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Vom schönsten Tor der Saison und, ach ja, dem Ende des Rechnens

Recht schnell war das mit der Rechnerei vorbei beim Spiel des MSV Duisburg gegen den FC Erzgebirge Aue. Um uns herum hatte es sogar Kontakt zu Radiostationen gegeben, und Ergebnisse wurden per Knopf im Ohr mitgehört, aber auf dem Spielfeld ließ die Mannschaft vom MSV Duisburg keinerlei Zweifel daran, dass ein Sieg hersollte. Die Auer ließen keinen Zweifel daran, dass sie ihre Qualitäten eher im Verteidigungsspiel vermuteten als im konzentrierten Abschluss. Da brauchte es keine Ergebnisse aus anderen Stadien. Das Thema Klassenerhalt war für mich durch, nachdem die Auer es nicht geschafft hatten aus der einzigen Chance, die ihnen der MSV Duisburg schenkte, ein Tor zu erzielen.

Nebenbei: Verpflichten sich Spieler in Aue eigentlich mit ihrem Vertrag zu verstärktem Oberkörper-Muskelaufbau? Oder gibt es – umgekehrt – im Auer Scouting besondere Pluspunkte für stämmigen Körper und breite Schultern?  Das war mir schon in der letzten Spielzeit aufgefallen. Da gibt es doch einige Spieler beim FC Erzgebirge Aue, die man in Freizeitkleidung vom Ansehen her eher in Kraftsportarten vermuten würde. Dann ziehen sie sich aber Fußball-Klamotten an und los geht´s. In Duisburg zunächst nur nicht so erfolgreich.

Ich war entspannt und konnte deshalb das schönste Tor dieser Saison um so mehr genießen. Das 1:0 war ein wunderbares Teil-Ensemblestück, zunächst vorgetragen über den rechten Flügel durch Dzemal Berberovic, der  an den Rand des Sechszehnmeter-Raums flankt, wo Maurice Exslager mit dem Kopf hinter seinen Rücken in die Mitte zu Kevin Wolze verlängert. Der lässt den Ball von der Brust in den Rückraum abtropfen, wo Goran Sukalo wartet, um mit einem Volley-Schuss den Ball neben den rechten Pfosten ins Tor zu schießen. In der Gesamtheit von Vorbereitung und Abschluss das schönste Tor der Saison. Großartig!

Von Aue kam nicht mehr viel zu diesem Zeitpunkt. Nach vorne ging gar nichts. Dagegen waren vom MSV konstruktive Angriffe zu sehen, sowie zwei Freistöße, denen anzusehen war, dass da mit Verstand und Plan Varianten eingeübt waren, die den Gegner überraschen konnten. Einen dieser Freistöße brachte Kevin Wolze zum 2:0 im Tor unter.

Nach der Halbzeitpause war die Mannschaft vom MSV Duisburg allerdings dann überrascht, dass es sich die Auer doch anders überlegt hatten. Sie wollten sich gegen die Niederlage wehren. Das war so in der ersten Halbzeit nicht vereinbart gewesen. Deshalb schien es so, als begännen die Zebras zu schwimmen. Sie waren im Kopf auf diese starke Gegenwehr nicht mehr eingerichtet. Der Gegentreffer war nur eine Frage der Zeit. Erst von da an hielten sie einigermaßen dagegen, und das Spiel wurde ein zähes Ringen und sich Stemmen gegen den Ausgleich. Letztlich war diesem Ringen Erfolg beschieden, weil die Auer im Spiel nach vorne zu harmlos waren und Felix Wiedwald einen scharf geschossenen Freistoß, den ich schon im Tor sah, doch noch abwehren konnte. Daniel Brosinski hatte zwei-, dreimal die Gelegenheit dieses Ringen vorzeitig mit einem weiteren Tor zu beeenden. Doch dieses Mal zeigte er mit seinen Abschlüssen, was er neben dem Flanken in der Saisonvorbereitung  besonders üben sollte.

So war nach dieser zweiten Halbzeit die Stimmung auch nicht sonderlich ausgelassen, als der Klassenerhalt gefeiert werden konnte. Viele Zuschauer dachten schon an das Spiel gegen Düsseldorf. Vier von sechs zu verabschiedenden Spielern waren anwesend. Bruno Soares wurde dabei am meisten gefeiert. Anschließend ließ man Oliver Reck noch einmal hochleben, der zwar nicht auf den Zaun ging, aber noch ein paar Worte sprach. Erneut waren das hoffnungsfrohe Worte für die nächste Saison. Da könnte tatsächlich etwas wachsen. Ein wenig scheue ich mich von vorhandener Stabilität zu sprechen, auf die aufgebaut werden kann. Das sind die Zweifel, die uns als dem MSV Duisburg zugeneigte Menschen fast alle immer wieder überkommen, wenn wir von der Zukunft dieses Vereins reden sollen. Dennoch überwiegt bei mir die Vorfreude auf das, was kommt.

Für einen Verein wie dem MSV Duisburg ist es ungemein schwierig, sich im Mittelbau des professionellen Fußballbetriebs dauerhaft und ohne finanzielle Schwierigkeiten zu positionieren. Im Moment, so scheint es, kriegen wir gerade noch einmal die Kurve. Und um mit weiteren Gedankenspielen zur nächsten Saison zu enden. Wie im MSVPortal zu lesen ist, war Julian Koch am Sonntag im Stadion. Selbst wenn der MSV Duisburg sein Verein zur Ausleihe in der nächsten Saison dann doch nicht werden sollte. Es ist ein Zeichen für die gute Arbeit beim MSV Duisburg im Moment, dass bei der anstehenden Entscheidung für Julian Koch der Verein unserer Zuneigung als einer von zwei Vereinen mit im Rennen ist.

Nun bleibt noch, am nächsten Spieltag den zehnten Platz zu sichern, und  St. Pauli oder Paderborn die Chance auf das Relegationsspiel zu geben.  Womöglich gelänge dann sogar zum ersten Mal einem Zweitligist in der Relegation der Aufstieg. Weder der 1. FC Köln noch Hertha BSC machen ja im Moment den Eindruck, als könnten sie jemals wieder ein Spiel gewinnen.

Etwas für den Vorrat in der Gerüchteküche

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke  im Interview mit dem Paderborner Westfalen-Blatt zu Ausleih-Geschäften mit dem SC Paderborn, insbesondere über Julian Koch:

Könnten Sie sich eine Kooperation mit Paderborn vorstellen? In diesem Jahr wechseln erneut zwei Paderborner Talente zum BVB. Im Gegenzug könnten Sie zum Beispiel Julian Koch an den SCP ausleihen, der nach langer Verletzungspause unbedingt Spielpraxis benötigt.

Watzke: Was sollen wir kooperieren? Der SC Paderborn spielt mit den B-Junioren in der Bundesliga, die A-Junioren kämpfen um den Aufstieg. Das bringt beiden Seiten nicht viel. Grundsätzlich gehen Ausleihgeschäfte immer. Das Problem ist nur, dass auch der Spieler mit ins Boot gehört. Unsere Jungs tendieren da eher zu vermeintlich großen Klubs wie Fortuna Düsseldorf oder MSV Duisburg. Der SC Paderborn muss sich sein Standing im Bundesligageschäft erst noch erarbeiten.

