Was für eine weitere unangenehme Nachricht auf der MSV-Seite an diesem Tag. Sören Larsen muss also weiterhin im Meisterschaftsbetrieb zu seiner Spielstärke finden. Da bekommt er dann ja viele Gelegenheiten, den dänischen Nationaltrainer zu überzeugen – und natürlich uns hoffentlich einmal zu beeindrucken.
Mit 'Sandro Wagner' verschlagwortete Einträge
Kreuzbandverletzung bei Sandro Wagner
Veröffentlicht 28. September 2009 MSV Duisburg , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: Sandro Wagner, Sören Larsen
Saison 2009/2010 – Fortuna Düsseldorf (H)
Veröffentlicht 1. September 2009 MSV Duisburg , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: Bruno Hübner, Caiuby Francisco da Silva, Chinedu Ede, Fortuna Düsseldorf, Mihai Tararache, MSV Duisburg, Peter Neururer, Sandro Wagner
Um hier ein wenig Freude über den Sieg gestern Abend zu verbreiten, muss ich erst einmal meine Gedanken ein wenig ordnen. Was schwirrt mir nicht alles noch im Kopf herum? Kouemaha, Hübners Arbeit, Sören Larsen, die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld und ein paar Sätze über Fragen der Moral und des Anstands lassen sich auch nicht mehr vermeiden. Die letzten zwei Tage haben mir jedenfalls für die ganze Woche was zum Schreiben gegeben. Denn das will ich doch mal alles schön auseinander halten. Nur dann führen Sätze zu Lesevergnügen und vielleicht sogar zu Erkenntnissen. So kann es heute um nichts anderes gehen als um das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gestern Abend.
In diesem Spiel war es in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht abzusehen, wie sicher dieser Sieg in der zweiten Halbzeit schließlich erspielt werden sollte. Mir hat dieses Spiel jedenfalls gezeigt, warum es in der Zweiten Liga so schwer ist, auch mit einer gut besetzten Mannschaft sicher um den Aufstieg mitzuspielen. Der Unterschied zwischen den spielerischen Möglichkeiten der Zweitliga-Mannschaften ist eben nur gering. Was Fortuna Düsseldorf in den ersten 30 Minuten gezeigt hat, war ein konzentriertes Mannschaftsspiel mit sehr gutem frühem Pressing und sehr schnellem Umschalten auf den Angriff nach Ballgewinn. Der letzte Pass vor das Tor war allerdings oft nicht präzise genug und bei den zwei oder drei Chancen der Fortuna fehlte ihnen das Glück. Mich erinnerte das etwas an den MSV der letzten Saison. Der Unterschied, der letztlich zur Platzierung in der Tabelle führt, ist die Dauerhaftigkeit dieses Spielvermögens. Bei den Mannschaften die es dann doch nicht nach oben schaffen, ist dieses Spielvermögen sehr abhängig vom Spielverlauf und der Belohnung des läuferischen Aufwands durch ein Tor in der ersten halben Stunde. Fällt dieses Tor nicht, wird es für solche Mannschaften eng. Fällt gar ein Gegentor, ist die Niederlage nah und das Unentschieden fast immer nur noch eine Frage des Glücks.
Von dieser Abhängigkeit der eigenen Spielanlage vom Spielverlauf scheint sich der MSV inzwischen unabhängiger gemacht zu haben. Das hat man allerdings gestern weniger sehen können als in den anderen bisherigen Spielen. Gestern sorgte ich mich in den ersten 30 Minuten mehr vor dem Rückstand als dass ich Ansätze zu konstruktivem Spiel sehen konnte. Nervosität in Abwehr und Mittelfeld griff fast von Anfang an um sich, als der MSV feststellen musste, dass die Fortuna nicht gewillt war, die Rolle des ängstlichen Aufsteigers beim Auswärtsspiel anzunehmen. Die Fortuna attackierte den MSV schon in dessen eigener Hälfte sehr früh beim Spielaufbau. Deshalb geriet Adam Bodzek innerhalb kürzester Zeit zweimal so unter Druck, dass er den Ball im Querpass zum Gegner spielte. Es folgten gefährlich Angriffe der Fortuna, denen zu unserer Erleichterung die Sicherheit beim Abschluss fehlte.
Um mich herum wurde bei solchen Fortuna-Angriffen immer wieder auf Frank Fahrenhorst geschimpft. Dieses Urteil kann ich nicht teilen. Ich habe ihn keineswegs als den Schwachpunkt der Verteidigung gesehen. Da habe ich Olivier Veigneau für deutlich schwächer gehalten. Gestern wurde aber überaus deutlich, dass diese Verteidigung noch kein routiniertes Ineinandergreifen bei der Besetzung der Positionen hat. Es entstehen oft Freiräume für die gegnerischen Stürmer, weil die Innen- und Außenverteidiger noch nicht in idealer Weise aus ihrem Verbund der Raumdeckung ausscheren, um die notwendige Verteidigung im Mann gegen Mann aufzunehmen. Dieses Ausscheren des einen und Nachrücken des anderen funktioniert noch nicht. Einer sieht dann in der konkreten Spielsituation immer dumm aus. Das mag Frank Fahrenhorst manchmal sein, gestern vielleicht auffälliger für manchen Zuschauer, weil er zudem etwas langsamer als sein Düsseldorfer Gegenspieler war. Doch der Fehler geschieht früher. Nämlich während der aufeinander abgestimmten Bewegung der Verteidiger, und wer da nun genau wieviel Schuld hat, ist nicht entscheidbar duch die zeitgleiche Bewertung der aktuellen Spielsituation. Dazu bedarf es tatsächlich der nachträglichen Analyse per Video. Da gibt es also noch viel Arbeit für Peter Neururer.
