im eigentlichen Sinn. Thomas Lötz ist nicht mehr als der namentlich genannte Ghostwriter einer Autobiografie.  Sie wird nur in der Dritten Person Singular erzählt, doch verschwindet diese Differenz zum Ich von Peter Neururer mit den ersten Sätzen im Buch.

Peter Neururers Biografie beginnt mit einem kurzen zusammenfassenden Abschnitt über Kindheit und Jugend, um sofort zum Wesentlichen zu kommen, dem anekdotenhaften Erzählen über seine Tätigkeit als Trainer. Begonnen hat er seine Karriere als Co-Trainer von Horst Hrubesch bei Rot-Weiß Essen. Sie kannten sich vom gemeinsamen Trainer-Lehrgang an der Sporthochschule Köln. Damit ist die Richtung dieser Biografie vorgebeben. Harmlose Anekdoten aus der Fußballwelt, kombiniert mit ein paar Fakten der Trainerkarriere und immer wieder eingestreut, damit das Ganze lebendiger wird, Dialogpassagen von Neururer mit Personen, denen er während seiner Karriere begegnet ist.

Wer also Peter Neururer bei seinen Anekdoten sonst gerne zuhört, wird gut bedient. Wem Peter Neururer mit seinem flapsigen Reden schon immer auf die Nerven gegangen ist, wird auch das Buch schreiend in die Ecke werfen. Der Biografie fehlt jegliche reflektierende Distanz zum vergangenen Geschehen. Eine weiterführende Einsicht gibt es nicht. Wir gleiten über die Oberfläche vom Geschehen hinweg. Dieses Geschehen kann man glauben und es auch sein lassen, denn eins ist gewiss, bei allem was geschah, kommt Peter Neururer immer gut weg.

Ganz selten klingt ein allgemein gehaltener, etwas nachdenlicher Ton an. Krisen können eben nicht ganz geleugnet werden, doch im Grunde bügelt “uns Peter” die Widersprüche seines Lebens vor allem mit einer das Buch durchziehenden Standardselbstbeschreibung glatt: Peter Neururer steht zu seinem Wort.

Wie sehr er zu seinem Wort steht, lässt ein kurzes Gespräch erahnen das Peter Neururer zu seiner Zeit beim 1. FC Köln mit dem damaligen Präsidenten Klaus Hartmann angesichts der anstehenden Verpflichtung von Karl-Heinz Rühl als Sportdirektor geführt haben will. Wir wissen vor dem Gespräch schon, Peter Neururer hält Karl-Heinz Rühl wegen befürchteter Illoyalität für keinen geeigneten Sportdirektor:

“Herr Präsident, wenn Calli Rühl hier Sportdirektor wird, dann können sie meinen gerade verlängerten Vertrag sofort zerreißen.”

“Herr Neururer, ich bitte Sie”, sagt Hartmann, “arbeiten Sie mit Herrn Rühl vertrauensvoll zusammen. Stellen Sie Ihre persönliche Abneigung hintenan. Hier zählt an allererster Stelle der 1. FC Köln.”

“Einverstanden”, sagt Neururer.

Hier fallen Oberflächlichkeit der Selbstdarstellung und handwerkliches Ungeschick des Biografen zusammen. Diese kurze Stelle wirkt wie eine der Anekdoten, wie sie Eckhard Henscheid zu seinen Titanic-Zeiten häufig verfasste.  Ein Geschehen mit einer prominenten Person wird erzählt, das vorgibt auf etwas Allgemeines zu verweisen. Bei näherem Betrachten aber fällt alles in sich zusammen. Mit dem Unterschied, in Peter Neururers Biografie ist das alles ganz ernst gemeint ist. Denn eigentlich kollidiert hier das Bild von Peter Neururer, dem Geradlinigen, mit jenem Peter Neururer, der für die große Sache die eigenen Interessen zurücksteckt. Aus dem Konflikt zwischen zwei vorgeblich so starken Lebensprinzipien  wird mit einem einzigen Wort die Luft rausgelassen. Da gibt es kein Zweifeln, da gibt es keine Irritation. Da gibt es nichts außer der Behauptung, dass alles so war, wie es gewesen ist, und das ist banal.

