Nun in Zeitungen, was MSV-Fans schon lange diskutieren

Kaum steht das normale Leben in Köln wegen der Brauchtumspflege mal ein paar Tage still, schon gerät die  Welt für mich als Reisender zwischen Köln und Duisburg aus dem Takt. In Duisburg beschleunigt sich das auf den MSV Duisburg konzentrierte Leben gerade nämlich unerwartet, weil Die Welt plötzlich interessiert, was im MSVportal schon seit langem sorgenvoll diskutiert wird. Im Kern geht es um die Frage, nutzt Walter Hellmich kraft seines Amtes den MSV Duisburg auf Kosten des Vereinswohls für den eigenen wirtschaftlichen Vorteil und den seines Sohnes, dessen Marketinggesellschaft einen nach Meinung vieler Beobachter für den MSV Duisburg ungünstigen Marketingvertrag mit dem Verein erhielt. Gefährdet Walter Hellmich sogar die wirtschaftliche Existenz des Vereins?

Eingekauft hat Die Welt diesen Artikel vom freien Journalisten Stefan Laurin. Ich nehme an, es ist die Originalfassung des Artikels, die er bei den Ruhrbaronen nochmals eingestellt hat. Auf die Vorwürfe reagierte Walter Hellmich auf der Seite des MSV Duisburg mit einer Stellungnahme. Wenn die überregionale Presse das Thema aufgreift, kann die lokale Presse wie Der Westen nachziehen. Dort wird auch schon auf eine Leerstelle der Stellungnahme verwiesen: Auf die vorzeitige Verlängerung des Marketingvertrags bis 2017 ohne erneute Ausschreibung geht Walter Hellmich nicht ein. Auch Stefan Laurin verweist bei den Ruhrbaronen auf einen Widerspruch bei dem, was Walter Hellmich als Verteidigung sagt zu den Vorwürfen, einen Kredit vom MSV Duisburg in Anspruch genommen zu haben.

So weit die Lage, und zwischen Karneval und Anfahrt zum Rosenmontagsspiel in Duisburg habe ich keine Zeit und Ruhe mehr, etwas zu schreiben, bei dem ich nicht jetzt schon weiß, dass es zu wenig ist. Was jetzt geschieht, trägt Züge der Politik. Es gibt aber auch große Bereiche des Geschehens, die sich im Politischen nicht widerspiegeln. Schließlich sind MSV-Fans und MSV-Vereinsmitglieder nicht identisch, sonst reichten die Reaktionsmöglichkeiten auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. Es gibt also da ein Spannungsverhältnis zwischen dem Fußball als umsatzträchtige Unterhaltungsbranche und dem Fußball als Kulturgut im weitesten Sinn.

Und nun? Letztlich geht es um Vertrauen. Auch bei mir ist das seit einiger Zeit angekratzt, aber völlig unabhängig von den Vorwürfen, eine Opposition kann konstruktiv mit diesem Geschehen nur dann umgehen, wenn es eine Alternative zu Walter Hellmich gibt. Und da sind wir wieder bei der Politik, nicht umsonst gibt es ein konstruktives Misstrauensvotum in der deutschen parlamentarischen Demokratie. Und jetzt muss ich aber auch wirklich fahren. Vielleicht habe ich morgen in Ruhe eine entschiedenere Meinung zu dem Ganzen. Heute fühle ich mich jedenfalls die ganze Zeit wie auf brüchigem Eis.

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