Auch wenn die etwas gefährlicher wirkenden Chancen zunächst von der Fortuna erspielt wurden, der MSV kam schon auch vor das gegnerische Tor. Das Spiel des Vereins aller Vereine entfaltete sich nur zu wenig. Es gab in der ersten Halbzeit kaum einmal ein funktionierendes Kurzpassspiel. Deshalb war es beruhigend zu sehen, als wie durchsetzungsfähig sich Caiuby erwies. Technisch auf sehr hohem Niveau behauptete er immer wieder den Ball gegen zwei, drei Gegenspieler und bei seinem Drehschuss knapp am Tor vorbei bewies er eine Körperbeherrschung, die in Duisburg nicht oft zu sehen war. Natürlich ist er bei hohen Flanken in den Strafraum nicht so präsent wie Kouemaha, obgleich er im Mittelfeld hohe Anspiele sehr gut behauptet. Dennoch glaube ich, dass ein Angriffsspiel, das Caiubys Fähigkeiten berücksichtigt ebenso viele Tore zur Folge haben wird jenes, das auf Kouemaha zugeschnitten war. Denn wieviele Tore hat der MSV nach hohen Flanken in den Strafraum erzielt? Nicht allzu viele, meine ich.
Zum Führungstor des MSV schreibt der „Kicker“ ein „Sonntagsschuss“ habe Duisburg in „Front“ gebracht. Was weder Mihai Tararaches Fähigkeiten noch die Spielsituation richtig beschreibt. Das erste Tor des MSV Duisburg war keineswegs ein „Sonntagsschuss“, weil es erstens eine Vorarbeit gab: Der Ball wurde von Wagner (?) Caiuby nach links abgelegt, nachdem er Verteidiger ausgespielt hatte. Und zweitens kann Mihai Tararache aus dieser Entfernung und Position sehr platziert schießen. Wenn es in der Mannschaft des MSV Duisburg jemanden mit einem harten Schuss gibt, ist er es. Also, keineswegs ein „Sonntagsschuss“ sondern ein mögliches Ergebnis, wenn Spieler des MSV Duisburg ihre Fähigkeiten und Fehler der gegnerischen Abwehr ausnutzen. Denn die freie Schussbahn wurde Tararache dankenswerter Weise gelassen. Dass eine Führung zu diesem Zeitpunkt keineswegs zwingend erspielt wurde, ist eine andere Frage. Die Führung und nicht der Schuss war zu dem Zeitpunkt also ein wenig glücklich.
In der Zweiten Halbzeit begann der MSV energisch das Spiel und es war eigentlich abzusehen, dass sie das zweite Tor erzielen wollten. Die große Chance zum Ausgleich hatte die Fortuna dennoch. Erst ging der Ball nur an den Pfosten, bei dem eher mäßigen Nachschuss stand zufällig noch Tom Starke anderselben Stelle wie vorher und konnte den Ball aufnehmen. Fast sofort danach war das Spiel gewonnen, weil Christian Tiffert nach einem schnell und präzise vorgetragenen Spielzug über drei (?), auf jeden Fall wenige Stationen mit einem Flugkopfball zum zweiten Tor des MSV verwandelte. Dabei weckt das Wort Flugkopfball eigentlich eine falsche Vorstellung von Dynamik und Härte. Tiffert flog zwar durch die Luft, traf aber den Ball ohne viel Kraft und beförderte ihn ins lange Eck, so dass ich wider besseren Wissens für einen Moment fürchtete irgenwoher könne noch ein Abwehrspieler auftauchen und den Ball von der Linie kratzen. Dem war nicht so. Die Fortuna gab auf und der MSV konnte zu zaubern beginnen. Nun ja, nicht ganz zaubern, aber sehr schöne technische Kabinettstückchen von Sandro Wagner und Caiuby. Oder Chinedu Ede setzte sich mit Stochern, beherztem Antritt und erneutem Stochern gegen die drei Gegenspieler direkt um ihn herum durch.
Vor dem dritten Tor nutzte Wagner einen Fehler im Spielaufbau der Fortuna, nahm den Ball und lief den herbeilenden Verteidigern davon, um souverän zu vollenden. Es ist schon lange her, dass ich in der 70. Minute an einem Sieg des MSV nicht mehr zweifelte. Und auch die sportliche Führung zweifelt nicht mehr – und zwar über die Ziele. Das waren deutliche Worte vor dem Spiel von Bruno Hübner. Wir wollen aufsteigen. Vor der Saison hieß das noch anders. Das hieß „oben mitspielen“. Wie der MSV in den ersten vier Spielen aufgetreten ist, zeigt mir, dieses Mal sind das keine leeren Versprechungen. Bruno Hübner und Peter Neururer meinen es ernst und sie leisten ihren Teil dazu, dass das Vorhaben Wiederaufstieg in dieser Saison gelingen könnte.