Wenn Peter Neururer dann mal von sich selbst wegrückt und etwas erzählen könnte, was einen wirklichen Blick hinter die Kulissen gewährte, will er es sich mit niemanden verscherzen. So erwähnt er das schwierige Verhältnis des 1. FC Köln zu den lokalen Printmedien. Auch Peter Neururer, so empfand er es, wurde die Arbeit schwer gemacht, weil im Express etwas stand, was nicht stimmte. Nun ließe sich allerlei Interessantes dazu erfahren, wenn Peter Neururer seine eigene Rolle in dem Mediengeschehen mitbedenken würde. Das geschieht natürlich nicht. Wir erfahren nur, es gibt Studienfreunde, die nun beim Express arbeiten, die er mal eben anrufen kann, um zu hören, wie die Stimmung so ist. Das sind also schon mal nicht die Bösen. Dann gibt es den altgedienten Haus-und-Hof-Journalisten des Express beim FC, den Neururer wegen dessen Arbeit respektiert. Der habe nie irgendwelche Behauptungen in die Welt gesetzt, die nicht recherchiert gewesen wären. Der gehört also auch nicht zu den Bösen. All diese Boulevard-Journalisten sind also eigentlich ganz nette Kerle. Nur komisch, dass im Express dennoch die Sachen stehen, die einfach nicht stimmen. Da staune ich natürlich, ob der menschenunabhängigen Intelligenz und Schaffenskraft der Boulevardzeitung. Die Biografie gerät da zum Science-Fiction-Roman. Peter Neururer als Opfer von Maschinenintelligenz?

Wie gesagt, solche Ungereimtheiten werden den Anekdotenfreund nicht stören. Man darf eben nur nichts wirklich Erhellendes aus dem Leben eines Bundesliga-Trainers erwarten. Nebenbei bemerkt, ich sehe auf dem Schutzumschlag das “11 Freunde”-Gütesiegel “empfohlen von” und staune, auf welchen Büchern das inzwischen überall zu finden ist.

2012-12_Neururer_Biografie

Thomas Lötz: Peter Neururer. Aus dem Leben eines Bundesliga-Trainers. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2012. 192 Seiten. € 19,90.

Die schönsten Fußballtorten der Welt III – MSV Duisburg

Mit freundlicher Unterstützung von “111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Da “111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss” diese Sammlung der schönsten Fußballtorten der Welt so nachhaltig unterstützt, gehört es sich, knapp eine Woche vor dem Abend zum Buch als Heimspiel im Duisburger Steinbruch Ausschau zu halten nach den Torten, die dem Verein, um den es hier so oft geht, gewidmet sind. Bewegtbilder habe ich nicht gefunden. Deshalb bleibt es jedem selbst überlassen, wie lange er sich beim Blick auf die Fotos in die kunstfertigen Details der Torten vertiefen möchte.

Ob es zu Sponsor Kärchers Zeiten schon Early Adopter der Digitalkamera gab? Gab es damals den Begriff für die Technik-Konsumenten überhaupt schon? Die Digitalkamera gab es zwar schon, aber sehr viel mehr als PCs konnte man Anfang der 90er doch gar nicht early adopten. Dachte  ich gerade beim Hochladen des Fotos, das samt Torte gerade mal knapp ein Jahr alt ist. Die Idee zur Geburtstagstorte für Ferry Schmidt hatte Nicki Be beim Benefiz-Spiel für die Opfer des Loveparade-Unglücks vom MSV Duisburg gegen den FC Schalke 04.


Als Vorlage für das Marzipan-Dekor diente das Lieblingsfoto von Ferry Schmidt, das sich auch als Profilbild auf seiner Facebook-Seite findet.

Eine weitere Geburtstagstorte, dieses Mal für einen MSV-Fan, findet sich von Lamiel geschaffen beim Torten-Talk.

Sogar eine Hochzeitstorte hat es schon gegeben. Auch hier war Nicki Be beteiligt beim Modellieren der Marzipan-Rosen. So wurde die Torte ein  Gemeinschaftswerk von ihr und Nina K.

Wieder großartig: Hermann Gerland im Bochumer Schauspielhaus

Wem von den Querelen im Vorstand des MSV Duisburg heute Morgen die Laune verdorben ist, der kann hier jetzt schnell weiterklicken zu diesem Mitschnitt von Hermann Gerlands Talk-Auftritt im Bochumer Schauspielhaus anlässlich von “100 Jahre anne Castroper”. Ich habe da gerade meine alte Liebe zu ihm aufgefrischt. Und ich garantiere euch mit Hermann Gerlands Erzählungen über Jungprofis in der Gegenwart und Gewichtsproblemen, die als “Weiberarsch” erkennbar sind, wird euch der Tag schöner. Jeder halbwegs an Fußball interessierte Mensch sollte Hermann Gerland stundenlang zuhören können. Dieser Mann besitzt so viel Humor, Lebensklugheit und Fußballwissen. Er strahlt Herzenswärme aus bei gleichzeitiger Klarheit in seinen Urteilen über die Wirklichkeit. Und wer den Fußball tatsächlich nur aus Zebra-Perspektive im Blick hat, für den fallen auch zwei Nebensätze zum Duisburger Publikum ab.

Für Worte zu den Entwicklungen auf der Vorstandsebene fehlt mir heute die Zeit. Da müsste tiefer gebohrt werden, damit mehr bei rumkäme, als meine Hoffnung, dass diese Machtspiele inhaltliche Gründe haben, mit deren Weiterverfolgen der Verein vielleicht seine finanziellen Schwierigkeiten in den Griff bekommt. Gegenseitige Abneigung, Eitelkeiten und persönliche Interessen als Hintergrund dieses Konflikts wären ein Desaster.

Saisonvorbereitung – Zweitligavereine wünschen heimlich Aufstockung der Bundesliga ab Saison 2012/2013

Erreichbare Ziele setzen. Das ist eine Grundbedingung für Erfolg. Weder überfordern noch unterfordern, heißt nicht nur die beste Richtschnur beim Lernen. Auch außerhalb von Schulen wäre es schön, wenn sich jede anstehende Aufgabe im Niveau ganz leicht über dem bereits vorhandenen Leistungsvermögen befände. Nie wäre etwas langweilig. Niemals geriete man in Bedrängnis, etwas nicht zu schaffen. Das Leben bestünde aus einem Rundum-Sorglos-Paket von gut abgefederter Weiterentwicklung.

Doch immer tauchen da andere Menschen auf, die einen beim Weiterkommen stören. Besonders stören sie dann, wenn Ranglisten gebildet werden und Tabellen. Denn dann gibt es für Ziele immer auch ein paar Anwärter mehr als Plätze vorhanden sind, und schon können Ziele noch so sehr punktgenau knapp oberhalb des Leistungsvermögens angesetzt werden, das Scheitern wird unweigerlich auf jemanden zukommen.  Zielbestimmung in Konkurrenzsituationen bleibt also einerseits notwendig, andererseits gefährdet diese Zielbestimmung vielleicht bereits den möglichen Erfolg. Ganz zu schweigen davon, wenn noch andere bei dieser Zielbestimmung mitmischen wollen. Dann heißt es für Verantwortliche in den Vereinen, schnell Meinung machen.

Milan Sasics Stellungnahme etwa war spätestens Ende Juni gefordert, als in den Redaktionsräumen vom Kicker die Sportjournalisten die vom MSV Duisburg eingehenden Pressemitteilungen über Spielerneuverpflichtungen kaum mehr  abarbeiten konnten. Die Arbeitsüberlastung ließ sie zum pauschalen Urteil finden, der MSV Duisburg sei endgültig zu einem Aufstiegskandidaten geworden. Milan Sasic gab sein bestes: „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.” Milan Sasic konnte sich auf alte Vorhaben berufen. Drei-Jahres-Plan hieß das Ganze, als noch der Ex die Interviews gab. Und wenn Milan Sasic die ersten sechs Mannschaften erwähnt, wollen wir nicht vergessen, auf diese ersten sechs Mannschaften warten auch der erste, zweite und dritte Tabellenplatz. Es ist ja nicht so, dass in Duisburg nach Siegen gesagt würde: “Och nö, lasst das mal lieber mit den drei Punkten für uns, nachher bleiben wir noch zweiter und das haut uns unsere Aufstiegspläne kaputt.” Da sind wir in Duisburg doch flexibel genug, mitzunehmen, was sich anbietet.

Andere Vereine können da sehr viel weniger flexibel sein. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig sind es nur drei Vereine, die das große Ziel der kommenden Saison für die 2. Liga auch wirklich aussprechen. Sie waren entweder schon lange genug flexibel oder hinken ihrem Plan schon ein Jahr hinterher oder brauchen keine Pläne, weil sie gar nicht da sind, wo sie meinen, hinzugehören. Da ist es wieder, das Problem mit den anderen Menschen. Mindestens ein Verein von den dreien wird scheitern beim Streben nach dem sicheren Aufstiegsplatz.

SpVgg Greuther Fürth
“Doch mit dem ansonsten weitgehend unveränderten Kader soll es vielleicht schon 2011/12 endlich klappen mit dem großen Ziel Aufstieg. «Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass ich das in meiner Zeit in Fürth mal erleben darf», sagte Manager Rachid Azzouzi. «Jeder in diesem Verein will das mit jeder Faser seines Körpers.»
dpa-Meldung in
Süddeutsche Zeitung – 16.5. 2011

VfL Bochum
“Der neue Sportchef Jens Todt hat den Aufstieg des VfL Bochum in die Fußball-Bundesliga als das erklärte Ziel bezeichnet.

Der Westen, 3.6.2011

Eintracht Frankfurt
“Es wird nicht einfach werden, aber wir haben ein Ziel, wir wollen aufsteigen.”
Armin Veh, Trainer -
  hr-online.de, 31.5.2011

In Frankfurt, Bochum und Fürth werden für die Saison 2011/2012 also klare Ansagen gemacht. Andere Vereine versuchen sich gleich dem MSV Duisburg an dem Balanceakt, die Kräfte für Aufstiegsanstrengungen zu bündeln, ohne dass die eine einzige Erwartung hemmungslos herumzutollen beginnt.

