Mit 'Walter Hellmich' verschlagwortete Einträge

Weiterbildung Arbeitsrecht

Wie soll das Kind denn nun heißen? Bruno Hübner sagte gestern im RevierSport, es sei definitiv keine Abmahnung gewesen, die Manfred Gloger da erhalten habe. Heute in der NRZ wird die „Abmahnung“ wieder aus der Wörterkiste hervorgeholt, allerdings ist sie keine im „arbeitsrechtlichen Sinn“, und es wird nicht ganz deutlich, ob Walter Hellmich da salopp mit dem Begriff hantiert oder die Journalisten noch einmal etwas so nennen wollen, was sie schon einmal ganz exklusiv so genannt haben und deshalb nicht Abstand davon nehmen können. Die indirekte Rede lässt da Interpretationsspielraum: „Hellmich stellte dabei heraus, dass es sich bei der Abmahnung gegen Torwarttrainer Manfred Gloger nicht um eine Maßnahme im arbeitsrechtlichen Sinne gehandelt habe“.

Zweifellos aber erweisen sich Walter Hellmich und die NRZ-Journalisten Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann im kongenialen Zusammenspiel sprachschöpferisch und schlagen einen Pfad in den bislang noch für mich völlig unerschlossenen Bedeutungsraum des Wortes Abmahnung abseits der Rechtssprache. Um diesen Bedeutungsraum dauerhaft zu gewinnnen, müsste aber konkretisiert werden, welches Verhalten mit so einer bislang noch unbekannten Abmahnung verbunden ist. Verständlicher wird man für seine Umwelt durch solche Bedeutungsvarianten nicht, aber individueller, künstlerischer. Bis dieses mit der Begriffserweiterung verbundene Verhalten von den NRZ-Journalisten und Walter Hellmich geklärt ist, betreiben wir hier ein wenig Weiterbildung in Sachen Abmahnung im Allgemeinen und Abmahnung im Arbeitsrecht im Speziellen.

Bruno Hübner hatte  die Situation übrigens souverän geklärt.  Nicht nur gegenüber der RevierSport sondern auch, wie im MSVPortal zu lesen ist, am Mittwochabend vor den Fans. Da hätte Walter Hellmich gar nicht erst in Süddeutschland ausfindig gemacht werden müssen. Wenn Bruno Hübner nun noch in Zukunft dabei nicht mehr Einzelkämpfer des Vereins bleibt, könnte was daraus werden aus der von mir so erhofften Kommunikation nach außen.

Aufräumarbeit

Beim MSV Duisburg hoffen nun alle, nach der Verpflichtung von Milan Sasic als Trainer bis 2011 kehrt möglichst schnell wieder Ruhe ein. Gute Idee! Auch ich will mich nämlich hier endlich mal wieder um andere Dinge kümmern als um das tagesaktuelle Geschehen. Allerdings muss ich dazu vorher noch den Schreibtisch freiräumen, so sage ich immer noch gerne, auch wenn die Notizzettel längst in den Ordner des PCs abgelegt sind.  Da befinden sich nämlich noch hastig hingeschriebene Zitate in Dateien und einige Links geben mir ihre Privatvorstellung. Seit der Pressekonferenz vom MSV Duisburg zur Entlassung von Peter Neururer hat sich einiges Unfertiges angesammelt.

Natürlich ist da zunächst die Stellungnahme von Walter Hellmich, die uns einmal mehr zeigt, wenn dem Präsidenten einer auf die Nerven geht, kann er dazu nicht schweigen. Das ist natürlich bereits vielen aufgefallen, dass die Einvernehmlichkeit sich spätestens dann erledigt hatte, als Walter Hellmich beim Trainerprofil des zukünftigen MSV-Angestellten unter anderem von ehrlicher Arbeit sprach und dem hinzufügte, „das passt besser zu uns als große Sprüche zu machen“.

Nun denn, diese so schnell aufgegebene Einvernehmlichkeit eröffnet uns Einblicke in die Arbeitsrechtsverhältnisse von Fußballtrainern. So legt Peter Neururer auf die Einhaltung seines Vertrages großen Wert und sieht sich im Falle eines Aufstiegs des MSV Duisburg trotz der Entlassung auch in der kommenden Saison beim MSV Duisburg angestellt. Denn automatisch verlängere sich ja sein Vertrag in so einem Aufstiegsfall. Eine Einflussgröße mehr, die es zu berücksichtigen gilt, wenn wir über die noch vorhandenen Chancen zum Wiederaufstieg reden.

Lustiger Weise hat Walter Hellmich vielen von uns Fans mit seiner indirekten Neururer-Charakterisierung aus der Seele gesprochen. Aber wir sind Fans, und er ist der Vorstandsvorsitzende des MSV Duisburg und diesem Vorstandsvorsitzenden passiert immer mal wieder etwas, was das Vorhaben erschwert, Ruhe beim MSV Duisburg einkehren zu lassen. Für mich ist die Frage, passiert Walter Hellmich das oder agiert er im Bewusstsein der Folgen? Eine Antwort auf diese Frage ist allerdings nur dann von Belang, wenn es jemanden in Walter Hellmichs Umfeld gibt, den er als korrigierende Instanz des eigenen Handelns akzeptiert. So viel Spekulation gönne ich mir und so viel Glaube an das Gute im Menschen. Ich will nämlich den MSV Duisburg aufsteigen sehen, und da ist es mir lieber,  auf Menschen im Verein zu hoffen, die ihre Fehler einsehen.

Ich hoffe außerdem, Kurt Jara hat Walter Hellmich am Ende seiner Jobnachfrage ungefähr so etwas gesagt wie, ist schon in Ordnung, wenn sie damit zu den Journalisten gehen, um denen mal zu zeigen, welch tolle Trainer unbedingt bei einem MSV Duisburg unterkommen wollen. Mich stört das nicht, wenn sie da mit meinem Namen ein bisschen hausieren gehen. Bringt mich schließlich wieder in die Schlagzeilen. Schaden wird das schon nicht. Ich hoffe sehr, dass es so gewesen ist, und dass diese Mitteilung an die Presse Walter Hellmich nicht erneut einfach mal so passiert ist.  Kurt Jara, hoffentlich war das so, sonst sitzen Sie da jetzt irgendwo in Österreich und ärgern sich, warum sie nur auf die Idee gekommen sind, in Duisburg mal anzurufen.

Außerdem hoffe ich für Kurt Jara, wenn es denn so gewesen sein sollte, dass es ihm tatsächlich nicht schadet. So ein Image ist schnell beschädigt. Denn mancheiner, der vom MSV Duisburg nicht so viel hält, solche soll es ja geben, könnte ganz nebenbei mal fallen lassen, wenn schon der MSV Duisburg den nicht will, wer dann noch? Dabei muss man solch einer Aussage nicht einmal mutwilligen Rufmord unterstellen. Menschen sind manchmal auch nur gedankenlos.

Zu Milan Sasic habe ich auch noch ein paar lose Fäden, die ich hier aber nur zusammenknäuel. Zunächst komme ich noch einmal aufs Image zurück, auch in dem Fall habe ich nämlich erstmal Hoffnungen. Die meisten Menschen wollen es gerne einfach haben. Die Welt soll nicht kompliziert sein, das eigene Leben ist es doch schon genug. Deshalb hoffe ich sehr, dass Milan Sasic Journalisten vor allem eine griffige Formel seiner Person bieten will. Ich hoffe es sehr, dass der „harte Hund“ mehr zu bieten hat als uns diese medienwirksame Chiffre verspricht. Ich glaube nicht an einfache Lösungen für komplizierte Probleme, und eine Mannschaft zur Einheit formen ist ein kompliziertes Problem.

Ich hoffe außerdem, Milan Sasic hat aus seinen Erfahrungen beim 1. FC Kaiserslautern viel gelernt. Lese ich, was  Fans vom 1. FC Kaiserslautern über ihn sagen, weiß ich jetzt schon, ohne eine solche Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit, werden wir vor dem Sommer 2011 einen neuen Trainer haben. In Kaiserslautern hat anscheinend nur der Erfolg all jene zwischenmenschlichen Verwerfungen seines Handelns verdeckt. Sobald dieser Erfolg aber gefährdet war, fielen die Blicke aller plötzlich auf die von ihm verbrannte Erde. Das will ich in Duisburg nicht erleben.

Die von ihm  in Kaiserslautern verlangte Spielweise der Mannschaft erinnert sehr an die Funkel-Ära in Duisburg. Hinten sicher stehen, und lang und weit nach vorne spielen. Eine gemächlichere, deutsche Variante des „Kick and Rush“. Ansehlich ist auch das nur im Erfolgsfall. Mal sehen, was er sich für den MSV Duisburg ausdenkt.

Und noch eins war im Kaiserslauterner Fan-Forum auffällig. Natürlich gibt es das häufig, Trainer holen ihnen bekannte Spieler zu ihren neuen Mannschaften. Aber dass derart viele Fans von Kaiserslautern den Transfer von Anel Dzaka nach Duisburg bereits für die Winterpause prophezeien, überrascht dann doch. Doch Fernbeziehungen sind zerbrechlich. Unser Mittelfeld ist gut besetzt. Und schon wieder gibt es eine Hoffnung mehr, nämlich die, dass Milan Sasic sich aus den vorhanden Spielern des MSV Duisburg seine neuen Lieblingsspieler erwählt. Man muss auch mal Schluss machen können, wenn es mit der alten Beziehung nicht mehr klappt. Und dass wir schon vor der Winterpause das Unwort vom Aufstieg wieder in den Mund genommen haben, stimmt mich für diese Woche ganz froh. Schließlich will ich bei aller Hoffnung mit realistischen Einsprengseln auch eine Zeit lang wieder öffentlich träumen dürfen.

