Die Schiedsrichter – Ein großartiger Film

Gestern Abend habe ich nur zehn Minuten dieses Films mir im WDR ansehen können. Sie waren so beeindruckend, dass ich heute morgen früher aufgestanden bin. „Die Schiedsrichter“, ein Film von Yves Hinant und Jean Libon, hat der WDR ins Netz gestellt.

Die Filmemacher haben während der Fußballeuropameisterschaft 2008 fünf Schiedsricher mit ihrer Kamera begleitet. Gezeigt wird das Schiedsrichterwesen als Sport im Sport. In dem Film voller Emotionen wird ein erhellender Blick hinter die Kulissen gewährt und es wird erkennbar, auch im Schiedsrichtermilieu geht es um die Freude am gelungenen Spiel und die Enttäuschung nach schlechten Spielen. Nur die Blicke der Schiedsrichter und all derer, die mit ihnen verbunden sind, gehen in einem Fußballspiel oft woanders hin, um das Spiel zu bewerten.

Es ist eigentlich selbstverständlich, doch wenn wir es tatsächlich sehen, wirkt es verblüffend und irritierend. Spannung und Freude der Offiziellen in der Schiedsrichterkommission, der Familienangehörigen von Schiedsrichtern und natürlich der Schiedsrichter selbst gelten dem richtigen Pfiff. Die Nähe der Kamera zu der Welt der Schiedsrichter unterstreicht sicher die Fremdheit dieser Erfahrung in dem uns doch so vertrauten Fußballspiel.

Was die meisten von uns zu kennen meinen, ist die Hektik auf dem Spielfeld. Doch sie ist noch viel größer, als wir sie uns vorstellen. Sie erleben wir, wenn die Bilder der Europameisterschaftsspiele unterlegt werden mit den stammelnden Headset-Gesprächen zwischen Schiedsrichter, seinen Assistenten und dem viertem Offiziellen. Die ungeheure Belastung und der psychische Druck für die Schiedsrichter wird auf überwältigende Weise spürbar. Nach dem Spiel, in der Kabine, geht es um die Freude über das perfekt geführte Spiel oder es geht um die Enttäuschung, wenn ein nicht gepfiffenes Abseits wie im im Spiel der Österreicher gegen die Polen zu einem Tor führte.

Die Kamera ist in Umkleidekabinen, in den Hotelzimmern oder in den Heimatstädten bei den zu Hause gebliebenen Familien nah dabei. Einen Kommentar gibt es nicht. Der Film steckt voller kleiner Beobachtungen. Da werden Ehrfurcht und Respekt der Schiedsrichter vor UEFA-Präsident Michel Platini ebenso gezeigt wie die quasitherapeutische Bearbeitung der Gefühle nach begangenen Fehlern.

„Die Schiedsrichter“ ist ein großartiger Film. Wer ihn gestern nicht sehen konnte,  sollte sich schnell ein wenig Zeit nehmen, ihn sich auf der Seite des WDR anzusehen. Denn genau weiß ich nicht, ob diese Wochenfrist für ins Netz gestellte Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch für Autorenfilme der Sender gilt.

2 Responses to “Die Schiedsrichter – Ein großartiger Film”


  1. 1 mberghoefer 8. Juni 2010 um 08:21

    wirklich ein schöner Film dieser „Referees at Work“. Bei SPOX steht er schon seit ein paar Tagen online( http://www.spox.com/de/sport/fussball/1006/Artikel/referees-at-work-dokumentarfilm-em-2008-schiedsrichter-geheime-einblicke.html )

    ich hab übrigens den leisen Verdacht, dass das, was gestern auf WDR lief, ein bisschen gekürzt wurde. Beispielsweise die Szene, in der Papa Webb so stolz erzählt, dass sein Sohn von Fremden nach seinem Autogramm gefragt wird wenn sie zusammen unterwegs sind, die hab ich gestern gar nicht gesehen (oder hab ich nur nicht gut genug aufgepasst?)

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  2. 2 Kees Jaratz 8. Juni 2010 um 09:34

    Danke für den Hinweis. Vielleicht darf der private Anbieter ja so lange den Film online stellen, wie er die Rechte eingekauft hat. Da draußen weiß es sicher einer ganz genau.

    Und um Filme passgenau ins Programmschema zu bekommen, kann schon mal die ein oder andere Szene rausfliegen, oder? 😉

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