Teilnahmsloses Grillen statt Paderborn-Support

Der Montag ist nach Freitagspielen des MSV Duisburg doch eigentlich der Tag für den resümierenden Spieltags-Artikel. Den vermisse ich heute bei DerWesten, stattdessen Lizenzvergabe und Nachbessern. Komme ich gleich noch zu. Eigentlich hatte Maurice Exslager nach dem dreckigen Unentschieden in Braunschweig nämlich eine Steilvorlage für so einen Die-Stimmung-nach-dem-Spieltag-Artikel gegeben. Ich suche die Stelle jetzt nicht mehr, aber ich glaube, er war es, der davon sprach, vielleicht träfen sich die jüngeren Spieler zum Grillen, um sich dabei das Spiel vom SC Paderborn gegen den Karlsruher SC anzusehen.

Hätte der SC Paderborn in Karlsruhe Unentschieden gespielt, hätten ja die Rechnereien mit den den zu vergebenden Punkten der letzten beiden Spieltage in Duisburg eingestellt werden können. Nun haben die Paderborner bei der vorzeitigen Sicherung des Klassenerhalts versagt. Die Mannschaft vom MSV Duisburg muss nächsten Sonntag gegen Aue also selbst ran, um die restlichen Punkte für Platz 3 einzufahren. Oder war es am letzten Spieltag gegen Düsseldorf? Der Ex- und Neu-Trainer vom 1. FC Köln Frank Schaefer wusste nicht umsonst, die letzten 3 Spieltage einer Saison sind besondere Spieltage, an denen alles möglich ist. Da verliert einer wie ich leicht den Überblick.

Sicher weiß ich aber, besser geht immer. Das weiß der Lokalsport bei DerWesten sonst auch. Die Modalitäten der Lizenzvergabe ließen nur keine Zeit für den sportnahen Montagsstimmung-Artikel. Deshalb habe ich mir die entsprechenden Schlagzeile dazu auch selbst gemacht. Man kann sich an schlechte Nachrichten gewöhnen und sie vermissen. Man darf doch mal vermuten, wahrscheinlich hätte die Paderborner Niederlage in Karlsruhe abgewendet werden können, wenn es ein wenig mehr Einsatz von Duisburger Seite gegeben hätte. Dem Paderborn-Support fehlte der Support aus Duisburg. Stattdessen Hard-Core-Grillen von teilnahmslos wirkenden Jung-Zebras, während die nicht spielenden Verantwortlichen des Vereins sich um nichts anders als ums Geld kümmerten. Da muss man doch schwarz sehen.

Aber nur ein bisschen aus Gewohnheit. Dann leuchtet das Licht am Ende des Tunnels um so heller. Als ich die Meldung Ende letzter Woche las, alle Vereine der Profi-Ligen hätten die DFL-Lizenz erhalten, einige müssten allerdings noch Auflagen erfüllen, war schon klar, der MSV Duisburg wird, wie das im Finanzfunktionärs-Deutsch heißt, nachbessern müssen. Nun läuft alles wie gehabt. Roland Kentsch gibt sich ruhig und zuversichtlich. Zahlen kursieren, ohne dass sie offiziell bestätigt werden.  Wir Zuschauer hoffen, alles wird gut ausgehen.

Ein wenig unterscheidet sich die Situation dann allerdings doch von anderen, weil MSV-Präsident Andreas Rüttgers schon zuvor das Gespräch mit Zuschauern und Unterstützern des MSV suchte und um Verständnis für das Handeln im Verein warb, wie hier im MSVPortal. Durch die Auflösung des Marketing-Vertrags mit Hellmich-Marketing gibt es einen grundsätzlich neuen Ansatz, zur Finanzierung des MSV Duisburg. Der trägt allerdings laut Andreas Rüttgers erst ab der übernächsten Spielzeit Früchte. Bis dahin wird der Haushalt immer eng kalkuliert sein. Andererseits gab es bislang kein Versprechen von Andreas Rüttgers, das nicht gehalten werden konnte. Es spricht nichts dafür seiner Arbeit und der von Roland Kentsch zu misstrauen.

Ich fahre auswärts – Ein Wochenendexperiment der Sozialpsychologie

Schon im letzten Jahr hatte ich nach meiner Zwangsettikettierung als gewaltbereiter Auswärtsfan durch die ostwestfälische Polizei etwas über mein eigenes Erleben schreiben wollen. Das ist untergegangen. Ich hole es nach, weil ich mich auch am Sonntag durch die Wahl meines Verkehrsmittels für die Sicherheitslage vor Ort als potentiell gefährdend erwiesen habe. Die Polizei vor Ort war wieder vorbereitet.

Man muss sich die Ankuft in Paderborn als Viehtrieb vorstellen. Es gibt nur einen Weg, und der führt über den Bahnsteig am Ende durch ein verwinkeltes Gatter auf den schmalen Ausgang zu, wo ein Bus wartet, der uns aufnimmt. Während wir zu diesem Ausgang schlendern, werden wir gefilmt und den Weg über versucht eine Phalanx von Polizisten möglichst finster drein zu schauen. Mancheiner hat vielleicht sogar einen Grund dafür. Das Wochenende ist kaputt. Unsympathische Typen kommen da an, das will ich gar nicht ausschließen. Die gibt es in Duisburg auch. Mancher Polizist hat mit ihnen schon schlechte Erfahrungen gemacht. Alle haben diesen Grund sicher nicht. Das gehörte zum Tagesbefehl, unfreundlich gucken.

Der schmale Durchlass vor dem Betreten des Busses dient der Personenkontrolle. Zwei Polizisten tasten die Männer ab, zwei Polizistinnen schauen unters lange Haar der Frauen. Natürlich folgt im Stadion später die gleiche Prozedur noch einmal. Eine Menge anderer Polizisten stehen drumherum und gucken. Natürlich möglichst finster. Es geht sehr langsam voran, denn in dem Regionalexpress waren doch noch einige Duisburger. Was da geschieht, ist nichts anderes als eine Demonstration von Macht. Eine auf Kooperation angelegte Gewaltprävention wäre auch möglich. Es hätten nur ein paar mehr der herumstehenden Polizisten bei der Durchlasskontrolle aktiv sein müssen.

Andererseits gäbe es ohne diese Haltung der örtlichen Polizei nicht diese so wunderbare Möglichkeit zur Selbsterfahrung, die, wenn ich recht überlege, eigentlich Pflichtprogramm für alle Politiker und Populisten sein sollte. Bei Auswärtsfahrten von Fußballfans vollzieht sich mit Hilfe der Polizei und der örtlichen Sicherheitsdienste unweigerlich ein Experiment der Sozialpsychologie. Dort haben wir während eines begrenzten Zeitraums die Möglichkeit, intensiv etwas zu erfahren,  was für die individualisierte Mehrheitsgesellschaft der Gegenwart meist vergessen ist. Es sind die Folgen der Zwangszuschreibung von Identität.