Die Mannschaft wieder einen

Während Marco Röhling neun einsilbige Wörter sagt, deren genauen Sinn sich mir erst mit dem zehnten und elften Wort erschließt, habe ich erstaunlich viele Gedanken gleichzeitig. Erst um die zwanzigste Minute herum bin ich zum Webradio von Radio DU gekommen und das erste, was ich hörte, war folgendes: „Und schob den Ball ein zum eins zu null …“ Nicht zu erkennen war in diesem Moment für mich, wer da nun führte. Normalerweise stelle ich das inzwischen an der Stimmlage von Marco Röhling recht schnell fest. Dieses Mal nicht, so neutral sprach Marco Röhling diesen Satz.

In dem Moment fanden Gedanken Worte in meinem Kopf, sie versanken, andere tauchten auf und stürzten augenblicklich wieder ab, übrig gebliebene vermischten sich mit anderen Gedanken und schufen einen Moment des unentschiedenen Stillstands, in dem alles möglich wurde. Das dauerte vielleicht ein bis zwei Sekunden, und in dieser kurzen Zeit hatte ich einerseits die Ahnung aller Gefühle, die dieser Verein in mir immer wieder weckt. Bange Hoffnung, die die Freude ahnen lässt, gefolgt von dem Absturz in Sorge und Enttäuschung. Andererseits hatte auch sofort das Denken über diesen Zustand begonnen. War ich doch kein direkter Beobachter des Spiels. Das Medium der Sportreportage gewährte mir Distanz.

Dieser Zustand eines blitzartigen Nebeneinanders von Gefühl und Rationalität war aber nur deshalb möglich, weil der MSV Duisburg zurzeit selbst nicht weiß, wo er steht. Immer noch wollen wir nach Aussage von Walter Hellmich auf der Pressekonferenz zur Entlassung von Peter Neururer alles tun, um ganz oben mitzuspielen. Wenn Bruno Hübner zu der Frage Stellung nimmt, was die Entlassung bringt, klingt das vorsichtiger. Da wollen wir bis zur Rückrunde alles tun, um zu sehen, was noch möglich ist. Ich hoffe, wir hören bei den beiden nur die Belege für deren unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie werden dieselben Ziele haben. Wenn man aber an die Leistung der Mannschaft denkt, ist nichts vorhersehbar in einem Spiel wie dem gegen TuS Koblenz.

Dann hörte ich Marco Röhling sagen: „… für den MSV Duisburg und diese Führung hat immer noch Bestand nach inzwischen 21 Minuten.“ Das klang gut. Ich war eher still zufrieden, als dass ich mich laut freute. Schon in normalen Zeiten wäre dieses Spiel gegen TuS Koblenz ein Pflichtsieg gewesen, gestern war es immer noch ein Pflichtsieg, ohne dass ich wirklich daran glauben konnte. Denn, wie gesagt, erwartbar ist im Moment nichts.

Doch ich hörte gestern und lese heute bei „Der Westen“ und im „Kicker“ von einem „klaren Sieg“ und einer „ansprechenden Leistung“. Das viel beschworene  Potenzial der Mannschaft hat sich anscheinend deutlich gezeigt. Natürlich ist dieser Sieg nicht das Ergebnis der Entlassung von Peter Neururer. Das ist die Geschichte, die in einer kurzen Zeitungsmeldung am einfachsten zu erzählen ist. Dennoch zeigt sich, und zwar nach dem Spiel im Interview mit Christian Tiffert, die Entlassung war richtig.

Christian Tiffert erweist sich in dieser Saison nicht nur auf dem Spielfeld als Stütze dieser Mannschaft. Auch wenn er Stellung nimmt zu den spielerischen Leistungen der Mannschaft, sagt er entscheidende Sätze im richtigen Ton. Im Podcast von Radio DU geht es da mehr um die Einordnung des Sieges, im Interview nach dem Spielbericht von Sky gibt er bei Minute 3:45 aber auch noch einen Einblick in die Stimmungslage der Mannschaft. Christian Tiffert sieht für die Stimmung innerhalb der Mannschaft Verbesserungsbedarf. Stimmung hat etwas mit Zusammenhalt zu tun, und der ist Voraussetzung, um Krisen zu überstehen. Die Bewertung der Entlassung Peter Neururers überlässt er allerdings anderen.

Mir, zum Beispiel: Betrachte ich, wie Peter Neururer mit den Problemen dieser Mannschaft seit Anfang dieses Jahres immer wieder umgegangen ist, dann weiß ich sicher, egal wie gut sein Fußballverstand sein sollte, ihm fehlen geeignete Mittel zur Menschenführung. Er hätte dieser Gruppe von Spielern mit unterschiedlichen Interessen nicht mehr zur Einheit verhelfen können. Da steht sein Umgang mit der Personalie Ben-Hatira vor. Zudem wirkt die Drohung mit seiner Kündigung als Hemmschuh. Hinzu kommt noch sein populistisches öffentliches Auftreten, bei dem er immer wieder zwischen den Extremen schwankte. Einerseits nahm er Spieler gegen jede Kritik von außen in Schutz, andererseits distanzierte er sich grundsätzlich nach dem völligen Versagen von der Mannschaft. Wie soll so jemand integrierend auf die Gruppe einwirken? Derjenige, der integrierend wirken möchte, braucht das Vertrauen aller Gruppenmitglieder. Ich glaube nicht, dass dieses Vertrauen noch gegeben war. Darum wird es einem neuen Trainer vor allem gehen müssen, die Mannschaft wieder zu einen. Dann kann sie das legendäre spielerische Potenzial vielleicht bis zum Ende der Saison häufiger abrufen, als es bislang der Fall war.

Vor dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg

Dienstagabend ist Basketballabend. Das wisst ihr allmählich, und eigentlich hatte ich vor, meine guten Erfahrungen beim Spiel gegen Mönchengladbach zu wiederholen. Ich wollte auf Basketball verzichten. Gerade weil es sich im Gegensatz zum letztjährigen Pokalspiel gegen den TSV 1860 München bereits um das Achtelfinale handelt, war ich bereit, den Abend nicht in der Sporthalle zu beginnen, sondern sofort in die Kneipe am Deutzer Rheinufer zu gehen. Dort wollte ich bei der Pokalübertragung vor dem Fernseher auf meine Mitspieler warten. Zu meinem Glück spielt ja der FC bereits um 19 Uhr, so dass ich zumindest die zweite Halbzeit recht ausführlich hätte zu sehen bekommen. Nun haben wir heute ein Meisterschaftspiel und erhebliche Verletzungssorgen. Nicht nur Bernd Korzynietz plagen zurzeit Hüftbeschwerden, auch bei uns ist von grippalem Infekt über Kapselverletzungen an Fingern der rechten Hand bis hin zu Entzündungen der Sehnen an verschiedenen Körperteilen alles an Gründen vorhanden, dass Spieler nicht auflaufen können. Das MSV-Fieber ist da noch am leichtesten zu behandeln, deshalb muss ich in den sauren Apfel beißen und komme erneut erst zum Ende der zweiten Halbzeit vor den Fernseher.

Ich hoffe, zu dem Zeitpunkt steht es bereits 2:0 nach Toren von Larsen in der 51. Minute und Ben-Hatira in der 66. Wir werden noch einen Gegentreffer in der 74. Minute bekommen, damit sich für mich die letzten Minuten vor dem Fernseher auch lohnen. Es wird aber bei dem Ergebnis bleiben. Diese Voraussage an der Stelle hier stellt einen Versuch dar, weil meine Vorhersagekraft vor Auswärtsspielen gegenüber Einzelpersonen bislang nicht weiter wirkte. Vor wichtigen Spielen müssen auch einmal ungewöhnliche Wege gegangen werden.

Wer sich bis zum Abend noch ein wenig die Zeit vertreiben möchte, findet hier eine von der Augsburger Allgemeinen veröffentlichte Zeitungsbeilage anlässlich der Eröffnung des neuen Augsburger Stadions zu Beginn der Saison. Überfliegt man dort die Seiten, werden Erinnerungen wach. So ein Stadionneubau weckt Hoffnungen und beflügelt die Fantasie. Wir, in Duisburg, sind da mit unserem Stadion schon ein wenig in die Jahre gekommen. Bei uns in Duisburg ist ein erwachsenes Gefühl an die Stelle von jugendlichem Optimismus und naivem Ehrgeiz getreten. Ich weiß nicht genau, ob ich dieses erwachsene Gefühl Realismus oder Resignation nennen soll.  So ein neues Stadion schießt auf Dauer auch nicht mehr Tore als die gegnerische Mannschaft. So ein neues Stadion ist nämlich auch nur ein Bauwerk, das vor allem Fußballspieler mit Leben füllen müssen. Wir Zuschauer machen das ohnehin. Der Umgang mit Menschen ist aber nicht so leicht berechenbar wie der Umgang mit Baumaterial. Walter Hellmich kennt sich mit diesem Unterschied inzwischen bestens aus. Wie man bei dieser Pressekonferenz übrigens hören kann, hält Jos Luhukay viel vom MSV Duisburg. Im zweiten Clip antwortet er bei Minute 11:58 auf die Frage, „was macht Duisburg richtig gut?“ Wir hören „Erfahrung“ und „Torgefahr in allen Mannschaftsteilen“. Dann wollen wir mal hoffen, dass sich seine Einschätzung bewahrheitet.

Die Last einer erwartbaren Verhandlungsniederlage

Manchmal frage ich mich für einen kurzen Moment, wo Peter Neururer in diesem Durcheinander steht. Markus Brzenska spielt also nächste Saison in Cottbus. So etwas war vorhersehbar nach diesem Dumping-Preis, den Walter Hellmich mal eben so in die Verhandlungen von Bruno Hübner dazwischen geworfen haben soll. Das ist schon komisch mit so einem Geschehen. Da steht der MSV Duisburg nun als Verlierer der Verhandlungen da. Ich hatte es schon einmal gesagt, aber vielleicht nicht deutlich genug. Die nicht erfolgte Verpflichtung von Markus Brzenska ist nicht das Problem. Auch wenn die eingespielte Innenverteidigung der letzten Saison nun nicht wieder auf dem Platz der MSV-Arena stehen wird. Wir haben die Spieler für eine wahrscheinlich funktionierende Verteidigung.

Als eigentliches Problem erweist sich in meinen Augen dieses so unnötige Gefühl der Niederlage. So etwas wirkt atmosphärisch und muss erst einmal wieder beiseite geräumt werden. Zu dieser Atmosphäre passt dann die Meldung gut, dass auch David Strihavka nicht kommen wird, weil er nach Pilsen zurückgekehrt ist. Das wird gegenüber der NRZ von Bruno Hübner sogleich als normaler Vorgang im Fußballgeschäft beschrieben. Hübner erwartet also weiter das Kommen Strihavkas. Er mag ja kommen und vielleicht wird Kouemaha gehen. Aber wieviel Energie wird mit all dem Dementieren und Zurechtrücken gebunden. Wieviel Energie wird in diesem Verein damit verbraucht, in einem manchmal richtungslos wirkenden Arbeiten einen Weg zu finden. Wie oft steht ein Handeln in der Gegenwart entgegen öffentlichem Reden der Vergangenheit? Dann braucht es wieder neue Worte.

Immer geht es alleine um das Vertrauen in die Arbeit der sportlichen Leitung. Das wiederum hat nur in Grenzen mit Bruno Hübner zu tun, sondern vor allem damit wie Walter Hellmich immer wieder in die Arbeit seines Managers hineinredet und gleichzeitig im Verein aber das Bild aufrecht gehalten wird, Bruno Hübner und Peter Neururer arbeiten in enger Abstimmung allein verantwortlich.  All diese Widersprüche brauchen viele Erklärungen und deshalb fällt es außerdem noch auf, dass die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins aller Vereine im Grunde nicht stattfindet. Wenn erklärt wird, dann meist im nachhinein als letzte Maßnahme, die Meinung einer schon skeptischen Öffentlichkeit zu beeinflussen. Aber vielleicht ist es so, dass mehr Erklärungen von der sportlichen Leitung des MSV die Fans nur weiter verunsichern würden? Vielleicht ist die Wahrheit des Geschehens so bedrohlich für den erhofften Erfolg in der nächsten Saison, dass sich niemand traut sie zu erzählen.

Dass sich solche Gedanken einstellen und man darüber zu spekulieren beginnt, ist die eigentliche Bürde, mit der der MSV nun umzugehen hat. Markus Brzenskas Abwesenheit als Innenverteidiger in der nächsten Saison fällt dabei schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Endlich eine neue Nachricht und die Frage nach dem guten Stil

Da kommt man vier Tage nicht an den Schreibtisch und endlich ist einiges in Sachen Spielerverpflichtungen beim MSV Duisburg in Bewegung geraten. Sogar die BILD-Zeitung befördert dieses Mal keine Konflikte oder sieht Verfall und Katastrophen. Ganz im Gegenteil. Getreu dem Motto, einmal täglich eine gute Tat, nennt sie David Strihavka  einen „Tschechen-Bomber“ und versucht ihren Teil zur guten Laune in Duisburg beizutragen. Wir Fans sind da gebrannte Kinder und je nach Persönlichkeit, mäkelt der eine im Forum herum und der andere merkt eindringlich an, man müsse abwarten und Spieler und Verein eine Chance geben. Ich gehöre da auch zur letzten Fraktion, weil der MSV Duisburg, wie übrigens alle Vereine der 2. Liga, einfach nicht in der Lage ist, einen Fußballspieler unter Vertrag zu nehmen, der mit Sicherheit die Hoffnungen erfüllen wird, die man in ihn setzt. So einen Fußballer können sich die Zweitliga-Vereine nicht leisten. Deshalb ist hier immer so viel von jungen Spielern die Rede und von Entwicklung. Deshalb haben eher jene Vereine Erfolg, wo eine kontinuierliche Entwicklung des Gesamtgefüges angestrebt wird und wo einzelne Neueinkäufe sich einfinden können. Woher aber soll in einer Zeit des flächendeckenden Scoutings jener auch vom Fan-Auge als sicher einschlagend empfundene Spieler kommen, der von den finanzstarken Vereinen als nicht gut genug eingestuft wurde?

