Archiv für Januar 2009



Die Kölner Sicht auf das Testspiel

Gestern hat der MSV in Belek, dem türkischen Trainingslager, ein Testspiel gegen den 1. FC Köln absolviert. Verloren wurde das Spiel durch ein Tor von Sergiu Radu in der 81. Minute. Die Duisburger Verantwortlichen waren ebenso  zufrieden wie die aus Köln. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ notiert dazu unter einem Bericht über das einzig wirklich interessierende Thema zurzeit in Köln, Lukas Podolski, in einem kleinen Kasten:

Die Partie war zwar keine sonderlich ansehliche, dennoch war FC-Trainer Christoph Daum hinterher ´hochzufrieden´. Ohne Manasseh Ishiaku (Grippe) und Milivoje Novakovic (Achillessehnen-Reizung) hatten die Kölner zwar Probleme, ordentliche Offensiv-Aktionen zu entwickeln. Auf der anderen Seite war aber die in der Bundesliga erprobte Viererkette mit Brecko, Geromel, Mohamad und Womé stark genug, die Duisburger Angreifer zu kontrollieren.

Diese indirekte Beschreibung der MSV-Spielweise erinnert mich samt Ergebnis doch sehr an die Hinrunde. War aber ja nur ein Testspiel, und wir hoffen auf eine sich weiter stabilisierende Gefühlswelt Peter Neururers.

Mit wem hälsse beim Fußball?

Während die Mannschaften im Trainingslager sind, bin ich mal eben im Archiv gewesen und habe zur Überbrückung der Winterpause eine vor langer Zeit geschriebene Glosse hervorgeholt. Die muss Anfang der 90er Jahre entstanden sein, als ich von Köln aus, nicht ganz sicher, ob im Einklang mit der Entwicklung im Ruhrgebiet selbst, mein Regionalbewusstsein für das Ruhrgebiet ausbildete und ich mitsamt meiner Generation zudem  manchen Unterhaltungskünstler wieder hervorholte, der die Kindertage begleitet hatte und von den  Eltern gern gesehen wurde. Wie man leicht feststellen wird, kam auch ich damals an Jürgen von Manger und Wilhelm Herbert Koch mit seinen Kumpel-Anton-Kolumnen nicht vorbei.  Mir schwebte vor, meine Kolumne könne der Auftakt einer langen Serie in der damals noch nicht so lang bestehenden „RevierSport“ werden. Dort sah man das dann anders, und so blieb es bei einer Folge meiner Serie. Heute denke ich manchmal, ich kam mit meinem Vorschlag einfach nur zu früh. Außerdem ist es in diesem Zusammenhang noch wichtig zu erwähnen, dass ich den MSV, der in der Bundesliga oben mitspielt, später, zu Funkel-Zeiten, in den Text eingearbeitet habe. Das muss um 1997 gewesen sein. Danach habe ich den Text den jeweiligen Saisonverläufen nicht mehr angepasst, so dass er, wenn ich ihn auch nicht verkauft bekam, mich doch von da an zumindest an die guten Zeiten als Fan des Vereins aller Vereine erinnert.

Mit wem hälsse beim Fußball?

„Kumma Enno“, meinte Groschek, und ich wusste jezz kam widda wat. Und wattan kam, war dat: „Weisse eintlich imma mit weme beim Fußball häls?“
„Wat fürne Frage!“, sach ich. „Aufen Emmess lass  ich nix kommen. Wieso? Hasse Probleme?“
„Enno, dat kanns auch nur du Treudoofen glauhm, dat dat allet so einfach is. Einen der nur en bisken üb­ban Rand von seine Tellers kucken tut, der kommt beide Fa­teilung vonne Sümpatien ganz schön innet Schwitzen. Kuck dich doch ma son Spieltach an. Klaa, da iss dein Faein, deme, egal wat kommen tut, die Daumen drücken tus. Abba wat iss mitti annern Spiele? Wat iss etwa wenn Kaalsruh in Frank­furt spielt? Kannse dich sagen, kein Problem. Wills nich, datt Frankfurt Meista wird, müssense also faliern. Dann iss Le­vakusen gans dran, die Schwatzgelben, der Emmes natülich sowieso, eintlich alle – wennse jeweils selbs die Punkte holen tun. Gleichzeitig iss Kaalsruh abba auch noch imma unten drin. Un wenn kein Westfaein absteigen soll, müssense da auch bleihm – dürfense eintlich also ganich gewinnen.
Watt machse? Nimmsen übanäxten Spieltach dich voa. Wen­net dann da so iss, dat der Ka-Es-Ze die Punkte widda faliern könnt, ist dat vielleicht nichso schlimm, wennse diesmal ge­winnen täten. Da musse dann fürne Woche eem hinnehmen, dat Gladbach odda Bochum widda auf son Apstixplatz sint. Iss schließlich noch wat hin bissum Ende vonne Säsong.
Bei dat Gucken siesse abba auch, dat Dortmund dann gegen Bochum spielt, un da isset noch lange nich sicha, opte Fau-Ef-El gewinnen tut. Und wenn, iss ja Dortmund auch widda oom wech vom Fenster. Frachse dich dann natürlich, isset nicht doch bessa, wenne die Kaalsrua sich orntlich widda reinreiten lässt in dat Apstixgewühl?
Da nimmse dich ersma widda den näxten Spieltach vor un denks, wieet wär, wennde Frankfurta gewinnen täten. Dabei hasse abba imma weita auchen übanäxten Spieltach innen Kopp. Unso übalexe hinunhea bis datte irgendwann sachs, so isset am besten. Un wat fürn Hääzblut ich da schon fagossen hab, wenn ich einen von unsern Faeine nich ma mea en Unen­schieden zuschustern konnte. Na ja, jedenfalls machse dat nich nur bei dat eine Spiel. Dat machse ja bei allen un zwar jeden Spieltach neu. Sint ja imma neue Bedingungen, unta denene sagen muss, wat Sache iss.
Siesse jezz, wat dat schwierich iss, imma zu sagen, mit weme häls? Dat Schlimmste abba iss, dat dat am Ende allet wah­scheinlich übahaupt nix nutzt. Denn wegen sonne wie dich, die nich fürn Fennich übalegen, wemse fürn Sieg dat Glück gönnen, wird Frankfurt doch noch Meista un minstens zwei Westvaeine steigen ab. Datt glaup mich ma.“


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