Archiv für Juni 2011

The Other Chelsea – FC Shakhtar Donezk in einem Dokumentarfilm beim ZDF

Es war 2008, als Ailton oder wahrscheinlich sein Berater mal wieder einen großherzigen Vereinsverantwortlichen fand, der nach Walter Hellmich sich mit dem Markennamen eines Fußballers vergangener Zeiten schmücken wollte. Im ukrainischen Donezk befand sich der neue Verein von Ailton, und ich musste vorhin erst mal nachschauen, ob nicht doch Schachtjor Donezk sein Verein gewesen ist – jener Verein, über den  in der Nacht von Montag auf Dienstag im ZDF ein 90-minütiger Dokumentarfilm zu sehen war.

Der früher russisch Schachtjor genannte Verein wird heute  ukrainisch Schachtar genannt oder, wie es in der englischen Schreibweise auf der Seite des Vereins steht Shakhtar, FC Shakhtar Donetsk. Ansehen konnte ich mir von der Dokumentation bislang leider nur etwa zehn  Minuten quer durch, und sie machten neugierig auf das ganze Stück. Autor der Dokumentation ist Jakob Preuss, der die „Orangene Revolution“ im Jahr 2004 als Wahlbeobachter erlebte. So geht es beim Blick auf den Fußballverein gleichzeitig um die Entwicklung der ukrainischen Gesellschaft und der Politik dort. Jakob Preuss mischt die Standardausdrucksformen von Dokumentationen, das Interview und die illustrierenden Bilder, mit kurzen Sequenzen, die durch die Ästhetik von Clips aus den Internetwelten bestimmt ist. Das wirkt spielerisch, ich bin an solchen Bildern hängengeblieben, und ich bin gespannt, wie sich diese Bilder in den Gesamtrhythmus des Films einfügen.

Ich weiß wieder nicht, ob die ZDF Mediathek den Dokumentarfilm länger als 14 Tage online stellen kann oder nicht. Neulich klickte ich zufällig mal auf einen älteren Link zur Mediathek und er funktionierte noch, obwohl der Beitrag auf der Startseite der  ZDF Mediathek nicht mehr zu finden war. Hier geht es zu „The Other Chelsea“ in die ZDF Mediathek. Im Netz findet sich zudem eine Seite mit zusätzlichen Informationen über „The Other Chelsea“. Der Film wurde in diesem Jahr beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Ailton spielte natürlich nach seiner Zeit beim MSV Duisburg  nicht bei Schachtar sondern bei Metalurh Donezk.  Dort gab es die namensfixierten Männer, die entweder sportliche Qualitäten den Marketingqualitäten unterordneten oder per Zuruf  von Spielervermittlern für den Verein Entscheidungen trafen. Ailton muss ungefähr 27 Trainingseinheiten und drei Spiele dageblieben sein. Danach entschloss er sich zu einer weltweiten Abschiedstournee mit dem ambitionierten Titel:  „Der Sommer mit den sieben Mäzenen“. Es wurden drei Sommer, und vielleicht hängt Ailton gerade noch einen Sommer irgendwo in der Welt dran.

Update 4. Juli: Nun gesehen, besprochen und  für sehr gut befunden.

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Ohne Lavric Pummel-Profi-Knappheit in der Schweiz?

Ob die Verantwortlichen beim Karlsruher SC wissen, dass sie mit ihrer letzten Spielerverpflichtung dem Hochdeutschen in der Schweiz einen Bärendienst erweisen? Gerade eben noch konnten die Boulevardjournalisten vom Blick durch ihre sprachschöpferische Kraft den Beweis der Schönheit hochdeutscher Sprache antreten, schon spielt „Pummel-Profi“ Klemen Lavric nicht mehr in St. Gallen sondern beim Karlsruher SC, und das Wort bleibt in der Schweiz, wie der Linguist zu sagen pflegt, ohne Referenten. Wenn es aber etwas in der Wirklichkeit nicht gibt, muss sehr viel darüber erzählt werden, damit ein Wort nicht sofort wieder vergessen wird. Im Dienste des Hochdeutschen in der Schweiz sollten ausgewählte Fußballer der Vereine eine Trainingseinheit der Woche in Konditoreien und Fast-Food-Restaurants verbringen.

