Traurige Tage

Gab es früher in den Ladenlokalen eigentlich diese handgeschriebenen Pappschilder wirklich: „Wegen Trauerfall vorübergehend geschlossen“? Oder ist das nur eine Erfindung für den Spielfilm? So ein Schild spart lange Erklärungen. So ein Schild ist ein erzählerischer Trick, um dem Helden die nächste Schwierigkeit seines Heldenlebens zu präsentieren. Ganz selten schickt es den den Zuschauer auch in bange Erwartungen. Immer wieder gibt es zurzeit Momente, in denen ich ein abfotografiertes Pappschild als nächsten Beitrag auf diese Seiten setzen möchte. Die Nachrichten über den MSV Duisburg fügen sich in meine Grundstimmung dieser Tage.

Schon wieder ist ein Wochenende vergangen, das Hoffnung nimmt und das eine Niederlage als befürchteten Ausgang des DFB-Pokalfinales ein wenig wahrscheinlicher macht. Nach Srdjan Baljkas Verletzung beim Spiel gegen den FC Energie Cottbus fällt ja nicht nur ein weiterer wichtiger Spieler dieser Mannschaft aus. Es braucht auch innerhalb der Mannschaft zusätzliche Energie nach jedem Rückschlag neue Zuversicht zu entwickeln. Im Fall Baljak gilt das besonders, weil er gerade dabei war, an sehr gute Leistungen der Vergangenheit anzuknüpfen.

Die Niederlage war erwartbar gewesen. Zu groß war das Bedürfnis in Cottbus, einen Ausgleich zu schaffen für all das, was dort tatsächlich Niederlage war, als Niederlage empfunden wurde oder als unangemessene Behandlung beim Aufenthalt in Duisburg. Der MSV Duisburg und Bruno Hübner haben Claus-Dieter Wollitz, Pele genannt, an wunden Punkten getroffen. Anders ist seine Reaktion auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, wie sie hier bei Der Westen geschildert wird, mir nicht erklärbar. Da geht es meiner Meinung nach mehr um ein Selbstbild und dessen Gefährdungen als um strategisches Handeln eines Trainers und das tatsächliche Fußballgeschäft.

Die Niederlage spielt nur eine kleine Rolle. In Cottbus mag sie Genugtuung verbreiten. In Duisburg wird sie mit Achselzucken zur Kenntnis genommen. In Duisburg geht es um Größeres. Es geht um das Weiterleben der Hoffnung auf den Erfolg im DFB-Pokalfinale. Diese Hoffnung wird zurückkommen. Denn Leben in jeder Form bleibt immer Dasein. Wir können nicht anders als zu hoffen, egal ob auf die Ewigkeit dieses Lebens oder auf den Sieg im DFB-Pokalfinale.

2 Responses to “Traurige Tage”


  1. 1 sp470 18. April 2011 um 10:26

    …es ist wirklich bitter, was momentan bei uns und auf sch… passiert, aber so schnell wie sich das wieder ändern kann,…
    ich bin fest davon überzeugt, dass wir am 21.05.11 unsere mannschaft mit dem erhobenen pokal in den händen feiern werden.
    es wird so kommen! ob mit oder ohne fußballgott! lg sp

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  2. 2 Kees Jaratz 18. April 2011 um 17:26

    Wenn diese Zuversicht sich ausweitet und zurück wirkt in die Mannschaft hinein, kann alles möglich werden. 🙂 Wie es im Fußball eben so ist.

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