Mir geht es um die innere Befindlichkeit, die in dieser Situation erfahrbar ist.  Begibt man sich mit allen Sinnen und offenen Empfindens in die Situation, wird man dazu gezwungen, sich zu bekennen. In mir wuchs Empörung, obwohl ich Verständnis für Gewaltprävention habe. Obwohl ich schon in jungen Jahren beim Fußball nur den Fußball sehen wollte, und ich diesen Fußball als Anlass für Scharmützel irgendwelcher Art sogar fürchtete. Doch in solchen auswärtigen Momenten wächst ein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit jedem MSV-Fan um mich herum. Wir sind Opfer einer willkürlichen Behandlung. Die notwendige Gewaltprävention hatte jegliches Maß verloren. Die scheinbar so wunderbar einfach zu handhabende Empfehlung der Polizei, mich gar nicht erst in Zusammenhänge von Gewalt zu begeben, wurde durch die Polizei selbst ad absurdum geführt. Sie hat den Gewaltzusammenhang in Paderborn erst installiert, und die Polizei vor Ort hat mir keine Möglichkeit gelassen, diesem Gewaltzusammenhang zu entgehen. Meine einzige Möglichkeit wäre es gewesen, mein Trikot auszuziehen, den Schal abzulegen und meiner Identität zu entfliehen. Dann hätte ich die Polizeisperre druchschreiten und den Gewaltzusammenhang verlassen können. Doch was wäre ich in Paderborn gewesen ohne diese Identität? Ein Niemand.

Ihr merkt worauf ich hinaus will? So eine Auswärtsfahrt versetzt uns für einen begrenzten Zeitraum in eine Lage, der in unserer Gesellschaft andere Menschen andauernd ausgesetzt sind. Ich kenne keine Lösungen. Ich finde es nur beachtenswert, wie das Bewahren von Sicherheit zu Gefühlen führt, die drei Stunden vorher zu einem mir völlig fremden Leben gehörten. Auswärtsfahrten sind klasse. Ich kann sie jedem als großes Experiment der Sozialpsychologie nur empfehlen. Man kommt bereichert zurück. Als Duisburger aus Paderborn zudem noch mit großer Sicherheit auch ohne Niederlage.

Auf neuem Rasen Auswärtssieg

Das brauche ich auch nicht jedes Mal. Mein Auswärtssieg-Fieber wollte wenigstens einmal im Leben so ein richtiges Fieber sein, und was so ein richtiges Fieber ist, das will auf keinen Fall jemanden mit Tastaturen teilen, geschweige denn mit lobenden Worten über die Mannschaft vom MSV Duisburg. Nun hat es das alles mal 36 Stunden ausprobiert, und allmählich habe ich den Eindruck, das Auswärtssieg-Fieber ist mit seinem Dasein als euphorisches Gefühl vollauf zufrieden.

Für euch und mich hat das Ganze aber nun den Vorteil, einen Tag später und damit länger den 2:1-Sieg des MSV Duisburg beim SC Paderborn noch einmal lebendig werden zu lassen. Die Energieteam Arena vulgo das Paderborner Stadion war vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg mit einem neuen Rasen versehen worden. Das war kein Nachteil für den MSV Duisburg, auch wenn die Spieler vom SC Paderborn in der ersten Halbzeit nicht nur ballsicherer waren, sondern auch mit ihrem beeindruckenden Flügelspiel einen überlegeneren Spielaufbau zeigten. Doch die Spielweise vom MSV Duisburg verlangt im Moment ebenfalls einen möglichst ebenen Rasen. Diese Mannschaft merkt in diesen Wochen, was sie im Offensivspiel alles kann. Die technisch versierteren Spieler der Mannschaft probieren, was sonst nur im Training geht. Kurzpassspiel wird immer versucht, der Ball wird kontrolliert. Manchmal rumpelt und knirscht es, doch das wird in Kauf genommen. Nur zum Ende des Spiels hin kam es wieder zu altbekannter Gjasula- und Brosinski-Stimmungstöter-Körpersprache, die zum Glück keinen Schaden anrichtete. So etwas liegt tief in der Persönlichkeit und hindert Jürgen Gjasula etwa noch ein großartiger Spieler zu werden. Gegen den SC Paderborn war er das spielerische Zentrum dieser Mannschaft. In der entscheidenden Szene vor dem 1:0 behauptete er den Ball an der Strafraumgrenze gegen drei Paderborner Gegenspieler, dann spielte er noch einmal raus auf den Flügel zu Dzemal Berberovic, ist sofort wieder anspielbereit und gibt den Pass in die Mitte zum vollstreckenden Kevin Wolze. Allmählich gibt es auch das mannschaftliche Verständnis, das seine Pässe überhaupt erst zur Gefahr werden lässt. Pässe in den Raum wie vor dem Siegtor sind nur möglich, wenn Spieler aufeinander eingestimmt sind.

Pässe in den Raum bestimmten auch das Paderborner Spiel. Die erste große Chance in der 2. Minute bildete die Blaupause für alle gefährlichen Angriffe. Entweder kam ein weiter Ball auf die Flügel oder der Pass kam aus dem Mittelfeld zwischen Innenverteidiger und Außenverteidiger steil gespielt. Die Bälle erreichten die Flügelspieler in dieser ersten Halbzeit fast immer. Diese Präzision beeindruckte gerade bei den weiten Bällen. Das waren keine Verlegenheitspässe. Das war so gewollt und auf den Punkt genau ausgeführt. Nach zehn Minuten wünschte ich mir so etwas wie eine Auszeit des Basketballs, damit vor allem beiden Außenverteidigern Hinweise zum Verteidigungsverhalten für genau diese Angriffe hätten gegeben werden können. Sie hätten solche Anweisungen auch nach dem Führungstreffer für den MSV Duisburg gut gebrauchen können. Die Paderborner blieben weiter sehr gefährlich, und Felix Wiedwald erhielt Gelegenheiten genug zu zeigen, dass seine Großtat in der zweiten Minute kein Zufall gewesen ist.

Aber schon in der ersten Halbzeit wurde offensichtlich, dass die Mannschaft vom MSV Duisburg durch die gefährlichen Angriffe der Paderborner wenig beeindruckt war. Die Mannschaft suchte weiter den Weg nach vorne und zwar als geschlossene Einheit. Weites Aufrücken barg gegen die schnellen Paderborner zwar Risiken, doch auch weil der MSV Duisburg mitSPIELEN wollte, war das Niveau der Begegnung hoch. Dieses weite Aufrücken führte schließlich zum Ausgleichstreffer zu Beginn der zweiten Halbzeit. Bei einer Mannschaft, die so weit aufrückt, darf es in der letzten Reihe zu keiner unkontrollierten Spielaktion kommen. Ein Schussversuch ohne ausreichende Abdeckung nach hinten ist dann ein Fehler. War es Vasileios Pliatsikas, der einen aus der Paderborner Abwehr kommenden Ball direkt zu schießen versuchte? Im Ansatz war zu sehen, wenn das schief geht, ist der Weg frei zum Tor des MSV Duisburg. Und es ging schief.

Beeindruckend war der dann weiterhin vorhandene Wille, dieses Spiel zu gewinnen. Diese Mannschaft besitzt wieder Selbstbewusstsein. Die Einwechslungen von Valeri Domovchiysk und später Srdjan Baljak waren Zeichen der Stärke. Nun kamen die Pässe der Paderborner auch nicht mehr ganz so präzise. Der Ausgleich war keineswegs ein Signal für die Heimmannschaft, weiter aufzudrehen. Der MSV Duisburg hielt dagegen und erspielte sich seine Möglichkeiten. Deshalb empfinde ich die Kategorien verdient und unverdient für dieses Spiel als unpassend. Natürlich hatte Paderborn mehr Torchancen, aber sie haben sie nicht verwandelt. Und das unverdient käme für mich nur in Betracht, hätte sich der MSV hinten reingestellt und per Zufall wäre ein Kontertor möglich geworden. Dem war nicht so. Die Mannschaft vom MSV Duisburg versuchte das gesamte Spiel über, in den zweiten Halbzeit allerdings erfolgreicher, durch eigene Kreativität im Spiel Chancen zu schaffen.

Das ist neben dem Sieg, der uns alle begeistert, die entscheidende Nachricht über dieses Spiel, selbst wenn die Mannschaft ihre Qualitäten nicht ganz stabil über 90 Minuten zeigen kann. So kam es in den letzten fünf Minuten wieder zum einfachen Hergeben des Balles. Das kannten wir schon aus dem Spiel gegen Bochum. Die Mannschaft bekam plötzlich Angst vor dem Siegen. Noch einmal Bangen und Zittern, obwohl in meinem Tabellenrechner-Endstand nicht einmal ein Unentschieden in Paderborn vorgesehen war. Aber echt ist echt, und Planspiele sind Planspiele. Jedes Mal Gewinnen ist einfach schöner, als im Plan zu bleiben. Klassenerhalt gibt es in beiden Fällen. Und zu dem von der örtlichen Polizei gewollten Viehtrieb-Ambiente für die Bahnreisenden MSV-Fans schreibe ich noch gesondert was. Die gute Laune will ich mir heute nicht mehr verderben.

Leben heißt Rhythmus

Neulich überlegte ich noch, wie das Schreiben hier mit der Zeit immer mehr in den Sog der Tagesaktualität geriet und wie das seit der Winterpause für mich nachgelassen hatte. Beim MSV Duisburg schien Normalität eingekehrt zu sein. Über die Verantwortlichen im Verein brauchte man sich erst einmal keine Gedanken mehr zu machen. Und alles deutete darauf hin, dass die Saison ohne große Aufregung zu Ende gespielt werden kann.

Nach den ersten zwei Spielen in diesem Jahr holt mich die Tagesaktualität nun wieder ein. Normalität ist langweilig. Im Sport muss es auch Ziele über den Spieltag hinaus geben, und die heißen beim MSV Duisburg doch wieder, den Abstiegsplätzen entkommen. Damit die Saison auch für uns Zuschauer noch einmal spannender wird, verlor die Mannschaft des MSV auch gegen den zweiten Verein, der sich momentan auf eben einem solchen Abstiegsplatz befindet und das auch direkt mal mit 4:2. Das war keine unglückliche Niederlage gegen den FC Hansa Rostock. Vier Tore hinzunehmen von einer Mannschaft, die zuvor in 20 Spielen gerade mal vierzehn zusammen bekommen hatte, das signalisiert: wir brauchen Druck. Alltag ist nicht das intensive Leben, das wir uns wünschen. Wir wollen, dass es um etwas geht. Am besten um alles. Das hat die Mannschaft vom MSV Duisburg nun, und damit auch wir Zuschauer.

Die Leistung vom MSV Duisburg muss sehr schlecht gewesen sein. Gesehen habe ich nichts, gehört habe ich nichts. Umstritten ist die Meinung aber nirgendwo. Da kommt die Verpflichtung von Sören Brandby zur rechten Zeit. Sie lässt auf Ivo Grlics gute Arbeit rückschließen, vor allem aber erhält  diese Verpflichtung nun eine zusätzliche Bedeutung nach dem Motto: Irgendetwas muss der Spieler im MSV Duisburg erkennen, was wir noch nicht sehen. Schließlich wechselt der Spieler vom SC Paderborn aus einem Verein des Erfolgs in dieser Saison zu einem Verein, der auf den unteren Tabellenplätzen für die nötige Abwechslung im Leben sucht. Allerdings weiß ich nicht, welchen Wert er zurzeit für den Kader des SC Paderborn besitzt. Da muss ich mal in der angeheirateten Heimat nachfragen. Das Interesse am Fußball dort ist in der letzten Zeit ja stetig gestiegen.

Podcast-Zeit vor dem nächsten Heimsieg

Ein wenig Zeit braucht es im Moment immer, bis ein neuer Podcast entsteht und bis er dann nach der Aufnahme online geht. Letzte Woche Mittwoch haben Tina, André und ich es geschafft, uns zusammenzusetzen und das Mikro auf den Tisch zu stellen. Wir basteln weiter an der Form des Gesprächs und haben dieses Mal drei Themenschwerpunkte gesetzt: das Spiel gegen den SC Paderborn, Milan Sasic und die Stimmung unter den Fans. Die Technik fügt sich immer noch nicht ganz unserem Willen. Zwar könnt ihr nun Abschied nehmen vom charmanten Badezimmerhall, doch in den letzten zehn Minuten des Podcasts meldet sich der Laptop-Lüfter nachdrücklich zu Wort. Wie das in Talkshow-Runden so ist, gibt es manche Gäste, die die anderen nie ausreden lassen. Man muss die ignorieren und einfach weiterreden. Wir haben das versucht. Doch der Lüfter blieb hartnäckig. Beleidigt surrte er weiter und nun liegt er einem verdammt unangenehm in den Ohren. Um die Präsentationsform kümmern wir uns inzwischen auch noch.

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Die erste Halbzeit lässt hoffen

Rückblickend muss ich leider sagen, am Sonntag vor dem Spiel des MSV Duisburg gegen den SC Paderborn stimmte meine Einstellung trotz allen Schreibens über Abstiegsgefahren überhaupt nicht. Im Gegensatz zur Mannschaft des MSV Duisburg konnte ich mein Wissen um diese Gefahren nicht von Anbeginn in Präsenz auf dem Platz umsetzen. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich nach meiner langwierigen fiebrigen Erkältung körperlich noch nicht wieder auf der Höhe war. Ich wollte erst nach Valeri Domovchiysks vergebener Großchance in der 15. Minute den Sieg meiner Mannschaft mit jener Unbedingtheit, die auf dem Spielfeld vom Anpfiff an zu sehen war.

Besser als in dieser ersten Halbzeit habe ich die Mannschaft des MSV Duisburg in dieser Saison noch nicht gesehen. Die Mannschaft spielte variantenreich, schnell und mit großem Einsatz. Nahezu jede Angriffsbemühung des SC Paderborn wurde durch intensives Pressing früh unterbunden. Das ist beeindruckend, weil die Paderborn sich auf ein schnelles Kurzpassspiel sehr gut verstanden. Es ging also gar nicht darum, den Ball sofort zu erobern, sondern die Spieler des SC Paderborn dazu zu zwingen, den unpräzisen mittellangen Pass zu spielen, den die Abwehrreihe leicht aufnehmen kann oder der ohnehin ins Aus geht. Das klappte wunderbar. Was fehlte war im Sturm die entscheidende Konsequenz beim Abschluss. Bis zur Strafraumgrenze wurde gut kombiniert, erst dort geriet die Mischung aus Abspiel, selber mit dem Ball gehen und Abschluss nicht mehr. Immer wieder gab es Momente, in der die jeweils andere Option die bessere gewesen wäre. Statt Abspiel auf den Flügel folgte ein Dribbling. Statt Dribbling kam es zum Abspiel. Statt Torschuss kam es zum Dribbling. Natürlich hat der SC Paderborn sehr gut verteidigt, und wer so offensiv spielt wie der MSV Duisburg in dieser ersten Halbzeit unterliegt immer der Gefahr jenes einen Konters, den die Paderborner sich erhofften. Auch dass es nicht dazu kam, zeigt die Qualität dieser ersten Halbzeit.

Für alle, die sich über die dann folgende Niederlage ganz besonders aufregen, weil der Gegner ja “nur Paderborn” gewesen sei, denen lege ich den Spielbericht im Blog Dreh- und Angelpunkt zum letzten Heimspiel des SC Paderborn gegen den FC Ingolstadt 04 ans Herz. Danach denken sie bitte noch einmal an diese erste Halbzeit und überlegen, was von dieser in dem Blog beschriebenen Spielkultur  der Paderborner in Duisburg zu sehen war. Nicht viel!

Auch in der zweiten Halbzeit war davon erstmal noch nicht viel zu sehen. Doch die Struktur dieses Spiels begann zu zerfasern. Immer weniger konnte die Mannschaft des MSV Duisburg die eigene Ordnung aufrecht erhalten. Vielleicht war der Einsatz dieser ersten Halbzeit zu groß gewesen. Vielleicht machte sich aber erste Frustration bemerkbar? Es gibt ja nicht nur konditionelle Voraussetzungen für so eine Ordnung. Es braucht auch Nervenstärke und Beharrlichkeit, auch wenn die Mühen scheinbar vergeblich sind. Wenn ein Spiel eine Stunde mit großem Einsatz noch ohne das Erfolsgserlebnis Tor bestritten wird, drohen Gefühle der Enttäuschung. Der SC Paderborn hatte es da leichter. Die Mannschaft konnte weiter abwarten und mal sehen, was sich aus einer guten Abwehrleistung noch machen ließe.

Damit aus einem Unentschieden etwas mehr wird, ist manchmal nicht allzu viel notwendig. Da genügen zwei Spieler, die den Ball einigermaßen schnell nach vorne bringen. Von denen muss einer den Ball über ein paar Meter selbst voran treiben können, bis er auf Distanzschussweite mehr Raum bekommt, als er es sonst gewöhnt ist. So einer hält dann eben mal einfach drauf, und hat das Glück, dass auch der sonst so fehlerfreie Florian Fromlowitz dieses Mal aus welchen Gründen auch immer nicht an der richtigen Stelle ist.

Damit war das Spiel in der 77. Minute entschieden. Alles andere wäre unsagbares Glück gewesen. Wer angesichts des bis dahin gezeigten enormen Einsatzes der Mannschaft zusammengenommen mit dem bisherigen Verlauf der Saison etwas anderes erwartete, kennt nicht die lähmende Wirkung von Schicksalsschlägen. Dieses Tor glich einem solchen Schicksalsschlag. Ich sackte auf meinem Stehplatz innerlich zusammen. Die Mannschaft tat es mir gleich. Längst war ich mit meiner Einstellung zum Spiel auf Augenhöhe mit der Mannschaft gewesen. Ich hatte den Sieg in diesem Spiel gegen den SC Paderborn mit aller Macht gewollt. Schon lange hat mich eine Niederlage nicht so getroffen wie in diesem Spiel. Es wird ernst, und ich weiß nicht, welchen Schluss ich aus diesem Spiel ziehen soll. Immer wieder kitzelt da ein hämischer Teufel und erinnert mich an die letzte Erstliga-Abstiegssaison, in der die Mannschaft auch immer mal wieder gut gespielt hat und dennoch verlor. Noch kann ich diesen Teufel wieder verscheuchen. Lautstark wütende Zuschauer lassen sich leider nicht verscheuchen. Sie waren in der Minderheit und bekamen nach dem Spiel dennoch ihre Aufmerksamkeit.  Wie kann das Leben doch einfach sein, wenn für die eigenen schlechten Gefühle immer jemand anderer Verantwortung trägt.

Saisonvorbereitung – Fragen aus der 11FREUNDE-Redaktion beantworten

Mitte Juni plingte eine Mail aus der 11-Freunde-Redaktion ins Haus. Die wollten noch ein paar Seiten ihres Quasi-Sonderheftes für die neue Saison füllen, und unversehens stand ich vor der Aufgabe “möglichst rasch” einen Fragebogen zu beantworten. In Teilen bietet der Fragebogen Vorlagen für Humor bei den Antworten, was die 11-Freunde-Redaktion wohl als Anreiz für den Arbeitsauftrag Wunsch “unterhaltsam sein” verstanden wissen wollte. Doch natürlich geht es bei solchen Fragen zum Verein der eigenen Zuneigung eigentlich um verdammt ernste Dinge. Den Spagat musste ich erstmal hinkriegen.

Für uns, die wir ab Sonntag das Wort Saisonvorbereitung für knapp ein Jahr wieder vergessen, kommt die Veröffentlichung des Hefts Ende Juli zu spät. Ich vermute jedenfalls, dass dieser Saisonausblick als August-Nummer veröffentlicht wird. Wo sich doch überall zeigt, dass dieser vorgezogene Zweitliga-Start keine sonderlich gute Idee gewesen ist. Ich will euch meine Antworten nicht vorenthalten. Mein Gefühl sagt mir nämlich, in diesem Haus hier kämen sie zeitgleich mit der Veröffentlichung im Print-Magazin viel zu spät. Da ist es längst schon wieder ganz ernst geworden in Duisburg und manch launiger Ton besäße vielleicht Fettnapf-Potential. Alles zu seiner Zeit.

Betretet also ohne Scheu den roten Teppich und kneift die Augen zu, wenn der Wander-Spot euch blendet. Lest unbekümmert weiter. Heute präsentiert der Zebrastreifenblog ohne die freundliche Unterstützung von irgendjemand die exklusive Preview von “11FREUNDE fragt – Kees Jaratz antwortet“.

11FREUNDE: Die neue Saison wird unvergesslich, weil…

Kees Jaratz: … alles so aussieht, als gebe es beim MSV Duisburg nach langer Zeit wieder eine Vorstellung davon, dass im Fußball zwar Siege das Ziel sind, darüber hinaus aber ein Bild innerhalb des Vereins davon vorhanden sein muss, was ihn auch in erfolglosen Zeiten ausmacht. Die souverän herausgespielten Auswärtssiege gegen Fortuna Düsseldorf, Eintracht Frankfurt und den VfL Bochum, sowie die unglaubliche Heimserie von 17 Spielen mit nur einer Niederlage, empfinde ich dagegen als eher nebensächlich.

11FREUNDE: An die alte Saison werde ich mich lange erinnern. Warum?