Nun spielt der „Pummel-Profi“ also wieder in Deutschland. Sieht man das Foto auf der oben verlinkten Seite vom KSC, hat er entweder abgenommen oder er war von Anfang an nur das Opfer der journalistischen Hochdeutsch-Kampagne. Klemen Lavric beim MSV und ich, da gab es übrigens am Anfang eine so große Zuneigung, dass ich ihm sogar seinen damals noch nur zeitweiligen Stürmertrab nachsehen wollte. Wie die Geschichte weiterging? Das ahnt ihr doch, wenn ich sage, heute denke ich bei dem Namen immer als erstes, zwischen ihm und mir hätte es damals eine feine Freundschaft zweier schon etwas älter gewordenen Herren gegeben? Jedes Mal, wenn ich von Klemen Lavric lese, überrascht es mich immer wieder von Neuem, dass er noch spielt. Ich glaube, er müsste mindestens Mitte 40 sein, der 1981 geborene.  Ich konnte ihm aber nie böse sein. Deshalb freue ich mich auf Stürmertrab sowie auf Hintern raus, den rückwärts gehaltenen Klammerarm und das Fallen lassen, wenn der Ball nach der Annahme dann doch verspringt. Zu sehen im Auftaktspiel der nächsten Saison vom MSV Duisburg beim Karlsruher SC.

In einem Raum mit Bruno Hübners Neuem, als es um TV-Rechte ging

Nur selten berührt der Fußball mein Schreiben außerhalb dieses Blogs. Gestern war das anders, und prompt stand ich vor der Aufgabe mit Bruno Hübners Neuem einen Raum zu teilen. Der Mann kennt mich Gott sei Dank nicht. Was hätte das für peinliche Szenen geben können. Wer weiß, wozu ein Mann fähig ist, der Bruno Hübner an unserem großen Tag in Berlin zur Vereinbarung von Vertragsgesprächen angerufen haben soll. Weiß ich, wozu ich fähig bin?

Da saß Heribert Bruchhagen also auf einem Podium beim Medienforum.NRW und sollte die DFL-Meinung beim zukünftigen Verkauf der Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga zum besten geben. Die Fernsehrechte für die Übertragung von Bundesligafußball sind zwar noch für zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2012/2013 vergeben, doch schon in diesem Jahr sollen neue Verträge festgezurrt werden. Von Anfang an machte Heribert Bruchhagen den Eindruck, als beginne auf dem Podium vorne die erste Runde der Verhandlung. Denn ebenfalls gestern wurde der Entscheid des Bundeskartellamts öffentlich, demnach eine Highlight-Verwertung im Internet ab 19 Uhr bei gleichzeitiger Free-TV-Verwertung erst ab 21.45 Uhr möglich wird. Bei so einem Verwertungs-Modell bliebe die ARD-Sportschau ohne Bilder vom Fußball.

Wie positioniert man sich in Verhandlungen? Man besinnt sich auch hier zunächst einmal auf das Zwischenmenschliche und macht dem Lieblingspartner schöne Augen. Da lobte also Heribert Bruchhagen den Pay-TV-Anbieter Sky in höchsten Tönen dafür, durch die samstägliche TV-Konferenz der Fußballspiele die Familien als Zuschauer der Fußball-Bundesliga gewonnen zu haben. Ich hatte immer gedacht, das mit den Familien und dem Fußball sei eine Idee in den 90ern gewesen. Neue Stadien brachten neue Zielgruppen. Aber eigentlich sind solche Überlegungen auch egal, weil Heribert Bruchhagen gegenüber dem ebenfalls anwesenden ARD-Sportkoordinator, Axel Balkausky,  nur die enge Verbundenheit der DFL mit Sky zeigen wollte. Das lief anders als mit Bruno Hübner. Da wurde dieses Mal nicht heimlich sondern vor allen Augen mit dem anderen Partner geflirtet. Das steigert die eigene Attraktivität ungemein. Heribert Bruchhagen hat´s echt drauf, und denkt natürlich an so etwa wie „Freunde bleiben wollen“, wenn er über die Sportschau redet und die ARD in höchsten Tönen für die vergangene Zeiten lobt. Aber wer weiß, vielleicht erweist sich die alte Braut doch noch als die bessere Partie, wenn sie erstmal noch genauer ihre Besitztümer bilanziert hat.