FC St. Pauli
Mit Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft dabei, die ähnlich wie zuletzt Hertha BSC der Top-Favorit ist. Kommt Gladbach runter, werden auch sie dazu gehören. Greuther Fürth sagt jetzt schon, dass sie den Aufstieg unbedingt schaffen wollen. Cottbus und Duisburg sind ebenfalls mit dabei. Das heißt aber nicht, dass wir die nicht packen können. Wir wollen oben mitspielen. Es wird kein Selbstläufer und wir sind realistisch. Aber es ist alles möglich.
André Schubert, Trainer – spox.com, 17.5. 2011

FC Energie Cottbus
“Lautet das langfristige Ziel Aufstieg?

Natürlich. Cottbus gehört aber nicht zu den Vereinen, die vor der Saison sagen können, dass sie in die Bundesliga wollen. … Wir können nur aufsteigen, wenn wirklich alles passt. Das kann man aber leider nicht planen
“.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer – Eckball-Magazin, 20.5.2011

Alemannia Aachen
Eine Steigerung strebt auch für Benjamin Auer an. «Als ich im vergangenen Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich gerne mit der Alemannia aufsteigen möchte. Dabei bleibe ich», sagte der Stürmer. «Vielleicht können wir in der neuen Saison die Qualität im Kader noch weiter steigern, damit dann die Plätze 3 bis 6 in der Abschlusstabelle möglich sind. Und dann bleibt ja noch mein drittes Jahr», so Auer: «Spätestens dann geht’s um Platz 1 bis 3.»
Aachener Zeitung, 12.5.2011

Nach der Saison 2011/2012 werden DFL und DFB allerdings nicht mehr daran vorbeikommen, die Bundesliga aufzustocken. Sonst werden deutschlandweit Hoffnungen enttäuscht und tiefe Depressionen werden unzählige Fußballfans arbeitsunfähig machen. Dann sollen ja nicht nur die Pläne oben genannter Vereine Wirklichkeit werden, dann wird auch mit jenen Vereine zu rechnen sein, die im Moment noch auf Wachstum setzen und sich über die deutsche Sprache freuen, in der die wunderbaren Wörter mittelfristig und langfristig die konkrete Zielbeschreibung in die Zukunft verlagern helfen.

TSV 1860 München
In drei Jahren möchen wir in der ersten Liga sein.
Hasan Ismaik, Großinvestor und Anteilseigner TSV 1860 München KgaA   Süddeutsche Zeitung, 8.6.2011

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist eine wahnsinnig attraktive Stadt, die sehr viel bietet. Die hat einfach Erstliga-Fußball verdient. Dafür arbeiten wir. Klar, ich würde mit Fortuna sehr gerne aufsteigen, das ist das mittelfristige Ziel.
Wolf Werner, Manager – Express, 13.6.2011

Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig besitzt im deutschen Fußball einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es unser logisches Ziel ist, in der Bundesliga zu spielen. Allerdings wollen wir uns in den kommenden Jahren erstmal in der 2. Bundesliga etablieren. Denn wichtig ist auch, dass man sich in einem realistischen Zeitplan bewegt. Und ein solcher Zeitplan für die Zukunft existiert selbstverständlich auch bei Eintracht Braunschweig.”
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer  – sportschau.de, 10.4.2011

FC Ingolstadt
Nun, ich habe eine ähnliche Situation beziehungsweise Entwicklung schon beim FC Augsburg erlebt. Als ich damals dorthin gekommen bin, war der Verein noch in der dritten Liga und hatte wenig Zuschauer. Sechs Jahre später sind sie nun in die Bundesliga aufgestiegen. Ich denke schon, dass man beide Klubs etwas miteinander vergleichen kann: Beide haben eine Perspektive nach oben – und auf Ingolstadt bezogen sollte es in nächster Zeit auf alle Fälle machbar sein, dass man in der 2. Bundesliga zumindest eine sehr gute Rolle und künftig nicht mehr gegen den Abstieg spielt. Was darüber hinaus noch möglich ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
Leo Haas, Neuzugang Saison 2011/2012 (offensives Mittelfeld) – Augsburger Allgemeine, 9.6.2011

FC Erzgebirge Aue
„Ich habe den Traum, mit Aue mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen und damit Einzigartiges für den Verein und die Region zu schaffen“.
Marc Hensel, Spieler (defensives Mittelfeld) – zitiert nach dpa-Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 2.6.2011

SG Dynamo Dresden
Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein. Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern da gehört der gesamte Verein dazu. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern.
Hans-Jürgen “Dixie” Dörner, Berater – sid-Interview im RevierSport, 18.5.2011

So richtig zu Hause in der 2. Liga fühlen sich im Moment nur fünf Vereine.

