Mitten in Meiderich – Folge 12

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

Dem Projekt „Mitten in Meiderich“ begegne ich in jeder Woche von Neuem grundsätzlich mit Wohlwollen. Das sollte trotz meiner Kritik hoffentlich deutlich geworden sein. Ich wollte mich auch mit weniger zufrieden geben als dem, was die Macher der Doku am Anfang versprochen hatten. Doch auch innerhalb dieser immer wieder genannten Grenzen möchte ich etwas sehen, was ich nicht kenne und was mir am besten zudem etwas über den Fußball beim MSV erzählt. Nach dieser Folge ging mir aber nun zum ersten Mal durch den Kopf, hätte ich mir nicht vorgenommen wöchentlich zur Doku etwas zu schreiben, wäre ich sicher nicht schon am nächsten Dienstag wieder auf der DSF-Seite.

Auch in Folge 12 erfahre ich weder über den Fußballbetrieb beim MSV etwas noch lerne ich einen der Spieler näher kennen. Zwar wurde mit Olivier Veigneau eine Art B-Promi-Beitrag eines Boulevardmagazins nachgestellt, Thema: der Franzose und das Essen, doch blieben diese Bilder so klischiert und so vorhersehbar, dass es auch jeder andere MSV-Spieler hätte sein können mit ähnlichen Sätzen zu Currywurst in Duisburg, zu Ratatouille im Hotel „Duisburger Hof“ oder zu den eigenen Kochkünsten. Ein Rentner wurde dann am Rand des Trainingsgeländes vor dem Spiel gegen St. Pauli um seine Meinung zu den Aussichten des Vereins gebeten, und die hat er natürlich gewohnt rentnermäßig putzig zum Besten gegeben. Ich vergaß noch den Anfang mit einer Impression aus der Umkleidekabine auf dem Traininigsgelände. Wir wissen nun, MSV-Profis mögen im Gegensatz zum Funktionsteam den deutschen Schlager weniger. Und zwischendurch sehen wir Peter Neururer, der sattsam bekannte Sätze formuliert über die Notwendigkeit der Vertragsverlängerung von Olivier Veigneau und die Möglichkeit am Ende doch noch auf Platz zwei oder drei zu landen.

Dieses Mal macht sich das fehlende  Konzept im Sinne einer langfristigen Dokumentation doch wieder störend bemerkbar, da die Perspektive innerhalb der Folge schwankt und statt des Betriebsalltags am Trainingsplatz plötzlich die vermeintliche Tagesaktualität in den Vordergrund rückt. Das Thema Vertragsverhandlung und Veigneau war längst abgehandelt, jedes Wort dazu war überflüssig.

Nach Folge 11 dachte ich, die Belanglosigkeit der dort zu sehenden Inhalte hätte etwas mit der Niederlage gegen Mainz zu tun. Heute beginne ich zu fürchten, es fehlt den Machern der lange Atem, um sehenswerte Inhalte bis zum Ende der Saison zu finden. Da gehen entweder die Ideen oder die Bilder aus. Dabei gibt es noch genügend Spieler im Kader, die noch nicht im Zentrum einer Folge standen. Gleichzeitig will ich das aber gar nicht wirklich schreiben, spüre ich doch nach dem Satz ein leichtes Unbehagen. Zwischen Form und Inhalt solcher Medienprodukte gibt es ja immer Wechselwirkungen. Nicht dass die Qualität der Doku am Ende zurückwirkt auf die der Mannschaft? Nein, das wird so nicht kommen. Es wird den langen Atem bei Doku und dem Verein aller Vereine gleichermaßen geben, denn noch sind die Punkte in sieben Spielen zu vergeben.

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