Ist Fußball im Pay-TV zu teuer geworden?

Wenn ich mir ein Fußballspiel ansehe, dann fast ausschließlich in einem Stadion. An Pay-TV habe ich deshalb noch nie gedacht, hörte aber neulich nicht nur von einem Freund von dem deutlich gestiegenen Preis für den nun durch Sky Deutschland angebotenen Bundesliga-Fußball, sondern las auch von Verbrauchertriumphen gegenüber dem neuen Fußballrechteverwerter. Deshalb will ich zumindest auf diesen zeitgemäßen Versuch von Verbraucherorganisation hinweisen, damit alle, die es angeht, sich selbst eine Meinung dazu bilden können. Auf der Seite Wir wollen nur Fußball! ist eine Petition verfasst, die man namentlich unterstützen kann.



Verbraucherorganisation ist das eine, das andere sind die dort formulierten sozialen Zusammenhänge von Fußball, Fernsehen und Kosten für die Zuschauer, die der Organisation der Pay-TV-Nutzer eine sinnstiftende Richtung geben. Ich verstehe, dass es zunächst den Anschein haben kann, die Petition beinhalte auch so etwas wie eine sozialpolitische Komponente. Je länger ich aber drüber nachdenke, desto stärker festigt sich meine Meinung, diese höheren Weihen von sozialverträglichen Kosten für die Übertragung von Fußball macht die Petition eher angreifbar als dass die Notwendigkeit von geringeren Pay-TV-Kosten einsehbar wird. Ich kann das in der Kürze jetzt noch gar nicht richtig begründen. Ich habe aber den Eindruck, eigentlich reicht es einfach zu sagen: „Euer Angebot ist zu teuer, und es passt für uns nicht.“ Dafür gibt es nämlich ein sehr gutes Argument, das die  Initiatoren der Petition ein wenig untergehen lassen. Schließlich kauft man mit dem Fußball ganz viel anderen TV-Kram, den man dann doch nicht sehen will.

3 Antworten to “Ist Fußball im Pay-TV zu teuer geworden?”


  1. 1 el Pocho 8. September 2009 um 11:38

    Fussball im Pay-TV ist deshalb so teuer, da die Verwertungsrechte der DFL zu teuer sind. Die Pay-TV Anbieter müssen schlieslich die Rechtekosten refinazieren. Deshalb Beschwerden an die DFL oder direkt an die Bndesligisten. Allen voran natürlich an die Bayern, die schon seit Jahren jammern, das die Fernsehrechte in Deutschland zu billig sind.

    Gefällt mir

    • 2 Minstrel 8. September 2009 um 17:44

      Falsch, Bayern moniert nicht, dass die Fernsehrechte zu billig (für den Verbraucher) sind, sondern dass im internationalen Vergleich nicht genügend Geld für die Klubs generiert wird.

      Das hängt natürlich auch mit dem (international) einzigartigen Solidarprinzip in DFL/DFB zusammen. Kann man zu stehen wie man will – mir ist es lieber eine (wieder international gesehen)ausgeglichene Liga auf ansehnlichem Niveau zu haben als nur 3 Meisterschaftsanwärter und dafür alle 2 Jahre die CL zu gewinnen. Das interessiert die Fans der anderen mehr als 30 Jahre irgendwann nämlich auch nicht mehr.

      Hoeness hat z.B. angeregt, 2 € auf die GEZ für Fussball aufzuschlagen. Das ist deutlich weniger als jedes Pay-TV-Paket. Jetzt könnte man natürlich über die damit angemaßte Ausnahmestellung herziehen und wie oben den Lieblingsfeind als den Ursprung alles Bösen als unsozial brandmarken, würde dabei aber zwei Sachen vergessen:
      – auch wenn ich’s emotional verstehen kann (meine Liebe zur Volksmusik-Camarilla wird durch deren ständige Auftritte im ÖR auch nicht gestärkt), kein TV-Ereignis erreicht in Deutschland seit Jahren konstant Marktanteile von 20-75% ausser Sport-, speziell Fussball-Übertragungen im Free-TV. Das relativiert die Anmaßung und unterstreicht die Ausnahmestellung.
      – Ein Haushalt, der sich 2 € im Monat nicht leisten kann, sollte dringend einen entsprechenden Antrag beim Amt stellen, dann klappt’s auch mit der GEZ-Befreiung. Im Gegensatz zum Pay-TV kann man die Übertragungen dann trotzdem noch live sehen – die soziale Komponente des Vorschlags ist wohl nicht von der Hand zu weisen.

      Gefällt mir

  2. 3 Kees Jaratz 8. September 2009 um 11:55

    Das Fass wollte ich gar nicht erst aufmachen, hätte mir zu lange gedauert beim Schreiben den Inhalt vernünftig rauszuholen. In dem Moment wenn Fußball Ware wird, wollen die einen Höchstpreise erzielen und die anderen so billig wie möglich erstehen. Erst wenn dann die Karte Kulturgut Fußball aufgespielt wird, kommen die Öffentlich-Rechtlichen an den Tisch.
    Bleibt es letztlich doch am Nutzer hängen, ob er sich für diesen hohen Preis entscheidet, oder nicht. Und da ist die erste Adresse nun mal der Anbieter. Wobei dem Pay-TV-Nutzer trotz allem als Hebel nur die altbekannte Macht des Verbrauchers gegenüber dem Anbieter bleibt. Sprich: wenn zu teuer, nutze ich das eben nicht. Funktioniert ja anscheinend als Einzelstimme gegenüber Sky ganz gut.
    Aber so richtig drin bin ich da nicht in der Diskussion als Pay-TV-Abstinenzler.

    Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.




JETZT IM BUCHHANDEL
Die berührende, oft komische und tief emotionale Geschichte über ein Leben in Duisburg mit dem MSV

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: