Das ist mal eine Anekdote über die Bielefelder Alm

Über die Frage wie die Bielefelder Alm zu ihrem Namen kam, lässt sich heute nur noch spekulieren. Schon in den Anfängen des Bielefelder Fußballs sollen die Clubmitglieder nach dem Fußballspiel nicht gerne nach Hause gegangen sein. So saßen sie gerade an den warmen Sommertagen nach manchem Fußballspiel noch beisammen, lachten, erzählten und sangen nur allzu oft die damals populären Schlager. Das Clubmitglied Heinrich Pehle war einer der wenigen Ostwestfalen jener Zeit,  die eine Wandergitarre besaßen und zudem noch darauf spielen konnten.

War die Zeit fortgeschritten, so griff er zu seinem Instrument und schlug die Akkorde an. Nicht selten unterbrachen dann junge Ostwestfälinnen ihren Spaziergang und hörten den stimmungsvollen Liedern zu. Einmal lud der stattliche Mittelstürmer Arnold Giesen zwei besonders ansehliche junge Frauen ein, sich zu ihnen zu setzen. Doch die zwei Frauen kicherten verlegen und gingen ihres Weges. Arnold Giesen muss aber großen Eindruck auf die zwei Frauen gemacht haben. Es vergingen nur noch wenige Fußballnachmittage, an denen die zwei Schönheiten nicht bei den lachenden und verschwitzten Männern vorbeikamen. Man scherzte dann ein wenig, und manch schmeichelnder Blick wurde aus der Männerrunde hinüber geworfen.

Allerdings vergaßen die zwei Ostwestfälinnen niemals die Anstandsregeln dieser Zeit. Von ihren Eltern wussten sie, es war nicht schicklich den Schotterweg zu verlassen und sich gemeinsam mit den elf Freunden des Fußballs in der Öffentlichkeit zu zeigen. Doch an einem besonders sonnigen Tag, nach einem überragenden 5:0-Sieg gegen Preußen Oldentrup rief Heinrich Pehle im Überschwang seiner Freude den beiden Frauen zu: „Kommt doch endlich herüber, ihr Schönheiten dieser Welt,  hier sind wir auf der Alm, hier gibt es koa Sünd.“ Die beiden Frauen sahen sich fragend an, dann ging ein Leuchten über ihre Gesichter und sie hüpften über das Gras und stimmten ein in den noch heute so populären Schlager „Mein kleiner grüner Kaktus.“ Arnold Giesen heiratete ein Jahr später die eine der beiden Frauen. Heinrich Pehle konnte das Herz der anderen gewinnen. Noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts besuchten die zwei Paare regelmäßig die Spiele von Arminia Bielefeld und erinnerten sich schmunzelnd daran, wie es einst dazu kam, dass dieses Bielefelder Stadion so einen ungewöhnlichen Namen trägt.

Ich möchte behaupten, die bei Arminia Bielefeld erzählte Anekdote verblasst hinter solch schönen Schnurren, wie sie ab nun in Duisburg kursieren. Angesichts der dünnen ostwestfälischen Geschichte verwundert es nicht, dass die „Alm“ sofort in SchücoArena umbenannt wurde, nur weil da Herr Schüco vorbeikam und beim Anblick des gepflegten Naturrasens  ausrief: „Hier siehts ja aus wie bei Schücos damals im Garten. “ Ich hoffe natürlich, heute Abend werde ich auch vom MSV Duisburg so einen deutlichen Qualitätsunterschied gegenüber Arminia Bielefeld zu sehen bekommen. Zumal ich jetzt gleich in den Zug steige. In Duisburg steht ein Freund am Bahnsteig und in Bielefeld wartet der Duisburger Exilant. Wir wollen was geboten bekommen.

Advertisements

0 Responses to “Das ist mal eine Anekdote über die Bielefelder Alm”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 9,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: