Mitten in Meiderich – Abspann

So ganz habe ich mich von „Mitten in Meiderich“ noch nicht verabschiedet.  Das Serielle solcher Formate berührt doch das zutiefst menschliche Bedüfnis nach der Rhythmisierung des Lebens. Wenn ich mir vorstelle, am nächsten Dienstag keinen neuen Clip über den MSV Duisburg mehr zu sehen, fühle ich diesen leichten Stich eines Verlustes. Ich fühle ihn, obwohl ich zum Ende der Saison eher unzufrieden als zufrieden war und sogar meine Lust über die jeweilige Folge zu schreiben keineswegs stabil vorhanden war. Dennoch, das weiß ich jetzt schon,  mir wird in Zukunft das Sehen der Videoclips und genau dieses Schreiben fehlen. Gefühle des Abschieds können schillernd sein.

„Mitten in Meiderich“ gewährte mir nicht nur die kurze, unterhaltsame Pause vom Alltag. Unterhaltsam deshalb, weil auch als gerecht empfundenes  mildes Ärgern unterhält. Das ist meine Perspektive als Fan und es ist offensichtlich, dass meine Ansprüche als Fan durch das Serielle der Form vollauf bedient waren. Einmal in der Woche ein paar bewegte Bilder vom Verein meines Interesses. Das ist gut, egal ob sie jedes Mal mir etwas wirklich Interessantes zeigen. Sie bieten auf jeden Fall Anlass, mich mit etwas zu beschäftigen, was sehr fest mit meinem Leben verbunden ist.

Darüber hinaus habe ich durch „Mitten in Meiderich“ aber auch die Gelegenheit erhalten, meine eigenen Vorstellungen von gelungenen Dokumentationen auf vielfältige Weise zu durchdenken und damit zu schärfen. Sowohl für den MSV-Fan in mir als auch für mich als Nutznießer einer Art Self-Made-Weiterbildung musste aber erst einmal jemand etwas schaffen, das mein Fühlen berührte und mein Denken anstieß. Im Selbstverständnis von Kultur- oder Medienkritik wird das als gegeben vorausgesetzt und gilt als nicht weiter erwähnenswert.  Hier aber sei den  Machern von „Mitten in Meiderich“ auch noch einmal ausdrücklich gedankt. Denn selbst wenn die einzelnen Folgen sich in ihrer Qualität sehr unterschieden, eines war jederzeit spürbar: den Machern lagen die Inhalte am Herzen und ihnen ging es nicht nur um das Erfüllen eines Jobs.

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