Skandal um Tippspiel von „Der Westen“

Entschuldigt, bitte, die reißerische Überschrift, aber ich möchte heute möglichst viele Leser erreichen, und deshalb erweisen sich zu meiner eigenen Überraschung meine ethischen Grundsätze zur Sachlichkeit auf dieser Seite etwas flexibler, als es sonst der Fall ist. Skandal hört sich doch packender an als etwa „Rechtsphilosophische Überlegungen zu Wettbewerbsverzerrungen bei Tippspielen“. Ich rede hier nicht über dieses Tor. Darüber redet zwar ganz Fußball-Deutschland, aber mich interessiert etwas anderes, was ungeachtet aller Sachlichkeit natürlich doch ein Skandal ist, weil die Organisatoren des Fußballspiel-Tippspiels vom WAZ-Portal  Der Westen gestern im Laufe des Tages entschieden haben, mir drei der am Wochenende ehrlich ertippten Punkte abzuerkennen. Morgens triumphierte ich noch als Tagessieger unserer zehn Mann starken Tipprunde, abends erreichte mich die vom Freund weitergeleitete Mail folgenden Inhalts und ich war in unserer internen Tabelle zwei Plätze runtergerutscht :

Sehr geehrter Herr xxxxxx,

aufgrund eines Systemfehlers, dass das Freitagsspiel noch bis Samstag getippt werden konnte und somit Manipuliert werden konnte, wurde der Tipp für ungültig erklärt. Dies ist nur zugute der Fairness, wir bitten um Entschuldigung.

Bitte lassen Sie bei Rückfragen den vollständigen Schriftverkehr in der E-Mail eingefügt, damit wir den Sachverhalt schnell zuordnen können.

Mit freundlichen Grüßen
xxxxxxx xxxxxxxxxx

Ihr Team von „DerWesten“
WAZ New Media GmbH & Co. KG

Bei dem oben erwähnten Spiel handelt es sich um das Spiel von Union Berlin gegen Rot Weiß Oberhausen, das ich mit großem Sachverstand und natürlich unter Beachtung unzähliger mir zugänglichen Informationen am Freitagmorgen mit dem genauen Endergebnis getippt hatte.

Für mich stellt sich nun die Frage, ob die Entscheidung des Teams von „Der Westen“ tatsächlich wie etwas holprig formuliert „zugute der Fairness“ ist. Mir gegenüber war das nicht fair. War es denn den Tippern gegenüber fair, die am Freitag keinen Punkt ertippt hatten und deshalb im Nachteil gegenüber denen waren, die irgendwie mitbekommen hatten, dass sie im Nachhinein noch das richtige Ergebnis hatten eintragen können? Was – wie ich meine – nicht allzu häufig passsiert. In unserer Tipprunde tippt jeder, so weit ich weiß, sämtliche Spiele in einem Aufwasch und interessiert sich dann auch nicht mehr weiter für die Seite bis zur Ergebnisauszählung.

Vielleicht gilt das Fairnessargument aber auch der Idee und wirkt unabhänig von konkreten Überlegungen, wer nun durch die Entscheidung Vor- oder Nachteile erfährt? Was muss da abgewogen werden bei so einer Entscheidung, wie sie die Organisatoren wahrscheinlich eher aus dem Bauch heraus getroffen haben?

Ihr seht, mit Rechtsphilosophie habe ich mich in meinem Leben bislang noch nicht oft beschäftigt. Gibt es hier mitlesende Juristen, die das ein oder andere beitragen können?

3 Antworten to “Skandal um Tippspiel von „Der Westen“”


  1. 1 Klaus 19. Januar 2010 um 10:28

    Hi,

    der „Skandal“ besteht imho darin, dass so etwas nicht zum ersten Mal passiert ist, sondern immer mal wieder auftritt.
    Aber wie war das mit dem geschenkten Gaul? 😉

    Grüße Klaus

    Gefällt mir

  2. 2 Kees Jaratz 19. Januar 2010 um 11:19

    Da hatte ich bisher wahrscheinlich noch nie so einen guten Lauf beim Tippen, dass es mir aufgefallen wäre.
    0 Punkte bleiben 0 Punkte 😉

    Gefällt mir


  1. 1 Ruhrpilot - Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet « Ruhrbarone Trackback zu 19. Januar 2010 um 09:13

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