Archiv für Oktober 2011

Pressekonferenz nach dem Spiel gegen TSV 1860 München im Bewegtbild

Warum geht Fußball nicht wie Film? Dann hätte der MSV gewonnen!

So kennen wir Filme. Der Held, früher häufiger als heute auch die Gruppe der Helden, muss  erst einmal ins ganz Dunkle gestoßen werden, damit das glückliche Ende um so erleichternder wirkt und die Helden um so strahlender da stehen.  Im Film lernen wir kurz solche Helden als hoffnungsvolle Menschen kennen mit mal kleineren, mal größeren Problemen. Vor letzteren steht die Mannschaft des MSV Duisburg im Moment. Recht schnell schlägt dann das Schicksal zu und die Helden erleben – vielleicht durch das Zusammenwirken von unglücklichen Umständen und kleinen eigenen Fehlern – den ersten Rückschlag auf dem Weg zum Glück.

Entsprechend begann das Spiel gestern mit dem hoffnungsvollen Gefühl eines Neuanfangs. Zuschauer und Mannschaft wussten, jetzt blicken wir nach vorne. Unheil lag aber schnell in der Luft. Die Münchner zielten zunächst nach schnellem Passspiel einmal zwei, drei Meter am Tor vorbei, und schon in der vierten Minute fiel das 1:0 für den TSV 1860 München. Dem Torschützen Daniel Bierofka wurde zu viel Raum gelassen, als er den Ball Richtung Strafraum trieb. Das Angebot zum Schuss nahm er an. Er traf den Ball gar nicht mal sehr hart, aber der heraneilende André Hoffmann lenkte ihn so sehr ab, dass er in jene Ecke des Tores fast schon kullerte, in die Florian Fromlowitz gerade nicht gesprungen war.

Was sich für Filme gehört, ist beim MSV Duisburg zurzeit nicht vorhersehbar. Doch die Mannschaft zeigte sich durch diesen ersten Rückschlag nur kurz erschüttert. Vielleicht trug auch das unterstützende Aufbäumen des Publikums dazu bei. Jedenfalls wurde nahezu sofort munter versucht, das Geschehene auszugleichen. Die Mannschaft strahlte Willen und Kampfbereitschaft aus. Sorgen vor einem Torschuss des MSV Duisburg mussten sich aber allenfalls sehr schreckhafte Münchner Zuschauer machen, und das auch nur einmal. Ich selbst hörte mit meinem Hoffen auf den Ausgleich während ersten Halbzeit immer ungefähr auf Strafraumhöhe auf.

In der zweiten Halbzeit kam Valeri Domovchiyski für den verletzten Emil Jula. Jetzt wurde der Druck auf das Tor vom TSV 1860 München groß. Jetzt bäumte sich die Mannschaft gegen das Schicksal der Niederlage mit großer Energie auf. Chancen unterschiedlicher Qualität wurden herausgespielt. Die Betonung liegt auf dem spielen. Und wie es sich für die Dramaturgie eines Films anbietet, die mögliche Rettung bahnt sich an und wird vergeben. Erst von Valeri Domovchiyski ein Kopfball, der von Gabor Kiraly mit einem sehr guten Reflex abgewehrt werden konnte, und dann die vermeintliche Riesenchance für Valeri Domovchiyski! Er wurde über drei, vier Spielzüge wunderbar freigespielt und schoss aus etwa sechs, sieben Meter Entfernung genau in die Mitte des Tores und das nicht einmal sonderlich scharf. Gabor Kiraly nahm den Ball ohne Probleme auf.  Ich stelle fest, Domovchiyski ist im Moment noch nicht einmal ein zweiter Sahan. Der machte aus zehn Chancen wenigstens anderthalb Tore.

Und auch das kennen wir aus Filmen, der vermeintlichen Rettung folgt der nächste Tiefschlag. Ein Konter ist immer drin, und so fällt das zweite Gegentor. Doch noch immer gibt die Mannschaft des MSV Duisburg nicht auf, wenn auch der große Druck der ersten Viertelstunde nicht mehr entfacht werden kann. Nach dem zweiten Tor der Münchner sehen wir wieder ein vergebliches Mühen. Ich selbst hatte mich damit abgefunden, dass Fußball anders geht als Film und das Spiel verloren gegeben. Denn dieses Mühen endete erneut auf Strafraumhöhe. Damit die Mannschaft ein Tor erzielen kann, muss sich ein Spieler des MSV Duisburg zurzeit im Fünfmeterraum befinden. Dorthin ist die Mannschaft nicht mehr gekommen.

Fußball ist nicht wie ein Film, und es gab kein glückliches Ende für Helden nach einer Serie von Rückschlägen sondern zudem das dritte Gegentor, das die Niederlage auch auf den ersten Blick zu einer deutlichen macht. Mir macht diese Schwäche im Sturmspiel sehr große Sorgen. Was die Mannschaft gestern an guten Momenten gezeigt hat, das haben wir schon häufiger zeitweise in Spielen gesehen. Sicher, die Spieler wirken befreiter, doch auch nach dem Spiel gegen den SC Paderborn habe ich gehofft, es könnten die spielerischen Ansätze sich stabilisieren. Vor allem aber nutzen diese Ansätze nichts, wenn daraus weiterhin so wenig gefährliche Situation direkt vor dem gegnerischen Tor entstehen und diese wenigen Situationen dann auch noch ungenutzt bleiben. Es ist im Moment schwer, an die immer wieder beschworene Qualität der einzelnen Spieler zu glauben. Ihr seht mich erst im Laufe der Woche wieder auf den Auswärtssieg gegen Alemannia Aachen hoffen.

Noch einmal Milan Sasic im Bewegtbild: Der Abschied

Dank Matzes youtube-Kanal ZebraMoviez gibt es emotionale Bilder vom Abschied Milan Sasics an der Arena.

Die Pressekonferenz zur Entlassung von Milan Sasic im Bewegtbild

Eine traurige, aber richtige Entlassung

Die Entlassung von Milan Sasic stimmt traurig und erleichtert zugleich. Diese Entlassung ist richtig. Manchmal passt es nicht mehr zusammen. Vor diesem Abschied sind Spieler und Trainer an ihre Grenzen gestoßen. Ich meine damit nicht nur Leistungsgrenzen sondern auch Grenzen der Persönlichkeit. In diesem Fall, sollte es nicht darum gehen, Schuld zu verteilen. Mich erinnert die Zeit vor dieser sehr speziellen Trainerentlassung an die Paul Watzlawickschen Beschreibungen einer gestörten Kommunikation. Der eine meint, auf den anderen nur zu reagieren und bemerkt nicht, dass sein eigenes Verhalten vom Gegenüber ebenfalls als Ursache angesehen wird. Dabei befinden sich alle in einem endlosen Kreissystem, in dem Reaktion immer auch gleich Aktion bedeutet. Eine Folge von etwas ist zugleich auch Grund für etwas. Alles nur eine Frage der Perspektive, der „Interpunktion“, wie Watzlawick gesagt hat. Ich hatte das Gefühl, Finger zeigten in den letzten Wochen immer nur auf andere. Da wurden zur eigenen Entlastung Schuldige gesucht. Der Trainer sagt, ihr!, Spieler, und die Spieler machten indirekt deutlich: du!, Trainer.

In Duisburg begegnen wir nun genau jener Stimmung, die auch bei Milan Sasics Abschied in Koblenz und Kaiserslautern zu erleben gewesen sein muss. Das können wir wissen, weil Fans aus diesen Städten sich im MSVportal immer wieder zu Milan Sasic äußerten. Milan Sasic polarisiert. Seine direkte Art wirkt sympathisch und ehrlich. Vor allem dieser Zug seiner Persönlichkeit macht  ihn für nicht wenige Anhänger von inzwischen drei Vereinen zum Opfer von unwilligen Fußballprofis. Auf der anderen Seite begrüßt eine Mehrheit der Zuschauer wegen der von ihm bevorzugten Spielweise und den getroffenen taktischen Entscheidungen zum Einsatz seiner Spieler die Entlassung. Sein Umgang mit schlecht spielenden Fußballern kommt als zusätzlicher Minuspunkt hinzu.

Dieser Umgang mit anderen, die Fehler machen, empfinde auch ich als die größte Schwäche von Milan Sasic. Nur Erfolg des Ganzen lässt so einen Umgang mit Fehlern von einzelnen zu. Diesen Erfolg hat es nicht gegeben.

Nun geht es mit einer Zwischenlösung weiter. Das Handeln des Vorstands in dieser Situation empfinde ich als nicht so kritikwürdig, wie es vielerorts gesehen wird. Dieses Verhalten entspricht nur dem Zwiespalt, in dem sich auch ein Großteil der Zuschauer befinden. Dafür gab es eine schnelle Reaktion mit einer Personalentscheidung, die die Stimmung auf jeden Fall beruhigt.