Kees Jaratz: Siehe oben, erster Satz. Hinzu kommt, es wurde immer wieder schön anzusehender Fußball gespielt. Da waren wir in Duisburg sehr entwöhnt. Zwar konnte dieser Fußball nicht über die gesamte Saison in der Liga gezeigt werden, doch durch die Erfolge im Pokalwettbewerb entstand ein wunderbarer Rhythmus von wechselhaftem Liga-Alltag und Erfolg. Und selbst das  DFB-Pokalfinale endete mit solch einem traumhaften Erfolg, wenn auch den Rest von Fußballdeutschland das wahrscheinlich überraschen wird. Immer wieder wurde ich nämlich von Freunden auf die “hohe Niederlage” angesprochen, doch mir ging es gut. Der Grund dafür waren die letzten zehn Minuten dieses Finales, in dem der ununterbrochene Gesang von 20.000 Anhängern des MSV Duisburg zu hören war. Zehn Minuten, die die Niederlage vergessen machten. In diesen zehn Minuten drückte sich Identität, Zusammengehörigkeit und ein Bewusstsein von Stärke aus; Stärke, die aus den Menschen selbst kam und zu der kein Gegner notwendig war, der als Feind die Masse einte und niedergemacht werden musste. Das war ein utopischer Moment.

11FREUNDE: Drei Wünsche frei:

Kees Jaratz: Erstens: Ich hätte nichts dagegen, wenn der Dreijahresplan innerhalb von zwei Jahren verwirklicht werden könnte. Muss ich hinzufügen, dass ich meine nebensächliche Vision von oben dazu für eine gute Grundlage halte? Zweitens: Möglichst wenig Samstagsspiele, die sind einfach zu früh für Markteinkauf, zweites Frühstück und so einen Kram. Und wenn, drittens, dann noch der MSV Duisburg sein Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli am Montag bestreiten könnte, dann wird das auch was mit der Saison inklusive der Auswärtsfahrt nach Hamburg.

11FREUNDE: Dein größter Albtraum:

Kees Jaratz: Seitdem Ailton Spieler und Peter Neururer Trainer beim MSV Duisburg waren, kann mich nichts mehr schrecken.

11FREUNDE: Lieblingsspieler im aktuellen Team:

Kees Jaratz: Für Anhänger von ambitionierten Zweitliga-Vereinen mit Dreijahresplänen meist eine schwierige Frage, weil es im Kader nach jeder Saison doch sehr viel Austausch gibt und gerade Lieblingsspieler häufig auch Lieblingsspieler von Fans anderer Vereine werden wollen oder müssen. Lieblingsspieler können also für mich grundsätzlich nur Spieler sein, die ich bei meinem Verein schon mehr als ein Spiel spielen gesehen habe. Bleiben mir bei einem Kader von bislang 27 Spielern 10 zur Auswahl, und da sage ich heute Branimir Bajic, weil er in unaufgeregter Weise eine eindrucksvolle Präsenz auf dem Spielfeld zeigt. Morgen könnte es übrigens auch Benjamin Kern sein.

11FREUNDE: Dein Lieblingsspieler aller Zeiten:

Kees Jaratz: Da komme ich an Kees Bregmann nicht vorbei. Für mich als Jugendlichen, der Amsterdam in den 70ern als ein Versprechen auf Freiheit und cooles Leben ansah, war er der lebendige Beweis, dass an diesem Versprechen etwas dran sein musste. Ein Libero aus Holland, der im eigenen Strafraum die Nerven hat, den Ball mit dem Hintern zu stoppen. Ein technisch perfekter Spieler, der in eben diesem eigenen Strafraum auch mal erst zwei, drei Gegenspieler ausspielt, ehe er den Ball in die sichereren Gefilde des Spielfelds passt. Morgen könnte mein Lieblingsspieler übrigens auch Kurt Jara oder Bernard Dietz sein.

11FREUNDE: Lustigster Fanchoral/Spruch der letzten Saison:

Kees Jaratz: Humor war in Duisburg während der letzten Saison nicht unbedingt nötig. Zu sehr bestimmte die Erleichterung über den sich ändernden Verein die Stimmung. Da wurde zudem weniger mit Worten als mit Bildern gearbeitet, sprich: in die eindrucksvollen Choreografien floss die kreative Energie. Dass die Fans in Duisburg sehr wohl witzig sein können, hatten sie in der Saison zuvor bewiesen, die nur mit Witz und Humor ertragbar war. Wer´s versteht: “Außer Ente könnt´ihr alle gehen!”

11FREUNDE: Das schau ich mir nicht mehr an!  Was müsste passieren, damit Du nicht mehr ins Stadion gehst?

Kees Jaratz: Rückenbeschwerden? Ich kann mir Fußballspiele so schlecht im Sitzen ansehen. Ich brauche ein wenig Raum zur Bewegung, um den Ball notfalls mit ins Tor zu schießen und in Gefahrensituationen dazu beizutragen, dass unsere Verteidiger den Ball im letzten Moment wegspitzeln.

11FREUNDE: Auf dieses Auswärtsspiel freue ich mich besonders, weil :

Kees Jaratz: Auf das Spiel beim SC Paderborn. Da geht es in die angeheiratete Heimat.

11FREUNDE: Unser aktuelles Trikot…

Kees Jaratz: Ich bin nicht so sehr der Mann für modische Details und Applikationen. Hauptsache das Heimtrikot hat blau-weiße Streifen und das Auswärtstrikot ist nicht rosa oder Müllmann-orange. Dann ist alles gut.

11FREUNDE: Als Nachfolger für Udo Lattek schlage ich aus meinem Verein vor:

Kees Jaratz: Vor zwei Jahren hätte ich den damaligen Torwart-Trainer Manfred Gloger vorgeschlagen, der mit seiner rustikalen Art noch sehr im Fußball alter Tage verwurzelt ist. Heute ist er bei Fortuna Düsseldorf angestellt. Milan Sasic könnte den Job sicher auch gut übernehmen. Sein bildhaftes und von der kroatischen Muttersprache eingefärbtes Deutsch macht den Fußball dieser Tage immer sehr anschaulich. Zudem besitzt er trockenen Humor und ein gutes Gespür für Timing. Aber der hat keine Zeit, der muss im Moment auch noch Sportdirektor sein.

11FREUNDE: Im Stadion brauche ich nur Wurst, Bier und…

Kees Jaratz: … keinen Schreihals im Rücken, der bei seinem Ärger über das Spiel immer glaubt und das dann auch in die Welt rausbrüllt, schlechte Leistung habe irgendwas mit der Herkunft von Spielern zu tun.

11FREUNDE: Was unserem Stadion / Klub fehlt ist …

Kees Jaratz: … zur Zeit nur noch ein zweiter linker Verteidiger. Da gibt es zwar noch etwas mehr, aber ich müsste länger ausholen und dazu fehlt jetzt die Zeit.

11FREUNDE: Die Zweite Liga verlässt nach oben  ….

Kees Jaratz: … wahrscheinlich doch erstmal nur eine Mannschaft. Und das ist wahrscheinlich bei allem Favoritenstraucheln in diesem Jahr doch wieder der starke Erstliga-Absteiger Eintracht Frankfurt. Sollte ich eine zweite Mannschaft definitiv nennen, müsste ich doch meinem Herzen folgen und da will ich alten Gepflogenheit gemäß, für den MSV Duisburg nicht das Unaussprechliche nennen. Natürlich werden es die Fürther auch mal wieder versuchen und nicht schaffen. Ob der FC St. Pauli als Wundertüte oben dauerhaft dabei sein wird? Der VfL Bochum auf jeden Fall. Es ist wie immer in der 2. Liga, die Vergabe von Platz zwei und drei sind nicht sonderlich vorhersehbar. Schließlich sehen sich bis auf wenige Ausnahmen die meisten Vereine der 2. Liga mittelfristig auf dem Weg in die Bundesliga. Da kann sich der ein oder andere immer auch überraschend kurzfristig Hoffnung machen.

