Archiv für Mai 2010

Die Dreiklassengesellschaft

Funktionäre und wirtschaftlich Verantwortliche des deutschen Fußballs sprechen immer öfter davon, wie sich die Verhältnisse in den Ligen verfestigt haben. Zunächst waren es in meiner Wahrnehmung die Verantwortlichen solcher Bundesligavereine, die die Abstiegszone der Bundesliga frühzeitig hinter sich lassen wollten und sich dauerhaft auf einem sicheren Mittelfeldplatz etablieren wollten. Allen voran war das bei Eintracht Frankfurt Heribert Bruchhagen, der sich mit seinen öffentlichen Kommentaren zu den Zielen der Eintracht stets darum bemühte, die Erwartungen von Fans zu dämpfen. Aus einem anderen Beweggrund heraus benennt nun auch der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung in einem Interview mit dem  Kicker zum gegenwärtigen Lizenzierungsverfahren die Bedingungen, unter denen die Vereine in den ersten beiden Ligen arbeiten:

Wir haben zwei Ligen, aber im Grunde reden wir über drei Tabellen. Die mittlere Tabelle beginnt bei Platz 13 der Bundesliga und geht bis Platz sechs der 2. Liga. Dort bewegen sich in der Regel Klubs, die nicht absteigen oder möglichst schnell aufsteigen wollen. In dieser Situation scheint die Gefährdung besonders hoch, tendenziell größere Risiken einzugehen. Es könnte daher sinnvoll sein, die Leitplanken enger zu setzen, selbstverständlich im Rahmen des gerade vom UEFA-Exekutivkomitee verabschiedeten Financial-Fairplay.

Die DFL hat deshalb eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge zu einer Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens erarbeiten soll. Was wirtschaftlich sinnvoll ist, wird Möglichkeiten zum sportlichen Erfolg weiter beschränken.

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So fühlt sich also ein Leben ohne Fußballinteresse an

Wie viele Menschen sich für so was Unwichtiges interessieren! Welch hohe Einschaltquote für die TV-Übertragung. Unglaublich! Durchschnittlich 14,69 Millionen Zuschauer sahen zu und brachten der ARD  einen Marktanteil von 49,1 Prozent. Beim jungen Publikum der 14- bis 49-Jährigen reichte es mit 8,38 Millionen sogar für 61,1 Prozent. Vor Großbildleinwänden fanden sich tausende Menschen ein. Die haben ernsthaft mitgebangt und sich später gefreut. Deutschlandfahnen überall. Ein Ausnahmezustand. Woran haben die sich begeistert? An sich selbst oder tatsächlich an Lena Meyer-Landrut und ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest? Fast jede Nachrichtensendung begann am Sonntag mit der Meldung von diesem Sieg. Mich berührt das alles nicht. Ich verstehe nicht, was diese Menschen an so einem Wettbewerb für verwechselbare Popsongs begeistert. Ich staune nur, und fühle mich so alleine. Fast hätte ich nicht ein einziges Wort mitreden können.

Nur weil mein Sohn wissen wollte, wie erfolgreich Lena Meyer-Landrut sein würde, haben wir ab 22.20 Uhr ebenfalls in die TV-Übertragung reingeschaltet. Ich will es nicht beschwören, aber wahrscheinlich war es erst das zweite Mal, dass ich mir für etwas längere Zeit diesen Wettbewerb angesehen habe. Insgeheim sage ich dazu immer noch im ersten Moment „Grand Prix undsoweiter“. Das erste Mal war es jener Wettbewerb, als Abba mit Waterloo gewann.  Warum ich das im Jahr 1974 sah, weiß ich nicht mehr. Eigentlich war das Leben als Jugendlicher damals nämlich noch etwas überschaubarer. Wir wuchsen schließlich in der brennenden Sehnsucht nach so etwas wie Rockpalast-Nächten auf, und Abba spielten ihre Hits für uninteressante Mädchen aus der Parallelklasse.

Das sollte verständlich machen, warum ich auch heute kein Interesse für den Eurovision Song Contest aufbringe. Selbst wenn dieser Samstagabend dann mit der „armenischen Pressbrust“ sprachkreativ in die Familiengeschichte eingeht, verhilft mir der Wettbewerb nicht zu ursprünglichen Emotionen sondern zu so etwas wie abgeleitetem Wissen. Ich habe diesen Samstagabend und den Sonntag erlebt und gedacht, so fühlt es sich also an, wenn man sich nicht für Fußball interessiert und scheinbar alle Welt, während einer Fußballweltmeisterschaft etwa, über nichts anderes mehr redet als dieses Spiel. Noch vierzehn Tage, dann gehöre ich wieder dazu.

Feinbier-Rätsel gelöst

Manchmal ist es im Fußball wie im richtigen Leben. Aus unvollendeten  Beziehungen entstehen lange Freundschaften. Das ist die Lösung des Rätsels, welche „gemeinsame Zeit“ es für Marcus Feinbier und Lothar Niemeyer beim MSV Duisburg gegeben hat. Lothar Niemeyer erklärte auf meine Nachfrage, in seiner Funktion als Schatzmeister des MSV Duisburg habe er mit Marcus Feinbier Gespräche über ein mögliches Engagement beim MSV Duisburg geführt. Aus diesen Gesprächen habe sich ein dauerhafter Kontakt ergeben, der zur Freundschaft wurde, auch wenn es letztlich nicht zu einer Verpflichtung von Marcus Feinbier durch den MSV Duisburg gekommen sei. Nach vielen zusammen verbrachten Stunden kann in der Erinnerung so eine Zeit des Umwerbens und Kennenlernens dann auch mal als „gemeinsame Zeit“  überhöht werden, schließlich ist „ein Freund, ein guter Freund, das Schönste, was es gibt auf der Welt“.

Der Umbruch bis ins Marketing hinein?

Gestern sprach ich ja schon nebenbei von der Psychologie eines Geschehens. Das lässt sich heute nahtlos fortsetzen. Marcel Herzog, Kevin Grund, Daniel Reiche, das sind drei Vertragsabschlüsse, die  an einem Tag verkündet werden. Das klingt gut, auch weil die Vertragsverhandlungen mit den einzelnen Spielern sehr unterschiedliche Voraussetzungen hatten. Marcel Herzog sprach sich am deutlichsten für den MSV Duisburg aus und kein anderer Verein war für die Öffentlichkeit im Gespräch. Das war bei Kevin Grund anders. Zwar war auch für ihn der MSV Duisburg erster Ansprechpartner, doch das Interesse von weiteren Vereinen wurde vertragsgesprächsbegleitend vermeldet. Von Daniel Reiche las ich nur einen Artikel über ein anfängliches Interesse des MSV Duisburg. Danach war nichts mehr zu lesen, wie es dort weiterging.

Drei Vertragsabschlüsse, die an einem Tag verkündet werden. Wie anders klingt das als die Meldungen von fehlgeschlagenen Vertragsabschlüssen vor der letzten Saison. Da geht es nicht um die zu erwartende Leistung der Spieler, sondern um die Stimmung, die sich im und um den Verein herum verfestigt. Es entsteht ein anderes Selbstbewusstsein im und um den Verein herum, wenn ein Spieler lieber beim MSV Duisburg bleibt als zu wechseln. Deshalb hat diese Meldung von drei Vertragsabschlüssen an einem Tag einen Wert über die reine Information hinaus. So eine Meldung schafft Stimmung.

Dazu passt die gestrige Pressemeldung vom Beginn des Dauerkartenverkaufs, die auch auf der MSV-Seite zu finden ist. Da hat sich jemand Gedanken gemacht, das lässt sich anerkennend feststellen. Nicht nur, dass ein Dauerkartenkauf bis zum ersten Heimspiel mit einer Verlosung von3 x 10 Logenkarten verbunden ist:

Dem Gewinner, wie bis zu neun weiteren MSV Fans seiner Wahl (Personen mit Stadionverbot ausgeschlossen), winkt der Besuch einer Loge, mit den damit verbundenen Vorteilen wie ausreichende Bewirtung vor und nach dem Spiel.

Diese Marketing-Aktion verbuche ich noch unter der Rubrik beliebiges Schrottschuss-Instrumentarium – ein Aktionismus, der in allen Branchen immer wieder gerne gezeigt wird, wenn „wir mal wieder was besonderes für unsere Kunden brauchen“. Es ist eine symbolische Geste für die Bestandskunden, die für Neukunden keine Relevanz hat. Ich jedenfalls kenne niemanden, den solch eine Verlosung in seiner Entscheidung für den Dauerkartenkauf beeinflusst. Dennoch halte ich solch eine symbolische Geste für notwendig!

Es muss nur etwas hinzukommen, und das geschieht in der nächsten Saison:

Neben den bereits bekannten Vorteilen beim Kauf einer Dauerkarte erhält jeder Dauerkartenkunde den exklusiven Schal „DAUERZEBRA“. Dieser Schal ist nicht käuflich zu erwerben, sondern wird nur an echte DAUERZEBRAS ausgegeben.

Ich hätte zwar ein anderes Wort gesucht, um die Dauerkartenkäufer zu benennen, doch halte ich diese Aktion für ein sehr gutes Vorhaben, das mehr als eine symbolische Geste ist. Der Dauerkartenkauf erhält auf diese Weise einen emotionalen Moment, der über die rein geschäftliche Transaktion hinaus geht. Darüber denken im Fußball der Gegenwart alle nach, wie passen das Geschäft und die Fußballwerte der Anhänger zusammen. Mit dem Schal, der sich nicht kaufen lässt, und der eine besondere Zugehörigkeit zum MSV Duisburg ausdrückt, gelingt diese so schwer herzustellende Einheit von Geschäft und Fußballwerten der Anhänger vorbildlich. Vielleicht wirkt sich der Umbruch der Mannschaft in allen Bereichen aus? Vielleicht deutet sich hier ein neuer Geist im Verein an? Die Finanzlage zwang zu einem Umbruch. Bislang war immer nur von der Mannschaft die Rede, vielleicht erleben wir den Umbruch nun auch auf anderen Ebenen des Vereins.

Allerdings muss ich auch noch erwähnen, all diese Zukunftsmusik wird nun angestimmt, obwohl es noch immer keine offizielle Bestätigung gibt, dass die Lizenz-Auflagen erfüllt wurden. Wir sehen, alles geschieht gleichzeitig und manches, was hinter den Kulissen geschehen ist, muss später nachgereicht werden, weil es Statuten und Regeln so vorschreiben. So will ich das mal deuten.

Australien ins WM-Endspiel!

In den letzten Spielen der zurück liegenden Saison hatte Dario Vidosic als rechter Außenverteidiger eine Weiterbildungsmaßnahme durchlaufen. Nun erweist sich für mich heute Milan Sasic nicht als Visionär des Aus- und Weiterbildungsvereins MSV Duisburg sondern als intimer Kenner der FIFA-Verträge zur WM 2010, die mit den teilnehmenden Verbänden abgeschlossen wurden. Sein Bemühen dem australischen Nationalspieler zur Komplettausstattung von Feldspieler-Fähigkeiten zu verhelfen hatte das Ziel Dario Vidosic zum Nutzen des MSV Duisburg einen Stammplatz in der australischen Nationalmannschaft zu sichern.

Denn wie mittels BILD-Zeitung vom Manager des 1. FC Nürnberg Martin Bader zu erfahren ist, erhält der Verein 4.000 Euro Prämie pro Tag der Abstellung für seine Nationalspieler. Das Geld für Dario Vidosic muss sich der Verein mit dem MSV Duisburg teilen. Der MSV Duisburg kann, wie wir wissen, gegenwärtig jeden Euro gut gebrauchen. Was bleibt uns Anhängern dieses Vereins anderes als zu wünschen: Australien ins Endspiel! Mit einem Gegner Deutschland? Auch in dem Fall erinnere ich an die Verantwortung von uns Anhängern. Wir haben eine Wahl zu treffen zwischen lokalen und nationalen Interessen. Für mich ist es deshalb keine Frage, wie ich mich angesichts der Finanzlage vom MSV Duisburg entscheide. Soll sich ganz Deutschland in seiner Enttäuschung doch gegen uns wenden. Dänemark muss ins Endspiel! Wenn für Sören Larsen die FIFA schließlich auch noch zahlte, hätte Bruno Hübner Mitte Juli ein wenig mehr Spielraum für weitere Verpflichtungen. Schließlich wären das unverhoffte Zusatzeinnahmen, die Roland Kentsch doch nicht bei der Erfüllung der DFL-Auflagen schon hatte anführen können, oder? Um Enttäuschungen der Leser hier vorzubeugen, muss ich natürlich den grundsätzlichen Zweifel über den Wahrheitsgehalt einer Meldung in der BILD-Zeitung erwähnen. Vielleicht sollte man mal über einen Beipackzettel zu Risiken und Nebenwirkungen von Worten nachdenken. Der müsste dann heute hier ebenfalls beigefügt werden.

Ungefähr so: Vor der Lektüre des von Ihnen aufgerufenen Textes empfehlen wir das sorgfältige Lesen der folgenden Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen der von uns mit großer Umsicht zusammengestellten Worte. Nach dem Lesen dieses Textes erhält sich die Wirkung durch die im Text verbreitete Information auf längere Frist nur bei Hinzunahme einer weiteren Quelle für diese Information. Sollten Sie sich nicht für das Lesen einer zweiten Quelle entschließen, kann das Wissen zu den behandelten Themen Schaden nehmen. In einigen Fällen kann als Folge von solch beschädigtem Wissen Starrsinn und verstärkte Streitbereitschaft entstehen. Sehr wenige Fälle sind verzeichnet, bei denen sich das beschädigte Wissen zu körperlichen Beschwerden in Form von Prellungen im Gesicht und am Oberkörper ausweitete.

Innere Betriebsamkeit, äußere Ruhe

Selbst wenn wir es uns in vielen Momenten einer laufenden Spielzeit nicht so richtig vorstellen können. Das Leben ist immer auch ein wenig mehr als Fußball, und Fußball ist immer auch ein wenig mehr als der MSV Duisburg. Weil es so ist, gäbe es eigentlich immer was zu schreiben, auch wenn über den Verein aller Vereine nicht viel Neues zu hören ist. Allerdings geht es mir gerade genauso wie dem MSV Duisburg. Ich weiß, es gibt das Datum, an dem das Tagesgeschäft unweigerlich weitergehen wird, doch im Moment besinne ich mich für den Zebrastreifenblog gerade auf alte Ziele und konzeptionelle Arbeit und die Frage, wie diese für mich grundsätzlichen Anliegen mit dem Tagesgeschäft in Zukunft zusammen zu bringen sind. Und so fehlen mir zurzeit die schnellen Worte.

Was gab es nicht alles für Vorhaben? Doch das Festhalten an Konzepten verlangt einfach mehr Zeit, um angestrebte Ziele zu erreichen, sei es der Aufstieg oder Texte mit Substanz zu anderen Themen als dem letzten und dem nächsten Spieltag. Die Ereignisse beim MSV Duisburg in der letzten Saison erforderten allerdings immer auch schnelles Bearbeiten, wenn ich dem hauptsächlichen Anlass dieses Blogs gerecht werden wollte. Gleichzeitig ist diese Notwendigkeit der schnellen Bearbeitung immer auch das einfachere Vorgehen um Worte für diesen Blog zu finden. Man sieht hoffentlich das Dilemma, mit dem sich auch jeder Absteiger aus der Bundesliga bestens auskennt. Konzepte schön und gut, doch das einzig mögliche Ziel nach einer Abstiegssaison, der sofortige Wiederaufstieg, ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur durch schnelles Reagieren auf dem Spielermarkt erreichbar.

So lange genügend Geld vorhanden ist, scheinen dann Konzept und kurzfristiges Ziel sogar deckungsgleich zu sein. Vor zwei Wochen noch hieß es, die Schulden von Hertha BSC Berlin seien so hoch, dass aus der Erstliga-Mannschaft kaum Spieler gehalten werden können. Nun bleiben sogar Ramos und Raffael als Teil-„Achse des Aufstiegs„. Der Gedanke an das Geld wird in die übernächste Saison verschoben. Klappt es mit dem Aufstieg, wurde alles richtig gemacht. Klappt es nicht, … Aber an noch größere Schulden will bei dieser Hoffnung jetzt natürlich niemand denken.

Mit diesem von Hertha BSC Berlin angestrebten Balanceakt war der MSV Duisburg während der letzten zwei Jahre nicht erfolgreich. Im Augenblick hat man den Eindruck, nun schwebt der Verein an einem Sicherungsseil, dessen anderes Ende hinter die Kulissen führt. Wir wissen aber, dort hat Roland Kentsch die Kurbel der Drahtseilrolle fest in der Hand, und er bemüht sich, das Sicherhungsseil auf eine Höhe zu ziehen, von der aus der Verein sich wieder auf das Drahtseil begeben kann. Gut ausgestattet ist so eine Sicherungsvorrichtung aber nur mit einen zweiten Mann an der Kurbel, deshalb hat Roland Kentsch den Finanzfachmann Henrik Wiehl, einen Mitarbeiter aus Bielefelder Zeiten, zum Mitanpacken geholt.

Gleichzeitig steht Bruno Hübner in der Manege und beruhigt das Publikum, was auch von Journalisten dankbar aufgegriffen wird und aufmerksame Medienbeobachter angesichts identischer Texte darüber nachdenken lässt, ob die RevierSport bei Der Westen demnächst regelmäßig mit am Newsdesk sitzt. Wie schnell wird doch aus der platonischen Liebe einer Kooperation die verschmelzende Hingabe der Lebensgemeinschaft in der großen Familie des WAZ-Konzerns. Bruno Hübner belässt es nicht nur bei Ansprachen, er holt mit Julian Koch auch schon einen neuen Trapezkünstler in die Manege. Ich meine auch, Bruno Hübner findet sehr passende Worte für die Situation. Wie wir Finanzkrisen-Experten wissen, geht es in solchen Zeit immer um „Psychologie“. Es geht um die stimmige Rede über die Gefühlslage zwischen Besorgnis, Einsicht in notwendige Maßnahmen angesichts der Gegebenheiten und Hoffnung auf die Zukunft. In solch einer Situation geht es um Vertrauen, und Bruno Hübner ist der Mann beim MSV Duisburg, der weiß, dieses Vertrauen verspielt man durch Schönreden. So einen Mann brauchen wir Zuschauer, so lange wir das Sicherungsseil noch belastet sehen.

Hat sich eigentlich noch jemand am Samstag während des Endspiels der Champions League an zwei, drei Heimspiele des MSV Duisburg erinnert? Aachen, Kaiserslautern und wegen des Unentschiedens mit Abstrichen Oberhausen huschten mir immer wieder in den Kopf, als ich die vergeblichen Versuche des FC Bayern München sah, gefährlich vor das Tor von Inter Mailand zu kommen. Es gibt trotz des so großen Unterschieds in der spielerischen Qualität eine grundsätzliche Gemeinsamkeit, den das Spiel als Eindruck bei mir hinterlässt. Die eine Mannschaft versucht das Spiel in die Hand zu nehmen, die andere bewegt sich so perfekt organisiert im Gegenzug, dass es bei dem Versuch bleibt und sich kaum Torgefahr entwickelt. Dagegen ist man sich nach kurzer Zeit fast sicher, mindestens ein Konter dieser sehr gut organisierten Mannschaft wird durch ein Tor abgeschlossen. Das Endspiel im DFB-Pokal, eine Woche zuvor, gehörte hingegen einem anderen „Genre“ an und natürlich nicht, weil der FC Bayern München das Spiel gewann, sondern weil hier beide Mannschaften von Anfang an versuchten, das Spiel durch Ballbesitz zu gestalten. Was mich an die erste Halbzeit des Heimspiels gegen den FC St. Pauli erinnerte, in der der MSV Duisburg den Hamburgern wie die Bremer den Bayern hoffnungslos unterlegen war.

Lothar Niemeyer hat übrigens noch nicht auf meine Mail geantwortet, welche gemeinsame Zeit er mit Marcus Feinbier beim MSV Duisburg gehabt hat. Da bleibe ich am Ball.

Eine Frage zur Vervollständigung meines Wissens

Eigene Erinnerungen an Marcus Feinbier als Teil des MSV Duisburg habe ich eigentlich nicht. Im Netz und in Nachschlagewerken finde ich keine Aufklärung, wann und auf welche Weise der Spieler für den MSV Duisburg einmal engagiert gewesen ist. Je intensiver ich aber zurückblicke, desto deutlicher treten Konturen eines Spielers hervor, der sich während der Saisonvorbereitung noch anders entschloss, so ein Verpflichtungsverwandter von Emmanuel Ammunike vielleicht? – den ich bei Wikipedia in etwas anderer Schreibweise vorfinde. Andererseits hasst der Mensch nichts so sehr wie unzureichende Erklärungen für seine Erfahrungen und schafft sich deshalb schlüssige Bilder der Wirklichkeit durch fantastische Geschichten mit großer selbstüberzeugender Kraft. Deshalb mache ich diese Frage nun zum Fressen für den Schwarm mit seiner Intelligenz. Ich denke, gerade bei solchen Fragen muss sich so ein Schwarm nicht verstecken, selbst wenn ich dessen Intelligenz nicht bei allen Problemen für nutzbar halte.

Angestoßen wurde mein Erinnerungsversuch durch die Bemerkung von Marcus Feinbier, er helfe gerne beim Bezirksligisten FC Rheinbach aus. Denn mit dessen Vorsitzenden Lothar Niemeyer verbinde ihn seit gemeinsamen Zeiten beim MSV Duisburg eine Freundschaft. Lothar Niemeyer kannte ich als MSV-Funktionär, und so begann ich meine Recherche. Im Nachhinein hätte ich der Einfachheit halber einen von beiden mal angerufen, allerdings wäre ich dann auch nicht auf eine 2002 in der „11 Freunde“-Kolumne bei Spiegel Online erzählte Anekdote über Lothar Niemeyer und den Kickers-Ehrenpräsidenten Waldemar Klein gestoßen (Die letzten drei Absätze des Textes). Es geht in ihr um das Hinspiel des damals noch mit Wiederholungsspiel bei einem Unentschieden ausgetragenen DFB-Pokals vom MSV Duisburg in der Saison 1989/90, bei dem Lothar Niemeyer und Waldemar Klein auf der Offenbacher Ehrentribüne aneinander geraten sind, und Niemeyer die erste Niederlage dieser Pokalrunde für den MSV Duisburg hinnehmen musste.


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