Mitten in Meiderich – Folge 11

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

Wenn ich immer wieder auch an das erste Versprechen von „Mitten in Meiderich“ erinnere, den Versuch des Aufstiegs zu begleiten, so geschieht das inzwischen weniger aus kritischem Impuls heraus als aus dem Wunsch, damit weiterhin auf die Entstehensbedingungen hinzuweisen. Denn diese Bedingungen geben Auskunft über den Gehalt dessen, was man zu sehen bekommt. Die Frage, ob wir einem Produkt aus dem Celebrity-Genre begegnen oder einer journalistischen Doku, entscheidet sich lange vor dem Dreh und die Macher haben diese Entscheidung nicht alleine in der Hand.

Die Niederlage gegen Mainz zeigt nun erneut, dass der Blick aufs Alltagsgeschäft für „Mitten in Meiderich“ nur als flüchtiger möglich ist. Diese Folge nach der Niederlage steht nicht wie geplant seit Dienstagnachmittag im Netz, sondern erst seit dem Mittwochmorgen. Ich vermute, das kommt nicht von ungefähr. Wahrscheinlich sind sich die Macher der Doku im Verlauf des Produktionsprozesses immer bewusster über die Grenzen ihres Produkts geworden. Die Niederlage besitzt samt der damit verbundenen Emotionen sehr viel erzählerisches Gewicht und stört den Blick auf die harmlosen Gegebenheiten des Alltagsgeschäfts, die wir bislang zu sehen bekommen haben. Also muss eine Form gefunden werden, die die Niederlage auf ebenso harmlose Weise integriert. Die Lösung des Problems scheint länger gedauert zu haben als geplant.

Es lag dann nahe, den Haarschnitt Peter Neururers aufzugreifen. Zudem wird ihm Gelegenheit zu einer Standard-Bewertung des Spiels gegeben. Dagegen geschnitten ist das Alltagsgeschäft Rasenpflege im Stadion, ein kleiner Einblick ins Training vor dem Spiel und die Beschäftigung mit dem zu dem Zeitpunkt noch wirksam vermuteten Glücksritual Kartoffelsalat und Bockwürstchen. Viel mehr gibt es über Folge 11 nicht zu sagen. Es ist der Kontrast zwischen all dem, was über das große Thema Niederlage nicht gezeigt werden kann und dem Möglichen, der hier wirkt und die Folge so unbedeutsam erscheinen lässt.

Noch einmal, die wirkliche Beschäftigung mit der Verarbeitung der Niederlage kann so zeitnah nicht im Interesse des Vereins und der Mannschaft sein.  Zu viel Unruhe könnte das nach sich ziehen. Ich habe den Eindruck, die Macher bewegen sich inzwischen innerhalb der Grenzen des Möglichen auf einem zufrieden stellenden Niveau. Im Fall der Niederlage aber erweisen sich diese Grenzen als so eng, dass das Gezeigte nicht mehr von Belang sein kann. Weil die Doku nicht in die Tiefe geht, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen der Bedeutung des Spiels für den Verein und dem was wir an Allerweltsgeschichte in 4 Minuten 48 Sekunden zu sehen bekommen. Natürlich hat es seine Berechtigung zu zeigen, wie so ein Rasen im Stadion in Ordnung gehalten wird. Das Interessante wäre aber jetzt etwas ganz anderes.

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