Mitten in Meiderich – Folge 9

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

Soll ich böse sein? Eigentlich widerstrebt das meinem Naturell, aber auch ich gerate immer wieder in die Zwänge der seriellen Form. Neues muss her! Und ich habe keinen Kader, den ich interviewend abarbeiten könnte. Ich habe immer nur Vorgaben, auf die ich reagiere. Variiere ich also heute die Form und zwinge ich mich dazu, sarkastisch zu sein. Ich sage: „Mitten in Meiderich“ öffnet sich in dieser Folge dem Experimentalfilm.  Für 6 Minuten und 20 Sekunden wird dem Zuschauer die Bereitschaft abverlangt,  die Chronologie des Geschehens zum Teil selbst zusammen zu setzen. Allerdings führen die Macher ihre Zuschauer nur ganz vorsichtig auf dieses ungewohnte Terrain und es braucht keine große gedankliche Anstrengung, diese Aufgabe zu erfüllen.

Ein Geschehen vom Freitag und vom Sonntag, zwei Erzähllinien also, schneiden die Macher zusammen und jede dieser Erzähllinie behält für sich ihre zeitliche Abfolge. Die neunte Folge beginnt wieder mit immergleichen Bildern von Fans,  in diesem Fall vor der Auswärtsfahrt ins weit entfernte Ingolstadt. Und was machen Fußballfans auf Auswärtsfahrten? Sie packen natürlich Bierkisten in den Gepäckraum des Busses. Welche Überraschung! Es folgen Bilder von Fahrt und Ankunft und erneut erfahre ich durch solche  Bilder nichts, was ich nicht ohnehin schon vom Fantum weiß. Dagegen geschnitten werden Bilder und O-Töne von Cedrick Makiadi auf der Fahrt zum und beim Training, die am Freitag davor aufgenommen wurden. Inhaltlich führt diese Anleihe beim Experimentalfilm, das Zusammenschneiden zweier Zeitebenen, aber nicht weit, da beide Ebenen überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Alleine die notwendige Abwechslung ist der Grund für dieses formale Versatzstück.

Cedrick Makiadi allerdings lernen wir ein wenig näher kennen, und erfahren von ihm, für den Erfolg müsse man manchmal über Leichen gehen. Sein Wolfsburger Trainer Magat ist so hart drauf. Er selbst sei es aber nicht. Ist er deshalb weniger erfolgreich? Diese Frage wird nicht gestellt, solche Fragen wären aber die interessanten Fragen. Allerdings weiß ich auch, solche Fragen sind Fragen eines anderen Formates. Aber wie kommt man dann raus aus dem Thema? Ich gebe zu, das ist ein nicht leicht zu lösendes Problem für die Macher.

Am Ende geht es wieder um ein Resumée des aktuellen Spiels. Der repräsentative Fan kommt mit erwarteten Sätzen zu Wort, und welchen Spieler sehen wir am Ende, damit die Folge auch gar nicht erst in Gefahr gerät als Einheit wahrgenommen werden zu können: Natürlich nicht Cedrick Makiadi sondern Olivier Veigneau. Er gibt ein Standard-Statement zum Spiel und spricht Standardworte eines Profis zur eigenen Vertragsverlängerung. Alles, also, wie gehabt. Wenn der Blick aufs Alltagsgeschäft nur wenig Raum einnimmt, verliert die einzelne Folge dramatisch an Qualität.  Da nutzt dann auch keine formale Anleihe beim  Experimentalfilm etwas.

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