Es gibt also wieder einen Sportdirektor. Ich hoffe, dass Ivo Grlic in seiner Funktion als Mannschaftsbetreuer inzwischen Erfahrungen gemacht hat, die ihm in seiner neuen Position zugute kommen. Er ist Berufsanfänger mit großer Erfahrung  im Berufsfeld. Das kann manchmal sehr erfolgreich sein. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Damit wir uns nicht missverstehen, die Entscheidung halte ich für gut.

Auch die Zwischenlösung bei der Trainerfrage zeugt vom Willen, nichts zu übereilen und mit Perspektive weiter zu arbeiten. Die Chance besteht nun, dass die von Zuschauern und Verantwortlichen vor der Saison vermutete Spielstärke der Mannschaft allmählich sichtbar werden kann. Kein neuer Trainer muss die Mannschaft kennenlernen. Es sind vertraute Menschen, mit denen die Spieler umgehen. Hoffen wir, die belastende Stimmung im Kader löst sich nun auf. Fast kann ich mir schon wieder einen Sieg gegen den TSV 1860 München vorstellen.

Was nach fast zwei Jahren Trainerschaft von Milan Sasic bleibt, ist eine Saison 2010/2011, die auch mit seinem Namen verbunden ist und die ohne Frage in der Historie des MSV Duisburg herausragt.

Alles ist gesagt – fast alles

Nach der 0:2-Pokalniederlage des MSV Duisburg gegen Holstein Kiel habe ich weiterhin wenig Worte. Im Gegensatz zur Berichterstattung in den lokalen Medien klingt der Spielbericht im Kicker übrigens gar nicht mal nach einer so schlechten Leistung des MSV Duisburg. Ich meine aber, das gilt höchstens für die erste Halbzeit und auch nur wegen der reduzierten Ansprüche im Moment. In der zweiten Halbzeit war es jedenfalls wieder ein Desaster. Eine Mannschaft, die so ungefestigt ist, wird absteigen. Das hat Milan Sasic zu verantworten.

Zu Milan Sasic ist alles gesagt. Er hat Qualitäten. Diese Qualitäten kann er aber, wie ich befürchtet hatte, offensichtlich nur mit speziellen Spielertypen zeigen. Anders kann ich das wiederkehrende Muster seiner Arbeit bei nun drei verschiedenen Vereinen nicht erklären. Es scheint mir auch unvorstellbar, dass er gegen den Zuschauerwillen seine Tätigkeit beim MSV Duisburg fortsetzen kann. Das gelingt ja nicht einmal, wenn Verwaltung und Spieler eines Vereins vom Trainer überzeugt sind. Was man beim MSV Duisburg von den Spielern sicher nicht sagen kann.

Es gibt diese als unbedingte Erfolgsvoraussetzung gepriesene Einheit im Verein nicht. Anscheinend eben schon gar nicht im Spielerkader. Diese Einheit herzustellen wird schwierig sein, weil die Spieler mit anderen Erwartungen zum Verein gekommen sind. Auch die Spieler sind enttäuscht. Und diese Enttäuschung sucht nach Auswegen. Deshalb staut sich Aggression mehr noch an als es schon bei normalen Misserfolgserlebnissen der Fall ist. Milan Sasics Umgang mit seinen Spielern bietet ihnen zudem die Gelegenheit viele Sündenböcke im Kader auszumachen.

Das Aus im Pokal ist heute schon nicht mehr so schmerzhaft wie gestern Abend. Ein wenig schmerzhafter ist schon der derzeitige Tabellenstand. Richtig schmerzhaft ist allerdings die Einsicht, meine Zustandsbeschreibungen über den  MSV Duisburg vom Anfang der Saison waren ein großer Irrtum. Der MSV Duisburg hat nicht die nächsten Schritte auf einem strukturierten Weg zurück nach oben gesetzt. Vielmehr hat der Verein dem Ziel den Rücken gekehrt. Der Verein rennt geradezu über den Startplatz hinaus zurück und scheint nicht mehr aufhören zu wollen bei diesem Laufen in die falsche Richtung.

Ohne eigene Worte

Auch Fußballprofis brauchen die best mögliche Mitarbeiterführung

Am liebsten möchte ich gar nicht viel schreiben, sondern Milan Sasic ein Handbuch zur Mitarbeiterführung in die Hand drücken. In den meisten Unternehmen ist Mitarbeiterführung ein beliebtes Thema der Weiterbildung, und so finden sich im Netz viele Berater, die ihre Hilfen anbieten. Hier etwa sind die Folgen von Kritik schön überschaubar in einem Diagramm dargestellt. Die meisten von uns brauchen so ein Diagramm wahrscheinlich nicht. Schon unsere Alltagserfahrung sagt uns, bei Kritik werden wir Menschen gerade am Arbeitsplatz gerne ganz komisch.

Dabei bin bin gar nicht gegen das Benennen von Fehlern der Spieler – sogar auf Pressekonferenzen. Denn die meisten Trainer als Quasi-Vorgesetze dieser Spieler müssen bei Erfolgslosigkeit gegenüber der Öffentlichkeit den Spagat schaffen, gleichzeitig das Vertrauen in ihre Arbeit zu stärken und dennoch die Beziehung zu den einzelnen Spielern zu halten. Wer sich aber öffentlich so emotional äußert wie Milan Sasic auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Holstein Kiel zerstört den Zusammenhalt von Gruppen. Milan Sasics Worte fügen sich ja zu seinen mehrfachen Äußerungen, mit denen er sich vom gesamten Kader distanziert. Nach dem Spiel gegen Frankfurt etwa sagte er: „Ich muss mit dem Spielermaterial arbeiten, was mir zur Verfügung steht. Mehr tun als in den vergangenen Wochen kann ich nicht mehr“. Wie muss sich ein Spieler dieses Kaders vorkommen? Der Trainer sitzt also in einem ganz anderen Boot als ich. Das scheint irgendwie besser ausgestattet zu sein. Vielleicht meint er ja auch im selben Boot zu sitzen – dann aber nur in einer viel gehobeneren Klasse? Dabei höre ich noch immer, wie die Einheit aller als  Voraussetzung für Erfolg von Vereinsseite öffentlich gefordert wird. Doch in solchen Äußerung von Milan Sasic fehlt Einheit vollends.

Und nun kommen diese von den Journalisten Wutausbruch genannten Worte über das Versagen von Spielern hinzu. Was im übrigen auch wieder den Nebenschauplatz Medienkritik aufmacht. Denn in den Berichten der Journalisten kann ich nicht erkennen, ob Milan Sasic dieses Wort „Versager“ tatsächlich in den Mund genommen hat, oder ob das nur die reißerische Zuspitzung seiner nicht ganz so dramatisch klingenden Zustandsbeschreibung ist, Spieler versagen. Im Vorbericht zum Spiel in Kiel klingen die Sasic-Worte der Pressekonferenz jedenfalls nicht ganz so diffamierend wie einen Tag zuvor in der Online-Schlagzeile des oben verlinkten Artikels in Der Westen, aber auch im Artikel zum selben Thema vom Reviersport.

Dennoch stößt die mögiche Zuspitzung nur in eine ohnehin vorhandene offene Flanke der Sasicschen Menschenführung. Sasics emotionale Worte wirken doch nicht nur bei den angesprochenen Spieler. Alle Spieler mit Leistungsschwierigkeiten macht diese Art der Kritik schwächer. Alle diese Spieler spielen mit der Bürde beim nächsten Fehler ebenso behandelt zu werden. Und der MSV Duisburg hat im Moment viele dieser Spieler mit Leistungsschwierigkeiten. Angst lähmt. Anscheinend muss das immer und immer wieder gesagt werden. Vielleicht gibt es vereinzelt Spieler, die Trotzreaktionen zeigen. Wahrscheinlich ist tatsächlich etwas dran am raueren Umgang in der Männerwelt des Fußballs. Dennoch gelten auch für Fußballprofis die Erkenntnisse der Psychologie über die Bedingungen von erfolgreichem Handeln.

Milan Sasic ist mir sympathisch. Ich nehme ihm ab, dass er hart für den Erfolg arbeitet, und ich kann sogar seinen Ärger verstehen, wenn Spieler sich nicht an Anweisungen halten. All das trübt aber nicht meinen Blick auf seine Trainerpersönlichkeit in Krisensituationen. Meine Zweifel an seinem pädagogischen Repertoire in Krisensituationen münden in die Gewissheit, ihm fehlt in dieser Situation Bruno Hübner an der Seite. Nicht irgendein Sportdirektor, sondern tatsächlich Bruno Hübner. Diese Einsicht hilft nicht viel weiter, weil es keine Möglichkeit gibt, dieses Manko zu beheben. Darüber hinaus sehe ich auch den Trainerwechsel nicht als Option. Das Geld dazu ist nicht vorhanden.

Nach der 0:5-Niederlage des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund wurde FC-Trainer Stale Solbakken vom Kölner Stadt-Anzeiger zum Ausmaß dieser Niederlage befragt. Mir sind Sätze aufgefallen, die ich in Duisburg nicht gehört habe. „Man kann als Trainer immer mit Konsequenzen drohen, aber momentan gilt das auch für den Trainer. Ich muss die Spieler besser kennenlernen und mich hinterfragen. Waren wir im Training zu zufrieden? Ist die Mannschaft gut genug für die Taktik? Das liegt in der Verantwortung des Trainers. Es wäre zu leicht, die Niederlage auf individuelle Fehler zu schieben. Ich muss auch in den Spiegel schauen.“

Völlig unbesehen von tatsächlicher Verantwortung helfen solche Sätze die viel beschworene Einheit herzustellen. Ich befürchte, in Duisburg helfen nur noch Erfolge.

Erfüllte Erwartungen enttäuschen dennoch immer die Hoffnung

Der MSV Duisburg hat das Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt 0:3 verloren. Ich kenne nur das Ergebnis und die vielen Worte der Sportberichterstattung. Gestern Nachmittag bedauerte ich erst, dass ich weder etwas sehen konnte, noch etwas von Marco Röhling hören. Vielleicht war es doch eine gute Fügung. Dieses Mal scheint die Entwicklung des Spiels gegenüber dem Sieg gegen den FC Ingolstadt ja genau umgekehrt verlaufen zu sein. Starker Beginn, schwächer werdendes Ende der ersten Halbzeit, miserable zweite Halbzeit.

Mir bleiben also keine eigenen Eindrücke, über die ich schreiben könnte. Mir bliebe es nur, wieder Schlüsse zu ziehen. Doch an diesem Morgen habe ich das Gefühl, es ist alles gesagt. Im Moment sehe ich keinen Ansatz, wie diese Mannschaft sich weiterentwickeln könnte. Diese Mannschaft wird dennoch nicht absteigen. Sie wird bis zur Winterpause zwischen den Abstiegsplätzen und dem Mittelfeld herumeiern und sich im neuen Jahr recht bald im Niemandsland der Tabelle einrichten. Es gibt im Moment zu wenig Spieler im Kader, die in dieser Situation mehr als das unbedingt Notwendige geben können. Der MSV Duisburg wird den Trainer nicht wechseln. Die finanzielle Lage des Vereins lässt den Gedanken gar nicht zu. Ich selbst halte im Übrigen trotz meiner immer wieder aufkommenden Zweifel auch nichts davon. Ob Milan Sasic in einer neuen Saison der geeignete Trainer wäre, ist eine andere Frage. Zwischen Fans und Mannschaft wachsen all die unangenehmen schlechten Gefühle einer enttäuschten Liebe weiter.

Wie wir dem MSV Duisburg Zugeneigten mit der Situation umgehen, hängt mehr von der eigenen Persönlichkeit ab als von Erkenntnissen, die wir aus der Situation ziehen. Dazu sind die Signale aus dem Verein zu widersprüchlich. Ich selbst bin immer schnell damit dabei, das Geschehene zu vergessen. Ich selbst glaube noch in der aussichtslosesten Situation daran, das etwas gut ausgehen könne. Deshalb habe ich die Niederlage gegen Eintracht Frankfurt zwar erwartet, bin aber dennoch enttäuscht. Gegen den TSV 1860 München wird nach einem Sieg im Pokalspiel gegen Holstein Kiel wieder alles möglich sein. Stimmen wir uns also ein wenig auf die kommenden Tage ein. Die Mannschaft lässt es auf dem Spielfeld ja auch immer wieder mal etwas langsamer angehen.

Das Motto dieses Zebra-Talks: Sorge um den Verein

Wenn der Zebra-Talk an einem Spieltag online geht, geschieht das ohne viele begleitende Worte. Aufgenommen haben wir das Gespräch am letzten Mittwoch. Es ging noch einmal um den 3:1-Sieg gegen den FC Ingolstadt, über den sich niemand so recht hat freuen können. Unsere gesammelte Ratlosigkeit haben wir beim Rückblick auf die Leistung in der ersten Halbzeit  in die Runde geworfen, um sie eine Sorge münden zu lassen. Diese Sorge wurde nicht kleiner, als wir über den Rücktritt von Thomas Kretschmer, einem der beiden „Vereinsvizes“, sprachen. Dabei kamen unweigerlich die Strukturen des Vereins zur Sprache und die finanzielle Situation, die unsere schon vorhandenen Sorgen mit einer besonders großen Meta-Sorge krönte.

Mit einem Klick weiter geht es zum Zebra-Talk 7.


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