Neuer Gegner gräbt nach Erinnerungen an gemeinsame Zeiten

Das Sommerloch ist in diesem Jahr verschwunden. Gerade noch plätscherten die Gedanken an die letzte Saison müde aus, schon waren neue Spielernamen nicht nur Gerücht sondern tatsächliche Verpflichtung und nun sind wir alle bereits mittendrin in der Saisonvorbereitung. Während der Trainerstab vom MSV Duisburg zusammen mit den gebliebenen Spielern in Österreich den neu verpflichteten Spielern erzählen, welche spielerische Qualität sich aus der Stimmung im Kader ergibt und dabei auch mal Fußball spielen, ergibt sich für mich die Gelegenheit mit einem Blick auf die Vergangenheit blogwärts auf einen neuen Gegnern in der kommenden Saison zu verweisen. Wer blogwärts über Eintracht Frankfurt lesen möchte, landet unweigerlich auch bei The Diva and the Kid, wo Kid Klappergaß gestern an ein Heimspiel des MSV Duisburg gegen Eintracht Frankfurt in der Saison 1967/1968 erinnerte. Er machte das mit Hilfe vom und Weiterleitung zum Eintracht Frankfurt Archiv, wo der Spielbericht zur 0:1-Niederlage zu finden ist. Aber je länger die Zeit der Niederlagen zurückliegt, desto leichter ist das Vergangene als eine erzählenswerte Geschichte zu goutieren, besonders wenn Manfred Manglitz, „Cassius“ genannt, seinem Spitznamen vor dem Spiel alle Ehren machte. Muss ich eigentlich schreiben, dass dieser Spitzname sich auf  Muhammad Ali, vormals Cassius Clay, bezog. Wäre mal interessant zu erfahren, wie groß dieser Name auch noch heute ist. Oder was ist mit Emil Zátopek? Nach dem Langstreckenläufer benannte sich ja eine nicht sehr lange bestehende Berliner Band Anfang der 80er, in der Element of Crime-Gründer Sven Regner Trompete spielte. Was mich wieder zurück zum MSV Duisburg bringt, weil der MSV Duisburg im Leben Sven Regners eine der zentralen Fußballerfahrungen war. Allerdings interessiert ihn Fußball nicht sehr. Die Geschichte spare ich mir aber für ein anderes Mal auf. Dafür nun Bühne frei für Zatopek im Kulturfeature-Gewand der 80er. Das ZDF-Magazin Aspekte widmet sich dem Punk, dem öffentlich-rechtlichen Punk. Mitreißend! Und der Fernsehfeuilleton-Blick ist auch zum Schmunzeln – wie immer wenn das damals Etablierte auf das damals Andere guckt, was heute längst schon wieder etabliert ist.

7 Responses to “Neuer Gegner gräbt nach Erinnerungen an gemeinsame Zeiten”


  1. 1 heinzkamke 16. Juni 2011 um 10:16

    Cassius Clay. Für den schon mein Opa selig immer nachts aufstand. Mein Vater auch. Und die Onkels. Ach, alle. Sofern sie nicht schwindeln.

    Emil Zatopek. Und wir denken an seinen Laufstil, der so verdammt nach Arbeit aussah. Und natürlich an seine Dana.

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  2. 2 Kees Jaratz 16. Juni 2011 um 10:27

    Auch im immer jungen Herzen lassen sich alte Zeiten nicht verleugnen. Das hatte ich vermutet. Aber diese nicht nur im Geiste jungen Menschen? Was wissen die?

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  3. 3 heinzkamke 16. Juni 2011 um 11:07

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Name Zatopek sogar präsenter ist als Clay. Weil Clay nur als Ali bekannt ist. Ziemlich bekannt, selbst unter Jüngeren, glaube ich.

    Bei Clay wie Zatopek könnte das so langsam eng werden. Genau wie bei Mark Spitz oder Eddy Merckx (ohne jetzt in die Diskussion einsteigen zu wollen, ob es angemesen ist, sie mit den Erstgenannten in einem Atemzug zu nennen.)

    Paavo Nurmin? Nie gehört. Jesse Owens schon eher, vermute ich. Ist er den „jungen Leuten“ gar vertrauter als Carl Lewis?

    Oh, da könnte man lange und trefflich diskutieren.

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    • 4 Kees Jaratz 16. Juni 2011 um 11:26

      Namen, die ich auch fast hingeschrieben hätte. Schon wieder so ein Projekt. Was wird heute weitererzählt? Wo verdichtet sich der Name zum Mythos? Ab wann verliert der Name seine Kraft? Alleine wegen der verstreichenden Zeit? Ich müsste die 20er und 30er als Beispiel nehmen. Welche Geschichten wurden in den 60ern und Anfang der 70er über diese Zeit erzählt. Für mich gibt es beim ersten Erinnern nur Jesse Owens neben Max Schmeling und der Eiskunstläuferin Sonja Henie, die mir gerade erst nur als Henning einfiel.

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  4. 5 heinzkamke 16. Juni 2011 um 11:36

    Hehe, Sonja Henie hatte ich weggelassen, weil ich vor einigen Wochen von einer Reihe sehr sportinteressierter Menschen nur fragende Blicke geerntet hatte.

    Und dann haben wir noch Gottfried von Cramm, der in erster Linie deshalb den etwas Jüngeren ein Begriff ist, weil er zu Boris Beckers Zeiten immer wieder als historischer Quervergleich herhalten musste.

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  5. 6 Kees Jaratz 16. Juni 2011 um 11:48

    Ich sehe, eine Längsschnittstudie muss her.

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  1. 1 Selbst der MSV Duisburg konnte Sven Regener nicht begeistern « Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 18. August 2011 um 06:26

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