Mitten in Meiderich – Folge 17

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist …

Das große Ziel ist nicht mehr zu erreichen, aber zum Ende der Saison hin wird noch einmal alles gegeben, so könnte ein Fazit für Folge 17 von „Mitten in Meiderich“ lauten. Bei Fußballern heißt das dann, sie spielen befreit auf. Dieses Mal besitzt der als Doku vorgegebene Reportage-Beitrag auch mehr erzählerische Substanz, weil die Hälfte des Clips Olcay Sahan als Hauptfigur zeigt und in dem was Sahan sagt und wie die Kamera sein Gesicht einfängt, man einen für diese kurzen Minuten tiefen Einblick in die Persönlichkeit Sahans erhält.

Zunächst gibt es aber einen kurzen Rückblick auf das turbulente Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Tom Starke schildert seine Eindrücke, Peter Neururer findet wieder einmal launige Worte und Christian Tiffert zeigt sich zum dritten Mal hintereinander als ein Spieler, der etwas zu sagen hat und sich hinter keiner der vorgefertigten Sprachhülsen der Branche versteckt. Abgerundet wird das Ganze durch einen kurzen Blick in die Kabine, wo gerade herumgefrotzelt wird. Entspannung allerorten.

Für die Bilder mit Sahan geht es erst ins Auto, dann in den Landschaftspark Nord, wo Spieler und Journalist den Hochofen besteigen. Da soll die repräsentative Industriekulisse des Ruhrgebiets als belebendes Bildmoment wirken für das Gespräch mit dem „Düsseldorfer Jung“. Man erkennt in Sahans tastenden Sätzen über seinen Platz in der Welt auch die Konzentration seines Denkens auf den Fußball. Er spricht über seinen Traum Nationalmannschaft aus, was er wirklich denkt und ich hoffe sehr, dass ihm diese Sätze niemals von irgendwelchen kleingeistigen Idioten zum Vorwurf gemacht werden. Es berührt sehr, wieviel Kraft ihm offensichtlich seine Familie gibt und wie durch die Weise seines Erzählens die tiefe Dankbarkeit für die Unterstützung seines Vaters deutlich wird.

Diese als Reportage angelegte Folge ist deshalb gut, weil ich ich die meisten Bilder und O-Töne nicht vorhersehen konnte. Sie hat mir etwas gezeigt, was ich noch nicht wusste. Das ist meine Erwartung an eine Reportage. Dass eine Dokumentation dann noch ganz anders funktioniert, wiederhole ich nur der Vollständigkeit halber.  Ich hoffe auf eine ähnliche Spielfreude der Macher zum Saisonabschluss.

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