Halbfinale im DFB-Pokal mit Duisburger Beteiligung

Und noch etwas zum Zeitvertreib: Mehr für euch als für mich, denn es gibt nur wenig mehr als Daten. Vielleicht sind sie Anstoß für Erinnerungen. Meine ausführlicheren Geschichten dazu erzähle ich ein anderes Mal. Die Zeit kann heute nämlich auch ganz von selbst mit den Anforderungen des Alltags vertrieben werden. Die Verlinkungen führen zu weltfussball.de, wo die jeweiligen Spieldaten am ausführlichsten gelistet sind.

Nicht der Meidericher SV war die erste erfolgreiche Duisburger Mannschaft im DFB-Pokal sondern Hamborn 07. In der Saison 1960/61 trat am Mittwoch, den 23. August 1961, Hamborn 07 gegen den  1. FC Kaiserslautern im Halbfinale des DFB-Pokals an und verlor 1:2. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Hausgeburten waren damals in Städten eher die Ausnahme. Und selbst wenn es im Elisabeth-Krankenhaus Radios gegeben hätte, verstanden hätte ich mit Sicherheit nicht, worum es bei diesen fremden Geräuschen ging.

Das war in der Saison 1974/75 am Mittwoch, den 30. April 1975, schon anders. Da spielte der MSV Duisburg gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals. Ich stand auf der Gegengerade im „Mob“, wie es damals hieß, an einem Wellenbrecher und hoffte, das Anrennen des MSV nach dem Rückstand in der 58. Minute könnte noch Erfolg haben. Tatsächlich fiel der Ausgleich in der 88. Minute. In der Verlängerung schoss Bernard Dietz das Siegtor. Das großartige Gefühl des Jubels vermengt sich in meiner Erinnerung mit einem kurzen Schrecken, als irgendwann die Menge um uns herum in Bewegung geriet. Dortmunder kamen aus der Südkurve rüber und wollten Rabbatz machen. Ich meine, in dieser Zeit gab es über dem Marathontor noch nicht einmal ein verschließbares Gitter. Als es vorhanden war, wurde es nur bei solchen Derbys verschlossen. Die Menge in Bewegung war äußerst unangenehm, weil ich vom Wellenbrecher nicht wegkam und sich die Qerstange in meinen Körper drückte. Erst bei einem kurzen Nachlassen des Drucks der Masse konnte ich ich an der Stange entlangrutschen und mit den anderen davonfluten.

Obwohl ich in der Saison 1977/78 am Mittwoch, den 25. Januar 1978, mit Sicherheit nach Düsseldorf gefahren bin, habe ich das Auswärtsspiel des MSV Duisburg bei Fortuna Düsseldorf aus meinem Gedächtnis getilgt. Da gibt es kein Fitzelchen Erinnerung an die hohe 1:4-Niederlage.

In der Saison 1990/91 wurden die Pokalspiele nach einem Unentschieden zwar verlängert, aber nicht durch Elfmeterschießen zur Entscheidung gebracht. Es kam zu einem Rückspiel beim Gegner.  Der MSV Duisburg als damaliger Zweitligist erspielte sich am Dienstag, den 23. April 1991, gegen den Erstligisten 1. FC Köln ein 0:0 nach Verlängerung. Zwei Wochen später fand am Dienstag, den 7. Mai 1991, das Entscheidungsspiel in Köln statt. Obwohl im Hinspiel der Einzug ins Finale möglich gewesen war, blieb der MSV Duisburg in Köln chancenlos und verlor 3:0. Es war jenes Spiel, nach dem „mach et, Otze“ zum geflügelten Wort wurde. Der damalige Trainer des 1. FC Köln Erich Rutemöller hatte es zu Frank Ordenewitz gesagt, der eine gelbe Karte erhalten hatte und deshalb im Finale wegen einer Gelbsperre nicht hätte dabei sein dürfen. Die Sperre für eine gelb-rote Karte hätte er dagegen im Liga-Alltag ableisten müssen oder können. Zum Leidwesen Rutemöllers und von Ordenewitz waren die TV-Kameras zu nah, und der DFB musste handeln.

An das DFB-Pokalhalbfinale in der Saison 1997/98 gegen Eintracht Trier erinnere ich mich so, als sei das Spiel vor etwa zwei, drei Jahren gewesen. Am Mittwoch, den 18. Februar 1998, stand es bei dem Auswärtsspiel 1:1 nach der Verlängerung. Ich hatte nicht nach Trier fahren können und war von Köln aus zu Freunden nach Duisburg gefahren. Es war das erste Elfmeterschießen, das ich sah, an dem sämtliche Spieler beider Mannschaften teilnehmen mussten und nach dem es bekanntermaßen am Ende 10:9 für den MSV Duisburg stand.

Bleibt die Saison 2010/2011, am Dienstag, den 1.3. 2011 spielt der MSV Duisburg gegen den FC Energie Cottbus. Endstand? Egal wie, siegen und bis es so weit ist, denke ich immer mal wieder zwischendurch an diese Kulisse in dem ausverkauften Stadion. Es wird gut werden.

3 Responses to “Halbfinale im DFB-Pokal mit Duisburger Beteiligung”


  1. 1 Trainer Baade 1. März 2011 um 13:35

    Hier wäre ja ein Video von diesem Elfmeterschießen in Trier nett gewesen, an das ich nämlich keine Erinnerung habe abgesehen vom hinterher jubelnden Klaus Kinski Thomas Gill.

    Aber gut, ich kann natürlich auch selbst suchen.

    Gefällt mir

  2. 2 Kees Jaratz 1. März 2011 um 14:24

    Du triffst mich manchmal doch zu sehr in den Worten steckend an. Ich hoffe, du bist schon fündig geworden. Muss gleich mal sehen, und es ist doch immer wieder auch lustig auf das Nicht-mehr-vohandene mit dem „gern geschehen“ zu antworten. Dank für die Anregung fürs nächste Mal. 😉

    Gefällt mir


  1. 1 Ein Zebra in der Achterbahn Trackback zu 1. März 2011 um 11:01

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.




JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: