Zocker-Stimmung beim MSV Duisburg?

Als ich gerade nachgelesen habe, was denn die Nachberichterstattung mit zwei Tagen Abstand zum Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen bei Der Westen so hergibt, ging es mir wahrscheinlich ähnlich wie Walter Hellmich, als er von den Vorwürfen gegen sich lesen musste. Ich bin ärgerlich geworden – ärgerlich deshalb, weil ich mich wirklich anstrenge, wenn ich hier schreibe. Ich strenge mich sehr an, in den Ereignissen beim und in den Nachricht über den  MSV Duisburg das zu entdecken, was der Verein und wir als Anhänger dieses Vereins in die Zukunft mitnehmen können. Ich halte es für nutzlos nur zu kritisieren, ohne auch von jenen Momenten im Geschehen zu erzählen, die Grundlage für eine positive Entwicklung sein könnten.

Heute morgen sehe ich diese Arbeit – denn das ist nicht allzu selten wirklich auch Arbeit – heute morgen, also, sehe ich diese Arbeit mit Füßen getreten und zunichte gemacht, wenn ich den oben verlinkten Artikel bei Der Westen lese.  Ich bin enttäuscht von denen, über die ich bei aller Kritik immer mit wohlwollendem Interesse und ganzem Engagement hier schreibe.

Sicher, wir sind uns einig. Das Spielergebnis vom Freitagabend war eine Enttäuschung. Doch wie kann es sein, dass drei Tage nach diesem Spiel Walter Hellmich mit den Worten zitiert wird, das „große Ganze“ sei gefährdet. Wir wissen um diesen finanziellen Balanceakt, den alle Mannschaften in diesem Zwischenland von Bundesliga und 2. Liga vollführen müssen. Wir wissen ebenfalls um die vertragliche Situation im Kader. Wir wissen um die Notwendigkeit des sportlichen Erfolgs. Doch schon vor dem Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen war ein Aufstieg nicht allzu wahrscheinlich. Wie kann es sein, dass wir nach dem Spiel nicht nur über schlechten Fußball reden und über die Enttäuschung angesichts einer schlechten Leistung sondern nun auch die Zukunft ganz schwarz malen? Herrscht beim MSV Duisburg etwa ausschließlich eine Zocker-Mentalität? Ich will das nicht glauben! Dazu gibt es immer wieder auch überlegte, planerische Gedanken, die der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

Darüber hinaus bereitet es mir Sorge, wenn ich lese, wie Milan Sasic mit Misserfolg umgeht. Bei seiner Verpflichtung hatte ich die Hoffnung, er habe aus seinen Erfahrungen beim 1. FC Kaiserslautern gelernt. Allmählich befürchte ich, dem ist nicht so. Allmählich befürchte ich, seine Trainerpersönlichkeit funktioniert in einem Verein nur dann, wenn seine Mannschaft dauerhaft erfolgreich spielt. Erfolgreich kann wie in Koblenz auch heißen, die Klasse zu halten. Ich befürchte, bei Vereinen wie dem 1. FC Kaiserslautern oder dem MSV Duisburg aber, Vereinen also, deren Tagesgeschäft seit Jahren nie sicher sein kann und bei denen der Erfolg stets gefährdet ist, bei solchen Vereinen trägt seine anscheinend sehr autoritäre Trainerpersönlichkeit zur Verunsicherung weiter bei.

Sein Umgang mit Mihai Tararache am Freitagabend scheint mir diese Vermutung zu belegen, und ihr wisst, wie sehr ich vom Gegenteil überzeugt werden möchte. Aber Mihai Tararache muss nicht zwei Minuten vor der Halbzeitpause ausgewechselt werden. Das ist eine Stellungnahme des Trainers gegen den Spieler und wirkt als Demütigung. Milan Sasic nimmt doch bei der Aufstellung von Mihai Tararache als linkem Außenverteidiger dessen Schwächen bewusst ihn Kauf. Mihai Tararache war selbst in Zeiten der Hochform kein sprintender Fußballer. Ich nehme an, diesen Nachteil sollte sein von Erfahrung geprägtes, besseres Stellungsspiel dann ausgleichen. Das kann gelingen. Das muss aber nicht gelingen. Dann wechselt man aus und behebt den Fehler. Aber man demütigt den Spieler nicht, der auf einer Position spielen soll, auf der er sich nicht wohl fühlt und der dennoch versucht, daraus das Beste zu machen. Denn lustlos habe ich Mihai Tararache nicht gesehen.

Milan Sasics Umgang mit Mihai Tararache ist nur ein Hinweis auf seinen Umgang mit den Spielern überhaupt. Der Rest ist Spekulation, und da kann ich nur hoffen, die Spieler machen sich frei von Milan Sasics Persönlichkeit und versuchen auf dem Platz für sich selbst einzustehen. Denn eines ist gewiss, wenn die Stimmung im Verein so ist, wie kolportiert, dann können die Spieler befreit aufspielen. Denn alle, die mit Sasics Persönlichkeit Schwierigkeiten haben, werden in der nächsten Saison ohnehin unter einem anderen Trainer spielen.

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