Mitten in Meiderich – Folge 15

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist …

Nach den Wochen der Enttäuschungen hat sich die Stimmung beim MSV Duisburg wieder aufgehellt. Der Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth am Montagabend gibt den letzten vier Spieltagen die Perspektive Aufstieg als winzige Hoffnung zurück. Was für den MSV gut ist, hilft auch „Mitten in Meiderich“. In Folge 15 konzentrieren sich die Macher wieder auf das eigentliche Geschäft des MSV und seiner Spieler, den Fußball. Stilistisch bleibt man aber auf dem sicheren Terrain des gebauten Beitrags einer Sportsendung. Das Dokumentarische klingt zwischendurch manchmal etwas an, kann aber wahrscheinlich wegen des Zeitdrucks bei der Produktion stilistisch nicht durchgehalten werden. Der Tagesjournalismus hilft dann mit Bildern von Pressekonferenz und den O-Tönen von Fans.

Die Frage, wie es mit Änis Ben-Hatira weitergeht, bildet eine thematische Klammer für die Folge. Am Anfang kommt Ben-Hatira selbst zu Wort, kurz vor Ende Bruno Hübner. Ben-Hatira weiß nichts genaues und scheint Spielball fremder Mächte zu sein, weil er vorgibt, gerne bleiben zu wollen. Bruno Hübner rät ihm zu bleiben und weist Ben-Hatira auf diese Weise indirekt Mitspracherecht und Verantwortung bei der Entscheidung zu. Die zwei Stimmen sind interessant, weil sie Widersprüche des Vertragsgeschäfts aufzeigen; weil sie uns zumindest verraten, öffentliches Reden beschreibt immer nur die Oberfläche eines Geschehens, dahinter gibt es eine andere Wirklichkeit. Wir werden von dieser Wirklichkeit nichts erfahren, dennoch brauchen wir die Oberfläche nicht mehr zweifellos glauben. Neben Ben-Hatiras nächster Saison klingt die Zukunft auch durch die ausgebliebene Vertragsverlängerung von Heiko Scholz an. Auch da gibt es unter der Oberfläche der Nachricht ein Geschehen, das indirekt erzählt wird. Ein Fan bedauert, und „Heiko Scholz schweigt“. Was uns Enttäuschung von Heiko Scholz vermuten lässt.

Zwischen diesen Bildern zur Personalplanung wird die Hoffnung bei Fans in unterschiedlichen O-Ton-Facetten gezeigt. Zudem hat Peter Neururer mit seinem Statement auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Fürth das letzte Wort. Die Mannschaft will alles tun, um die winzige Chance auf den Aufstieg möglichst lange zu behalten. Das nur hat man selbst in der Hand, und wie wir alle wissen, ist man ansonsten abhängig von den Ergebnissen der anderen Vereine.

Angesichts der letzten mich enttäuschenden Folgen bin ich also dieses Mal mit einer durchwachsenen Folge halbwegs zufrieden. Es gab nach meinem Geschmack zu viele O-Töne der Fans, mir kommt das vor wie der sichere Pass nach hinten im Spiel des MSV. Da will ich lieber Bilder vom Training oder aus den Katakomben des Stadions sehen. Denn dort haben die Macher ja anscheinend eine Dreherlaubnis, und Fans und ihre Sprüche kenne ich zu genüge. Ich bin selbst einer und regelmäßig von dieser Art Menschen im Stadion umringt. Der Blick auf verschwitzte Fußballer auf dem Weg zur Kabine oder die Atmosphäre hinter den Kulissen bleibt mir auf den Rängen aber normaler Weise verwehrt.

0 Responses to “Mitten in Meiderich – Folge 15”



  1. Kommentar verfassen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.




JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: