Warum geht Fußball nicht wie Film? Dann hätte der MSV gewonnen!

So kennen wir Filme. Der Held, früher häufiger als heute auch die Gruppe der Helden, muss  erst einmal ins ganz Dunkle gestoßen werden, damit das glückliche Ende um so erleichternder wirkt und die Helden um so strahlender da stehen.  Im Film lernen wir kurz solche Helden als hoffnungsvolle Menschen kennen mit mal kleineren, mal größeren Problemen. Vor letzteren steht die Mannschaft des MSV Duisburg im Moment. Recht schnell schlägt dann das Schicksal zu und die Helden erleben – vielleicht durch das Zusammenwirken von unglücklichen Umständen und kleinen eigenen Fehlern – den ersten Rückschlag auf dem Weg zum Glück.

Entsprechend begann das Spiel gestern mit dem hoffnungsvollen Gefühl eines Neuanfangs. Zuschauer und Mannschaft wussten, jetzt blicken wir nach vorne. Unheil lag aber schnell in der Luft. Die Münchner zielten zunächst nach schnellem Passspiel einmal zwei, drei Meter am Tor vorbei, und schon in der vierten Minute fiel das 1:0 für den TSV 1860 München. Dem Torschützen Daniel Bierofka wurde zu viel Raum gelassen, als er den Ball Richtung Strafraum trieb. Das Angebot zum Schuss nahm er an. Er traf den Ball gar nicht mal sehr hart, aber der heraneilende André Hoffmann lenkte ihn so sehr ab, dass er in jene Ecke des Tores fast schon kullerte, in die Florian Fromlowitz gerade nicht gesprungen war.

Was sich für Filme gehört, ist beim MSV Duisburg zurzeit nicht vorhersehbar. Doch die Mannschaft zeigte sich durch diesen ersten Rückschlag nur kurz erschüttert. Vielleicht trug auch das unterstützende Aufbäumen des Publikums dazu bei. Jedenfalls wurde nahezu sofort munter versucht, das Geschehene auszugleichen. Die Mannschaft strahlte Willen und Kampfbereitschaft aus. Sorgen vor einem Torschuss des MSV Duisburg mussten sich aber allenfalls sehr schreckhafte Münchner Zuschauer machen, und das auch nur einmal. Ich selbst hörte mit meinem Hoffen auf den Ausgleich während ersten Halbzeit immer ungefähr auf Strafraumhöhe auf.

In der zweiten Halbzeit kam Valeri Domovchiyski für den verletzten Emil Jula. Jetzt wurde der Druck auf das Tor vom TSV 1860 München groß. Jetzt bäumte sich die Mannschaft gegen das Schicksal der Niederlage mit großer Energie auf. Chancen unterschiedlicher Qualität wurden herausgespielt. Die Betonung liegt auf dem spielen. Und wie es sich für die Dramaturgie eines Films anbietet, die mögliche Rettung bahnt sich an und wird vergeben. Erst von Valeri Domovchiyski ein Kopfball, der von Gabor Kiraly mit einem sehr guten Reflex abgewehrt werden konnte, und dann die vermeintliche Riesenchance für Valeri Domovchiyski! Er wurde über drei, vier Spielzüge wunderbar freigespielt und schoss aus etwa sechs, sieben Meter Entfernung genau in die Mitte des Tores und das nicht einmal sonderlich scharf. Gabor Kiraly nahm den Ball ohne Probleme auf.  Ich stelle fest, Domovchiyski ist im Moment noch nicht einmal ein zweiter Sahan. Der machte aus zehn Chancen wenigstens anderthalb Tore.

Und auch das kennen wir aus Filmen, der vermeintlichen Rettung folgt der nächste Tiefschlag. Ein Konter ist immer drin, und so fällt das zweite Gegentor. Doch noch immer gibt die Mannschaft des MSV Duisburg nicht auf, wenn auch der große Druck der ersten Viertelstunde nicht mehr entfacht werden kann. Nach dem zweiten Tor der Münchner sehen wir wieder ein vergebliches Mühen. Ich selbst hatte mich damit abgefunden, dass Fußball anders geht als Film und das Spiel verloren gegeben. Denn dieses Mühen endete erneut auf Strafraumhöhe. Damit die Mannschaft ein Tor erzielen kann, muss sich ein Spieler des MSV Duisburg zurzeit im Fünfmeterraum befinden. Dorthin ist die Mannschaft nicht mehr gekommen.

Fußball ist nicht wie ein Film, und es gab kein glückliches Ende für Helden nach einer Serie von Rückschlägen sondern zudem das dritte Gegentor, das die Niederlage auch auf den ersten Blick zu einer deutlichen macht. Mir macht diese Schwäche im Sturmspiel sehr große Sorgen. Was die Mannschaft gestern an guten Momenten gezeigt hat, das haben wir schon häufiger zeitweise in Spielen gesehen. Sicher, die Spieler wirken befreiter, doch auch nach dem Spiel gegen den SC Paderborn habe ich gehofft, es könnten die spielerischen Ansätze sich stabilisieren. Vor allem aber nutzen diese Ansätze nichts, wenn daraus weiterhin so wenig gefährliche Situation direkt vor dem gegnerischen Tor entstehen und diese wenigen Situationen dann auch noch ungenutzt bleiben. Es ist im Moment schwer, an die immer wieder beschworene Qualität der einzelnen Spieler zu glauben. Ihr seht mich erst im Laufe der Woche wieder auf den Auswärtssieg gegen Alemannia Aachen hoffen.

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