Und noch eins, ich habe den Eindruck, das Publikum merkt die Ernsthaftigkeit dieses Bemühens. So viel Vorschussbeifall hat es auch schon sehr lange nicht mehr im Stadion gegeben. Da gab es eine Erwartung auf ein Fußballfest. Und auch das ist neu. In den letzten Jahren wurde solch eine Stimmung immer wieder enttäuscht. Es gab diese Spiele nach überraschenden Auswärtserfolgen und dem allmählichen Herantasten an gute Tabellenpositionen, Spiele, in denen das Stadion wieder voll wurde und jedes Mal wurde im Heimspiel dann eine mäßige bis schlechte Leistung gezeigt. Nach einem Spiel wie gestern werden Zuschauer wieder kommen, die nicht ohnehin jedes Heimspiel kommen. Die Zeichen mehren sich, dass wir diesem MSV allmählich wieder vertrauen können.
Auswärts beim FC St. Pauli oder Die Spielbewertung herauslesen
Veröffentlicht 24. August 2009 MSV Duisburg , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: FC St. Pauli, Frank Fahrenhorst, Olivier Veigneau, Sandro Wagner
So groß ist meine Familie nun auch nicht, und nun kam es schon zum zweiten Mal in diesem Jahr zum Zusammentreffen von bedeutender Familienfeier und Spiel des MSV Duisburg. Alles nur Schuld dieser so kurzfristig terminierten Spieltage, da ich beim Datum der Familienfeier sogar ein wenig Mitspracherecht hatte. Und da das Samstagspiel in dieser Saison zudem so früh stattfindet, gab es nicht einmal die Möglichkeit, eine Radioreportage zu verfolgen. Zu Beginn einer Feier geht das einfach nicht.
Deshalb Meinung bilden wie in alten Zeiten beim Lesen von journalistisch inspirierten Spielberichten bei RevierSport, Kicker, Rheinische Post, Der Westen; von Blogs: Tina oder von Augenzeugenberichten im MSVPortal. Aus dieser Melange von Fakten und unterschiedlichen Meinungen schließlich Schlüsse ziehen. Das ist in diesem Fall gar nicht so schwierig, weil die Bewertung des Spiels nur in wenigen Fällen auseinander geht. Ein paar Mal lese ich etwas von Enttäuschung, weil aus dem Überzahlspiel bei einer empfundenen Überlegenheit des MSV in der zweiten Halbzeit mehr hätte herausspringen müssen. Lese ich aber gleichzeitig auch von den Chancen St. Paulis in der ersten Halbzeit und der Riesenmöglichkeit zum 3:1, denke ich eher, Leute, seid zufrieden. Das Ergebnis ist genau das vorher Erhoffte. Für mich ist es sogar noch mehr: Es ist erneut ein Beleg dafür, dass die Mannschaft an sich glaubt. Genau das zählt auf die lange Frist der gesamten Saison. Genau das stimmt mich für die nächsten Spieltage zuversichtlich.
Natürlich wirkt die wacklige Defensive weiter bedrohlich, wobei hier unterschiedlich Gewichtungen der Hauptgefahrenquelle gesehen werden. Peter Neururer rückt das defensive Mittelfeld in den Blick, Bodzek und Tararache hätten ihre Arbeit dieses Mal nur unzulänglich erfüllt. Bei seiner Meinung muss man aber auch im Blick halten, er spricht auch als Manipulator der öffentlichen Meinung zum Schutz seiner Spieler. Da möchte er vielleicht Druck von den Abwehrspielern auf jene umverteilen, die ihn dank guter Leistungen in den letzten Spielen besser vertragen können. Liest man die Journalisten, hatte Olivier Veigneau keinen guten Tag. Was ein paar Zuschauerstimmen bestätigen. Frank Fahrenhorst dagegen muss nicht so schlecht gewesen sein wie im Spiel gegen Cottbus, auch wenn erneut manche heftige Kritik von Zuschauern auf ihn niedergeht. Dennoch gibt es zum ersten Mal auch andere Stimmen, die ihm eine eher solide Leistung bescheinigen. Das scheint mir ein Hinweis darauf, dass es mit seiner Spielqualität in die richtige Richtung geht.
Im Spiel nach vorne wirkt der MSV anscheinend weiter gefestigt und das bei eher mäßigen Leistungen der Einzelspieler. Auch das ist etwas, was mich positiv stimmt. Das Spiel des MSV Duisburg wird durch diese Geschlossenheit weniger anfällig. Selbst ein nicht ganz so guter Sandro Wagner macht dann noch sein Tor. Darauf kommt es an. Und wann hat es zuletzt so viel Spaß gemacht, dem MSV bei seinem Spiel zuzusehen? Denn das ist die übereinstimmende Meinung überall, es war erneut ein Spiel, bei dem beide Mannschaften guten Fußball gezeigt haben.