11FREUNDE: Und nach unten:

Kees Jaratz: Dieses Jahr glauben auch die griesgrämigsten Unken in Duisburg nicht, dass der MSV dabei sein wird. Das war im letzten Jahr noch anders. Der Rest interessiert mich heute erstmal nicht.

11FREUNDE: Relegationsspiele sind super, …

Kees Jaratz: … weil wir alle von der Abstiegsangst gebeutelten noch immer das Entsetzen spüren, wenn am letzten Spieltag in der 90. Minute irgendwo auf einem anderen Platz doch noch so ein blödes Kopfballtor zum Ausgleich fällt und da irgendein Schlunzverein gerettet ist, während der hart umkämpfte Auswärtssieg meines Heldenvereins seinen Sturz auf Platz 16 nun doch nicht aufhält. Dank der Relegationsspiele gibt es aber heute unter den Spielern ein allgemeines Durchschütteln, weil das die Sportdirektoren in den Interviews nach dem Spiel so vorgeben, während wir auf den Rängen unser Schweigen nach einem tiefen Atemzug beenden und mit dem hilfreichen Satz weiter hoffen: “Dann gewinnen wir eben die Relegation.” Was für den Erstligisten dann ja auch sehr wahrscheinlich ist.

11FREUNDE: Oder doch nicht so super, …

Kees Jaratz: … weil  sich der Verein meiner Zuneigung in einer höllenlangen Zweitligasaison nach einer desaströsen Hinrunde in einer nie da gesehenen Aufholjagd  am letzten Spieltag  durch einen 7:1-Kantersieg gegen den schon lange aufgestiegenen Zufallsabsteiger der letzten Erstligasaison souverän auf Platz 3 schwingt und  wir wissen, dass das alles doch nichts genützt haben wird. Die Relegationsspiele werden entweder ohnehin vom Erstligisten gewonnen, und wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, dass unser Verein siegreich aus den Spielen hervorginge, bliebe einfach viel zu wenig Zeit, um einen ausreichend starken Kader für die Erstliga-Saison zusammen zu stellen. 2. Liga, unser Verein käme wieder.

Saisonvorbereitung – Zweitligavereine wünschen heimlich Aufstockung der Bundesliga ab Saison 2012/2013

Erreichbare Ziele setzen. Das ist eine Grundbedingung für Erfolg. Weder überfordern noch unterfordern, heißt nicht nur die beste Richtschnur beim Lernen. Auch außerhalb von Schulen wäre es schön, wenn sich jede anstehende Aufgabe im Niveau ganz leicht über dem bereits vorhandenen Leistungsvermögen befände. Nie wäre etwas langweilig. Niemals geriete man in Bedrängnis, etwas nicht zu schaffen. Das Leben bestünde aus einem Rundum-Sorglos-Paket von gut abgefederter Weiterentwicklung.

Doch immer tauchen da andere Menschen auf, die einen beim Weiterkommen stören. Besonders stören sie dann, wenn Ranglisten gebildet werden und Tabellen. Denn dann gibt es für Ziele immer auch ein paar Anwärter mehr als Plätze vorhanden sind, und schon können Ziele noch so sehr punktgenau knapp oberhalb des Leistungsvermögens angesetzt werden, das Scheitern wird unweigerlich auf jemanden zukommen.  Zielbestimmung in Konkurrenzsituationen bleibt also einerseits notwendig, andererseits gefährdet diese Zielbestimmung vielleicht bereits den möglichen Erfolg. Ganz zu schweigen davon, wenn noch andere bei dieser Zielbestimmung mitmischen wollen. Dann heißt es für Verantwortliche in den Vereinen, schnell Meinung machen.

Milan Sasics Stellungnahme etwa war spätestens Ende Juni gefordert, als in den Redaktionsräumen vom Kicker die Sportjournalisten die vom MSV Duisburg eingehenden Pressemitteilungen über Spielerneuverpflichtungen kaum mehr  abarbeiten konnten. Die Arbeitsüberlastung ließ sie zum pauschalen Urteil finden, der MSV Duisburg sei endgültig zu einem Aufstiegskandidaten geworden. Milan Sasic gab sein bestes: „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.” Milan Sasic konnte sich auf alte Vorhaben berufen. Drei-Jahres-Plan hieß das Ganze, als noch der Ex die Interviews gab. Und wenn Milan Sasic die ersten sechs Mannschaften erwähnt, wollen wir nicht vergessen, auf diese ersten sechs Mannschaften warten auch der erste, zweite und dritte Tabellenplatz. Es ist ja nicht so, dass in Duisburg nach Siegen gesagt würde: “Och nö, lasst das mal lieber mit den drei Punkten für uns, nachher bleiben wir noch zweiter und das haut uns unsere Aufstiegspläne kaputt.” Da sind wir in Duisburg doch flexibel genug, mitzunehmen, was sich anbietet.

Andere Vereine können da sehr viel weniger flexibel sein. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig sind es nur drei Vereine, die das große Ziel der kommenden Saison für die 2. Liga auch wirklich aussprechen. Sie waren entweder schon lange genug flexibel oder hinken ihrem Plan schon ein Jahr hinterher oder brauchen keine Pläne, weil sie gar nicht da sind, wo sie meinen, hinzugehören. Da ist es wieder, das Problem mit den anderen Menschen. Mindestens ein Verein von den dreien wird scheitern beim Streben nach dem sicheren Aufstiegsplatz.

SpVgg Greuther Fürth
“Doch mit dem ansonsten weitgehend unveränderten Kader soll es vielleicht schon 2011/12 endlich klappen mit dem großen Ziel Aufstieg. «Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass ich das in meiner Zeit in Fürth mal erleben darf», sagte Manager Rachid Azzouzi. «Jeder in diesem Verein will das mit jeder Faser seines Körpers.»
dpa-Meldung in
Süddeutsche Zeitung – 16.5. 2011

VfL Bochum
“Der neue Sportchef Jens Todt hat den Aufstieg des VfL Bochum in die Fußball-Bundesliga als das erklärte Ziel bezeichnet.

Der Westen, 3.6.2011

Eintracht Frankfurt
“Es wird nicht einfach werden, aber wir haben ein Ziel, wir wollen aufsteigen.”
Armin Veh, Trainer -
  hr-online.de, 31.5.2011

In Frankfurt, Bochum und Fürth werden für die Saison 2011/2012 also klare Ansagen gemacht. Andere Vereine versuchen sich gleich dem MSV Duisburg an dem Balanceakt, die Kräfte für Aufstiegsanstrengungen zu bündeln, ohne dass die eine einzige Erwartung hemmungslos herumzutollen beginnt.