Schließlich geht es um die Frage, wer soll das viele Geld bezahlen, das nach Meinung der DFL die Fußball-Bundesliga als „Premiumprodukt“ wert ist. Verwertungsrechte findet auch Yahoo interessant. Dort will man durch die Erfahrung aus den USA und Großbritannien gestärkt aus der im Internet  bislang „schwach aufgestellten Fußball-Bundesliga“ ein besseres Internet-Angebot machen. Immer nur, wenn es sich rechnet. Doch wenn selbst kaum ein TV-Sender die bislang verlangten Geldsummen refinanzieren kann, halte ich es doch für sehr unwahrscheinlich, dass durch den  Verbreitungsweg per Internet und Smartphone-Applikation das entsprechende Geld verdient wird. Doch diese Einnahmen müssen sein, wenn die Liebe zur ARD als Rechteverwerter nurmehr noch glimmt.

Ich habe den Raum nach der Veranstaltung schnell verlassen. Ich musste einen Text schreiben, und heute dann noch diesen hier. Ich merke, das hat meinem Verhältnis zu Heribert Bruchhagen ganz gut getan.

So ignoriert Der Westen journalistische Grundsätze

Es geht hier nicht um starke Meinungen. Deshalb geht es auch nicht um ein Urteil zu dem Text eines Journalisten.  Es geht um das Arbeiten im WAZ-Konzern. Der Text eines WAZ-Journalisten über Florian Fromlowitz sorgte gestern nach seiner Veröffentlichung auf Der Westen unter MSV-Fans für Empörung. Betitelt wurde er mit Fromlowitz ist für den MSV keine Verstärkung“. Darüber steht in kleinerer Type „Contra“. Was dem Titel in anfänglich gönnerhaftem Ton folgt, verärgerte viele, die sich über die Verpflichtung von Florian Fromlowitz freuen. Der Ton macht bekanntermaßen die Musik.

Auch ich habe beim Lesen gestutzt, und das Ganze sofort abgehakt unter dem Motto, da nimmt sich einer aber ziemlich wichtig. So wichtig, dass er meint, MSV-Fans zurechtweisen zu können. Als ob da einer Meinungshoheit herstellen will. Wo kommt der her? Über den MSV Duisburg schreibt dieser Journalist ja normalerweise nicht. Wenigstens, so dachte ich, legt er ein Argument für seine starke Meinung vor. Ganz versunken im Sumpf der Journalisteneitelkeit ist er also noch nicht.

Nun finde ich heute morgen im MSVportal eine Erklärung für diesen Text, die den Journalisten zunächst frei spricht von Schuld am aufgekommenen Ärger und einmal mehr zeigt, wieso das Einhalten von Qualitätsstandards das einzige Mittel für die Lokalpresse ist, ihre Leser zu halten. Dieser Text über Florian Fromlowitz wurde eigentlich als Teil eines Pro und Contra für die Printausgabe des RevierSports geschrieben. Weil die RevierSport wie Der Westen zum WAZ-Konzern gehört, werden da gerne Texte hin- und hergeschoben. Je niedriger die Kosten für Inhalte eines Mediums desto besser. Warum nun der Pro-Text zur Fromlowitz-Verpflichtung nicht mitgeschoben wurde, weiß ich nicht. Ich weiß aber, ohne diesen Pro-Text verändert sich die Bedeutung des Contra-Textes.

