Den Fußball nicht vergessen

Oft lese ich etwas über den MSV Duisburg und bin völlig zerrissen. Als Fan neige ich dazu, jedes noch so kleine Zeichen der Verbesserung wie den Anfang einer am Ende erfolgreichen Entwicklung zu deuten. So finde ich es etwa gut, wenn der MSV Duisburg Wissen einkauft, um für sich Werbung zu machen. Das lese ich in der Rheinischen Post.

Dem Zitat des einen von drei Geschäftsführern der beauftragten Agentur h2m Sven Hamers entnehme ich sogar, dass sich die Agentur Gedanken über so etwas wie das öffentliche Bild vom MSV Duisburg gemacht hat:  „Das Profil des MSV sollte geschärft werden, hierbei stehen das Zebra-Maskottchen und die Familienfreundlichkeit im Mittelpunkt. Also entwickelten wir eine einfache, sympathische Botschaft, die auch nach einer möglichen Niederlage immer noch Bestand haben kann“.

Doch sobald ich dieses ganze Zitat wirken lasse, kommt mir meine berufsbedingte Skepsis in die Quere. Wie, bitte schön, passt das zusammen, fragt dann ein Teil von mir: „Profil schärfen“ und „Familienfreundlichkeit“. Welcher Fußballverein im bezahlten Fußball möchte nicht familienfreundlich sein. Da schärft sich nicht allzu viel möchte ich behaupten, so unspezifisch wie diese Familienfreundlichkeit ist. Und was ist überhaupt mit einem der einzigen Merkmale, die den MSV Duisburg als besonderen Verein auszeichnet? Da steht das Zebra aber ziemlich weit vorne. Da ist es also schon ziemlich scharf, das Profil.

Dann aber schimpft schon wieder der Fan in mir mit diesem ewigen Bedenkenträger und sagt, du weißt doch, solche Zitate gibt es zuallererst, um den Text zu beleben und erst danach um Inhalte zu vermitteln. Im besten Fall nur kommt das zusammen. Die haben schon noch mehr drüber nachgedacht in der Agentur, ganz bestimmt.

Das weiß ich, entgegnet Bedenkenträger genervt. Die haben nachgedacht, eben, und gerade dann müssen sie darauf achten, mit welchem einzigen Satz sie in die Öffentlichkeit treten wollen. Es gibt erst einmal nur diesen einen Satz. Mehr nicht. Ist es etwa meine Aufgabe auf all das Ungesagte zu hoffen? Es ist doch deren Aufgabe, all das Ungesagte zu verheißen. Denn viel wichtiger als Familienfreundlichkeit ist das Spiel selbst, um das sich der MSV kümmern muss. Denn auf welchem Produkt basiert das ganze Geschäft? Da braucht es Ideen unabhängig vom Erfolg der Mannschaft.

Quatsch, sagt der Fan. Es ist deine Aufgabe,  den Verein zu unterstützen und nicht alles sofort schlecht zu reden.

Ich rede nichts schlecht. Ich mache mir Sorgen, dass eine gute Idee nicht so gut wie möglich umgesetzt wird. Verstehst du, DU BLINDER FAN?

DU UNPRODUKTIVER BEDENKENTRÄGER!

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