MSV Duisburg mit Herz für Sportjournalisten

Der MSV Duisburg zeigt Herz für Sportjournalisten. Die bereits geleisteten und noch zu erwartenden Überstunden durch Sonderbeilagen und vermehrter Berichterstattung über den MSV Duisburg im Pokalwettbewerb müssen ja irgendwie abgearbeitet werden. Wahrscheinlich denken sich die Leute im Verein deshalb, da helfen wir, da packen wir mit an. Am besten die Mannschaft tritt in den Meisterschaftsspielen einfach so auf, dass die sympathischen Jungs und Mädchen von der Sportpresse ihre alten Texte immer wieder neu nutzen können.

Ich konnte gestern beim Spiel vom MSV Duisburg gegen den Karlsruher SC nur während der ersten Halbzeit Marco Röhling bei Radio DU zuhören. Er sprach von einer noch schlechteren Leistung des MSV Duisburg als im Spiel gegen Arminia Bielefeld. Wenn ich heute die Berichterstattung in der Printpresse lese, habe ich das Spiel sofort lebendig vor Augen. Im RevierSport wird getitelt „Lust- und ideenlos“, im Kicker lese ich „die ‚Zebras‘ … wirkten recht ideenlos im Spiel nach vorne“, und bei Der Westen wird der bekannte Spielbericht noch mit der Bemerkung „schlichen sich bislang unbekannte Abwehrfehler ein“ variiert.

Wenn ich das lese, bin ich nicht enttäuscht über den „Abschied aus dem Aufstiegsrennen“. Ich habe da keine Erwartungen gehabt. Ich habe zwar auf das Unaussprechliche gehofft, aber den Aufstieg in weiter Ferne gesehen. Ich habe tatsächlich diese Saison der alten Fußballerfloskel gemäß von Spiel zu Spiel gedacht. Deshalb mache ich mir nun einzig und allein Gedanken über Milan Sasics Reaktion in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC auf die Frage eines Journalisten nach den schlechten Leistungen in den zurückliegenden Meisterschaftsspielen. Milan Sasic wirkte über die Frage nicht erfreut und antwortete nur indirekt. Er wollte nicht die einzelnen Spiele in der Meisterschaft betrachtet sehen, sondern „das Gesamtpaket„, wie es hier auch nochmals bei Der Westen aufgegriffen wird. Dieses Gesamtpaket beinhalte den Sieg im Pokalhalbfinale. Dieser Sieg soll also das Gegengewicht bilden zu den Niederlagen und Unentschieden in den Meisterschaftsspielen. Zu der ideenlose Spielweise sagte Milan Sasic nicht viel.

Ich habe die gleiche Frage an Milan Sasic, und dabei geht es mir gar nicht um die Ergebnisse. Mir geht es um eine ehrliche Analyse der Spielweise des MSV Duisburg in den letzten Spielen. Ich nehme in dieser Saison solche Leistungen auch über einen längeren Zeitraum hin, wenn sie mir erklärt werden. Ich will dann nichts über Schiedsrichterleistungen hören. Ich will nichts über einen kleinen Kader hören. Ich will einzig und allein erklärt bekommen, warum seit einigen Spielen das einzige Mittel des Angriffs der lange Ball auf Stefan Maierhofer ist.

Als Milan Sasic in Duisburg seine Arbeit begann, waren aus Kaiserslautern sehr widersprüchliche Kommentare über ihn zu lesen. Es war schnell klar, der Mann lässt andere Menschen zur sehr entschiedenen und sehr gegensätzlichen Urteilen kommen. Nicht immer ging es dabei um den Fußball, der beim 1. FC Kaiserslautern gespielt wurde. Wenn das aber der Fall war, wurde eins bemängelt, die ideenlose Spielweise der Mannschaft, in der nur lange Bälle nach vorne geschlagen wurden. Das soll nun keine Trainerschelte werden. Wenn ich aber ohne Erklärungen bleibe, gerate ich in dieselbe Lage wie viele Anhänger des 1. FC Kaiserslautern seinerzeit. Ich verstehe die Spielweise meiner Mannschaft nicht mehr.

Milan Sasic hat in Duisburg schon einmal Fehler eingesehen und sich öffentlich dazu geäußert. Da ging es um seinen Umgang mit den Mitarbeitern des MSV Duisburg. Es ging um seine direkte Art und seinen Perfektionismus, den er von allen Mitarbeitern des MSV einfordert. Mit dieser öffentlichen Erklärung erschienen auch die Kommentare zu seiner Persönlichkeit aus Kaiserslautern in einem anderen Licht. Nun geht es um sportliche Belange.  Es ist das eine in Zeiten von Erfolgen, eine Einheit mit den Zuschauern herzustellen. Diese Einheit muss sich in Zeiten von Misserfolgen bewähren.

Milan Sasic kann mit zwei Maßnahmen diese neue Einheit des Vereins mit den Zuschauern bewahren und weiter festigen. Er müsste über die Niederlagen genauer auch in der Öffentlichkeit sprechen. Er müsste über misslungene Taktik reden und nicht nur über das misslungene  Bekämpfen des Gegners und den Willen der Mannschaft. Die zweite und sicher schwierigere Maßnahme wären Veränderungen der Spielanlage. Wenn ich allerdings die Einwechselung von Sefa Yilmaz  und Manuel Schäffler sofort zu Beginn der zweiten Halbzeit im Spiel gegen den Karlrsruher SC sehe und den damit verbundenen Versuch, die langen Bälle durch eine variablere Spielweise zu ersetzen, denke ich erleichtert, vielleicht hat Milan Sasic auch in diesem Fall sich gegenüber seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern längst geändert.

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