1. FC Union Berlin
Es kann uns auf Dauer nicht genügen, drei oder vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Die Mannschaft muss sich ebenfalls entwickeln“, sagt Zingler. „Dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Das Wort Bundesliga wurde von Unions Präsidenten bewusst vermieden, Union soll auch in Zukunft „langsam wachsen
.
Dirk Zingler, Präsident – Tagesspiegel
, 18.5.2011

FC Hansa Rostock
“Ich bin keiner, der sagt, dass er eine Mannschaft in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln will. Fußball ist ein Ergebnissport, und ich orientiere mich immer an der Realität. Wenn wir es vom ersten Spiel an schaffen, von den Abstiegsrängen entfernt zu bleiben, kommt die Entwicklung automatisch.”
Peter Vollmann, Trainerkicker.de, 25.5.2011

Karlsruher SC
Wir werden wieder ein schweres Jahr haben, was nicht heißt, dass wir nicht ein Stück nach oben rutschen können. Aber die Liga wird brutal schwer. Mit Braunschweig und Rostock kommen sehr gute Aufsteiger. Von oben kommen St. Pauli und Frankfurt. Die Liga wird viel stärker. Da kann niemand ernsthaft erwarten, dass wir mit den oben genannten schwierigen Rahmenbedingungen sofort nach vorne durchstarten. Wir sind unten und wir müssen uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten.
Rainer Scharinger, Trainer – Pforzheimer Zeitung, 18.5.2011

SC Paderborn
… Der SC Paderborn hat Mühe, mit dem Mini-Etat die 2. Liga zu halten …
Roger Schmidt, Trainer – Westfalen-Blatt, 4.6.2011

FSV Frankfurt
“Insgesamt 13 Neuzugänge muss Trainer Hans-Jürgen Boysen in diesem Jahr integrieren. “Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zur Vorsaison einen stärkeren Kader haben” zeigte sich der Coach aber durchaus optimistisch. Am Saisonziel Klassenerhalt habe sich dennoch nichts geändert, wie Geschäftsführer Uwe Stöver betonte: “Die Mannschaft und das Umfeld muss dafür viel Geduld und Herzblut aufbringen, damit wir dieses Ziel zusammen erreichen können.”
hr-online.de, 18.6.2011

Der Unterbau der Bundesliga wird in Zukunft wohl also nur noch aus sieben Vereinen bestehen, von denen fünf irgendwann den Rückzug in die Dritte Liga vorziehen. Dann wären die übrig bleibenden zwei Bundesligaabsteiger für ein Jahr endlich da, wo wir alle hin wollen. Selbstbestimmt könnten sie die Zielsetzung für die Saison gemäß des eigenen Leistungsvermögens ansetzen, ohne den Aufstieg und damit die eigene Weiterentwicklung durch zu viel Druck zu gefährden.

Leser fragen – Kees Jaratz antwortet: Das DFB-Pokalfinale

Die beliebte Ratgeber-Rubrik dieser Seite “Leser fragen – Kees Jaratz antwortet” widmet sich bis zum Pokalfinale am Samstag natürlich nur einem: dem Pokalfinale. Im Moment führen über Google täglich Fragen zu diesem Spiel hierher und, wie schon einmal gesagt, wer hier landet, soll nicht vergeblich gekommen sein. Ich weise gerne auch noch einmal darauf hin: Wer seine Fragen lieber genauer stellen möchte, als es die Google-Gepflogenheiten erlauben, kann auch direkt Kontakt mit mir aufnehmen.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt): In welchem Trikot spielt der MSV am 21. Mai 2011?

Lieber anonymer Google-Nutzer, die Mannschaft vom MSV Duisburg wird in den blau-weiß gestreiften Zebra-Trikots auflaufen, das heißt in den Heimspieltrikots. Was sich übrigens keineswegs zwangsläufig daraus ergab, dass der MSV Duisburg schon bald nach den Halbfinalergebnissen vom DFB durch Losentscheid zur Heimmannschaft bestimmt wurde. Dieser erste Losentscheid hatte nur den Zweck, die Spielpaarung des Finales in einheitlicher  Form kommunizieren zu können. Die sich normalerweise aus dem Status der Heimmannschaften ergebenden Rechte wurden mit einem zweiten Losentscheid am 16. März beim “DFB-Pokal-Finalisten-Meeting” in Berlin vergeben. Hierbei gewann der MSV Duisburg den Losentscheid und wählte daraufhin das Trikot sowie die Umkleidekabine. Nach dieser zweifachen Wahl wurde die Entscheidung für die Aufteilung der Fans innerhalb des Stadions dem FC Schalke 04 überlassen. Der MSV Duisburg informierte über die zweite Auslosung hier.

Verschiedene anonyme Google-Nutzer (Alter unbekannt): Welcher Spieler des MSV Duisburg hat schon einmal den DFB-Pokal gewonnen?

Ivica Banović weiß, wie man sich als Pokalsieger fühlt. Als Werder Bremen in der Saison 2003/2004 das Endspiel gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen gewann, gehörte Ivica Banović zum Kader des Vereins. Eingesetzt wurde er allerdings nur in den Pokalspielen der 1. Runde und des Achtelfinales. In der Saison 2006/2007 spielte er beim 1. FC Nürnberg und wurde im DFB-Pokalfinale in der 115. Minute eingewechselt. Der 1. FC Nürnberg siegte gegen den VfB Stuttgart nach Verlängerung mit 3:2.

Filip Trojan gehörte zum Spielerkader vom FC Schalke 04 in der Saison 2001/2002, als der FC Schalke 04 den DFB-Pokal mit einen 4:2-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen gewann. Allerdings wurde er in keinem Spiel der Saison eingesetzt und gehörte nicht zum 18er-Kader des Pokalspiels.

Auch Ivica Grlic kennt die Atmosphäre in Berlin, auch wenn er bislang noch nicht als Pokalsieger vom Platz ging. Für jene Aachener Mannschaft, die in der Saison 2003/2004 das Pokalfinale verlor, stand Ivo auf dem Platz. Wenn mich zudem nicht alles täuscht, ist auch der Pressesprecher des MSV Duisburg Martin Haltermann darin geübt, den Medienandrang nach Pokalsiegen abzuarbeiten. Als der 1. FC Nürnberg Pokalsieger wurde, arbeitete er dort in gleicher Funktion wie nun beim MSV.

Außerdem gibt es im derzeitigen Kader drei Spieler des MSV Duisburg, die bei Pokalsiegern anderer Nationen gespielt haben. Branimir Bajić spielte von 2000 bis 2007 mit einer kurzen Ausleih-Unterbrechung für FK Partizan Belgrad und gewann mit dem Verein den serbischen Pokalwettbewerb in der Saison 2000/2001. Ebenfalls in dem Verein spielte Srdjan Baljak schon ab 1996 als Jugendspieler. Er erlebte somit nicht nur den Pokalerfolg 2001/2001 mit, sondern auch den Pokalerfolg der Vorsaison 1999/2000.

Auch wenn Mihai Tararache für den MSV Duisburg sehr wahrscheinlich nicht mehr spielen wird – wer weiß, wer sich noch verletzt -, zum Kader des Vereins gehört er dennoch, und es soll nicht vergessen werden, dass auch er in der Saison 2004/2005 mit dem FC Zürich Sieger im Schweizer Cup wurde.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt); sehr wahrscheinlich vermutlich ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle vom FC Schalke 04 im Auftrag von Vorstandsmitglied Horst Heldt (41), der neben seinen Aufgaben im sportlichen Bereich mal kurz Aufgaben im Unternehmensfeld Kommunikation abarbeitete: Wie schreibe ich eine vorübergehende Schließung wegen Trauerfall?

Lieber Horst Heldt, ich kenne Sie als Mann wohlfeiler Worte und nehme an, so unglücklich drücken Sie sich nicht aus, wenn Sie sich für den Ernstfall rüsten wollen. Es wird einer Ihrer Mitarbeiter gewesen sein. Die junge Generation braucht manchmal noch ein wenig Übung beim Ausformulieren längerer Sätze. Ich glaube aber Sie richtig zu verstehen. Der Schock in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 wird bei einer Niederlage der Mannschaft des Vereins im Pokalfinale zu groß sein, um die anfallende Tagesarbeit zu bewältigen. Sie werden in sich gehen müssen und Zeit und Ruhe zum Trauern brauchen. Womöglich werden Ihnen erste Gedanken kommen, wo Geld einzusparen ist, da der Verein an keinem europäischen Wettbewerb teilnehmen kann. Ich schlage deshalb vor, sogleich am kommenden Montag mit dem Sparen zu beginnen. Ihre Frage geht doch dahin, wie Sie die Öffentlichkeit darüber informieren sollen, dass die Geschäftsstelle wegen des Trauerfalls “Niederlage im Pokalfinale” geschlossen bleibt? Ich empfehle ein einfaches, handbeschriebenes Pappschild an die Tür zu kleben: “Wegen Trauerfall geschlossen”.  So einfach ist das und so kostengünstig. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Schalker Spieler ja sogar ermuntern, die Worte niederzuschreiben.  So ein selbst verfertigtes Zeugnis mit der Originalschrift eines echten Vizepokalsiegers könnte alle zu Herzen rühren, die vor der verschlossenen Tür der Geschäftsstelle stehen. Der erste Ärger wäre gelindert, und kein Krakeler würde ihre Gedanken stören, wie es weitergehen wird mit Gazprom, Schulden, Rangnick, Raúl, dem Torwart ohne Namen und was Ihnen sonst noch alles auf der Seele lastet.

Den Ruhrschnellweg mit Fußball entlanggebloggt

Wenn ich zwischen dem Blick auf eine Landkarte und dem auf die entsprechende Landschaft wählen muss, gewinnt die Landkarte. Der Blick von oben erschließt Zusammenhänge und bildet Identitäten. Wenn ich die A 40 als Ort des Still-Leben Ruhrschnellweg im Netz entlang surfe, um mir anzusehen, wer am Sonntag so dabei ist, sehe ich Stadtteile eines größeren Verbundes. Wir wissen alle, im Alltag dieser Städtelandschaft ist das keineswegs so eindeutig, und egal wieviel Kultur und Symbolik als Gemeinschaftswerk produziert wird, das alles bleibt sinnlos, ohne entsprechendes Handeln auf politischer Ebene.  Zudem frage ich mich mit meinem Blick von außen, ob es überhaupt genügend Bürger dieser Region gibt, die ein wirkliches Interesse an so einer Einheit haben.

Was mich nun nicht daran hindert, in mir selbst diese Einheit immer mal wieder intensiv wahrzunehmen. Als ich heute die A 40 entlang surfte, kamen mir bei den entsprechenden Städten auch die dazu gehörigen Blogger in Sachen Fußball in den Sinn. Als Karte habe ich so eine Ruhrgebiets-Landschaft des Fußball-Bloggens noch nicht hinbekommen. Aber anlässlich des Still-Leben Ruhrschnellweg wollte ich die Blogger doch zumindest auflisten und zur Orientierung die A-40-Still-Leben-Segemente zuordnen.

Die Zielsetzung des Literaturbüros  Ruhrgebiet aufgreifend habe ich Fußball-Blogger aufgelistet, die entweder im Ruhrgebiet leben oder Blogger, die sich dem Ruhrgebiets-Fußball thematisch widmen. Thema ging bei der Einordnung vor Wohnort. Der letzte Beitrag sollte nicht länger als zwei Monate zurück gelegen haben – Ausnahme: RWO qua Alleinstellung und Versprechen für die kommende Saison. Wer auch immer sein Fehlen beklagt, mache sich bemerkbar. Wer mehr weiß, ergänze, so er mag.

Von West nach Ost sieht das folgendermaßen aus:

Duisburg Häfen – Autobahnkreuz Kaiserberg

Ein Zebra in der Achterbahn – Der MSV Blog

Rolf das Zebra schreibt (MSV Duisburg)

Zebrastreifenblog – Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus (MSV Duisburg)

Trainer Baade

OberhausenMülheim Heimaterde

RWO-Fanblock (Rot-Weiß Oberhausen – unregelmäßig und in Verantwortung des Vereins?)

Essen Frohnhausen – Essen Kray

Im Schatten der Tribüne (Rot-Weiß Essen)

Gelsenkirchen Süd

Auswärtssieg. … is wie wennze fliechs … (FC Schalke 04)

Königsblog. Über König Fußball im Allgemeinen und Königsblau im Besonderen (FC Schalke 04)

Turnhallengeruch. Kalter Schweiß, Gummifußboden (FC Schalke 04)

Web.04. Blog (FC Schalke 04)

Schalkefan – Am Samstag um halb vier war die Welt noch in Ordnung

Bochum Wattenscheid – Bochum Werne

18:48 - Mein Blick auf den VfL Bochum und darüber hinaus

Der freie Blog der Fantastic Supporters (VfL Bochum)

Der blaue Kanal (VfL Bochum)

Scudetto – Fußball und das Leben. Ben Redelings

Dortmund Lütgendortmund – Dortmund Märkische Straße

Any given weekend (Borussia Dortmund)

Boisseree’scher Blog (Borussia Dortmund)

Hamburg Schwartz Gelb -  Über den Versuch eines Hamburger BVB-Fans Job, Fußball und Frau in Einklang zu bringen (Borussia Dortmund)

Am Sonntag dann strafe ich meinen Einleitungssatz Lügen und bevorzuge die Wirklichkeit der A 40. Am Tisch 34 im Block 8 bei km 42,2 werde ich hoffentlich viele Stimmen sammeln, die das Fan-Gedächtnis des MSV Duisburg anwachsen lassen. Der Tisch steht zu Beginn des Kreuzes Kaiserberg, und Zebra-Maskottchen Ennatz wird ebenfalls vor Ort sein. Der MSV Duisburg möchte das Projekt auf diese Weise unterstützen. Damit Besucher der A 40 ihre MSV-Erinnerung mir erzählen können, müssen sie mich schließlich erst einmal an der “längsten Tafel der Welt” wahrnehmen.

MSV-Umfeld mit großer Zukunft? – Kein Selbstlob, sondern Ansporn für den Verein

Ich stehe vor der schwierigen Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass am Montag der MSV Duisburg in der deutschsprachigen WordPress-Welt am frühen Morgen das  Thema des angesagtesten Beitrags gewesen ist. Eine schwierige Aufgabe ist das deshalb, weil es vielleicht bei dem ein oder anderen zu dem Missverständnis führt, hier würde doch nur jemand versuchen, sich selbst zu promoten. Davon bin ich als Verfasser dieses angesagtesten Beitrags aber weit ab. Mir geht es nur darum, dass alle Welt weiß, der MSV Duisburg ist ein Thema, das manchmal mehr interessiert als alles andere – na gut, in einem eng umrissenen Zeitraum und in der WordPress-Welt. Dass ich zufälliger Weise die Worte über dieses Thema verfasst habe, tut nichts weiter zur Sache. Gerade in dieser Zeit des Übergangs brauchen wir Interessierten am MSV jetzt die Hoffnung. Und Hoffnung speist sich aus Momenten von Größe, so klein sie mancheinem auch erscheinen mögen.

Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen. Bei der Bearbeitung von Screen-Shots hat sich auch das MSV-Umfeld noch nicht erstligareif gezeigt.

Niederländisch für Fortgeschrittene: De Hollandse Franz Beckenbauer

In unserem Sprachkurs Niederländisch für Fortgeschrittene lesen wir heute einen etwas längeren Text des niederländischen Fußball-Journalisten Ron Westerhof über “De Hollandse Franz Beckenbauer”, dessen “loopbaan [...] zich grotendeels in Duitsland afspeelde”. Die älteren Anhänger des MSV Duisburg werden sich an seinen Namen gut erinnern: Es ist Kees Bregman, der heute, einige von Ihnen wissen es, “zijn eigen kapsalon in de multiculturele Bos en Lommerbuurt aan de westkant van Amsterdam” betreibt. Dem Fußball ist er weiterhin als Trainer sämtlicher  “recreatieteams” des Amsterdamsche Football Club verbunden. “Recreatie” bedeutet so viel wie Erholung oder Freizeit. Außerdem sei darauf hingewiesen, Kees Bregmans Verein ist nicht identisch mit dem Amsterdamsche Football Club Ajax. Sollten Sie Verständnisschwierigkeiten haben, empfehle ich das “Wörterbuch Niederländisch” auf der Seite woxikon.de.

Ron Westerhof lässt Kees Bregman selbst zu Wort kommen und es ist beachtenswert, wie in seinen Erinnerungen noch die bekannten, lange kultivierten Gegensätze des deutschen und holländischen Fußballs deutlich werden. “Laufen, laufen” hat sich ihm als Anweisung während seiner ersten Trainingseinheiten beim MSV Duisburg ins Gedächtnis gebrannt. Und Kees Bregman hat die Anweisung von einem “Oost-Duitse Trainer” auf eine sehr eigene und ihn fünftausend Mark Strafe kostende Weise interpretiert. An den Namen des Trainers erinnert er sich anscheinend nicht mehr, Willibert Kremer hat er jedenfalls nicht gemeint. Wenn es einer von euch sofort weiß, verratet es mir, dann brauche ich es nicht nachzurecherchieren.

Außerdem bestätigt er, dass meine Erinnerung an die Mannschaft dieser Zeit nicht nostalgisch verklärt ist: “We hadden een duivels elftal destijds bij Duisburg. Het liep niet over van kwaliteit, maar op basis van inzet en mentaliteit konden we aardig meekomen.” Zudem berühren seine Erinnerungen auch die immer mal wieder aufkommende Doping-Diskussion im deutschen Fußball. In den 70ern jedenfalls war das Captagon in den Umkleidekabinen zur Hand.

Am letzten Spieltag ein vereinsinternes Endspiel

Wenn man beim RevierSport dem internen Link zum MSV Duisburg folgt, wird zurzeit eine kuriose Werbung eingeblendet. Ein Ticket-Vermarkter bietet für das Saisonfinale am 9. Mai Eintrittskarten für das Spiel des “MSV Duisburg vs. MSV Duisburg”. Wir wissen, an diesem Sonntag geht es zum Auswärtsspiel nach Aachen, und in diesen Tagen erzähle ich manchmal guten Freunden mit einem versonnenen Lächeln im Gesicht von meiner Hoffnung,  dass vier- bis fünftausend Duisburger an jenem letzten Spieltag die Mannschaft beim Fernduell um Platz 3 begleiten. Das wäre mal eine Geschichte vom MSV Duisburg mit einer überraschenden Wendung und möglichem Happy-End. Der Ticket-Vermarkter setzt da mehr auf Holzhammer-Symbolik und einen vorhersehbaren Plot für das Saisonfinale: Wenn es darauf ankommt, spielt die Mannschaft des MSV Duisburg erst einmal gegen sich selbst. Eine solche Geschichte kennen die Zuschauer aber in Duisburg. So eine Geschichte wird sich am Ticket-Markt nicht durchsetzen. Da nutzt es auch nicht, wenn der Ticket-Vermarkter sich alle Mühe gibt, das Milieu zu schildern, in dem das Saisonfinale stattfindet. Die Erklärungen zum Ticket-Verkauf wirken bemüht, und die Worte schmecken nach angelesenem Wissen, wenn man auf der Seite des Ticket-Vermarkters folgendes liest:  “Bereits seit der Einführung der Bundesliga, 1963/1964, fanden Bundesliga-Tickets reißenden Absatz. In dieser Liga wird nach einem ausgeklügelten Spielplan verfahren. In jeder Saison gibt es eine Hin- und Rückrunde jedes teilnehmenden Fußballvereins. Mit diesem Verfahren wird sichergestellt, dass alle Vereine zwei Mal in jeder Saison aufeinander treffen. ” Das Spielgerät ist übrigens rund, damit es möglichst widerstandslos über den Rasen rollen kann.


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