Saison 2008/2009 – 19. Spieltag SV Wehen Wiesbaden (H)

Nun wird sicher überall vom glücklichen Sieg des MSVs geschrieben nach dem  Spiel gegen SV Wehen Wiesbaden. Was war das in der zweiten Halbzeit eine Zitterpartie! Das hat mich wieder die Nerven gekostet, die sich seit der letzten Saison gerade regeneriert hatten. Aber da war sie wieder, diese Angst vor dem so enttäuschenden Gegentor in der Schlussminute. Vielleicht drei, vier Minuten vor dem Schlusspfiff erst war ein wenig Resignation zu spüren bei den Gästen. Bis dahin aber spielte Wehen Wiesbaden nach dem zweiten Tor des MSVs, wie wir es vom Verein aller Vereine nach der erneuten Führung eigentlich erhofft hatten. Schnell, direkt und präzise ging es immer wieder ein ums andere Mal Richtung Duisburger Strafraum. An gefährliche Entlastungsangriffe der Duisburger kann ich mich bis auf zwei in den letzten zehn Minuten nicht erinnern. Die Regel waren eher Befreiungsschläge, die beim Gegner landeten oder gestolperte Angriffsversuche, die kurz hinter der Mittellinie endeten. Ergebnis war dasselbe, der nächste Angriff der Wehener als Vorbild für rasantes Passspiel mit – Gott sei Dank – nicht ganz so vorbildhaftem Abschluss. Denn „glücklich“ halte ich für nicht alleine zutreffend als Erklärung für den Sieg. Dieser Sieg ist also mindestens genauso sehr der mangelhaften Verwertung der erarbeiteten Chancen zu verdanken wie dem Glück bei vielleicht zwei, drei Schüssen. Ich erinner mich da etwa an einen Kopfball eines Wehener Stürmers freistehend, im Fünfmeterraum. Dieser Kopfball war eher die Rückgabe eines Verteidigers und Tom Starke nahm ihn dankbar auf.

Tom Starke im übrigen ein guter Rückhalt, rettete zwei, dreimal mit sehr guten Reflexen. Ein einziges Mal nur die altbekannte Unsicherheit beim Rauslaufen, ansonsten hat er am Rauslaufen anscheinend gearbeitet. Da traut er sich jetzt mehr zu.

Dabei hat das Spiel großartig begonnen. Der MSV war ungeheuer druckvoll, und dann gelingt Dorge Kouemaha nach einer Ecke in der sechsten Minute per Fallrückzieher im Fünfmeterraum der Führungstreffer. Wann erhält schon mal ein Stürmer die Gelegenheit zum Fallrückzieher im sonst dicht gestellten Fünfmeterraum? Da droht doch fast immer der Abpfiff wegen gefährlichen Spiels. Ein Klassetor!  Eine Minute später erobert sich der MSV durch sehr gutes Pressing den Ball, den Tiffert halblinks erhält. Sein um den Torwart gezirkelter Schuss aus etwas ungünstigem Winkel geht leider nur an den Pfosten und anschließend in die Arme von Walke.

Danach überlässt der MSV den Wehener zu sehr das Mittelfeld, die kommen ins Spiel und nach misslungener Abseitsfalle erzielen sie den Ausgleich. Der Abseitsfalle werden wir bestimmt noch öfter begegnen. Ich erinner mich da an Peter Neururers Bochumer Zeiten, als der Vfl damit über lange Zeit überaus erfolgreich war. In der Abstiegssaison war dann der Wurm drin, ein paar Tore haben sie damals wegen misslungener Abseitsfallen bekommen und diese Abseitsfalle wurde für ein Teil des Publikums zum roten Tuch.

Zurück zum Spiel, das ging dann in der ersten Halbzeit hin und her. Ein wenig konnte man schon vom Wehener Kombinationsspiel erkennen. Doch da der MSV zumindest etwas dagegen hielt, konnte man zufrieden sein. Zumal in der 39. Minute der erneute Führungstreffer fiel. Doch Wehen wollte einen Punkt und nach der Halbzeitpause erhöhten sie den Druck. Die Abwehr begann zu schwimmen und die Zitterpartie nahm Formen an.

Zum Fazit fallen mir vor allem Angriff und Verteidigung ein: Der Angriff war in der ersten Halbzeit gegenüber der Hinrunde stark verbessert. Vor allem Dorge Kouemaha verbreitete mehr Gefahr. Einer der schnellsten ist er zwar immer noch nicht, aber durch seine körperliche Präsenz zusammen mit einem sehr viel schneller gewordenen Antritt, der Fähigkeit zu längeren Sprints und einer feineren Technik hat er es den Wehener schwer gemacht, ihn zu kontrollieren. Die Verteidigung war dieses Mal eher etwas mau. Da gab es immer wieder mal leichte Abstimmungsprobleme und Schwierigkeiten die ballfernen Außenstürmer der Wehener im Blick zu halten, wenn der Angriff über die andere Seite kam und prompt sorgten diese freien Außenstürmer nach langen Pässen für die Gefahr. Zudem machte das frühe Pressing der Wehener der Abwehr Schwierigkeiten beim Spielaufbau. Da gab es ein paar heikle Situationen, nachdem sie den Ball erorbert hatten und ihn in der Vorwärtsbewegung fast augenblicklich wieder zum Gegner spielten.

Große Erleichterung nach dem Schlusspfiff und die Gewissheit, gegen eine der drei ersten Mannschaften hätte das nicht gereicht. Aber das kann ja noch kommen.

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