Ob in Duisburg tatsächlich jene kontinuierliche Entwicklung angestrebt wird, lässt sich leider immer noch nicht eindeutig bewerten. Die weiter fortbestehenden Zweifel an der sportlichen Führung werden aber nicht durch durch die wahrscheinliche Verpflichtung von David Strihavka geweckt. Auch  das Interesse am Kameruner Leonard Kweuke, der zurzeit beim  slowakischen Verein Dujnaská Streda spielt, lässt mich nicht stutzen. Nein, was wieder nicht mit dem angekündigten Vorhaben zusammen passt, ist das Verhalten bei den Verhandlungen um die endgültige Verpflichtung von Markus Brzenska. Wenn ich diesen Bericht im RevierSport lese, gehört das Einschreiten von Walter Hellmich für mich keineswegs in die Rubrik Verhandlungstaktik. Auch wenn die Informationen ja wahrscheinlich von Dortmunder Seite geflossen sind, um den Druck auf die Duisburger zu erhöhen, wirft die Angelegenheit ein schlechtes Licht auf die sportliche Führung beim MSV Duisburg. Wieder einmal entsteht in der Öffentlichkeit das Bild des allmächtigen Walter Hellmich, der sich plötzlich in die Verhandlung einschaltet. Wieder einmal nimmt er sich das Recht heraus, sich einzumischen, obwohl sein Engagement in dieser Hinsicht bislang sehr zweifelhaft gewesen ist. Nun wirkt es zudem so, als wolle der Verein aller Vereine den Spieler nicht wirklich verpflichten. Was im Widerspruch steht zu den Aussagen von Mitte Mai. Natürlich gab es die Einschränkung, der Preis müsse stimmen. Doch das derzeitige Angebot der Dortmunder, 375.ooo Euro, in Raten über drei Jahre hin zahlbar, halte ich für eine reelle Summe. Walter Hellmichs Bereitschaft 150.000 Euro zu zahlen ist dagegen ein Dumping-Preis für Markus Brzenska.

Man kann die Verhandlungen in dieser Weise führen. Dazu muss aber eine andere Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Das Interesse an der Verpflichtung von Markus Brzenska wurde aber so stark formuliert, dass der Dumping-Preis diesem Interesse nicht gerecht wird. Und habt ihr gemerkt? Ich habe bislang nicht ein einziges Mal die Frage aufgeworfen, ob die Verpflichtung von Markus Brzenska notwendig ist oder nicht. Diese Frage ist angesichts der Verhandlungsführung nämlich gar nicht von Belang. Es geht alleine um die Frage, wie professionell und verlässlich erweist sich der MSV Duisburg? Wie werden Pläne von der sportlichen Leitung gefasst? In welcher Form wird versucht, diese Pläne wirklich werden zu lassen? Da ich als interessierter Fan nicht hinter die Kulissen blicken kann, habe ich für mein Urteil nur die Oberfläche und dort erlebe ich immer wieder Dinge, die mit meinem Verständnis von aufeinander abgestimmter Verwaltungsarbeit und Planung nichts zu tun haben.

Gleichzeitig öffnet Walter Hellmichs Einschreiten für Spekulationen den Raum, dass der MSV Duisburg diese Summe Geld nicht zur Verfügung hat. So wird aus der möglichen Höhe der Ablösesumme eine Frage der Solvenz. Was mir wiederum Gedanken macht, weil ein Spieler auf jeden Fall noch fehlt. Schließlich tat sich eine der größten Lücken in der letzten Spielzeit regelmäßig im offensiven Mittelfeld auf. Auf die Nachricht über die Verpflichtung eines Spielers für diese Position warte ich nämlich am meisten.

Die Außendarstellung von Fußballverein und Bauunternehmen

Anscheinend achtet man bei der Führung eines Bauunternehmens und der eines Fußballvereins in Personalunion auf verschiedene Dinge im Hinblick auf die Selbstdarstellung. Die Berichterstattung zur Verpflichtung von Oliver Wittke als Geschäftsführer der Hellmich-Unternehmensgruppe macht mich nämlich auf einen grundsätzlichen Unterschied in der Öffentlichkeitsarbeit für beide Bereiche aufmerksam.

Nirgendwo habe ich eine Stellungnahme von Walter Hellmich zu dem Engagement des ehemaligen Landesbau- und Verkehrsministers in seinem Unternehmen gelesen. Dabei hätte ich es gerade in diesem Fall als sehr passend empfunden von Walter Hellmich über die Qualitäten seines neuen Mitarbeiters unterrichtet zu werden. Da haben ja manche Landespolitiker einige Zweifel, wie Oliver Wittke sein Mandat als Landtagsabgeordneter in Einklang bringen will mit den Anforderungen, die an ihn als Geschäftsführer im Bauunternehmen herangetragen werden.

Walter Hellmich als „Boss“ des MSV Duisburg handelt nach außen hin ganz anders. Wenn der MSV Duisburg jemanden neu verpflichtet, wird gerne der interessierten Öffentlichkeit berichtet, dass sich Walter Hellmich vor der endgültigen Vertragsunterzeichnung mit dem Betreffenden noch einmal zusammen setzt. Dabei schauen sich der „Boss“ und der zukünftige MSV-Arbeitnehmer dann „tief in die Augen“. So wurde es neulich bei der Verpflichtung von Frank Fahrenhorst berichtet und ich erinnere mich auch an die Verpflichtung von Jürgen Kohler, bei der Walter Hellmich ebenfalls das Auswahlverfahren mit diesem Qualitätssicherungstest abschloss. Gerade bei Jürgen Kohler wurden die Zweifel an dessen Qualifikation mit diesem Argument vom intuitiven Urteil Walter Hellmichs vom Tisch geräumt.

