Vor dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg

Dienstagabend ist Basketballabend. Das wisst ihr allmählich, und eigentlich hatte ich vor, meine guten Erfahrungen beim Spiel gegen Mönchengladbach zu wiederholen. Ich wollte auf Basketball verzichten. Gerade weil es sich im Gegensatz zum letztjährigen Pokalspiel gegen den TSV 1860 München bereits um das Achtelfinale handelt, war ich bereit, den Abend nicht in der Sporthalle zu beginnen, sondern sofort in die Kneipe am Deutzer Rheinufer zu gehen. Dort wollte ich bei der Pokalübertragung vor dem Fernseher auf meine Mitspieler warten. Zu meinem Glück spielt ja der FC bereits um 19 Uhr, so dass ich zumindest die zweite Halbzeit recht ausführlich hätte zu sehen bekommen. Nun haben wir heute ein Meisterschaftspiel und erhebliche Verletzungssorgen. Nicht nur Bernd Korzynietz plagen zurzeit Hüftbeschwerden, auch bei uns ist von grippalem Infekt über Kapselverletzungen an Fingern der rechten Hand bis hin zu Entzündungen der Sehnen an verschiedenen Körperteilen alles an Gründen vorhanden, dass Spieler nicht auflaufen können. Das MSV-Fieber ist da noch am leichtesten zu behandeln, deshalb muss ich in den sauren Apfel beißen und komme erneut erst zum Ende der zweiten Halbzeit vor den Fernseher.

Ich hoffe, zu dem Zeitpunkt steht es bereits 2:0 nach Toren von Larsen in der 51. Minute und Ben-Hatira in der 66. Wir werden noch einen Gegentreffer in der 74. Minute bekommen, damit sich für mich die letzten Minuten vor dem Fernseher auch lohnen. Es wird aber bei dem Ergebnis bleiben. Diese Voraussage an der Stelle hier stellt einen Versuch dar, weil meine Vorhersagekraft vor Auswärtsspielen gegenüber Einzelpersonen bislang nicht weiter wirkte. Vor wichtigen Spielen müssen auch einmal ungewöhnliche Wege gegangen werden.

Wer sich bis zum Abend noch ein wenig die Zeit vertreiben möchte, findet hier eine von der Augsburger Allgemeinen veröffentlichte Zeitungsbeilage anlässlich der Eröffnung des neuen Augsburger Stadions zu Beginn der Saison. Überfliegt man dort die Seiten, werden Erinnerungen wach. So ein Stadionneubau weckt Hoffnungen und beflügelt die Fantasie. Wir, in Duisburg, sind da mit unserem Stadion schon ein wenig in die Jahre gekommen. Bei uns in Duisburg ist ein erwachsenes Gefühl an die Stelle von jugendlichem Optimismus und naivem Ehrgeiz getreten. Ich weiß nicht genau, ob ich dieses erwachsene Gefühl Realismus oder Resignation nennen soll.  So ein neues Stadion schießt auf Dauer auch nicht mehr Tore als die gegnerische Mannschaft. So ein neues Stadion ist nämlich auch nur ein Bauwerk, das vor allem Fußballspieler mit Leben füllen müssen. Wir Zuschauer machen das ohnehin. Der Umgang mit Menschen ist aber nicht so leicht berechenbar wie der Umgang mit Baumaterial. Walter Hellmich kennt sich mit diesem Unterschied inzwischen bestens aus. Wie man bei dieser Pressekonferenz übrigens hören kann, hält Jos Luhukay viel vom MSV Duisburg. Im zweiten Clip antwortet er bei Minute 11:58 auf die Frage, „was macht Duisburg richtig gut?“ Wir hören „Erfahrung“ und „Torgefahr in allen Mannschaftsteilen“. Dann wollen wir mal hoffen, dass sich seine Einschätzung bewahrheitet.

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