Das neue Verhältnis zum Spiel

So fühlt sie sich also mal wieder an, diese interesselose Neugier auf das Spiel. Beißender Ärger oder großer Jubel sind der stillen Zufriedenheit gewichen, als ich zum Ende der ersten Halbzeit mir kurz den Live-Ticker durchlese und mich danach endlich einmal wieder an Marco Röhling bei Radio DU erfreuen konnte. Ich lese also von der sicheren Führung des MSV Duisburg. Zudem wecken gelbe Karten und die Verletzten bei mir die Vorstellung von ruppiger Zweitligawelt, aber auch von Ungeschicklichkeiten der Spieler und der damit verbundenen Verletzungsgefahr. Letzteres ist nicht ein unfreundliches Vorurteil gegenüber den technischen Fähigkeiten und der Körperbeherrschung der Spieler auf dem Platz, sondern eine Reiz-Reaktions-Kette Pawlowscher Art, die sich in mir über die letzten Jahre hin verfestigt hat und nur durch eine lang andauernde Gegenkonditionierung durch mehrmonatige Beobachtung von sehr gutem Kombinationsfußball durch den Verein aller Vereine wieder aufhebbar ist.

Der MSV gewinnt also, Peter Neururer ist mit der zweiten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden und Nicky Adler zeigt anscheinend endlich einmal auch im Spiel, weshalb er neulich einen Vertrag unterzeichnen durfte. Dumm, dass ich das nicht habe sehen können. Ich hoffe, seine Leistung wiederholt sich im nächsten Heimspiel.

So geht es also ruhig ins Wochenende, gleich werde ich noch einmal in die Gerüchteküche hineinschauen. Mal sehen, welche herumschwirrenden Namen da gerade wieder zu schmackhaften Gerichten vorbereitet werden.  Da frage ich mich, ob ich nicht auch einmal das Gefühl genießen möchte, der Urheber eines einzigartigen Gerüchtes zu werden. Sich unsterblich machen mit dem sicheren Wissen aus einer vertraulichen Quelle zur bevor stehenden Neuverpflichtung eines gestandenen, herausragenden Mittelfeldspielers; einer, der angesichts der Wirtschaftskrise und des fast tödlichen Autounfalls eines nahen Freundes erkannte, dass Geld nicht alles im Leben ist. Glücksgefühle wie beim Aufstieg nach einer langen Zweitliga-Saison machen so ein Leben nämlich auf eine ganz andere Weise reicher als es mit Geld jemals möglich wäre.

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