Mitten in Meiderich – Folge 2

Nun, nach der viel versprechenden ersten Folge von „Mitten in Meiderich“ steht heute die inhaltlich sehr dünne, mich enttäuschende zweite Folge im Netz. Sie gewährt den Blick in den „Zebrastall“, der Fankneipe an der MSV-Arena, während der sonntäglichen Live-Übertragung aus Rostock. Dazu gibt es O-Töne von Fans, die sich unter Fans wohl fühlen, plus einen abschließenden Standard-O-Ton Peter Neururers nach dem Motto, nach diesem Erfolg sollten die Zuschauer aber gegen Wiesbaden ins Stadion kommen. Es ist ja immer wieder  nett, mitfiebernde Fans zu sehen, aber das kennen wir doch alle aus eigenem Erleben, und deshalb ist es mir mit geschätzten vier Minuten von insgesamt 4 Minuten 32 Sekunden schlichtweg zu langweilig. Die Haltung, mit der der Clip produziert wurde, zielt meiner Meinung nach am potentiellen Publikum vorbei. Gerade der Kommentar hört sich so an, als ob er an ein Publikum adressiert ist, das Fußball nur von Weltmeisterschaftsspielen kennt. So eine Mini-Doku sehen sich aber doch wahrscheinlich nur Menschen an, die schon einiges über Fußball wissen. Und so selbstverliebt in mein MSV-Fan-Dasein kann ich nun wirklich nicht sein, als dass ich Emotionen, die ich selbst zwei Tage vorher gefühlt habe, bei anderen mir noch einmal ansehe – ohne Bilder vom Spiel versteht sich. Das wirkt ein wenig nach Verlegenheitslösung. Hier ein kostenloser Rat für die Redaktion, der Inhaber des „Zebrastalls“ wäre die Geschichte dieses Nachmittags gewesen. Den hätte man fragen müssen, wie es dazu gekommen ist, dass er die Kneipe aufmacht und wie das so ist, Herzblut und Geschäft miteinander zu verbinden. Darunter und dazwischen geschnitten ein bisschen Atmo vom Spiel. Schon wäre ein wunderbarer Clip fertig gewesen. Aber so? Nein, danke.

Ich hatte mir ohnehin vor dieser zweiten Folge schon Gedanken über den Dienstag als  Starttermin des jeweils neuen Clips gemacht. Ich glaube nämlich zum Wochenende hin läge dieser Termin besser, weil es vom Spieltag bis zum Sendetermin auf Dauer zu wenig Filmmaterial selbst für die wenigen Minuten geben wird. Denn der Spieltag muss auf jeden Fall mit hinein. Dann kann aber gleichzeitig viel von dem schon wieder überholt sein, was zwischen Dienstag und Spieltag geschehen ist – außer man verliert den Langzeitbogen „Projekt Aufstieg“ nicht aus dem Blick. Dazu müsste der Fokus aber mehr auf das Tagesgeschäft des Vereins gelegt werden. Außerdem  braucht jeder neue Clip im besten Fall eine eigene kleine Geschichte. Die aber in der Zeit von Spieltag bis Dienstagmorgen zu finden, halte ich für schwierig. Da kommt man schon in die Nähe des Tagesjournalismus und verliert die Qualität des Dokumentarischen. Ich hoffe, in der Redaktion sieht man diese Schwierigkeiten ebenfalls und zieht die richtigen Schlüsse.

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1 Antwort to “Mitten in Meiderich – Folge 2”


  1. 1 tina 30. Juli 2009 um 22:59

    „Den hätte man fragen müssen, wie es dazu gekommen ist, dass er die Kneipe aufmacht und wie das so ist, Herzblut und Geschäft miteinander zu verbinden. Darunter und dazwischen geschnitten ein bisschen Atmo vom Spiel. Schon wäre ein wunderbarer Clip fertig gewesen.“

    Lieber Kees,

    ich hoffe, es freut Dich zu hören, dass ich genau das vorhabe am Sonntag. Mit der Kamera raus und von der Entstehungsgeschichte des Zebrastall berichten. Soll der Auftakt für „meine“ MSV-Video-Serie werden.

    Was soll ich sagen – ich finde es mal wieder phänomenal, dass wir (nicht zum ersten Mal) so gleich schwingen, denn mein „Drehbuch“ hatte ich schon im Kopf, bevor ich während meiner Vorrecherche auf Deinen klugen Blogbeitrag gestoßen bin.

    Hoffe, es geht Dir gut.
    Bis bald im Stadion. tina

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