Der Sieg wird eine Familie zusammenführen

Erst verbreitet sich ungläubiges Staunen über die Gesichter, dann ist ein unbändiges Rufen der Freude zu vernehmen, fünf Menschen fallen sich in die Arme und über sämtlich vorhandene Wangen rinnen die Tränen des Glücks. So toll ist es gestern hier noch nicht zugegangen, aber eine Geschichte voll von solchen emotionalen Momenten könnte ich vielleicht erfinden und damit passend zur Vorweihnachtszeit dem MSV Duisburg einen herzenserwärmenden  Auftritt in den menschelnden Ressorts der deutschen Medienlandschaft schenken, eine Geschichte, die diesen Verein in ganz Deutschland in strahlend hellem Licht erscheinen lässt.

Gestern ist nämlich die Entscheidung gefallen. Nach diesem Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth werde ich mir das Auswärtsspiel in Paderborn ansehen. Dort werde ich Schwager und Schwägerin nebst Kindern treffen, die ich zuletzt im Sommer gesehen habe. Was ich aber für die medienwirksame Geschichte tunlichst verschweige. Stattdessen werde ich erzählen, wie uns vor Jahren ein entsetztlicher Stau auf der A2 bei der Rückfahrt von einem Familientreffen in Wolfenbüttel getrennt hat. Das letzte, was ich von dieser Familie damals sah, war das verzweifelte Winken kleiner Kinderhände aus den hinteren Fenstern des Autos, als ich von der A2 abfuhr, um die Umleitungsstrecke zu nehmen, während meine Schwägerin, auf der Mittelspur, abgeschottet von zwei langsam rollenden Lkws neben ihr, nicht mehr die Spur wecheln konnte.

Ich werde Anfang Dezember erzählen, wie dieses Wiedersehen nur deshalb geschah, weil zwei Wochen zuvor, der MSV Duisburg ein Spiel zeigte, wie es in dieser Form nicht zu erwarten gewesen war. So viele Verletzte hatte es gegeben, und ich werde im Nachhinein noch einmal diesem „letzten Aufgebot“ dankbar sein. Ich werde erzählen, dass ich mit einem Unentschieden zufrieden gewesen wäre, auch wenn ich natürlich auf einen Sieg getippt hatte, um die Götter zum Beistand zu zwingen.

Ich werde erzählen, wie meine Fahrt nach Paderborn am seidenen Faden gehangen hat, als ich fassungslos hören musste, dass ein Elfmeter für Fürth gepfiffen wurde – zehn Minuten vor Spielende. Dann dieser erleicherte, freudige Ausruf von Marco Röhling. Über das Tor geschossen! Ja! Und ebenso könnte ich erzählen, wieder einmal schafft es der MSV Duisburg nicht bei all seinen Kontern ein zweites, beruhigendes Tor zu erzielen. Im Gegenteil, eine letzte Fürther Großchance bahnte sich an, so deutlich war es an Marco Röhlings immer hektischerem Sprechen erkennbar. Doch auch dabei erwies sich der Fürther Spieler als Chancentod.

Nach dem Schlusspfiff schließlich wusste ich, dieser Weg nach Paderborn ist mir nicht zu weit. Ich könnte dann von meiner Hoffnung erzählen, neben dem nächsten Auswärtssieg vielleicht auch noch Hinweise auf den Verbleib der so lange vermissten Familienmitglieder zu finden. Was für eine rührende Geschichte! Flankierende Maßnahme wird so etwas  in den Sprachformeln der Politik gerne genannt. Denn Bruno Hübner möchte tatsächlich sehr intensiv an der Außendarstellung des Vereins aller Vereine arbeiten. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen SpVgg Greuther Fürth fand er grundsätzliche Worte zum Umgang des Vereins mit den Medien und den Fans. Es bestätigt sich mein Eindruck, der Mann weiß um die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit. Er braucht Unterstützung!

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