Wieviel Ballkontakte hatte Starke? – FC Energie Cottbus (H)
Veröffentlicht 15. August 2009 MSV Duisburg , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: Adam Bodzek, Caiuby Francisco da Silva, Dorge Kouemaha, FC Energie Cottbus, Frank Fahrenhorst, MSV Duisburg, Sandro Wagner, Tom Starke
Nach dem Spiel gegen den FC Energie Cottbus schillern meine Gefühle zwischen Begeisterung, Zuversicht und einem leisen und deshalb auch immer wieder verschwindenden Hadern. Was für eine Überlegenheit des MSV und dann steht da ein Unentschieden als Ergebnis. Nur oder gerechter Weise? War es erst um die 32. Minute, als Tom Starke das erste Mal den Ball aufnehmen musste? Und hatte er in der ersten Halbzeit fünf oder sechs Ballberührungen? Das hat sehr gut ausgesehen, was der MSV Duisburg gestern Abend gezeigt hat. Was mich daran besonders zuversichtlich stimmt, ist die Entwicklung, die diese Mannschaft genommen hat. Die Startelf kennen wir bis auf zwei Spieler aus der letzten Saison, und es ist tatsächlich so, dass die Sicherheit des Mannschaftsspiel nach vorne die einzelnen Spieler besser macht und natürlich wirkt das Ganze auch umgekehrt. Die besseren einzelnen Spieler machen den Aufbau des Spiels sicherer.
Die Überlegenheit des MSV ergab sich nun nicht, weil der Gegner so schwach war. Cottbus wollte vorsichtig aus sicherer Abwehr heraus beginnen, doch der MSV Duisburg hat die gegnerische Mannschaft von Anfang in die eigene Hälfte gedrängt. Die Überlegenheit wurde gegen gut stehende Gegenspieler erspielt. Kein Gedanke daran, dass Cottbus nur den ersten, meist eine Viertelstunde dauernden Ansturm einer Heimmannschaft überstehen musste. Die Überlegenheit hielt an. Selbst das Gegentor brachte das Spiel des MSV nicht zum Erliegen.
Die Angriffsbemühungen der Cottbusser wurden normalerweise so im Keim erstickt, dass dieser Angriff, der zum Gegentor führte, wie aus dem Nichts kam und so nicht einmal Gelegenheit bot, sich aufzuregen. Dabei war es gekommen, wie wir es die ganze Zeit befürchtet hatten. Auf solch einen Angriff hatten die Cottbusser offensichtlich gewartet. Wahrscheinlich hätten sie gegen ein paar Chancen mehr nichts gehabt. Sie hätten sich aber auch nicht beschweren können, wenn der MSV in Führung gelegen hätte. Die größte Chance war ein Kopfball von Frank Fahrenhorst, der auf der Linie geklärt wurde. Als Abwehrspieler allerdings strahlt Frank Fahrenhorst noch nicht die Sicherheit aus, die Markus Brzenska in der letzten Saison von Anfang an auszeichnete. Natürlich hat die Abwehr in so einem Spiel nicht viel Gelegenheit, sich im eigenen Strafraum auszuzeichnen. Und an solchen Spielsituationen wie vor den zwei Gegentoren gibt es ist nicht sehr viel zu kritisieren. Es sind weniger die Kleinigkeiten im Stellungsspiel als die der Präsenz des Abwehrsspielers, die mich unruhig machen, wenn ich an Gegner denke, die vielleicht einmal häufiger als Cottbus in die Nähe des MSV-Tores kommen. Die Arbeit des Abwehrsspielers muss längst geschehen sein, ehe ein Stürmer im Strafraum an den Ball gelangt. Bei so einem Spiel wie gestern kann es nach einem Konter zu dem Ballkontakt des Stürmers im Strafraum kommen. Verhindern wird der Abwehrspieler den Torschuss dann nicht mehr völlig, aber er kann ihn erschweren und da scheint es mir für Frank Fahrenhorst noch Verbesserungsbedarf zu geben. Weder strahlt er einschüchternde Präsenz noch Ruhe aus.
In der zweiten Hälfte bot sich das selbe Bild wie in den ersten 45 Minuten. Der MSV blieb weiterhin deutlich überlegen, und dennoch musste wieder ein Gegentor aus dem Nichts weggesteckt werden. Erst da, meine ich, war zu erkennen, der Glaube der Mannschaft an sich selbst, begann zu wanken – trotz des weiter erkennbaren Willens den Ausgleich zu erzielen. Denn von dem Moment an gab es einige wenige Versuche den Ball Richtung Tor zu bringen, die zwar noch nicht verzweifelt, aber auch nicht mehr völlig überlegt waren.
Der Ausgleich dann brachte mir zumindest so etwas wie ein Gefühl von Gerechtigkeit zurück. Gerade wie die Tore vom MSV zustandekamen, zeigt die Qualität des Spiels noch einmal in konzentrierter Form. Beide Tore fielen dank einer ausgewogenen Mischung von Einzelleistung und Mannschaftsspiel. Dieses zweite Tor wurde hervorragend vorbereitet durch Sandro Wagner, der sich gegen zwei eng deckende Cottbuser durchsetzte. Als er nach rechts auf Adam Bodzek ablegte, sah man von unserem Platz aus, im Rücken Bodzeks, wie perfekt sich Bodzek zum Ball hin bewegte. Er musste einfach treffen. Das erste Tor wiederum ergab sich aus einem perfekten Abwurf Tom Starkes fast bis an die Mittellinie in den Lauf von Dorge Kouemaha hinein. Kouemaha überdribbelte die herankommenden Cottbusser Verteidiger dank Schnelligkeit und technischen Geschicks, um im richtigen Moment auf den mitgelaufenen und frei stehenden Sandro Wagner zu passen. Der wiederum brachte den Ball sicher ins Tor.
Noch einmal: Auch wenn in manchen Spielberichten heute Sandro Wagner im Mittelpunkt steht, es waren nicht einzelne Spieler sondern die Mannschaft, die sich in der Vorwärtsbewegung sicher war. Immer wieder gab es auf engstem Raum Ballkontrolle dank technischer Sicherheit der einzelnen Spieler und schnellem Kurzpassspiel. Christian Tiffert zeichnete sich da aus. Die Pässe und die Einsatzbereitschaft von Mihai Tararache waren wieder auf einem Niveau, das wir in Duisburg schon nicht mehr geglaubt hatten noch einmal zu sehen. Die Entwicklung von Sandro Wagner ist hervorragend. Endlich behauptet er den Ball nicht nur aufgrund seiner Schnelligkeit. Endlich blitzt seine Technik nicht nur in einigen wenigen Spielsituationen auf, sondern sie ist das ganze Spiel über erkennbar. Sein Kopfballspiel wird zudem immer besser. Chavdar Yankovs spielerische Qualiäten blieben gestern allerdings meist ein Versprechen. Adam Bodzek knüpft an die starken Spiele zum Schluss der letzten Saison nahtlos an. Zur Verteidigung wird nach anderen Spielen mehr zu schreiben sein. Nachdem Caiuby eingewechselt wurde, war seinem Spiel die noch nicht genügende Bindung ans Mannschaftspiel anzumerken. Als Einzelspieler ist technisch großartig. Seine Pässe finden aber nicht immer die Mitspieler, mehr noch, vor allem seine Querpässe bringen die eigene Mannschaft in Gefahr, einen Konter hinnehmen zu müssen.
Nicht oft habe ich ein derart gutes Zweitliga-Spiel vom MSV gesehen. Natürlich kitzelt da ganz kurz ein Gedanke an die letzte Saison, in der auch das erste Heimspiel gegen Rostock mit eines der besten Spiele der Saison überhaupt gewesen ist. Meine heutige Hoffnung auf stabile spielerische Verhältnisse beim MSV Duisburg beruht aber darauf, dass dieses Spielvermögen das Ergebnis einer Entwicklung ist und damit alles andere als ein Augenblicksereignis. Da sollten noch einige gute Spiele mehr drin sein. Ich bin dabei.
Die Hoffnung auf den guten Saisonstart
Veröffentlicht 10. August 2009 MSV Duisburg , Saison 2009/2010 1 KommentarTags: FSV Frankfurt, Sandro Wagner
Als Anfang der 70er Jahre der MSV Duisburg mein Verein wurde, war meine an Fußball interessierte Großtante um die 80 Jahre alt. Sie las nur noch in der Zeitung über den MSV und hörte keinesfalls am Samstagnachmittag Radio. Das war ihr viel zu aufregend. Ich bedauerte sie damals sehr dafür, die in meinem Leben absolut notwendigen Liveübertragungen am Radio zu verpassen. Letzte Saison hatte ich es schon einige Male feststellen müssen. Anscheinend komme ich jetzt allmählich in das Alter, in dem ich anfangen kann, mich selbst zu bedauern.
Ich halte diese Liveberichterstattung in engen Momenten nicht mehr aus. Ich muss weghören, wenn der MSV Duisburg fünf Minuten vor Schluss in Gefahr gerät, den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. Was für ein Auftakt, wenn Marco Röhling schon nach vier Minuten das erste Tor vermelden kann. Und wenn kurz vor der Halbzeitpause die 2:0-Führung fällt, beginne ich mich zu entspannen. Sandro Wagner scheint ein wirklich starkes Spiel gemacht zu haben. Wunderbar, dass ihn der Finalsieg bei U-21-Europameisterschaft weiter trägt. So haben wir es gehofft. Schrecklich aber, wenn fünf Minuten vor Abpfiff der Anschlusstreffer fällt und der Kommentar Marco Röhlings immer aufgeregter wird. Dann sehe ich das Gedränge im Strafraum vor mir und das Unberechenbare solcher Spielsituationen macht alles möglich. Das ist dann ein Wanken mit mühsam aufrecht erhaltener Ordnung. Da gehe ich dann lieber erstmal kurz raus und kehre mit banger Erwartung wieder, um am Ton von Marco Röhlings Stimme sofort erleichtert festzustellen, der Ausgleich ist noch nicht gefallen.
