Schon vergessen? Wir brauchten einen Streichel-Olli!

Anscheinend reicht das Gedächtnis, wenn es um Fußball geht, ungefähr bis zur letzten von drei Niederlagen. Ganz schnell möchte ich deshalb vor dem Auswärtsspiel des MSV in Dresden herbem Gedächtnisverlust entgegenwirken und meinen kleinen Teil zur Stimmungsmache beitragen. Nach drei Niederlagen heißt es plötzlich überall Oliver Reck sei zu nachsichtig mit den Spielern. Die Bild-Zeitung spricht vom „Streichel-Olli“. Das ist hanebüchener Unsinn.

Diese Mannschaft vom MSV Duisburg war unter Milan Sasic am Ende ein Trümmerhaufen. Oliver Reck hat die Spieler erst wieder zu einer Mannschaft gemacht. Das scheint völlig aus dem Gedächtnis getilgt. Drei Niederlagen sind dafür verantwortlich. Das Spiel gegen den FSV Frankfurt ging verloren, obwohl der MSV Duisburg Chancen für drei Spiele hatte. Das Spiel gegen Rostock scheint ein Totalausfall gewesen zu sein. Gegen den FC St. Pauli gab es eine durchwachsene Leistung, bei der die Niederlage vor allem durch den kaum vorhandenen Sturm zustande kam. Es mag bessere Trainer als Oliver Reck geben. In dieser Situation Stimmung gegen ihn zu machen ist fahrlässig.

Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Es gab nichts über den MSV Duisburg zu berichten. Jetzt stehen drei Niederlagen zu Buche. Da lässt sich die Schraube etwas anziehen, zumal die Stimmung unter vielen Zuschauern dafür einen guten Nährboden gibt. Aufzuhalten ist das nur, wenn der MSV Duisburg in Dresden zumindest ein Unentschieden holt. Ich hoffe das sehr. Alles andere fände ich schade und täte Oliver Reck Unrecht.

2 Antworten to “Schon vergessen? Wir brauchten einen Streichel-Olli!”


  1. 1 Christian Moosbrugger 25. Februar 2012 um 05:15

    Ich bin jetzt leider schon ein Spiel weiter. Jetzt kann man sagen, das Problem mit Olli Reck ist, das er dem Druck nicht standgehalten hat. Man hätte nach dem Frankfurt-Spiel alles so lassen sollen. Man hätte auch nach dem Pauli-Spiel alles so lassen können. Aber jetzt wurde die Hektik mal wieder von aussen in die Mannschaft getragen. Diesmal nicht vom Vorstand oder von einem Manager, der einfach verschwindet, sondern zur Abwechslung mal wieder von einem Trainer, der meinte, jetzt eine Reaktion zeigen zu müssen, und sich wieder taktisch verirrte. Es tut mir um Reck genauso leid wie um Sasic. Müssig ist, eine Schuldfrage aufzuwerfen. Ich glaube, das einzige, was jetzt eventuell noch helfen kann, ist ein einfaches System mit einigen fundamentalen Bewegungsabläufen, die solange eingeübt werden, bis sie schlichterdings funktionieren, oder halt nicht!

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    • 2 Kees Jaratz 25. Februar 2012 um 06:42

      Nun ist es also passiert. Ich habe die zweite Halbzeit halbwegs im TV gesehen. Wenn man die Mannschaft sieht, ist es tatsächlich schwierig, nicht im Vorhinein alle Hoffnung aufzugeben. Wenn du schreibst, dem Druck nicht stand gehalten und Hektik reingebracht, dann entspricht das meinem Gefühl, Reck versuchte die von Saisonbeginn an sichtbaren Defizite dieser Mannschaft immer irgendwie aufs Neue zu beheben. Es ist ja immer das gleiche Problem, wann handel ich bei immer gleichen Unzulänglichkeiten. Das Auftreten in Rostock und gegen Pauli in der ersten Halbzeit zwingt zur Frage, was muss ich anders machen.

      Und das ist tatsächlich eine Frage: versucht er nicht dieses einfache System? Sind diese langen Bälle nicht genau das? Oder machen sie das sogar nicht konsequent genug und würden dann das Publikum noch mehr enttäuschen? Ich verliere gerade den Überblick und denke an steile Bälle auf den viel zu langsamen Jula. Gar nicht lang und hoch, wie er es bräuchte. Und wen soll er dann anspielen? Übrig bleibt der Gesamteindruck der Hilflosigkeit. Die Mannschaft kann es nicht, was auch immer im Detail, im Ganzen heißt das Fußball.

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