Mitten in Meiderich – Folge 18

Was bisher geschah … „Mitten in Meiderich“ ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema „MSV Duisburg“. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.  Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt „Mitten in Meiderich“ in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist. Nach kurzzeitiger Orientierungslosigkeit machte man die einzelnen Folgen der beabsichtigten Doku dann zur Kurzreportage der üblichen Sportberichterstattung …

Mit der 18. und letzten Folge von „Mitten in Meiderich“ sollten auch meine medienkritischen Betrachtungen eigentlich ein Ende finden. Die neu eingerichtete DSF-Seite aber lässt mich überlegen, ob ich nicht demnächst noch so was wie Webseiten-Kritik betreibe, den Auftakt könnte dann die Bewertung der DSF-Seitengestaltung sein. Fehlen mir auf der ersten Seite für die TV-Tipps am Rand doch die deutlichen Grenzen der jeweiligen Themen, für die die Bilder als Anreißer funktionieren sollen. „Mitten in Meiderich“ verliert auf diese Weise, weil es zu wenig als eigenständiges Format wahrgenommen wird.  Die als Mini-Doku angekündigte Serie dann auch noch mit dem Portrait von Peter Neururer zu bebildern, halte ich bei aller Mediengewandtheit des Trainers für unpassend, schließlich soll es ja um mehr als um diesen Trainer gehen. Das weist im Übrigen einmal mehr auf Entscheidungsprozesse hin, die die Intensität des Nachdenkens über das Format offenbaren. Bei der Navigation ist „Mitten in Meiderich“ auch eine Hierarchieebene nach unten gerutscht, und ich frage mich, ob die Technik noch nicht ganz sicher funktioniert, weil ich keinen Link zur einzelnen Folge erhalte, sondern nur zum Gesamtmenü von „Mitten in Meiderich“. Ihr müsst euch also gegebenenfalls von hier aus selbst auf der Seite durchklicken.

Genug der Anmerkungen zur DSF-Seite und nun zur Folge 18, die fast ausschließlich aus Interview-Schnipseln zusammengeschnitten ist. Peter Neururer hadert noch einmal mit den Schiedsrichterentscheidungen in den Spielen gegen Mainz und St. Pauli, sieht Verstärkungsbedarf auf allen Positionen mit Ausnahme des Torwarts und telefoniert. Der „Boss“, namentlich Walter Hellmich, zieht das Fazit „Saisonziel nicht erreicht“, glaubt an Verpflichtungserfolge Bruno Hübners, sieht den MSV in der kommenden Saison im Anwärterkreis für den Aufstieg und telefoniert. Bruno Hübner erläutert die Stärke der 2. Liga in der nächsten Saison, sieht den MSV im Favoritenkreis, falls die Leistung der Rückrunde wiederholt werden kann und telefoniert.

Wir erfahren also, die Führungsebene ist immer für den Verein im Gespräch mit der Welt. Sie arbeiten noch an der erhofften Zukunft, während die Spieler schon das Trainingsgelände verlassen, um in den Urlaub zu fahren. Inhaltlich erfahren wir nichts Neues aus der Führungsebene und der kleine Bewertungsunterschied über die Aussichten des MSV in der nächsten Saison zwischen Walter Hellmich und Bruno Hübner verschwindet bei näherem Hinsehen. Bruno Hübner schränkt seine Bewertung „Favorit“ ein, indem er die Leistung der Rückrunde als Voraussetzung ansieht. Das entspricht ungefähr dem „Anwärterkreis“ von Walter Hellmich, der sich anscheinend nach den großen Worten vor der letzten Saison nicht mehr allzu weit aus dem Fenster lehnen will. Wenn er seiner Wertung Anwärterkreis ein „mehr nicht“ beifügt, so spricht hier das gebrannte Kind. Der Anspruch oben mitzuspielen bleibt aber bestehen.

Dazu bedarf es noch Neuverpflichtungen und Vertragsklarheit, so bei Markus Brzenska, der auch noch einmal in die Kamera sagen darf, er fühle sich beim MSV wohl und wolle bleiben. So steht am Ende von „Mitten in Meiderich“ nicht der Blick hinter die Kulisse sondern auf die Köpfe von Entscheidungsträgern und -spielern mit ihren gewohnten Worten der Verlautbarung, wie sie in der üblichen Sportberichterstattung als Hintergrundbericht gern gesendet werden. Wenn es einem nur um das Erscheinen des  MSV in einem öffentlich wahrgenommenen Medium geht, reicht das. Für den Anspruch eine Dokumentation sein zu wollen, ist es zu wenig. Anstatt mich nun weiter zu wiederholen, schließe ich mich lieber den Worten des Kommentators  an, hoffe auf die von Walter Hellmich prophezeite erfolgreiche Arbeit Bruno Hübners und freue mich ebenfalls schon ein wenig auf die nächste Saison.

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