Nach den wenigen Tagen Urlaub habe ich gestern ein paar Artikel über den MSV und die Lage in der 2. Liga aus den letzten zwei Wochen noch überflogen. Da scheint mir der MSV aus keiner schlechten Position in die Saison zu starten. Zum Favoritenkreis für den Aufstieg wird der Verein nicht gezählt. Die Sprachregelung in den überregionalen Medien heißt „oben mitspielen“. In Duisburg selbst lese ich mit Freude, dank Peter Neururers Ehrgeiz steht der Aufstieg weiterhin im Fokus. Keine Frage, Aufstieg ist möglich. Da war ich in der Sommerpause alleine schon deshalb optimistischer als sonst, weil die Mannschaft zum großen Teil zusammen blieb. Da in der Zweiten Liga über die Hälfte der antretenden Mannschaften aus den strukturellen Gründen jeweils große Umbrüche zu verkraften hat, gibt es beim MSV deshalb schon mal ein großes Plus auf der Habenseite. Gerade bei der prognostizierten ausgeglichenen Spielstärke in der Zweiten Liga beruht zudem der Erfolg mehr als in Liga 1 auf psychischer Stabilität der Mannschaft. Banal: Siege begründen diese Stabilität mehr als alles andere. Deshalb kann ein gelunger Saisonauftakt eine Dynamik entwickeln, die eine Mannschaft auf den Aufstiegsplätzen hält. Bislang geht das in eine gute Richtung. Und wenn die Abstimmung meiner Gedanken allmählich gelingt, wird sicher auch die Abwehr des MSV nach und nach besser ins Spiel finden. Am Freitag sehen wir weiter – wenn ich mir endlich selbst ein Bild machen kann.
Who the fuck is Wagner? – Erklärungsnotstände!
Veröffentlicht 1. Juli 2009 Medien , Saison 2009/2010 Hinterlasse einen KommentarTags: Sandro Wagner
Wagner is …
… „German´s Emile Heskey“ (guardian.co.uk, Monday 29 June 2009)
… „a one-man Valkyrie“ (telegraph.co.uk, Monday 29 Jun 2009)
… „music to German Under 21’s ears“ (haveeruonline, 30.6.2009)
Der erste von einigen so getitelten Artikeln. In diesem Fall gefunden in der ältesten Zeitung der Malediven. Wahrscheinlich eine Übernahme der Agenturmeldung von AFP.
Wie hat Sandro Wagner noch mal seine Tore geschossen?
Veröffentlicht 30. Juni 2009 Spieler damals und heute 1 KommentarTags: Sandro Wagner, U-21-Europameisterschaft
Das Finale der U-21-Europameisterschaft gestern Abend habe ich mir nicht durchgehend ansehen können. Erst in der zweiten Halbzeit blieb Zeit für längere Spielabschnitte, bei denen hier heute Morgen nur die Perspektive MSV Duisburg zählt. Ich fühle mich nämlich bestätigt, wenn ich das Spiel von Sandro Wagner noch einmal Revue passieren lasse. Er ist trotz seiner Größe bis jetzt kein guter Kopfballspieler. In der Bedrängnis kann er sich nicht durchsetzen. Seine Stärke ist die gute Ballkontrolle beim Sprint. Deshalb ist das Sturmzentrum auch nicht sein Platz. Welche Großchance hat er vertan und wie hat er seine beiden Tore gemacht? Hoffen wir also, in der nächsten Saison können seine deutlich bemessenen Stärken in der Spielanlage vom Verein aller Vereine jederzeit berücksichtigt werden. Hoffen wir ebenfalls, der Schwung seiner zwei Tore im Finale und des damit verbundenen Titelgewinns trägt ihn noch in der nächsten Saison. Hoffen wir aber außerdem, Peter Neururer holt ihn wieder auf den Boden des Zweitliga-Alltags zurück. Die Gefahr der Selbstüberschätzung sehe ich angesichts seines Torjubels nämlich wieder aufziehen. Schließlich hatten wir diese Art inszenierten Torjubel von ihm bei seinen ersten Toren für den MSV ebenfalls gesehen, ohne dass seine Leistungen konstant blieben. Stolz soll er ruhig sein, aber um sich so egozentrisch zu feiern, wie er es im Überschwang dann manchmal tut, dazu fehlt ihm dann doch die alles überragende spielerische Klasse. Da bin ich ganz opportunistischer Fan, erst in einem solchen Fall würde ich es ihm nachsehen. Sympathisch wäre es mir dann immer noch nicht.
Sandro Wagners Kopfballspiel – Ich will´s wissen
Veröffentlicht 25. Juni 2009 Fußball und Kultur , MSV Duisburg , Spieler damals und heute 2 KommentareTags: Änis Ben-Hatira, Bürgerliches Gesetzbuch, Sandro Wagner
Weil bei der U-21-Europameistermeisterschaft zurzeit drei Spieler im Kader der deutschen Nationalmannschaft stehen, die in der letzten Saison beim MSV Duisburg spielten, blicken die Öffentlichkeitsarbeiter beim Verein aller Vereine gerne auch mal nach Schweden. Ein wenig Glanz der Auswahlmannschaft könnte ja vielleicht die Schwierigkeiten im Alltag überstrahlen. So richtig zum Zug kommt von den Duisburger Spielern allerdings niemand, nur Änis Ben-Hatira hat Spielzeit erhalten. Von ihm heißt es in Teilen der überregionalen Sportpresse übrigens auch, er sei ein Spieler des Hamburger Sportvereins. Da sollten sich die Sportjournalisten vielleicht an die hoffentlich vorhandene rudimentäre juristische Bildung erinnern und für ihre Kurzinfo den Unterschied zwischen Eigentümer und Besitzer hervorkramen. Fünf Tage noch ist der MSV Duisburg Besitzer von Änis Ben-Hatira, obgleich der Hamburger Sportverein in einem Eigentumsverhältnis zu dem Spieler steht. Wenn im gegenwärtigen Fußball Spieler von ihrem Stammverein mal hierhin, mal dorthin geschickt werden, „um Erfahrungen zu sammeln“, ist es vielleicht sinnvoll, die Berichterstattung um diese zusätzliche Feinheit des Rechtsverhältnisses bei Spielerverträgen zu erweitern.
Ich komme aber ganz vom Thema ab, denn eigentlich sprang mir ein Satz in diesem gestrigen Kurzbericht ins Auge, der in so deutlichem Widerspruch zu meiner eigenen Wahrnehmung steht, dass ich um Hilfe bitte:
Der 1,94 Meter große Wagner, zu dessen Stärken unter anderem das Kopfballspiel zählt, passt momentan nicht ins Konzept.
Habe ich mich da etwa vor kurzem zu weit aus dem Fenster gelehnt? Fußball ist ja ein komplexes Spiel und wie Roland Loy in seinem Statistikbuch betonte, könne eigentlich kein Zuschauer eines Fußballsspiels die Leistungen der Spieler korrekt bewerten. Niemand habe elf Spieler gleichzeitig im Blick. Zur korrekten Leistungsbeurteilung brauche es Datenerhebungen, wie er sie mit seinen Helfern vollzöge. Ich habe Sandro Wagner in den Spielen des MSV Duisburg trotz seiner Größe bislang nicht als starken Kopfballspieler erlebt. Seht ihr das anders? Vielleicht kann man so eine Leistungsbewertung ja auch mit einer Meinungsumfrage schaffen. Ich bin immer dazu bereit, falsche Meinungen zu korrigieren und hinzuzulernen. Ich will´s wirklich wissen.
Horst Hrubesch hat über Sandro Wagner nachgedacht
Veröffentlicht 16. Juni 2009 Spieler damals und heute 1 KommentarTags: Horst Hrubesch, Sandro Wagner, U-21-Europameisterschaft
So hatte Horst Hrubesch gestern eine Einsicht und ließ Sandro Wagner im ersten Spiel der Nationalmannschaft bei der U-21-Europameisterschaft auf der Bank. Wer die Vorberichte zu der Europameisterschaft gelesen hatte, musste sich nämlich sorgen um den MSV-Spieler, den Horst Hrubesch als Mittelstürmer seiner Mannschaft auf den Platz schicken wollte. Sich sorgen deshalb, weil nicht vorauszusehen ist, welche Auswirkungen ein absehbar schlechtes Spiel Wagners auf dieser Position auf dessen zukünftige Leistungen für den MSV haben könnte. Nur weil Wagner etwas größer ist als die anderen Spieler macht das aus ihm nunmal keinen guten Mittelstürmer. Das hat nichts mit Durchbeißen zu tun, wie es als Aussage von Horst Hrubesch zu lesen war. Das hat alleine mit den speziellen Talenten eines Spielers zu tun.
Auch wenn Sandro Wagner zum Ende der Saison hin sein Kopfballspiel verbessert hat, der Weg zum guten Kopfballspieler ist noch weit. Schließlich hatte er zu Beginn der Saison überhaupt kein Timing beim Kopfballspiel. Wenn ich mich an den Anfang der letzten Spielzeit erinnere, habe ich so gut wie kein Zuspiel auf ihn vor Augen, dass er per Kopfball gegen einen Verteidiger gewonnen hat – egal ob Flanke oder langer Pass. Und so ein Spieler soll im Strafraum gegen wahrscheinlich deutlich bessere Verteidiger, als sie die 2. Liga aufweist, Tore erzielen? Ein abenteuerlicher Gedanke. Es war die pure Not, die Horst Hrubesch solche Überlegungen anstellen ließ. Wenn Wagner bislang gut spielte, geschah dies, wenn er seine technischen Fähigkeiten zusammen mit seiner hohen Grundschnelligkeit zeigen konnte. So weit man die taktischen Überlegungen von Horst Hrubesch nachvollziehen konnte, hätte Wagner aber in der Nationalmannschaft den Kouemaha geben sollen. Alleine auf weiter Flur im gegnerischen Spielfeld die hohen, weiten Anspiele kontrollieren oder im Strafraum das Kopfballduell gewinnen. Das hätte ihn überfordert. Und so etwas trägt nicht sonderlich zu einem inneren Gleichgewicht bei, zumal wenn ein Spieler dieses Gleichgewicht erst vor kurzem, zum Ende der Saison hin, gefunden hat.
Von passgenauer Gegenwehr beim Saisonabschluss
Veröffentlicht 25. Mai 2009 MSV Duisburg , Saison 2008/2009 Hinterlasse einen KommentarTags: Cedrick Makiadi, Maicon, MSV Duisburg, Sandro Wagner, VfL Osnabrück
An diesem Fazit komme auch ich nicht vorbei, es war ein versöhnlicher Saisonabschluss. Da brauche ich gar nicht origineller sein wollen als Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann bei der NRZ oder Tina in ihrem Blog. Es hatte sich schon in Kaiserslautern angedeutet und setzte sich vor allem in der ersten Halbzeit gegen den Vfl Osnabrück fort. Wenn es nur um das Tagesergebnis geht, lässt es sich wohl angenehm spielen.
Der Zusammenhang von Leistungsvermögen und Angst, einen Fehler zu begehen und damit etwas Großes zu verspielen, scheint mir beim MSV Duisburg für die Niederlagen oder mühseligen Unentschieden in den letzten Wochen offensichtlich zu sein. Ähnlich muss es dem Vfl Osnabrück gestern gegangen sein. Merkte man dieser Mannschaft doch nicht an, dass sie die kleine Hoffnung auf die direkte Rettung am Leben erhalten wollte. Alleine ein kurzes Aufbäumen nach dem Anschlusstreffer war zu erkennen, doch auch da verpuffte nach fünf Minuten jegliche Energie. Die Körpersprache vieler Osnabrücker Spieler ließ schon in der ersten Halbzeit erkennen, dass sie ihre inneren Widerstände ans körperliche Limit zu gehen nicht überwinden konnten. Denn das hätte geschehen müssen, weil der MSV in der ersten Halbzeit voller Spielfreude kombinierte. Man sah Spielzüge über mehrere Stationen und konnte sich an ansehlichem Fußball freuen. Maicon machte das Spiel des MSV sicherer und unberechenbarer im Vergleich zu vielen Auftritten der Mannschaft in der Rückrunde. Natürlich muss man auch bedenken, es gab Freiräume, die die Spitzenmannschaften nicht gelassen hatten. Makiadi machte nicht nur wegen seines Tores deutlich, warum er zu den besseren Spielern der 2. Liga gehört, wenn er im Dribbling nacheinander gegen vier, fünf ihn körperlich hart angehende Gegenspieler den Ball behauptete. Und auch wenn Tinas Fragen zu Sandro Wagner gerade für die zweite Halbzeit ihre Berechtigung haben, dennoch zeigt er sich zum Ende der Saison hin verbessert. Den größten Fortschritt hat er wohl beim Timing seines Kopfballspiels gemacht. Die Abwehr stand letztlich gegen diesen Osnabrücker Sturm sicher, dennoch gab es immer mal wieder leichte Unsicherheiten, die von stärkeren Mannschaften ausgenutzt worden wären.
Und damit komme ich zu einer vielleicht überraschenden Wende. Denn trotz dieses sicheren Sieges in überzeugender Spielweise war auch in diesem Spiel zu erkennen, warum diese Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft hat. Den Gedanken hatte ich in der zweiten Halbzeit, als die Chancen des MSV reihenweise vergeben wurden. Man erkannte dankenswerter Weise, die Spieler wollten dem Publikum etwas gönnen. Die Angriffe sollten mit schönen Toren abgeschlossen werden. Dazu luden die Osnabrücker fast schon ein und genau das schien die Stürmer zu überfordern. Sie hatten zu viel Platz, um den gewohnten Zweikampf aufzunehmen und gleichzeitig zu wenig Platz, um den gewünschten spielerischen Zauber zu entfalten. So kam es zu Verstolpern, verspätetem Abspiel und ungenauem Schuss. Ich stelle das nur fest und mecker darüber nicht. Für mich ist es ein Hinweis darauf, dass die spielerische Klasse der einzelnen Spieler nicht ausreicht, um in jedem Spiel die richtige Entscheidung zu treffen. Zur Klasse einer Mannschaftsleisung trägt aber die Summe der richtigen Entscheidungen nicht unwesentlich bei. Ich meine gar nicht, die alte Trainermaßgabe, wir müssen dem Gegner unsere Spielweise aufzwingen. Mir geht es darum, dass die Spieler des MSV ihre spielerischen Möglichkeiten nur dann zur Entfaltung bringen können, wenn die Spielstärke des Gegners passgenau auf die aktuelle Befindlichkeit der Mannschaft trifft. Einige Spieler scheinen sich ihrer Möglichkeiten nicht so sicher zu sein, so dass ihre Angst vor Fehlern sie gegen starke Mannschaft hemmt. Dagegen lassen schwächere Mannschaften ihnen häufig zu viele Optionen für ihr Spiel.
So, das war es also, wir können nach vorne gucken, uns mit unübersichtlichen Anstoßzeiten beschäftigen und Fernreisen zu Auswärtsspielen planen. Osnabrück kann ich leider nicht allzu viel Glück wünschen in der Relegation, weil mir Paderborn als kommender Zweitliga-Gegner sehr viel besser in persönliche Reisepläne passt. Paderborn als Ort von Familientreffen und Auswärtsspielbesuch an einem einzigen Wochenende, der Gedanke gefällt mir jedenfalls immer wieder sehr gut.


Neueste Kommentare