Von einem Zeichen und der Finanzierung von Fußballvereinen

Nur gut, dass ich hier heute keine erfundenen Geschichten um den MSV Duisburg erzähle, sonst würde mir dieser kurze Moment vom Samstagabend um die Ohren gehauen – als zu bedeutungsvoll oder, wie Kritiker gerne schreiben, als überdeterminiert. Doch die Wahrheit bleibt auch in zeichenhafter Form wahr. Denn es kann nur ein gutes Zeichen für die nahe Zukunft des Vereins aller Vereine sein, was mir am frühen Samstagabend passierte.

Ich hatte vergessen, dass die Auslosung des DFB-Pokals in der Sportschau vom Samstag vollzogen wurde. So unterhaltsam finde ich es nämlich nicht, diese unzähligen Vereinsnamen von kleinen Zetteln abgelesen zu bekommen, um danach so wunderbar klare Analysen von Spielpaarungen zu hören wie: Eine lösbare Aufgabe für den Halbfinalisten des letzten Jahres und Das könnte schwierig werden für den Erstligisten  oder Da freut sich der Verein aus der vierten Liga. Aber irgendwann dachte ich kurz an diese Sportschau und einen möglichen Vorbericht zum sechsten Spiel der Dallas Mavericks. So schaltete ich den Fernseher just in dem Moment ein, als wer auch immer da sagte: „MSV Duisburg“. Der Gedanke an den DFB-Pokal und die Auslosung der ersten Runde war da. Nachdem ich mit dem SV Babelsberg 03 auch noch den ersten Gegner des MSV Duisburg mitbekommen hatte, fragte ich mich allerdings sofort, mit welcher Mannschaft der Verein aus Potsdam überhaupt antreten werde.

Das letzte, was ich über den Verein gelesen hatte, war ein Bericht über die drohende Insolvenz. Inzwischen weiß ich, die Gefahren haben sich wohl erledigt. Da unterscheidet sich der Drittligist in Potsdam nicht allzu sehr vom Bundesligist FC Schalke 04 in Gelsenkirchen oder dem damaligem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Wenn ein Verein maßgeblichen Politikern vor Ort wichtig scheint, wird nötiges Geld in Stadt oder Region schon irgendwie zusammengekratzt. Manchmal aber hat danach irgendjemand ein Interesse daran, Informationen über den für solche Finanzierungen ebenfalls notwendigen Klüngel an die Öffentlichkeit zu bringen. So entstehen Zeitungsgeschichten. In Potsdam als einer Landeshauptstadt hängt dann sogleich ein etwas umfassender Gestaltungswille an so einem Klüngel, wie man hier in einem Artikel der Potsdamer Neueste Nachrichten lesen kann. 

Ich denke aber erstmal wieder nur an den Fußball und weiß, das Spiel in Potsdam gehört in die Schublade „lösbare Aufgabe“. Will man in der Schublade aber noch mehr Ordnung halten, sollte man das Spiel neben dem Stapel „ganz leicht“ auf dem Stapel „etwas schwieriger“ ablegen. Für leichte Spannung ist also gesorgt. Damit die guten Zeichen sich noch mehren, sei noch erzählt, ich hatte für Ende August ohnehin geplant, mit unserem Sohn nach Berlin zu fahren. So eine Berlin-Fahrt hatte es im Sommer des letzten Jahres schon einmal gegeben und mein Sohn, der sich zu meinem Leidwesen nur wenig für Fußball interessiert, wurde von mir auf dem Weg nach Berlin beim Zwischenaufenthalt in Osnabrück mit dem Zweitliga-Auftakt des MSV Duisburg gegen den VfL zwangsbeglückt. Wir wissen, welch unerwartet gute Saison danach folgte. In dieser Saison kann Ende August die familieninterne Magie den Verlauf der Zweitliga-Saison nur noch begrenzt bestimmen. Da sind zu viele Spiele schon gespielt worden. Doch im Pokalwettbewerb sollte die Magie wirksam werden können. Wieder wird mein Sohn mich anlässlich eines gemeinsamen Berlin-Aufenthalts zu einem Auswärtsspiel des MSV Duisburg begleiten. Es ist das nächste gute Zeichen.

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