Witzige und originelle „Fan-Choreo“ zu Walter Hellmich

Nachdem  in der vorletzten Woche die Geschäfte von Walter Hellmich beim und mit dem MSV Duisburg in die Medienöffentlichkeit gerieten, reagierte der Vorstandsvorsitzende des MSV Duisburg mit einigen Interviews. Hier, bei der Fußballpresseschau Indirekter Freistoß, findet sich eine gute Zusammenfassung der öffentlich gewordenen Stimmen. Walter Hellmichs Interview mit dem Reviersport vom 18.2. wird dort nicht erwähnt. Dort sagt er zwar nichts anderes als im Interview bei der Westen vom 19.2., doch nennt er die Kritiker zudem flapsig „doof“.

Manchmal bin ich ein Träumer, dann denke ich mir die Welt als eine der besten und kann dann glauben, mit dieser flapsigen Bemerkung hat Walter Hellmich den Grundstein für eine bislang nicht zu erhoffende Entwicklung gelegt. Diese flapsige Bemerkung wurde nämlich von Fans in einer Choreografie aufgegriffen. Als Stehplatzzuschauer war mir natürlich klar, da gibt es einen Kommentar zu Walter Hellmich auf der linken Stehplatzseite. Doch natürlich zeigte weder die Stadionregie diese Pappschilder auf der großen Leinwand, noch habe ich bislang irgendetwas in den Medien dazu gelesen. Walter Hellmich gehört einfach zu sehr ins Ruhrgebiet-Establishement als dass die Auseinandersetzung mit ihm von den Medien vor Ort weiter am Köcheln gehalten wird. So habe ich erst gestern, spät abends die Choreografie hier, im MSVPortal, entdeckt. Man muss auf der Seite runterscrollen, bis man zu dem Foto kommt. (Am Ende dieses Textes gibt es nun zwei Links direkt zu Fotos.)

Diese Choreografie ist so überaus witzig und originell, dass ich hoffe, sie kann über die Hellmich-Angelegenheit hinaus ein Maßstab für das Umfeld des Vereins werden. Diese Choreografie war ein Mittel der Kritik auf einem Niveau, das ich aus Fankurven kaum kenne. Diese Kritik ging nicht unter die Gürtellinie. Sie gab Anstoß nachzudenken und durch ihren Humor ließ sie die Kritiker in einem guten Licht erscheinen.

In der besten aller Welten gibt es einen Vertrauten von Walter Hellmich der ihm rät, das Gespräch zu suchen mit Menschen, die für solch eine Kritik verantwortlich sind. In der besten aller Welten würde dieser Mensch Walter Hellmich sagen: „Walter, ich weiß dir fällt das schwer, aber sieh das mal so, du hast mit deiner flapsigen Bemerkung in diesem einen Interview überhaupt erst diesen Ton möglich gemacht. Du warst nicht zu aggressiv. Du hast deine Sicht deutlich gemacht. Du bist letztlich doch dafür verantwortlich, dass die Sache so gut werden kann. Du verlierst dein Gesicht nicht, wenn du auf diese Leute zugehst. Wir wollen doch alle nur das Beste für den Verein. Und Leute, die so kreativ und originell sind, solche Leute kann dieser Verein gut gebrauchen. Mit diesen Leuten haben wir eine Chance im Revierfußball so einzigartig dazustehen, wie du es dir immer erträumt hast. Alle werden dich bewundern, dass du, Walter Hellmich, trotz der zum Teil so deutlichen Kritik das Gespräch gesucht hast.“

Ich weiß, einer der großen Fehler aller Menschen ist die Annahme, das Gegenüber denke genau wie man selbst. Aber ich rede ja nur von der besten aller Welten. Mit dieser Choreografie erkenne ich tatsächlich einen Kern dessen, was den MSV Duisburg zu einem besonderen Verein machen kann. Und da denke ich auch in Marketing-Dimensionen, und schlage mit dem wirtschaftlichen Ertrag damit doch den Bogen auch wieder zurück zum sportlichen Erfolg.  Warum ist es schick geworden, Fan vom FC St. Pauli zu sein? Im Kölner Kneipenkarneval war eine gern genommene „Verkleidung“ von Menschen im Alter um die 30 eine St.Pauli-Fanausstattung. Da steht eine lange Entwicklung hinter, die ihren Ausgang in der besonderen Fan-Kultur dieses Vereins hatte. In der besten aller Welten unterstützen die Verantwortlichen des MSV Duisburg die Entwicklung einer Fan-Kultur, in der Kritik auf die oben angesprochene Weise geäußert wird.

Ich glaube, im heutigen Fußballgeschäft müssen Vereine wie der MSV Duisburg daran arbeiten, Zuschauer unabhängig vom sportlichen Erfolg an den Verein zu binden. So eine Zuschauerbindung fördert man, indem die Menschen, die sich zum MSV bekennen, für ihre Identität etwas erhalten, was über den Fußball hinaus geht. Kreativität, Witz und Humor scheinen mir da keine schlechten Eigenschaften zu sein. Auch Vereine haben Identitäten, und Vereinsverantwortliche müssten sich Gedanken über solche Identitäten machen, sie entwickeln und jede unter den Zuschauer gemachte Bewegung hin zu einer besonderen Identität unterstützen. So etwas geschieht nur auf lange Frist, und es entsteht nicht per Verordnung, sondern nur durch die Zuschauer selbst. Die Vereinsverantwortlichen können nur die Bedingungen verbessern, unter denen solche Zuschaueraktivitäten stattfinden. In der besten aller Welten hätte ich im Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen den Anfang einer neuen Entwicklung beim MSV Duisburg gesehen.

Eine Bitte noch: Wenn irgend ein Leser einen direkten Link zu dem Foto kennt – vielleicht ist das Foto ja bei Flickr, oder wo auch immer. ebenfalls eingestellt – so maile er ihn mir doch bitte. Ist zum Weiterklicken einfacher.

Und MSV-Fans sei Dank, ich kann zwei Foto-Quellen direkt verlinken: Nochmals Danke schön für die beiden Mails!!! Zum einen hier das Foto auf der Seite der Fotografin Gabriele Petrick und zum anderen das Foto aus dem Fotoalbum vom RWO-Fanblock.

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