Droht ein Standardendstand gegen Cottbus in Heimspielen?

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn der MSV Duisburg  gestern gewonnen hätte. Natürlich hätten wir alle uns über einen Sieg mehr gefreut als über dieses 2:2-Unentschieden gegen den FC Energie Cottbus. Doch vielleicht besitzt dieses Unentschieden bezogen auf den weiteren Verlauf der Saison für den MSV Duisburg einen größeren Wert als für den FC Energie Cottbus. Ich sehe keineswegs verlorene zwei Punkte. Ich sehe zum einen eine Mannschaft, deren psychische Stabilität weiter zunimmt. Diese Mannschaft wächst daran, wenn sie wohl dosiert nicht den ganz erwünschten Erfolg erfährt. Diese psychische Stabilität könnte in der Rückrunde den Vorteil bringen, da die Spielstärken der oben spielenden Mannschaften nicht so weit auseinander liegen. Zum anderen sehe ich den Zwei-Punkte-Abstand auf Cottbus in der Tabelle gehalten. Wegen der Drei-Punkte-Regelung war das Verhindern der Niederlage wichtiger als der Veruch nach dem Ausgleich durch Cottbus um jeden Preis auf Sieg zu spielen. Denn die Möglichkeit einer Niederlage hatte es gegeben.

Cottbus war immer für eine torgefährliche Situation gut, weil die Mannschaft kombinationssicherer als der MSV Duisburg war. In der ersten Halbzeit war davon allerdings nicht allzu viel zu merken. Das Führungstor für Cottbus fiel aber genau nach einem solchen sehr schnellen Passspiel. So ein Passspiel  war deshalb jederzeit möglich, weil im Spielaufbau des  MSV Duisburg immer wieder kleinere Fehler passierten. In Zweikämpfen eroberte Bälle wurden zum Gegner gepasst, Kopfballabwehrversuche landeten ebenfalls häufig dort. Das brachte keine Gefahr, so lange die Mannschaft diese Fehler durch hohen läuferischen Aufwand sofort wieder ausbügeln konnte. Doch je länger das Spiel dauerte, desto sorgenvoller dachte ich an die dazu notwendige Kondition. Wir wissen, diese Mannschaft hat viel Kondition, doch sie ist nicht grenzenlos.

Das Spiel war mitreißend, spannend und emotionsgeladen. Beide Mannschaften wollten offensiv spielen. Dem MSV Duisburg gelang das in der ersten Halbzeit besser als Cottbus und genügend Chancen wurden sich erspielt. Mit ein wenig mehr Glück hätte der MSV Duisburg zur Pause mit zwei oder drei Toren Vorsprung führen können. Ein Weitschuss von Julian Koch wäre wahrscheinlich auch ohne Torwartparade gegen die Latte gegangen. Ein Kopfball-Tor von, war es Goran Sukalo?, nach einer schönen Flanke verhinderte Thorsten Kirschbaum mit einem beeindruckenden Reflex. Ein Elfmeterpfiff blieb aus, als Filip Trojan im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Nach Eckbällen wurde es mehrmals gefährlich. So deutlich war die Überlegenheit in der zweiten Halbzeit nicht mehr. Das Spiel hatte sich beruhigt. Kurz vor der Halbzeitpause war es noch zum Massengerangel gekommen, nachdem Olcay Sahan nach Zwanzig-Meter-Anlauf mit Ansage und Blutgrätsche von den Beinen geholt wurde. Diese Aufgeregtheit hatte sich in der zweiten Halbzeit gelegt. Die letzten zehn Minuten wollte keine der beiden Mannschaften mehr viel riskieren. So geriet das Spiel in ruhiges Fahrwasser. Ich bin zufrieden nach Hause gefahren. Es macht Freude diese Mannschaft des MSV Duisburg spielen zu sehen.

Ein Gedanke geht mir noch durch den Kopf, Milan Sasic wird vielleicht demnächst mal ein kurzes pädagogisches Gespräch mit Stefan Maierhofer führen. Ich hatte Spieler wie ihn lange Zeit vermisst, gestern aber hatte ich das Gefühl, ein wenig gerät er aus der inneren Balance.  Für mich begann er zu oft gegenüber seinen Mitspielern zu gestikulieren und den langen, hohen Ball einzufordern. Dieser lange Ball kommt ohnehin. Das wissen wir, und das wissen seine Mitspieler. Manchmal ist es aber auch sinnvoll, vor  dem hohen Ball ein wenig flach zu spielen. Auch mit dem Gestikulieren ist es wie mit allen Dingen. Das rechte Maß ist wichtig. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Ich bin sicher, Milan Sasic wird Stefan Maierhofer helfen, dieses rechte Maß zu finden.

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