Von passgenauer Gegenwehr beim Saisonabschluss

An diesem Fazit komme auch ich nicht vorbei, es war ein versöhnlicher Saisonabschluss. Da brauche ich gar nicht origineller sein wollen als Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann bei der NRZ oder Tina in ihrem Blog. Es hatte sich schon in Kaiserslautern angedeutet und setzte sich vor allem in der ersten Halbzeit gegen den Vfl Osnabrück fort. Wenn es nur um das Tagesergebnis geht, lässt es sich wohl angenehm spielen.

Der Zusammenhang von Leistungsvermögen und Angst, einen Fehler zu begehen und damit etwas Großes zu verspielen, scheint mir beim MSV Duisburg für die Niederlagen oder mühseligen Unentschieden in den letzten Wochen offensichtlich zu sein. Ähnlich muss es dem Vfl Osnabrück gestern gegangen sein. Merkte man dieser Mannschaft doch nicht an, dass sie die kleine Hoffnung auf die direkte Rettung am Leben erhalten wollte. Alleine ein kurzes Aufbäumen nach dem Anschlusstreffer war zu erkennen, doch auch da verpuffte nach fünf Minuten jegliche Energie. Die Körpersprache vieler Osnabrücker Spieler ließ schon in der ersten Halbzeit erkennen, dass sie ihre inneren Widerstände ans körperliche Limit zu gehen nicht überwinden konnten. Denn das hätte geschehen müssen, weil der MSV in der ersten Halbzeit voller Spielfreude kombinierte. Man sah Spielzüge über mehrere Stationen und konnte sich an ansehlichem Fußball freuen. Maicon machte das Spiel des MSV sicherer und unberechenbarer im Vergleich zu vielen Auftritten der Mannschaft in der Rückrunde. Natürlich muss man auch bedenken, es gab Freiräume, die die Spitzenmannschaften nicht gelassen hatten. Makiadi machte nicht nur wegen seines Tores deutlich, warum er zu den besseren Spielern der 2. Liga gehört, wenn er im Dribbling nacheinander gegen vier, fünf ihn körperlich hart angehende Gegenspieler den Ball behauptete. Und auch wenn Tinas Fragen zu Sandro Wagner gerade für die zweite Halbzeit ihre Berechtigung haben, dennoch zeigt er sich zum Ende der Saison hin verbessert. Den größten Fortschritt hat er wohl beim Timing seines Kopfballspiels gemacht. Die Abwehr stand letztlich gegen diesen Osnabrücker Sturm sicher, dennoch gab es immer mal wieder leichte Unsicherheiten, die von stärkeren Mannschaften ausgenutzt worden wären.

Und damit komme ich zu einer vielleicht überraschenden Wende. Denn trotz dieses sicheren Sieges in überzeugender Spielweise war auch in diesem Spiel zu erkennen, warum diese Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft hat. Den Gedanken hatte ich in der zweiten Halbzeit, als die Chancen des MSV reihenweise vergeben wurden. Man erkannte dankenswerter Weise, die Spieler wollten dem Publikum etwas gönnen. Die Angriffe sollten mit schönen Toren abgeschlossen werden. Dazu luden die Osnabrücker fast schon ein und genau das schien die Stürmer zu überfordern. Sie hatten zu viel Platz, um den gewohnten Zweikampf aufzunehmen und gleichzeitig zu wenig Platz, um den gewünschten spielerischen Zauber zu entfalten. So kam es zu Verstolpern, verspätetem Abspiel und ungenauem Schuss. Ich stelle das nur fest und mecker darüber nicht. Für mich ist es ein Hinweis darauf, dass die spielerische Klasse der einzelnen Spieler nicht ausreicht, um in jedem Spiel die richtige Entscheidung zu treffen. Zur Klasse einer Mannschaftsleisung  trägt aber die Summe der richtigen Entscheidungen nicht unwesentlich bei. Ich meine gar nicht, die alte Trainermaßgabe, wir müssen dem Gegner unsere Spielweise aufzwingen. Mir geht es darum, dass die Spieler des MSV ihre spielerischen Möglichkeiten nur dann zur Entfaltung bringen können, wenn die Spielstärke des Gegners passgenau auf die aktuelle Befindlichkeit der Mannschaft trifft. Einige Spieler scheinen sich ihrer Möglichkeiten nicht so sicher zu sein, so dass ihre Angst vor Fehlern sie gegen starke Mannschaft hemmt. Dagegen lassen schwächere Mannschaften ihnen häufig zu viele Optionen für ihr Spiel.

So, das war es also, wir können nach vorne gucken, uns mit unübersichtlichen Anstoßzeiten beschäftigen und Fernreisen zu Auswärtsspielen planen. Osnabrück kann ich leider nicht allzu viel Glück wünschen in der Relegation, weil mir Paderborn als kommender Zweitliga-Gegner sehr viel besser in persönliche Reisepläne passt. Paderborn als Ort von Familientreffen und Auswärtsspielbesuch an einem einzigen Wochenende, der Gedanke gefällt mir jedenfalls immer wieder sehr gut.

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