Es sieht so aus, als dürfe im öffentlichen Reden über Fußball die Folklore des fürsorglichen, geradlinigen und väterlichen Unternehmensführers mit Weitsicht etwas mehr Raum beanspruchen als in der Berichterstattung über Politik und Wirtschaft. In der Welt des Fußballs kann sich Walter Hellmich weiter so zeigen, wie er sich selbst beim Aufbau seines Unternehmens erlebt haben mag. Vielleicht aber braucht Walter Hellmich im Fall seines Geschäftsführers Oliver Wittke auch nur keine Zweifel an dessen Nutzen für sein Unternehmen ausräumen.

Der 200-Prozent-Fan Oliver Wittke könnte teilen

Ob es für den neuen Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Hellmich, Oliver Wittke, eigentlich eine Anwesenheitspflicht bei Heimspielen des MSV Duisburg gibt? In der Süddeutschen Zeitung lese ich gestern jedenfalls, sein Fußballinteresse ist so groß, dass er während einer Landtagsdebatte zur Arbeitslosigkeit mit einem Parteifreund auf der Regierungsbank Fußballbilder getauscht hat. Zudem gehörte für Oliver Wittke ja schon als Oberbürgermeister von Gelsenkirchen das Fantum praktisch zur Amtsbefähigung. Ich kann mir gut vorstellen, dass einer der in seinem Ministeramt zweihundert Prozent gegeben hat und nun ohne Probleme zwei Jobs mit hundert Prozent erledigt, dass so einer auch ein zweihundertprozentiger Schalke-Fan ist und keine Schwierigkeit damit hat, hundert Prozent für den Verein seines Unternehmensleiters abzugeben.

Die NRW-CDU hat übrigens Oliver Wittkes Geschäftsführer-Tätigkeit bei Beibehaltung seines Landtagsmandat verteidigt. Das lese ich erneut in der Süddeutschen Zeitung, dieses Mal am heutigen Tag in einer kleinen Meldung. Allerdings klingen die Sätze des Generalsekretärs der NRW-CDU, Hendrik Wüst, in meinen Ohren so, als müsse sich Oliver Wittke vor solchen Freunden eigentlich hüten:

„Ich glaube, dass das voll in Ordnung ist“, sagte Wüst am Dienstag in Düsseldorf. Aufgrund der neuen beruflichen Tätigkeit profitiere Wittke als wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion durch mehr Praxisnähe, „damit er weiß, wovon er spricht“.

Da fragt man sich doch sofort, was hat er denn vorher gewusst, wenn er von irgendeinem Thema geprochen hat, oder? Auch Fritz Eckenga konnte an dem Thema nicht vorbeigehen. Darauf weist im Königsblog Torsten Wieland hin. Er findet aber auch immer schöne Podcaststücke im Netz, der Torsten Wieland.

Mitten in Meiderich – Folge 18

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist. Nach kurzzeitiger Orientierungslosigkeit machte man die einzelnen Folgen der beabsichtigten Doku dann zur Kurzreportage der üblichen Sportberichterstattung …

Mit der 18. und letzten Folge von „Mitten in Meiderich“ sollten auch meine medienkritischen Betrachtungen eigentlich ein Ende finden. Die neu eingerichtete DSF-Seite aber lässt mich überlegen, ob ich nicht demnächst noch so was wie Webseiten-Kritik betreibe, den Auftakt könnte dann die Bewertung der DSF-Seitengestaltung sein. Fehlen mir auf der ersten Seite für die TV-Tipps am Rand doch die deutlichen Grenzen der jeweiligen Themen, für die die Bilder als Anreißer funktionieren sollen. „Mitten in Meiderich“ verliert auf diese Weise, weil es zu wenig als eigenständiges Format wahrgenommen wird.  Die als Mini-Doku angekündigte Serie dann auch noch mit dem Portrait von Peter Neururer zu bebildern, halte ich bei aller Mediengewandtheit des Trainers für unpassend, schließlich soll es ja um mehr als um diesen Trainer gehen. Das weist im Übrigen einmal mehr auf Entscheidungsprozesse hin, die die Intensität des Nachdenkens über das Format offenbaren. Bei der Navigation ist „Mitten in Meiderich“ auch eine Hierarchieebene nach unten gerutscht, und ich frage mich, ob die Technik noch nicht ganz sicher funktioniert, weil ich keinen Link zur einzelnen Folge erhalte, sondern nur zum Gesamtmenü von „Mitten in Meiderich“. Ihr müsst euch also gegebenenfalls von hier aus selbst auf der Seite durchklicken.

Genug der Anmerkungen zur DSF-Seite und nun zur Folge 18, die fast ausschließlich aus Interview-Schnipseln zusammengeschnitten ist. Peter Neururer hadert noch einmal mit den Schiedsrichterentscheidungen in den Spielen gegen Mainz und St. Pauli, sieht Verstärkungsbedarf auf allen Positionen mit Ausnahme des Torwarts und telefoniert. Der „Boss“, namentlich Walter Hellmich, zieht das Fazit „Saisonziel nicht erreicht“, glaubt an Verpflichtungserfolge Bruno Hübners, sieht den MSV in der kommenden Saison im Anwärterkreis für den Aufstieg und telefoniert. Bruno Hübner erläutert die Stärke der 2. Liga in der nächsten Saison, sieht den MSV im Favoritenkreis, falls die Leistung der Rückrunde wiederholt werden kann und telefoniert.

Wir erfahren also, die Führungsebene ist immer für den Verein im Gespräch mit der Welt. Sie arbeiten noch an der erhofften Zukunft, während die Spieler schon das Trainingsgelände verlassen, um in den Urlaub zu fahren. Inhaltlich erfahren wir nichts Neues aus der Führungsebene und der kleine Bewertungsunterschied über die Aussichten des MSV in der nächsten Saison zwischen Walter Hellmich und Bruno Hübner verschwindet bei näherem Hinsehen. Bruno Hübner schränkt seine Bewertung „Favorit“ ein, indem er die Leistung der Rückrunde als Voraussetzung ansieht. Das entspricht ungefähr dem „Anwärterkreis“ von Walter Hellmich, der sich anscheinend nach den großen Worten vor der letzten Saison nicht mehr allzu weit aus dem Fenster lehnen will. Wenn er seiner Wertung Anwärterkreis ein „mehr nicht“ beifügt, so spricht hier das gebrannte Kind. Der Anspruch oben mitzuspielen bleibt aber bestehen.

Dazu bedarf es noch Neuverpflichtungen und Vertragsklarheit, so bei Markus Brzenska, der auch noch einmal in die Kamera sagen darf, er fühle sich beim MSV wohl und wolle bleiben. So steht am Ende von „Mitten in Meiderich“ nicht der Blick hinter die Kulisse sondern auf die Köpfe von Entscheidungsträgern und -spielern mit ihren gewohnten Worten der Verlautbarung, wie sie in der üblichen Sportberichterstattung als Hintergrundbericht gern gesendet werden. Wenn es einem nur um das Erscheinen des  MSV in einem öffentlich wahrgenommenen Medium geht, reicht das. Für den Anspruch eine Dokumentation sein zu wollen, ist es zu wenig. Anstatt mich nun weiter zu wiederholen, schließe ich mich lieber den Worten des Kommentators  an, hoffe auf die von Walter Hellmich prophezeite erfolgreiche Arbeit Bruno Hübners und freue mich ebenfalls schon ein wenig auf die nächste Saison.

Das Geheimnis des Vier-Augen-Gesprächs

Überraschung! So hieß es ja, als vorgestern verkündet wurde, Peter Neururer habe nun doch den Vertrag mit dem MSV Duisburg verlängert. Bislang konnte ich mir über die Perspektive dieser Vertragsverlängerung noch gar nicht so richtige Gedanken machen, weil mich immer noch beschäftigte, wie ein Gespräch unter zwei so Ich-zentrierten Persönlichkeiten wie Walter Hellmich und Peter Neururer wohl ausgesehen hat. Ich muss zugeben, es stellten sich da keine Bilder des Bemühens um Verstehen ein. Immer wieder hörte ich im Geiste, wie starke Aussagen aufeinander prallen. Gegenseitiges Fragen kam in diesem von mir vorgestellten Gespräch nicht vor. Irgendwann habe ich mich mit der Erklärung begnügt, dass ich die Beteiligten ja nur durch deren öffentliches Auftreten kenne. Was, wie wir wissen, nicht alle Dimensionen der Persönlichkeit eines Menschen erfahrbar macht. Heute aber lese ich etwas, was  zu meinen Vorurteilen über diese Welt passt. Das Vier-Augen-Gespräch sah ein weiteres Augenpaar, nämlich das von Bruno Hübner. Nun wiederum passt alles zusammen. Was ich von Bruno Hübner im öffentlichen Auftritt erfahre, macht ihn zum idealen Moderator einer solchen Situation. Er wirkt wie jemand, der eher zuhört, als dass er vorschnell eine Meinung kund tut. Seine Sätze klingen fast immer abwägend und nehmen Bezug auf das vorher Gesagte. Keine Selbstverständlichkeit! Wegen seiner Zurückhaltung nach der anscheinend etwas vorschnellen Verkündigung der Vertragsverlängerung war er angesichts der jüngsten Entwicklung in seiner Position öffentlich nicht festgelegt. So bleibt mir die Erkenntnis, Vier-Augen-Gespräche sind von Nutzen, wenn die sozialen Positionen der Beteiligten nicht erst verhandelt werden müssen. Bei komplizierteren Situationen ist es nicht schlecht, zwei weitere Augen dabei zu haben, die das Vertrauen der anderen zwei Augenpaare besitzen.

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