Archiv für August 2008

Saison 2008/2009: 3. Spieltag FC Augsburg (H)

Habe die Entspannungsübungen gemacht und die Ruhe bewahrt. Nach dem Anpfiff gestern war die dann aber ganz schnell wieder weg. Warum dürfen denn nur die Jungs auf dem Platz nervös sein, weil sie unbedingt gewinnen wollen? Warum darf ich bitte schön nicht auch nervös werden, wenn deshalb kein Pass ankommt, lange Bälle erstmal konsequent ins Aus geschlagen werden und ein ums andere Male der Ball in einem Gewusel von Spielern wie eine Flipperkugel hin- und hertitscht? Wenn ich schon vor dem Spiel ruhig bleibe, sollte ich dann doch wegen des Stressabbaus während des Spiels hin und wieder mal schimpfen dürfen.

In meinem Alter achte ich schon seit ein paar Jahren auf die Gesundheit. Dafür haben die jungen Leute vor uns auf dem Stehplatz aber kein Verständnis. Sag doch mal was Positives über den MSV, meckert da einer. Kannste doch auch rüber gehen. Zu den Fans von Augsburg? Da hätte ich ja noch mehr schimpfen müssen. Geheimfavorit? Ich glaube es nicht. Wer kann in dieser Liga eigentlich nicht aufsteigen? Ich fühle jetzt also diesen Zweifel, den ich in einem euphorisierten Moment nach dem Spiel gegen Rostock so leicht dahin geschrieben habe. Es braucht noch einige Zeit, bis das spielerische Niveau der Mannschaft sich stabilisiert.

Auf der Rückfahrt im Radio dann das Interview mit Ivo Grlic, das das Spiel von Serge Branco erklärt, der am Anfang völlig neben sich stand, dann allmählich ins Spiel fand und nach dem Spiel in Tränen ausbrach. Seine Mutter ist die Nacht zuvor überraschend gestorben. Er spielte mit und gegen die Trauer. An so einer Stelle kann man eigentlich nur schweigen. Welch ein Gefühlswirrwarr muss es in diesem Mann auslösen, wenn er als Spieler der siegreichen Mannschaft zu den glücklichen Fans mitgenommen wird. Fans, die völlig enthusiastisch den ersehnten Sieg feiern und diesen Sieg zusammen mit den Spielern zelebrieren wollen. Das Schweigen, jetzt! Und Serge Branco nur noch Kraft gewünscht für die kommenden Wochen.

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Ruhe bewahren

Nichts war in Wehen von der Spiellaune des ersten Spieltages zu sehen. Da sind sich Fans und Zeitungsjournalisten einig. Ich kenne nur das Ergebnis. Bin ich natürlich nicht mit zufrieden gewesen, aber diese Aufregung überall wegen der grottenschlechten Spielweise in Wehen. Die letzte Saison! Oh, Erinnerung weiche! Bahnt sich da was an? Ich halte es da ja eher mit Entspannungsübungen und der Hoffnung, am Freitag wird alles gut. Das Geschimpfe erinnert ja schon an das Theater hier in Köln um den FC zu Beginn der letzten Saison, und so weit wollen wir doch beim MSV nicht sinken. Es ist eindeutig zu früh, um so drastische Katastrophenszenarien zu entwerfen. In der 2. Liga braucht es einen langen Atem. Guckt euch 1860 an, die haben wenigsten richtige Gründe nervös zu werden, aber doch noch nicht wir als Fans vom Verein aller Vereine. Cool bleiben! Wir sprechen uns nach dem Freitagsspiel gegen Augsburg wieder.

Saison 2008/2009: 1. Spieltag Hansa Rostock (H)

Das war doch mal ein guter Anfang, selbst wenn jetzt die erste gelesene Agenturmeldung das Ergebnis mit dem Schlagwort „Dämpfer“ einordnet. Natürlich habe ich auf einen Sieg getippt und gehofft, aber angesichts der Ergebnisse der letzten Jahre gegen Rostock war der Realist in mir vor dem Spiel mit einem gut herausgespielten Unentschieden auch zufrieden. Nun bleibt ein zwiespältiges Gefühl angesichts der Überlegenheit des MSV am gestrigen Abend. Das Spiel macht jedenfalls große Hoffnung auf einen schönen Fußball der Mannschaft während dieser Saison. Wann hat es diese Kombinationen zuletzt gegeben? Pässe über 30m aus der Bedrängnis heraus, die beim Mitspieler ankommen. Da gibt es einen andauernden Zug zum Tor in der Mannschaft. Die Abwehr scheint mir ebenfalls erheblich verbessert gegenüber der letzten Saison. Zu meiner Erleichterung kann der Ausfall von Willi jedenfalls kompensiert werden. Das im Bewusstsein von zwei Gegentoren eines eher schwachen Gegners geschrieben. Doch schwach wurde Rostock angesichts des Drucks vom MSV. Und in der zweiten Halbzeit mit dem einem Mann mehr kamen die Rostocker auch ins Spiel und gaben dieser Abwehr das ein und andere zu tun. Natürlich heißt es abwarten, wie stabil dieses Niveau ist. Der Druck, den diese Mannschaft aufbauen kann, braucht viel Laufarbeit. Da ist eine Führung mit einem Tor immer etwas heikel. Denn Gegentore fallen angesichts dieser Spielweise wahrscheinlicher, zumal ja inzwischen der Konter mit einstudiertem Laufweg aus der massiven Abwehr heraus die taktische Standardoption noch der Mannschaften bis runter in die vierte Liga ist. Ein Fazit ist aber sicherlich auch, mit Hübner als Sportdirektor gibt es endlich einen Mann in diesem Verein, der eine übergeordnete Vorstellung von einer Mannschaft hat und Spielerverpflichtungen dieser Idee unterordnet. Ich glaube fast, das letzte Mal habe ich eine solche Idee zu Anfang der Funkel-Ära gespürt. Aber womöglich färbt sich ja gerade meine Hoffnung auf den Saisonverlauf nur mit ein wenig Nostalgie.


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