Mancheiner wird das für eine Marginalie halten, für mich ist es ein Symptom des Qualitätsstandards, der im WAZ-Konzern bei journalistischen Produkten im Moment angelegt wird. Wir sehen, diese Qualitätsfrage kann der einzelne Journalist keineswegs für sich alleine entscheiden. Die Journalisten werden sicherlich versuchen, ihr Bestes zu tun. Der WAZ-Journalist hat auf Kommentare der Leser ebenfalls in den Kommentaren geantwortet. Und anscheinend ist er sich gar nicht darüber im Klaren, dass mit dem Mediumswechsel sich auch die Bedeutung seines Textes verschiebt. Vielleicht ist er ein junger Journalist, und es gehörte zu den Aufgaben der verantwortlichen Redakteure sich über solche Fragen Gedanken zu machen. Haben diese Redakteure Zeit dazu?

Die Auflagen der Zeitungen des WAZ-Konzerns sinken. Die Qualtität des Produkts ist vor allem anderen die Voraussetzung Verluste an Lesern aufzuhalten. Diese Qualität beweist sich eben auch dann, wenn es um das Wissen geht, wie journalistische Texte in welchen Zusammenhängen wirken. Wenn Texte beliebig hin- und hergeschoben werden, macht mich das skeptisch, ob in dem Konzern sich jemand über den Zusammenhang von Form und Inhalt in Zukunft noch Gedanken machen wird. Der Journalist kennt diesen Unterschied anscheinend nicht, vielleicht hat er aber auch von dem Hin- und Herschieben gar nichts mitbekommen. In seinem Kommentar zu den Leserkommentaren verweist er jedenfalls nur auf sein Recht auf Meinung. Ich denke, da lässt ihn seine Redaktion ins offene Messer laufen. Aber vielleicht findet dieses Verschieben der Texte im WAZ-Konzern auch niemand weiter problematisch. Ich möchte das nicht gerne glauben. Vielleicht hat auch niemand Zeit, sich um solche Fragen zu kümmern, und der Teufelskreis von Sparmaßnahme und Auswirkung auf das journalistische Produkt zeigt Wirkung. Für den Leser sind solche Überlegungen letztlich egal. Wenn das Wegbrechen der journalistischen Standards die Zukunft seiner Zeitung wäre, vergisst er sie zurecht.

Neuer Gegner gräbt nach Erinnerungen an gemeinsame Zeiten

Das Sommerloch ist in diesem Jahr verschwunden. Gerade noch plätscherten die Gedanken an die letzte Saison müde aus, schon waren neue Spielernamen nicht nur Gerücht sondern tatsächliche Verpflichtung und nun sind wir alle bereits mittendrin in der Saisonvorbereitung. Während der Trainerstab vom MSV Duisburg zusammen mit den gebliebenen Spielern in Österreich den neu verpflichteten Spielern erzählen, welche spielerische Qualität sich aus der Stimmung im Kader ergibt und dabei auch mal Fußball spielen, ergibt sich für mich die Gelegenheit mit einem Blick auf die Vergangenheit blogwärts auf einen neuen Gegnern in der kommenden Saison zu verweisen. Wer blogwärts über Eintracht Frankfurt lesen möchte, landet unweigerlich auch bei The Diva and the Kid, wo Kid Klappergaß gestern an ein Heimspiel des MSV Duisburg gegen Eintracht Frankfurt in der Saison 1967/1968 erinnerte. Er machte das mit Hilfe vom und Weiterleitung zum Eintracht Frankfurt Archiv, wo der Spielbericht zur 0:1-Niederlage zu finden ist. Aber je länger die Zeit der Niederlagen zurückliegt, desto leichter ist das Vergangene als eine erzählenswerte Geschichte zu goutieren, besonders wenn Manfred Manglitz, „Cassius“ genannt, seinem Spitznamen vor dem Spiel alle Ehren machte. Muss ich eigentlich schreiben, dass dieser Spitzname sich auf  Muhammad Ali, vormals Cassius Clay, bezog. Wäre mal interessant zu erfahren, wie groß dieser Name auch noch heute ist. Oder was ist mit Emil Zátopek? Nach dem Langstreckenläufer benannte sich ja eine nicht sehr lange bestehende Berliner Band Anfang der 80er, in der Element of Crime-Gründer Sven Regner Trompete spielte. Was mich wieder zurück zum MSV Duisburg bringt, weil der MSV Duisburg im Leben Sven Regners eine der zentralen Fußballerfahrungen war. Allerdings interessiert ihn Fußball nicht sehr. Die Geschichte spare ich mir aber für ein anderes Mal auf. Dafür nun Bühne frei für Zatopek im Kulturfeature-Gewand der 80er. Das ZDF-Magazin Aspekte widmet sich dem Punk, dem öffentlich-rechtlichen Punk. Mitreißend! Und der Fernsehfeuilleton-Blick ist auch zum Schmunzeln – wie immer wenn das damals Etablierte auf das damals Andere guckt, was heute längst schon wieder etabliert ist.

Von einem Zeichen und der Finanzierung von Fußballvereinen

Nur gut, dass ich hier heute keine erfundenen Geschichten um den MSV Duisburg erzähle, sonst würde mir dieser kurze Moment vom Samstagabend um die Ohren gehauen – als zu bedeutungsvoll oder, wie Kritiker gerne schreiben, als überdeterminiert. Doch die Wahrheit bleibt auch in zeichenhafter Form wahr. Denn es kann nur ein gutes Zeichen für die nahe Zukunft des Vereins aller Vereine sein, was mir am frühen Samstagabend passierte.

Ich hatte vergessen, dass die Auslosung des DFB-Pokals in der Sportschau vom Samstag vollzogen wurde. So unterhaltsam finde ich es nämlich nicht, diese unzähligen Vereinsnamen von kleinen Zetteln abgelesen zu bekommen, um danach so wunderbar klare Analysen von Spielpaarungen zu hören wie: Eine lösbare Aufgabe für den Halbfinalisten des letzten Jahres und Das könnte schwierig werden für den Erstligisten  oder Da freut sich der Verein aus der vierten Liga. Aber irgendwann dachte ich kurz an diese Sportschau und einen möglichen Vorbericht zum sechsten Spiel der Dallas Mavericks. So schaltete ich den Fernseher just in dem Moment ein, als wer auch immer da sagte: „MSV Duisburg“. Der Gedanke an den DFB-Pokal und die Auslosung der ersten Runde war da. Nachdem ich mit dem SV Babelsberg 03 auch noch den ersten Gegner des MSV Duisburg mitbekommen hatte, fragte ich mich allerdings sofort, mit welcher Mannschaft der Verein aus Potsdam überhaupt antreten werde.

Das letzte, was ich über den Verein gelesen hatte, war ein Bericht über die drohende Insolvenz. Inzwischen weiß ich, die Gefahren haben sich wohl erledigt. Da unterscheidet sich der Drittligist in Potsdam nicht allzu sehr vom Bundesligist FC Schalke 04 in Gelsenkirchen oder dem damaligem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Wenn ein Verein maßgeblichen Politikern vor Ort wichtig scheint, wird nötiges Geld in Stadt oder Region schon irgendwie zusammengekratzt. Manchmal aber hat danach irgendjemand ein Interesse daran, Informationen über den für solche Finanzierungen ebenfalls notwendigen Klüngel an die Öffentlichkeit zu bringen. So entstehen Zeitungsgeschichten. In Potsdam als einer Landeshauptstadt hängt dann sogleich ein etwas umfassender Gestaltungswille an so einem Klüngel, wie man hier in einem Artikel der Potsdamer Neueste Nachrichten lesen kann. 

Ich denke aber erstmal wieder nur an den Fußball und weiß, das Spiel in Potsdam gehört in die Schublade „lösbare Aufgabe“. Will man in der Schublade aber noch mehr Ordnung halten, sollte man das Spiel neben dem Stapel „ganz leicht“ auf dem Stapel „etwas schwieriger“ ablegen. Für leichte Spannung ist also gesorgt. Damit die guten Zeichen sich noch mehren, sei noch erzählt, ich hatte für Ende August ohnehin geplant, mit unserem Sohn nach Berlin zu fahren. So eine Berlin-Fahrt hatte es im Sommer des letzten Jahres schon einmal gegeben und mein Sohn, der sich zu meinem Leidwesen nur wenig für Fußball interessiert, wurde von mir auf dem Weg nach Berlin beim Zwischenaufenthalt in Osnabrück mit dem Zweitliga-Auftakt des MSV Duisburg gegen den VfL zwangsbeglückt. Wir wissen, welch unerwartet gute Saison danach folgte. In dieser Saison kann Ende August die familieninterne Magie den Verlauf der Zweitliga-Saison nur noch begrenzt bestimmen. Da sind zu viele Spiele schon gespielt worden. Doch im Pokalwettbewerb sollte die Magie wirksam werden können. Wieder wird mein Sohn mich anlässlich eines gemeinsamen Berlin-Aufenthalts zu einem Auswärtsspiel des MSV Duisburg begleiten. Es ist das nächste gute Zeichen.

Dürfen wir tatsächlich Valerie Domovchiyski willkommen heißen?

Weder in Duisburg noch in Berlin gibt es von den Vereinen schon eine offizielle Bestätigung. Die Journalisten der Berliner Morgenpost zeigen sich aber ganz nah dran an den eingeweihten Berliner Kreisen. Wir wollen ihnen glauben. Was gestern dort bereits in der Zeitung stand, wird im Blog der Morgenpost-Journalisten heute mit Zahlen unterfüttert. 450.000 Euro stehen im Raum, die der MSV Duisburg als Ablösesumme für den Bulgaren Valeri Domovchiyski Hertha BSC überweist. Willkommen im Zebrastall, Herr Domovchiyski. Dürfen wir das tatsächlich sagen? Noch verschleife ich die Ausprache Ihres Namens zum Ende hin ein wenig. Das wird aber, keine Sorge.

Ablösesumme! Ich habe erstmal bei Wikipedia nachgeguckt, was dieses Wort überhaupt bedeutet. Und wer in Duisburg kann noch auf Anhieb Zahlen mit mehr als fünf Ziffern fehlerfrei benennen? Das sieht so aus, als werden beim MSV Duisburg Pläne eingehalten. Der MSV Duisburg gibt einen Zweijahres-Vertrag einem Spieler, der in Berlin unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Viele der Fans dort bedauern immer noch, dass er zu wenig aus dem gemacht hat, was er eigentlich kann. Überfliegt man die Kommentare im Morgenpost-Blog und auch diesen Beitrag über Valeri Domovchiyski im  Hertha BSC Blog fällt auf, bei der Bewertung spielt die Einstellung des Spielers eine große Rolle. Dort finden die Berliner den Grund dafür, dass sich Domovchiyski trotz seines Könnens nicht durchgesetzt hat.  So ein Spieler passt perfekt zu Milan Sasics Werdegang im Fußball. Milan Sasic kann solche Spieler wieder erwecken.

Für mich ist das Wichtigste an der – so hoffen wir, tatsächlich wahr werdenden – Verpflichtung, dass ich beim MSV Duisburg Kontinuität der Arbeit erkenne. Auch wenn deutschlandweit nach dem Pokalfinale in den überregionalen Medien von Auflösung der Mannschaft geschrieben wurde, davon kann keine Rede sein. Es geht nämlich nicht nur um Spieler, die den Verein verlassen. Es gibt eine Idee, etwas vom einzelnen Spieler unabhängiges, dem im Verein gefolgt wird. Und so etwas wie diese Idee trägt den Kader. Es wird nicht an der gleichen Stelle wieder angefangen, wo sich der MSV Duisburg in der Sommerpause 2010 befunden hat. Der Verein samt Spielerkader sind weiter vorangekommen.


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