FC St. Pauli
Mit Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft dabei, die ähnlich wie zuletzt Hertha BSC der Top-Favorit ist. Kommt Gladbach runter, werden auch sie dazu gehören. Greuther Fürth sagt jetzt schon, dass sie den Aufstieg unbedingt schaffen wollen. Cottbus und Duisburg sind ebenfalls mit dabei. Das heißt aber nicht, dass wir die nicht packen können. Wir wollen oben mitspielen. Es wird kein Selbstläufer und wir sind realistisch. Aber es ist alles möglich.
André Schubert, Trainer – spox.com, 17.5. 2011

FC Energie Cottbus
“Lautet das langfristige Ziel Aufstieg?

Natürlich. Cottbus gehört aber nicht zu den Vereinen, die vor der Saison sagen können, dass sie in die Bundesliga wollen. … Wir können nur aufsteigen, wenn wirklich alles passt. Das kann man aber leider nicht planen
“.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer – Eckball-Magazin, 20.5.2011

Alemannia Aachen
Eine Steigerung strebt auch für Benjamin Auer an. «Als ich im vergangenen Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich gerne mit der Alemannia aufsteigen möchte. Dabei bleibe ich», sagte der Stürmer. «Vielleicht können wir in der neuen Saison die Qualität im Kader noch weiter steigern, damit dann die Plätze 3 bis 6 in der Abschlusstabelle möglich sind. Und dann bleibt ja noch mein drittes Jahr», so Auer: «Spätestens dann geht’s um Platz 1 bis 3.»
Aachener Zeitung, 12.5.2011

Nach der Saison 2011/2012 werden DFL und DFB allerdings nicht mehr daran vorbeikommen, die Bundesliga aufzustocken. Sonst werden deutschlandweit Hoffnungen enttäuscht und tiefe Depressionen werden unzählige Fußballfans arbeitsunfähig machen. Dann sollen ja nicht nur die Pläne oben genannter Vereine Wirklichkeit werden, dann wird auch mit jenen Vereine zu rechnen sein, die im Moment noch auf Wachstum setzen und sich über die deutsche Sprache freuen, in der die wunderbaren Wörter mittelfristig und langfristig die konkrete Zielbeschreibung in die Zukunft verlagern helfen.

TSV 1860 München
In drei Jahren möchen wir in der ersten Liga sein.
Hasan Ismaik, Großinvestor und Anteilseigner TSV 1860 München KgaA   Süddeutsche Zeitung, 8.6.2011

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist eine wahnsinnig attraktive Stadt, die sehr viel bietet. Die hat einfach Erstliga-Fußball verdient. Dafür arbeiten wir. Klar, ich würde mit Fortuna sehr gerne aufsteigen, das ist das mittelfristige Ziel.
Wolf Werner, Manager – Express, 13.6.2011

Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig besitzt im deutschen Fußball einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es unser logisches Ziel ist, in der Bundesliga zu spielen. Allerdings wollen wir uns in den kommenden Jahren erstmal in der 2. Bundesliga etablieren. Denn wichtig ist auch, dass man sich in einem realistischen Zeitplan bewegt. Und ein solcher Zeitplan für die Zukunft existiert selbstverständlich auch bei Eintracht Braunschweig.”
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer  – sportschau.de, 10.4.2011

FC Ingolstadt
Nun, ich habe eine ähnliche Situation beziehungsweise Entwicklung schon beim FC Augsburg erlebt. Als ich damals dorthin gekommen bin, war der Verein noch in der dritten Liga und hatte wenig Zuschauer. Sechs Jahre später sind sie nun in die Bundesliga aufgestiegen. Ich denke schon, dass man beide Klubs etwas miteinander vergleichen kann: Beide haben eine Perspektive nach oben – und auf Ingolstadt bezogen sollte es in nächster Zeit auf alle Fälle machbar sein, dass man in der 2. Bundesliga zumindest eine sehr gute Rolle und künftig nicht mehr gegen den Abstieg spielt. Was darüber hinaus noch möglich ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
Leo Haas, Neuzugang Saison 2011/2012 (offensives Mittelfeld) – Augsburger Allgemeine, 9.6.2011

FC Erzgebirge Aue
„Ich habe den Traum, mit Aue mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen und damit Einzigartiges für den Verein und die Region zu schaffen“.
Marc Hensel, Spieler (defensives Mittelfeld) – zitiert nach dpa-Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 2.6.2011

SG Dynamo Dresden
Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein. Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern da gehört der gesamte Verein dazu. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern.
Hans-Jürgen “Dixie” Dörner, Berater – sid-Interview im RevierSport, 18.5.2011

So richtig zu Hause in der 2. Liga fühlen sich im Moment nur fünf Vereine.

1. FC Union Berlin
Es kann uns auf Dauer nicht genügen, drei oder vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Die Mannschaft muss sich ebenfalls entwickeln“, sagt Zingler. „Dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Das Wort Bundesliga wurde von Unions Präsidenten bewusst vermieden, Union soll auch in Zukunft „langsam wachsen
.
Dirk Zingler, Präsident – Tagesspiegel
, 18.5.2011

FC Hansa Rostock
“Ich bin keiner, der sagt, dass er eine Mannschaft in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln will. Fußball ist ein Ergebnissport, und ich orientiere mich immer an der Realität. Wenn wir es vom ersten Spiel an schaffen, von den Abstiegsrängen entfernt zu bleiben, kommt die Entwicklung automatisch.”
Peter Vollmann, Trainerkicker.de, 25.5.2011

Karlsruher SC
Wir werden wieder ein schweres Jahr haben, was nicht heißt, dass wir nicht ein Stück nach oben rutschen können. Aber die Liga wird brutal schwer. Mit Braunschweig und Rostock kommen sehr gute Aufsteiger. Von oben kommen St. Pauli und Frankfurt. Die Liga wird viel stärker. Da kann niemand ernsthaft erwarten, dass wir mit den oben genannten schwierigen Rahmenbedingungen sofort nach vorne durchstarten. Wir sind unten und wir müssen uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten.
Rainer Scharinger, Trainer – Pforzheimer Zeitung, 18.5.2011

SC Paderborn
… Der SC Paderborn hat Mühe, mit dem Mini-Etat die 2. Liga zu halten …
Roger Schmidt, Trainer – Westfalen-Blatt, 4.6.2011

FSV Frankfurt
“Insgesamt 13 Neuzugänge muss Trainer Hans-Jürgen Boysen in diesem Jahr integrieren. “Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zur Vorsaison einen stärkeren Kader haben” zeigte sich der Coach aber durchaus optimistisch. Am Saisonziel Klassenerhalt habe sich dennoch nichts geändert, wie Geschäftsführer Uwe Stöver betonte: “Die Mannschaft und das Umfeld muss dafür viel Geduld und Herzblut aufbringen, damit wir dieses Ziel zusammen erreichen können.”
hr-online.de, 18.6.2011

Der Unterbau der Bundesliga wird in Zukunft wohl also nur noch aus sieben Vereinen bestehen, von denen fünf irgendwann den Rückzug in die Dritte Liga vorziehen. Dann wären die übrig bleibenden zwei Bundesligaabsteiger für ein Jahr endlich da, wo wir alle hin wollen. Selbstbestimmt könnten sie die Zielsetzung für die Saison gemäß des eigenen Leistungsvermögens ansetzen, ohne den Aufstieg und damit die eigene Weiterentwicklung durch zu viel Druck zu gefährden.

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